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Nichts Neues, dennoch GUTER Artikel zur NS-Ve


27.01.2005 21:49
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60 Jahre Auschwitz-Befreiung

Das präzedenzlose Verbrechen

Auschwitz ist das Symbol für den systematischen Mord an den Juden Europas. Das größte deutsche Konzentrationslager ist Sinnbild für das Leid, das Menschen anderen Menschen zufügen können. Auschwitz steht für die Verbrechen der Nazis und für den "Zivilisationsbruch" , dessen Möglichkeit jede modernen Gesellschaft in sich trägt. Daher gedenkt Deutschland am 27. Januar - dem Tag, an dem die Rote Armee das Lager befreite - den Opfern des Holocaust. Dieser allerdings begann weder in Auschwitz - noch endete er dort. Ein Überblick.

Von Jan Oltmanns, tagesschau.de

Als die Rote Armee am 27. Januar 1945 das Konzentrationslager Auschwitz erreichte, muss sich den russischen Soldaten ein grauenhaftes Bild geboten haben: Nur knapp 8000 Häftlinge in den drei Komplexen des größten deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers waren noch am Leben; die meisten von ihnen Elendsgestalten, die zu krank oder zu schwach für den Marsch in die Lager im Westen waren - fort von der näherrückenden Front. Ein Augenzeuge notiert: "Einige sitzen stur auf der Erde, nur auf Nahrungsmittel reagieren sie. Von Schmutz und Verwahrlosung kann man ihre Züge nicht erkennen. Es ist zu grauenhaft, man kann das nicht beschreiben. Und man kann nicht helfen".

Fast 60.000 Häftlinge waren nur wenige Tage vor dem Eintreffen der Russen zu Fuß auf die so genannten Todesmärsche in die eisige Kälte des polnischen Winters geschickt worden. Experten schätzen heute, dass jeder Vierte auf dem Weg in den Westen starb. Sie erfroren, verhungerten oder wurden erschossen, wenn sie nicht mithalten konnten. Diejenigen, die auch diese Tortur überlebten, wurden in die Lager Mittelbau-Dora, Buchenwald und Flossenbürg gepfercht. Dort ging das Morden weiter.
Für viele der Wenigen, die schließlich in Auschwitz befreit wurden, kam jede Hilfe zu spät. Sie starben an den Folgen von Erschöpfung, Hunger oder Krankheit. Der Großteil derer, die gerettet werden konnten, blieb bis an das Lebensende gebrochen. Der italienische Schriftsteller Primo Levi hat Auschwitz überlebt und in Essays und Berichten in eindrücklicher Art und Weise seine Erlebnisse geschildert. Zum Tag der Befreiung notiert er: "Die Nachricht rief in mir keine unmittelbare Bewegung hervor. Seit vielen Monaten kannte ich keinen Schmerz, keine Freunde und keine Angst mehr, es sei denn jener unbeteiligten, entfernten Art, die für das Lager charakteristisch ist und die man als konditional bezeichnen könnte. 'Hätte ich jetzt', so dachte ich 'mein Empfindungsvermögen von früher, dann wäre dies ein äußerst erregender Augenblick'." Levi beschreibt hier einen Gemütszustand, der viele Überlebende nie ganz loslassen sollte.

Umgang mit Auschwitz

Bei ihrem Vormarsch auf Berlin stießen West-Alliierte und Russen immer wieder auf Konzentrationslager. Mit den Soldaten kamen die Fotografen. Sie machten jene Bilder und Filme, die die Existenz und der Schrecken der Lager weltweit bekannt machten. Bilder und Lager bekamen nach dem Krieg auch die Deutschen zu sehen. Viele waren persönlich betroffen - gleichwohl blieb die öffenliche Aufarbeitung der Verbrechen zunächst aus. Erst 1958 begann die hiesige Justiz überhaupt mit der systematischen Verfolgung von NS-Kriegsverbrechern - und auch dies geschah nur halbherzig. Viele, die dem NS-Regime treu gedient hatten, kamen nach dem Krieg ohne größere Schwierigkeiten wieder in Amt und Würden. Folglich bescheinigt der Historiker Norbert Frei der jungen Bundesrepublik in den 50er Jahren eine "Phase der Milde" gegenüber den Tätern, in der der Nationalsozialismus "wie ein über Deutschland hereingebrochenes Fremdregime mit einer im Grunde geringen Zahl von 'Kollaborateuren' und einem Heer harmloser Mitläufer erschienen war".
Eine Zäsur in der öffentlichen Auseinandersetzung markierte der Frankfurter Auschwitz-Prozess. Ab 1963 wurde hier das Ausmaß der Verbrechen zum ersten Mal systematisch untersucht. Zeugen und Sachverständige führten der Öffentlichkeit die furchtbaren Details des Holocaust vor Augen, begleitet von großem nationalen und internationalen Medieninteresse. Zwar blieben die 22 Angeklagten bis zum Ende uneinsichtig und kamen mit vergleichsweise milden Strafen davon; die minutiöse Rekonstruktion der Ereignisse allerdings machte es für die Mehrheit der Deutschen unmöglich, die Verbrechen weiterhin zu ignorieren oder zu verharmlosen. Die Taten und die Verantwortung dafür ließen sich nicht länger hinter der Fassade einer jungen, aufstrebenden und geläuterten Demokratie verbergen. Auschwitz wurde so als "Todesfabrik" zum Symbol für den Mord an den europäischen Juden und zugleich zur Chiffre für den "Zivilisationsbruch" , dessen Möglichkeit jede zivilisierte Gesellschaft in sich trägt.

In den folgenden Jahrzehnten begann im Umgang mit der eigenen Geschichte eine Entwicklung, die bis heute nicht abgeschlossen ist. Zunächst forderten die 68er offensiv die öffentliche und private Auseinandersetzung mit den Verbrechen ein - zogen sich aber zugleich in revolutionäre, universale Erklärungsmodelle zurück. Auf staatlicher Ebene vollzog sich das, was Historiker heute die "Inkorporierung der Erinnerung" in das nationale Selbstverständnis genannt haben. Die Pflicht zur Erinnerung wurde zur Staatsräson - und damit zum politischen Akt. Die "Lehren aus Auschwitz" wurden seither oft als Argumentationshilfe bemüht, wenn es um Deutschlands Rolle in der Welt, um das nationale Selbstverständnis oder um die Frage von Krieg oder Frieden ging. Zuletzt begründete Außenminister Joschka Fischer 1999 während des Kosovo-Krieges mit dem Diktum "Nie wieder Auschwitz" Deutschlands Beteiligung am Militärschlag gegen das Milosevic-Regime in Serbien und Montenegro.

Kein gerader Weg nach Auschwitz

Die Symbolkraft des Lagers ist bis heute ungebrochen - und so erklärte der Bundestag den 27. Januar - den Tag der Befreiung von Auschwitz - zum nationalen Gedenktag. Dies war gewiss eine bedeutsame politische Geste, dennoch wurde vielfach kritisiert, der Holocaust lasse sich nicht auf ein Datum reduzieren. Dies war und ist eine politische Diskussion, doch Tatsache ist: Die Verbrechen begannen weder in Auschwitz - noch endeten sie dort.
In dem systematischen, industriellen Morden in Auschwitz-Birkenau, Treblinka, Sobibor, Chelmno und Majdanek zeigte sich wohl das gesamte verbrecherische Potenzial Nazi-Deutschlands - die Lager und der Mord aber haben eine Geschichte: Die Besessenheit von "rassischer Reinheit", der Expansionswillen, die technischen Möglichkeiten zum Massenmord und nicht zuletzt ein in der Gesellschaft weit verbreiteter und fest verankerter Antisemitismus - auch wenn dieser am Anfang nicht die Vernichtung aller Juden in Europa zum Ziel gehabt haben mag - waren nur einige Voraussetzungen dafür. Hinzu kam eine ausführende Bürokratie die, folgt man dem Soziologen Zygmunt Bauman, dank einer vielschichtigen Arbeitsteilung die moralische Distanz zu ihrem Tun wahren konnte. Schließlich spielte der Krieg selbst eine bedeutende Rolle. Nach Einschätzung des Historikers Götz Aly beförderte er "eine Atmosphäre des Nicht-Öffentlichen, er atomisierte die Menschen, zerstörte ihre noch vorhandenen Bindungen an religiöse und juridische Traditionen". Es entstand, so Aly, eine Situation, die in der Sprache der Täter eine "einmalige Gelegenheit" genannt wurde.
Dem massenhaften Mord ging eine stetig fortschreitende Entrechtung jüdischer Menschen, aber auch anderer Gruppen, in den Jahren vor Kriegsbeginn voraus: Die systematische Verbannung der Juden aus dem öffentlichen Leben, die Stigmatisierung durch den öffentlich zu tragenden Judenstern, die Reichspogromnacht, der Euthanasie-Mord an tausenden behinderten Menschen und die Errichtung der großen Ghettos markieren einige dieser Stationen. Gleichwohl wäre es verfehlt, von einem "geraden Weg nach Auschwitz" zu sprechen. Bis in die 90er Jahre hinein waren sich die Historiker nicht einig, ob der Holocaust das Resultat rationaler Planung der NS-Führung oder einer "kumulativen Radikalisierung" sei. Heute neigt man zum entschiedenen sowohl als auch. Ein sich "radikalisierender Prozess der Brutalisierung" war direkt verbunden mit "vielfältigen Formen individueller und ideologischer Ziele", resümiert etwa der Historiker Ulrich Herbert.

"Ganz normale Männer"

Ebensowenig wie der Holocaust in Auschwitz begann, endete er mit der Befreiung des Lagers. Bis zum Ende des Krieges ging das Morden weiter. Noch im April etwa wurden 7000 bis 8000 Häftlinge im KZ Buchenwald ermordet. Selbst für die letzten Kriegstagen sind Gewaltexzesse an Juden dokumentiert. Zwar war Auschwitz das größte deutsche Konzentrationslager, jedoch nicht das einzige: Deutschland und die annektierten Gebiete waren von einem dichten Lager-Netz überzogen. Die geheimen "Todesfabriken", in denen Häftlinge im Akkord in die Gaskammern getrieben wurden, standen weit im Osten. Konzentrationslager aber gab es auch im Herzen Deutschlands: In Buchenwald bei Weimar, in Neuengamme nahe Hamburg, in Sachsenhausen unweit von Berlin und im nur wenige Kilometer von München entfernten Dachau. Flossenbürg, Mittelbau-Dora, Mauthausen, Ravensbrück, Bergen-Belsen und viele andere mehr. All diese Namen stehen - ebenso wie Auschwitz - für die Verbrechen der Nazis.
Die Zahl derjenigen, die den Mord von Angesicht zu Angesicht - in Wachmannschaften, Einsatzgruppen und Polizeibataillonen - verübte oder am Schreibtisch mitorganisierte, dürfte in die Hunderttausende gehen. Trotz ihrer hohen Zahl aber blieben die Täter für lange Zeit merkwürdig gesichtslos. Oft wurden sie entweder als "Bestien in Menschengestalt" dämonisiert oder aber ihre Taten auf einen angeblichen - inzwischen vielfach widerlegten - Befehlsnotstand zurückgeführt. Erst vor wenigen Jahren hat die Holocaust-Forschung die Täter entdeckt und befasst sich seitdem in umfangreichen Studien mit verschiedenen Täter-Gruppen und dem Millieu, aus dem sie stammten. Der Befund der Wissenschaftler offenbart eines der beunruhigendsten und verstörendsten Erkenntnisse über den Holocaust: Oft waren die Täter keineswegs eiskalte Killer, sondern "ganz normale Männer", wie etwa der Historiker Christopher Browning schließt. Sie waren keine Monster, sie waren Menschen aus der Mitte der Gesellschaft.

60 Jahre Auschwitz-Befreiung

Dimension und Relativierungsversuche des Völkermordes

Die genaue Zahl der Opfer lässt sich nur schwer feststellen, da vor allem im Osten viele Deportierte direkt - ohne jede Registrierung - in die Gaskammern geschickt wurden. In der Vergangenheit wurde und wird - wenn auch heute nur noch von einer unbelehrbaren Minderheit - daher die Anzahl der Opfer immer wieder angezweifelt. Viele Historiker aber haben in akribischer Prüfung der noch vorhandenen Quellen die Zahl der Opfer zumindest annähernd beziffert. Heute gilt als gesichert, dass mindestens knapp sechs Millionen Juden während der NS-Zeit ermordet wurden. Etwa eine Million von ihnen starb in Auschwitz.

In Chelmno waren es 152.000, in Belzec 600.000, in Sobibor 250.000, in Treblinka 900.000, in Majdanek 60.000 bis 80.000. Die SS-Einsatzgruppen und Polizeibataillone, die hinter der Ostfront Massenexekutionen durchführten, haben nach eigenen Angaben mindestens 535.000 Juden ermordet. Mindestens zweieinhalb Millionen Juden starben in den Ghettos und Konzentrationslagern. Nicht eingerechnet sind die nichtjüdischen Toten: Russische Kriegsgefangene, Polen, politische Häftlinge, Sinti und Roma, Homosexuelle, behinderte Menschen, Zeugen Jehovas und eine Vielzahl weiterer Häftlingsgruppen.
Diese Zahlen sind schockierend und doch bleiben sie abstrakt. Das Leid der Opfer und die Brutalität der Täter rücken zumindest ein wenig näher, befasst man sich mit den Lagern selbst: Mit den unmenschlichen Arbeitsbedingungen, den drakonischen Strafen für die nur kleinste Verfehlung, den medizinischen Experimenten, der Willkür der SS, aber auch mancher Funktionshäftlinge, den Selektionen, dem brutalen Überlebenskampf. Diejenigen, die den Lagern entkommen sind, haben darüber immer und immer wieder berichtet. Historiker, Soziologen, Psychologen und Mediziner haben das System der Konzentrationslager akribisch untersucht. Wir wissen heute relativ genau um das Leben im Lager und die Funktion des KZ-Systems. Die Lager sind rational erklärbar geworden, gleichwohl bleiben sie eine emotional unzugängliche Welt. Der Schriftsteller H. G. Adler, der Theresienstadt, Auschwitz und Buchenwald überlebt hat, beschreibt dieses Nicht-Nachfühlen-Können: "Jeder Versuch eines Hineindenkens ist müßig, denn alles ist fremd und unbegreiflich, was an Leben zwischen den Drähten eingesammelt ist. Vom Dasein der Verlorenen ist nichts in eine Sprache zu übetragen, die draußen jemand verstünde. ... Wer diese Vernichtung nicht an sich selbst erfahren hat, weiß es nicht, wird es nie wissen. Er hat zu schweigen."

Präzedenzloses Ereignis

Vor wenigen Tagen löste die sächsische NPD einen Eklat aus, als ihre Redner im Landtag britische und amerikanische Soldaten wegen der Bombenangriffe auf Nazi-Deutschland als Massenmörder bezeichneten und vom "Bomben-Holocaust von Dresden" sprachen. Dies ist nur das jüngste und besonders perfide Beispiel dafür, wie mit dem Völkermord Politik gemacht werden kann. Hinter einer solchen Rhetorik steht offenkundig der Versuch, den Holocaust zu verharmlosen, Leid gegen Leid aufzuwiegen und die historische Verantwortung Deutschlands zu relativieren.
Um einer solchen Rhetorik rational begegnen zu können, muss aber die Frage beantwortet werden, was den Holocaust zu einem "singulären Ereignis" macht. Das 20. Jahrhundert war grausam. In nur 100 Jahren hat es eine Vielzahl von Genoziden gegeben: Rund 1,5 Millionen Armenier fielen Anfang des 20. Jahrhunderts den Türken zum Opfer. Noch in den 90er Jahren ermordeten radikale Hutu-Milizen in Ruanda etwa 800.000 Tutsi. Und in der Sowjetunion wurden unter der Herrschaft Stalins Millionen politischer Gegner, ja ganze Volksgruppen zur Zwangsarbeit nach Sibirien deportiert. Viele von ihnen starben in den sowjetischen Arbeitslagern.
Was also unterscheidet den Holocaust, was macht ihn einzigartig? Die Frage danach ist nicht unproblematisch, denn allzu oft wurde mit unzulässigen Vergleichen das Menschheitsverbrechen relativiert und die spezifisch deutsche Verantwortung für die Taten gleich mit eingeebnet. Gleichwohl hat Gültigkeit, was Micha Brumlik vor vier Jahren in der "tageszeitung" feststellte: "Von Einzigartigkeit kann nicht sprechen, wer den Vergleich scheut".
Yehuda Bauer, einer der renommiertesten Historiker des Holocaust, hat versucht, auf diese Frage Antworten zu geben. Er führt für die Einzigartigkeit des Holocaust gleich mehrere Gründe an. Zunächst basiere kein anderer Genozid so "vollständig auf Mythen und Halluzinationen", die dann auf so rationale Weise in die Tat umgesetzt wurden. Präzedenzlos sei der Holocaust zudem wegen seines "globalen Charakters", denn das Ziel der Nationalsozialisten sei es gewesen, die Juden überall auf der Welt zu ermorden. Drittens sei die Vernichtung überall dort, wo Nazis Juden in die Hände bekamen, total und Ergebnis einer "ausdrücklichen Staatspolitik". Und schließlich sieht Bauer im Holocaust ein neues, revolutionäres Element, mit dem weltweit ein biologistisches "Rassenprinzip" durchgesetzt werden sollte.

Tag der Opfer

"Wie kein anderer Name steht Auschwitz für eine Schuld, die nicht vergeben werden kann und die nie vergessen werden darf. Wenn diese Schuld auch nicht übertragbar ist - die Verantwortung, die daraus erwächst, ist sehr wohl übertragbar. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, dass die Vergangenheit stets als Mahnung präsent bleibt." Worte von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse am 27. Januar 2000. Ähnliche Appelle werden auch in diesem Jahr aus Berlin, aus Hamburg oder aus München zu hören sein. Und die politische Elite des Landes wird einmal mehr Bilanz ziehen - über den weiten Weg, den Deutschland seit 1945 zurückgelegt hat.
Ob staatliches, medienwirksam inszeniertes Gedenken - ganz gleich wie aufrichtig es gemeint sein mag - geeignet ist, die Erinnerung an Auschwitz wachzuhalten, wird allerdings vielerorts bezweifelt. Mit der zeitlichen Distanz verblassen auch die Erinnerungen an die deutschen Verbrechen. Die Erinnerung aber ist die notwendige Voraussetzung für die vielbeschworene "wehrhafte Demokratie", in der Totalitarismus, Faschismus und Nationalsozialismus erkannt und bekämpft werden.
Diejenigen, die diese lebendige Erinnerung in sich tragen, sind die Opfer. Der 27. Januar wird eine der letzten Gelegenheiten sein, sie zu hören, sie zu fragen, sie Zeugnis ablegen zu lassen. Damit, wie Thierse es formulierte, "die Vergangenheit stets als Mahnung präsent bleibt". Diejenigen, die Auschwitz als Jugendliche und Kinder überlebt haben, sind heute alte Menschen. Und so wird der 27. Januar auch eine der letzten Gelegenheiten sein, sie zu ihren Lebzeiten zu würdigen. Zumindest der Tag der Befreiung sollte den Opfern gehören - nicht der Politik.


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