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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadSchicksal des kleinen Kevin - ein Einzelfall?
13.10.2006 12:11
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0 In der Diskussion um den Todesfall des kleinen Kevin hört und liest man überall Phrasen wie „Fehleinschätzung“, „zu spät reagiert“ oder „Bürokratie“. All diese Fehleinschätzungen, zu späten Reaktionen und die Bürokratie sind also Schuld am Tod des kleinen Kevin? Oder vielleicht doch nicht? Hierzu möchte ich ein Zitat von Paul Joseph Goebbels anführen, Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda während der NS Zeit: „Wir vertreten nicht die Anschauung, man muss die Hungernden Speisen, die Durstigen tränken und die Nackten bekleiden. (…) Wir müssen ein gesundes Volk besitzen, um uns in dieser Welt durchsetzen zu können.“ Jetzt mag man sich fragen, was hat Goebbels mit dem Todesfall des Kevin aus Bremen zu tun? Folgende Artikel sind recht aufschlussreich: http://www.stern.de/politik/panorama/: Toter-Junge-Bremen-Da/573740.h tml 'Mehr Geld für Betreuung' Bürgermeister Börnsen kündigte an, das gesamte System der Hilfeleistung für Kinder in seiner Stadt überprüfen lassen. Das befürwortet auch der Bremer Kinderschutzbund. "Das es zu dem Fall kam, liegt an unseren deutschen Sozialsystem", sagte die Vorsitzende Gerlach. "Früher gab es eine aufsuchende Betreuung. Ein Sozialarbeiter hat die Familien regelmäßig besucht und unterstützt. Dies wurde aus finanziellen Gründen zurückgefahren." http://focus.msn.de/panorama/welt/ toter-kevin_nid_37207.html 'Kinderleiche: Bremer Sozialbehörde im Kreuzfeuer' „Süchtige Eltern besser als gar keine“ In der Hansestadt sei es offizielle Linie, Kinder eher bei ihren drogenabhängigen Eltern zu lassen, kritisierte die Leiterin des Bremer Kinderschutzzentrums, Petra Stern. „Ich sehe die derzeitige Praxis mit großer Skepsis.“ Sie favorisiere besonders im Fall von Heroinabhängigen wie Kevins Vater die Unterbringung der Kinder in Heimen oder bei Pflegefamilien. „Das ist allerdings wesentlich teurer“, sagte Stern. Es geht also mal wieder ums liebe Geld, denn das brauchen wir heutzutage, „um uns in dieser Welt durchsetzen zu können“, nicht wahr? Und wegsehen ist ja bekanntlich billiger als hinsehen und handeln. Unmenschlichkeit braucht heutzutage keine Rassenideologie mehr. Heute geht es nach dem Motto ‚Wachse oder weiche; friss oder stirb’. Damals war es der Rassismus. Heute ist es der Kapitalismus. Deswegen sind wir alle dafür verantwortlich, wenn so etwas passiert. Denn wir alle unterstützen tag täglich dieses System, bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt. Und nein, Kevin ist KEIN Einzelfall. In unserem Land, in ganz Europa gibt es zig-tausende Kevins. Und wenn wir noch ein wenig weiter über unseren Tellerrand schauen, vielleicht bis in die ganz armen Regionen dieser Welt, dann werden wir sehen – es gibt Millionen kleiner Kevins.
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