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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadSamenspender aus dem Internet
06.11.2006 14:10
HiddenNickname
0 Vielleicht interessiert das die eine oder andere von euch.... Samenspender aus dem Internet Sie zählt zu den weltweit renommiertesten Online-Adressen, doch kaum ein Laie hat von ihr gehört. Wer sich als Frau im Internet bei der seit 1982 existierenden "Sperm Bank of California " umsieht, sucht keine Möglichkeit der Geldanlage, sondern die geeigneten Spermien für den ersehnten Nachwuchs - aus dem Internet. Das in New York angesiedelte Reproduktionsmedizin-Unternehm en ist kein Einzelfall, wenn es um den Online-Handel mit Spermienzellen geht. Galt das Internet bisher als Oase für den schnellen Online-Sex, mausert es sich nun zum Medium der Wahl für all jene, die "auf der Suche nach Sperma" sind, wie das angesehene Web-Kultmagazin "Wired " konstatierte. Rund 200 Dollar pro Charge Sperma berappen die Käuferinnen und Käufer vorab, zehn und mehr Sperma-gefüllte Röhrchen sind oft nötig, um endlich zum Wunschkind zu gelangen. Wie groß der globale Bedarf an net-erkauftem Samen wirklich ist, weiß niemand. Die Erfolge indes sind spektakulär. Männer unerwünscht In Großbritannien beispielsweise sorgte im Sommer 2003 ein lesbisches Paar für Aufsehen, als es Nachwuchs bekam. Die Frauen hatten sich über das Internet bei ManNotIncluded.com den geeigneten Samenspender ausgesucht. Alles weitere erfolgte medizinisch-technisch-emotions los. Mit Hilfe des so genannten home insemination kit nahmen die Frauen die Befruchtung zu Hause selber vor. Unternehmen wie ManNotIncluded.com setzen vor allem auf das wirtschaftliche Potenzial ihrer Klientinnen. Alleinstehende oder lesbische Frauen, die sich Kinder wünschen, sind bereit, für diese Art der Befruchtung gut zu bezahlen. Rund 1800 Euro kostete die Suche und der Bezug der ersehnten Fracht beim britischen Online-Samenhändler. Allerdings bleibt das Geschäft riskant. Im Dezember 2004 musste die geschockte Online-Community erfahren, dass ManNotIncluded pleite war. In den Kassen des Unternehmens klaffte eine Lücke von mehr als 300.000 britischen Pfund. Doch das große Bizz geht trotz solcher Rückschläge ungebremst weiter, auch in Deutschland. Rund zwei Millionen ungewollt Kinderlose leben hierzulande, die meisten davon gehören zur Generation Web: Sie sind mit den Weiten und Möglichkeiten des Internets bestens vertraut, eine Scheu vor dem Spender aus dem Netz der Netze existiert kaum. Online suchen, online finden Hinzu kommt: Das Prinzip der Samenbeschaffung aus dem Web ist denkbar einfach. Die reproduktionsmedizinischen Online-Shops stellen ihren Kunden Listen mit anonymisierten Daten verschiedener Spender zur Verfügung. Ausschließlich positive Eigenschaften der Spender stechen hervor - und suggerieren auf diese Weise eine potenzielle Unfehlbarkeit des kommenden Nachwuchses. So erfährt die Mutter in spe bei einem der amerikanischen Anbieter, dass ein Donor im April 1974 das Licht der Welt erblickte und bereits heute über einen Doktortitel verfügt. Angaben über Augen-, Haut-, und Haarfarbe sind ebenso online abrufbar wie Informationen über die ausgeübte Religion oder die ethnische Herkunft des Spenders. Zudem garantieren genetische Untersuchungen des Samenguts dessen medizinische Unbedenklichkeit. Schwere, meist erblich bedingte Erkrankungen lassen sich somit von Anfang an ausschließen, behaupten die Händler. Ist die Entscheidung für den "optimalen" Spender gefällt, kommt das Online-Rad ins Rollen. Die Angabe einer gültigen Kreditkartennummer und - je nach Land - eines Arztes als Kontaktperson ermöglicht das Eintreffen der Nachwuchs-versprechenden Fracht. In eigens dazu hergestellten Thermosbehältern und bei rund 170 Grad unter Null tiefgekühlt gelangen die Sperma-Röhrchen ans Ziel, mitunter über Kurierdienste versandt, wie eine US-Samenbank betont. Zwischen zehn und 20 Millionen aktiver Spermien warten dann darauf, ihren Weg zur Eizelle der Kundin zu finden. Eine davon wird es vielleicht schaffen, diese zu befruchten. Nur wie? Hierzu muss die Flüssigkeit lediglich aufgetaut und auf eine nadelfreie Kunststoffspritze aufgezogen werden. Nach Ansicht der amerikanischen Selbsthilfeorganisation "FertilityPlus " reicht die Einführung der Spritze in die Vagina aus, um schwanger zu werden. Weil die Erfolgsrate trotz Spermien "erster Wahl" lediglich bei rund 15 Prozent liegt, raten die Expertinnen zur Masturbation. Ein während der Samenübertragung ausgelöster, heftiger Orgasmus erhöhe die Befruchtungs-Wahrscheinlichkei t deutlich, da die kontrahierende Gebärmutter mehr Spermienzellen "ansaugen" kann. Rechtliche Hürden in Deutschland Ganz so freizügig wie jenseits des Atlantiks läuft es hierzulande nicht - aus juristischen Gründen. In Deutschland regeln nämlich gleich zwei Werke - das Embryonenschutzgesetz in seiner Fassung von 1991 und die Richtlinien der Bundesärztekammer - praktisch alle Belange zur künstlichen Befruchtung. Während das Embryonenschutzgesetz die strafrechtlichen Regelungen beinhaltet, legen die Richtlinien der Bundesärztekammer fest, über welche Qualifikationen der ausführende Arzt verfügen muss - es handelt sich also um eine standesrechtliche Regelung. Das aber bedeutet auch: Wer gegen diese Regelungen verstößt, wird vor allem als Arzt strafrechtlich belangt. Eltern mit Kinderwunsch hingegen können, so die Überlegungen des Gesetzgebers, die Richtlinien nicht kennen. Der Arzt muss demnach hierzulande nicht nur für die medizinische Umsetzung sorgen, er ist sogar verpflichtet, zu beraten. Wie komplex die Lage ist, zeigt das Beispiel der In-vitro-Fertilisation (IVF). Laut Embryonenschutzgesetz können auch unverheiratete Paare diese Methode nutzen, um ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Doch die Bundesärztekammer spricht sich dagegen aus. Aus dieser Zwickmühle kann sich der Arzt nur befreien, indem er den Fall bei der Ärztekammer von einer eingerichteten Kommission beraten lässt. Nur wenn Arzt und Kommission erkennen, dass das Paar in einer stabilen Lebensgemeinschaft lebt, kommt es zur IVF. Beim Samenspender aus dem Internet sieht es wiederum ganz anders aus. In diesem Fall der Insemination mit einem fremden Sperma (heterologe künstliche Befruchtung) muss in erster Linie das Anonymitätsgebot gewahrt bleiben. Auf der anderen Seite tendiert die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes zu einem Anonymitätsverbot des Samenspenders. Richtig durchblicken vermag hier kaum ein deutscher Arzt - und noch weniger die angehenden Mütter. Klar definiert jedoch sind andere Aspekte. So dürfen die Samenzellen Verstorbener nicht zum Einsatz kommen, ebenso verboten ist die Selektion der Samenzellen nach Geschlecht. Auch die gezielte genetische Auswahl der Samen bleibt in Deutschland untersagt. Doch den komplizierten Vorgaben dürften die meisten deutschen Frauen entgehen, indem sie beispielsweise in die Niederlande reisen. Dort können sie sich das online bestellte Samengut völlig legal und unabhängig vom ehelichen Status einführen lassen - oder es einfach selbst tun. Noch mehr Möglichkeiten bietet womöglich die Online-Suche während eines USA-Besuchs. Denn in Sachen Online-Samenspender bleibt Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Dort können Kunden nicht nur die Stimme des Spenders aus dem Internet downloaden und anschließend abhören. Auch ein beigefügtes Babyfoto des gläsernen Samendonors lässt werdende Eltern vermuten, wie der potenzielle Nachwuchs aussehen könnte - falls er dem Netz-Papa ähnelt. Quelle: www.doccheck.com
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