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"Trauerbegleitung" ?

sajo1976
HiddenNickname
offline
03.09.2009 20:37
0
Hallo an alle,

also, eine Arbeitskollegin von mir (über 60) hat mich heute Morgen an der Arbeit angerufen. Erst hab ich gar nichts verstanden, weil sie so geweint hat. Jedenfalls stellte sich heraus, dass sie gestern erfahren hat, dass ihre Mutter bereits vor einem Jahr verstorben ist. Sie sei ganz allein gestorben und auch ganz allein beerdigt worden. Meine Kollegin leidet sehr, weil, wie sie sagt, sie jetzt ein super schlechtes Gewissen habe, weil sie seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter hatte. Und auch sonst zu ihren Geschwistern nicht. Und die wohl auch nicht zur Mutter. Die ganze Familie sei sehr zerstritten. Meine Kollegin ist eine ziemliche Eigenbrötlerin und lässt kaum jemanden an sich ran. Dass sie sich mir anvertraut hat ist ein großer Vertrauensbeweis und war sicher nicht leicht für sie. Nun hab ich mich am Telefon heute Morgen stellenweise überfordert gefühlt. Ich hab ihr zugehört und ihr gesagt, dass ich hoffe, dass sie sich professionellere Hilfe / Unterstützung holt, sofern sie das Gefühl, allein nicht klar zu kommen, weil ich eben "nur" eine Kollegin / Freundin bin. Sie meinte, ja, sie würde sich Hilfe holen, wenn es nicht mehr geht. Unsere Vorgesetzte hatte meine Kollegin zuvor angerufen, die Situation geschildert und sich Urlaub genehmigen lassen.

Nun kommt hinzu, dass meine Kollegin und ich erst vor ein paar Tagen ein Gespräch hatten, wo sie von sich aus meinte, sie wolle den Kontakt zu mir so nicht mehr, weil ihr das zu eng sei. Sie sagte auch, dass sie ganz bewusst überhaupt keine Freundschaften haben. Es läge nur an ihr und gar nicht an mir. Ich hab das natürlich akzeptiert, ihr aber auch signalisiert, dass ich das schade finde. Ich mag sie nämlich (als Mensch, nicht beziehungsmäßig oder so).

Dass sie sich jetzt an mich gewandt hat, überfordert mich ein Stück weit.

Was denkt ihr?

Lieben Dank im Voraus.