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Tödlicher Unfall bei Trainingstour


19.07.2005 18:26
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Tödlicher Unfall bei Trainingstour

Sie wollten sich auf die Thüringen-Rundfahrt der Frauen vorbereiten. Für die australische Radfahrerin Amy Gilett endete die Tour jedoch tödlich. Eine Fahranfängerin verlor die Kontrolle über ihr Auto und raste in die Trainingsgruppe. Fünf weitere Radfahrerinnen wurden schwer verletzt.

Unfallstelle: Rettungskräfte versorgen die verletzten Radfahrerrinnen
Zeulenroda - Nach dem tragischen Unfalltod von Amy Gillett standen bei der Thüringen-Rundfahrt der Frauen heute die Räder still. Fünf weitere Radfahrerinnen des australischen Nationalteams wurden bei dem Unglück schwer verletzt. Alexis Rhodes und Louise Yaxley, die beide schwere Brüche erlitten, schweben weiterhin in Lebensgefahr.

Beide befinden sich derzeit auf der Intensivstation der Uniklinik Jena und werden künstlich beatmet. "Sie müssen noch mindestens einen Monat in der Klinik bleiben", so eine Sprecherin des Krannkenhauses. Der Zustand von Katie Brown, Lorian Graham und Kate Nichols ist stabil. Die drei sind nach Angaben der behandelnden Ärzte ansprechbar.

Am Montagnachmittag hatte eine Autofahrerin die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren und die Rennfahrerinnen erfasst. "Ich kann es immer noch nicht fassen", so Warren McDonald, Teamchef der Australier. Die 18-Jährige war aus ungeklärter Ursache auf den Randstreifen gekommen und anschließend ins Schleudern geraten.

Die Staatsanwaltschaft Gera hat inzwischen die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung gegen die ebenfalls schwer verletzte Unfallverursacherin aufgenommen.

Das für heute geplante Einzelzeitfahren zum Auftakt wurde abgesagt, die Teilnehmerinnen planen am Abend zur Unfallstelle bei Zeulenroda zu fahren. Dort wollen Weltmeisterin Judith Arndt und ihre Kolleginnen den Opfern eines der schwersten Unfälle der Radsport-Geschichte mit einer Trauerfeier gedenken.


DPA
Anteilnahme: Schon wenige Stunden nach dem Unfall erinnerte ein Kreuz an das Drama
Noch nicht sicher ist, ob die Sportlerinnen nach dem Unfall die ursprünglich für den 19. bis 24. Juli geplante Thüringen-Rundfahrt bestreiten wollen. "Man kann nicht einfach so weiterfahren. Wir konnten nicht schlafen, wir sind schockiert und entsetzt, aber das trifft es nur halb. Wir haben Australier im Team, die sofort ins Krankenhaus gefahren sind", sagte Arndt.

Im Gegensatz zur Olympiazweiten sprach sich Karsten Schütze, Geschäftsführer des Bundes Deutscher Radfahrer, für einen Start der Tour am Mittwoch mit der 2. Etappe von Zeulenroda nach Greiz aus. "Die Rundfahrt sollte im Sinne der Sportler stattfinden. Es wird sicher keine fröhliche Tour, aber es könnte helfen, das Drama zu verarbeiten", sagte Schütze.

Die Manager der 14 verbliebenen Teams müssen der Änderung des Zeitplanes noch zustimmen. "Dieser tragische Unfall war nicht zu verhindern. Unser Sportplatz ist die Straße", sagte Tour-Manager Christian Bergemann.

"Amy war eine einmalige Athletin, die es in zwei Sportarten bis in die Weltspitze geschafft hat. Unser tiefstes Mitgefühl gilt ihrer Familie", sagte John Coates, Präsident des Australischen Olympia-Komitees. Die mit einem Ruder-Weltmeister verheiratete Gillett war bei den Olympischen Spielen 1996 noch im Rudern angetreten. 2000 wechselte sie zum Radsport.


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