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Stimme gegen "korrigierende Vergewaltigungen


28.01.2011 18:48
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Millicent Gaika wurde während 5 Stunden gefesselt, gewürgt, gefoltert und
vergewaltigt, von einem Mann, der sie angeblich von ihrer Homosexualität
"heilen" wollte.

Sie überlebte nur knapp und ist eine von vielen -- dieses abscheuliche
Verbrechen ist an der Tagesordnung in Südafrika, wo lesbische Frauen in
ständiger Angst vor einem Übergriff leben. Bislang wurde allerdings
niemand aufgrund einer "korrigierenden Vergewaltigung" verurteilt.

Doch von einem kleinen Kapstädter Frauenhaus aus riskieren eine Handvoll
mutiger Aktivistinnen ihr Leben, damit Millicents Fall einen Wandel
auslöst. Ihr Appell an denJustizminister entfachte einen Proteststurm mit
über 130.000 Unterschriften und zwang ihn zu einer Reaktion im
Staatsfernsehen. Allerdings blieb die Aufforderung zum Handeln an den
Minister bisher unbeantwortet

Lassen Sie uns nun aus allen Ecken der Erde auf diesen Horror aufmerksam
machen - wenn sich jetzt genug von uns anschließen, verstärken wir die
Kampagne und erreichen so nicht nur den Justizminister, sondern auch
Präsident Zuma, der letztendlich für die Achtung der Grundrechte
verantwortlich ist. Fordern wir nun Präsident Zuma und den Justizminister
dazu auf, "korrigierende Vergewaltigungen" öffentlich zu verurteilen,
diese Hassverbrechen zu kriminalisieren, unmittelbare Vollzugsmaßnahmen
durchzusetzen, die Öffentlichkeit aufzuklären und die Opfer zu schützen.
Unterschreiben Sie die Petition und informieren Sie alle Ihre Freunde --
Avaaz wird sie gemeinsam mit unseren Partnern direkt an die
südafrikanische Regierung übergeben:

http://www.avaaz.org/de/s [...] a4a98d27

Südafrika wird oft auch die Regenbogennation genannt und ist bekannt für
seine Post-Apartheid-Bemühungen zum Schutz gegen Diskriminierung. Es war
das erste Land, das die Gleichstellung der Geschlechter
verfassungsrechtlich festschrieb und somit seine Bürger gegen
Ungleichbehandlung schützt. Doch die lokale Organisation Luleki Sizwe
berichtet von mehr als einer "korrigierenden Vergewaltigung" pro Tag und
die Straffreiheit bleibt bestehen.

“Korrigierende Vergewaltigungen” basieren auf einer empörenden
und völlig falschen Vorstellung, dass eine lesbische Frau durch
Vergewaltigung “heterosexuell gemacht werden kann”. Dieser
abschäuliche Akt wird in Südafrika jedoch nicht einmal als Hassverbrechen
eingestuft. Die Opfer sind meist schwarze, arme,lesbische Frauen, die an
den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Doch auch die
Massenvergewaltigung und der Mord an Eudy Simelane, der Nationheldin und
ehemaligen südafrikanischen Fussballnationalspielerin, führte keine Wende
herbei. Letzte Woche bestand Minister Radebe drauf, dass das Motiv bei
Verbrechen wie “korrigierender Vergewaltigung” irrelevant sei.

Vergewaltigung ist in Südafrika ein Volkssport. Für eine in Südafrika
geborene Frau ist die Wahrscheinlichkeit, sexuell missbraucht zu werden,
höher als die, lesen und schreiben zu lernen. Erstaunlicherweise werden
ein Viertel aller südafrikanischen Mädchen einmal vergewaltigt bevor Sie
16 Jahre alt werden. Dies hat mehrere Gründe: männlicher Machtanspruch
(62% aller Jungen über 11 Jahren glauben, jemanden zum Sex zu zwingen sei
kein Gewaltverbrechen), Armut, überfüllte Siedlungen, arbeitslose und
entrechtete Männer, gesellschaftliche Akzeptanz -- und dass die wenigen
Fälle, die von mutigen Frauenbei den Behörden gemeldet werden, von der
Polizei nicht ernst genommen werden und die angezeigten Täter umgehend
wieder freigelassen werden.

Dies ist eine humanitäre Katastrophe. Doch Luleki Sizwe und Partner von
Change.org haben ein kleines Fenster der Hoffnung geöffnet. Wenn sich
jetzt die ganze Welt einschaltet, können wir Gerechtigkeit für Millicent
sicherstellen und einen nationalen Aktionsplan gegen “korrigierende
Vergewaltigungen” vorantreiben:


http://www.avaaz.org/de/s [...] a4a98d27

Schlussendlich ist es ein Kampf gegen die Armut, das Patriarchat und die
Homophobie. Um die Welle der Vergewaltigungen zu stoppen braucht es eine
mutige Führungsrolle, um den transformativen Wandel in Südafrika und auf
dem ganzen Kontinent anzuführen. Präsident Zuma ist
einZulu-Traditionalist, der sich selber wegen Vergewaltigung vor Gericht
verantworten musste. Doch er verurteilte die Verhaftung eines schwulen
Paares aus Malawi letztes Jahr und nach gewaltigen nationalen und
internationalen Protesten stimmte Südafrika einer UNO-Resolution zur
Ächtung von außergerichtlichen und willkürlichen Tötungen aufgrund
sexueller Orientierung zu.

Wenn sich jetzt genug von uns diesem globalen Aktionsaufruf anschließen,
können wir erreichen, dass Zuma seine Stimme erhebt, dringend benötigtes
staatliches Handeln vorantreibt und einen nationalen Dialog einleitet, um
die öffentliche Meinung bezüglich Vergewaltigungen und Homophobie in
Südafrika grundlegend zu verändern. Unterzeichnen Sie jetzt und
verbreiten Sie die Nachricht:

http://www.avaaz.org/de/s [...] a4a98d27

Wenn man mit einem Fall wie von Millicent konfrontiert wird verliert man
leicht die Hoffnung. Doch wenn Bürgerinnen und Bürger aus der ganzen Welt
zusammenkommen und ihre Stimmen erheben, können wir Veränderungen bei
grundlegenden Ungerechtigkeiten hervorrufen, die tief in Praktiken und
Normen verwurzelt sind. Letztes Jahr in Uganda haben wir solch eine
gewaltige Protestwelle auslösen können, dass die Regierung gezwungen
wurde einen Gesetzesentwurf zu verwerfen, welcher die Todesstrafe für
homosexuelle Ugander vorschrieb. Und es war der weltweite Druck zur
Unterstützung von mutigen Aktivisten, der Südafrikas Spitzenpolitker dazu
brachte, die Aids-Krise in ihrem Land anzupacken. Lassen Sie uns nun
gemeinsam für eine Welt einstehen, in der jeder Mensch ohne Furchtvor
Missbrauch leben kann.

Hoffnungsvoll,

Alice, Ricken, Maria Paz, David und das ganze Avaaz Team

Quellen:

Blog von Luleki Sizwe, die Südafrikanische Organisation, die den Aufruf an
die Regierung anführt und die Opfer der "korrigierenden Vergewaltigungen"
unterstützt: (Englisch)
http://lulekisizwe.wordpress.com

"Korrigierende Vergewaltigung" - Lesben wehren sich gegen Schändung, N-TV
Report

http://www.n-tv.de/mediat [...] 811.html

http://www.tagesanzeiger. [...] 17328762

http://www.welt.de/politi [...] ger.html

http://diestandard.at/127 [...] n-Lesben

Missbrauch in Südafrika: Alle zehn Minuten eine Vergewaltigung, Der
Spiegel
http://www.spiegel.de/pan [...] ,00.html

Südafrika: Fast jeder zweite Schüler berichtetvon Vergewaltigungen, Der
Spiegel
http://www.spiegel.de/wis [...] ,00.html

Die Petition auf Change.org von den Aktivistinnen von Luleki Sizwe
(Englisch)

http://humanrights.change [...] te-crime

Das Interview mit Justizminister Radebe auf dem Staatsfernsehen (South
African Broadcasting Corporation) (Englisch)
http://www.youtube.com/wa [...] -PYqHM0U

Avaaz.org ist ein 6,5 Millionen Menschen umfassendes, weltweites
Kampagnennetzwerk das sich zum Ziel gesetzt hat, den Einfluss der Ansichten
und Wertvorstellungen aller Menschen auf wichtige globale Entscheidungen
durchzusetzen. ("Avaaz"bedeutet "Stimme" oder "Lied" in vielen Sprachen)
Avaaz Mitglieder gibt es in jeder Nation der Erde; unser Team verteilt sich
über 13 Länder und 4 Kontinente und arbeitet in 14 verschiedenen
Sprachen.



editiert am 30.01.2011 17:56 melden

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28.01.2011 19:06

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