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Trennung

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18.12.2019 12:57
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Hallo zusammen,

meine Freundin mit der ich 6 Jahre in einer Beziehung war, hat sich vergangenen Sonntag von mir getrennt. Grobe Schilderung des Vergangenen: Wir haben schon seit einem halben Jahr immer wieder Diskussionen wegen Nähe/Distanz-Problemen. Nachdem sie sich Anfang des Jahres erst in der Familie nach jahrelangem Kampf geoutet hat, weil wir auch planten zusammenzuziehen, war ich erstmal mega happy. Immer wieder gab es aber Streitereien und sie meinte dass es ihr nicht passt dass ich in Situationen wo ic mich über etwas ärgere (Wie zb. Dass sie nach 3 Tagen bei mir immer wieder nach Düsseldorf fahren wollte, ich aber gerne mal Freitag bis Montag mit ihr verbringen würde). Über Thema Zeit stritten wir sehr oft. Sie meinte sie hätte das von ihrem Vater der manchmal einfach nur eine Stunde mit dem Auto weg gefahren ist und dann wieder kam. Ich hatte immer das Gefühl dass sie ihr Leben in Düsseldorf lebt wenn sie nicht bei mir ist und ich ausgegrenzt werde. Ich wurde auch nie in ihren Freundeskreis mit genommen oder Familie bis auf paar einzelne Treffen…weil ich desöfteren in Fettnäppfchen getreten wäre. Sie gab mir immer das Gefühl wenn sie aus meiner Haustüre ging, dass sie ihr Leben führt, meldete sich auch wenig oder fühlte sich schnell kontrolliert oder zuletzt „genervt“ und „eingeengt“. Sie sagte immer dass das mit Einziehen wegen dem Outing nicht ginge. Nachdem sie dann geoutet war, wurde sie plötzlich komisch, sagte sie hätte es nur für mich getan. Zwei Monate später sagte sie dass ich ihr nach dem Outing nicht genug Unterstützung und Euphorie gezeigt habe und sie das sehr verletzt hat. Wir stritten das letzte halbe Jahr nur noch weil ich nicht verstand was sie genau von mir wollte. Ich hatte das Gefühl das Outing hat was in ihr ausgelöst- im Negativen. Dann ist sie mit einer ihrer Freundinnen ins Bett gestiegen im Juli und hat vorher gesagt sie bräuchte Zeit für sich. Das mit der Freundin sei ein Ausrutscher im besoffenen Kopf gewesen. Sie distanzierte sich im August und September von mir. Wir sahen uns höchstens einmal die Woche zum Tennis. Dann ab Oktober kam Annäherung und sie sprach davon dass wir es einfach auf uns zukommen lassen sollten was passiert und ob es für eine Beziehung noch reicht. In der Zeit seit Oktober bis heute kam es nicht zum Sex, aber wir schliefen zusammen Arm in Arm und sie sprach auch wieder vom gemeinsamen Urlaub Anfang April und Heiligabend bei ihrer Mutter etc. Sie schlief auch wieder bei mir. Aber eine Woche sahen wir uns 3 mal und die Woche drauf distanzierte sie sich wieder und hat sich immer mit Freunden und Familie zu terminiert. Das hat mich natürlich gefrustet und ich schrieb ihr ellenlange SMS wo ich mich aufregte über ihr „Hin und her“. Sie sagte mir dann letzte Woche „Steffi, klammer doch nicht wieder so“ was mich auch verletzte. Ich schrieb ihr daraufhin dass mich dieses hin und her bekloppt macht und dass wir da was ändern müssten etc. Sie änderte aber über Wochen nichts und beschwerte sich dass sie darunter leidet dass ich sie mit Textbausteinen per Handy bombardiere. Sie hatte mir schon Wochen vorher gesagt dass sie diese SMS Schreiberei belastet aber sie hat mich ja auch immer wieder mit ihrem Verhalten provoziert. Da sie Anrufe ignorierte und persönlich Treffen ja auch weniger wurde, blieb mir ja nur Whats App. Zusätzlich war sie bei manchen Treffen echt lieb zu mir und an anderen Tagen ziemlich „erkaltet“aber wir küssten uns noch. Auch das schrieb ich ihr alles. Dann war ich noch vergangenes Wochenende bei ihr, wir waren Samstag auf einem Konzert was eigentlich ganz gut lief und ich fragte sie dann Sonntag Morgen ob sie mich nur noch als Mensch liebt oder auch noch als Frau. Sie sagte „Ich weiß es gerade/aktuell nicht“. Daraufhin fuhr ich nach Hause. Als ich Zuhause ankam las ich ihre SMS in der sie schrieb dass sie mir einen Umschlag in meine Tasche gelegt hat mit einem Brief. Dass sie „das nicht mehr kann“ und es ihr weh tut mich/uns so leiden zu sehen und sie sich durch alles was passiert ist verändert habe. In dem Brief stand dass ich ihr die Welt bedeute und eine wundervolle Frau bin, aber sie den Kampf/die Schlacht nicht mehr weiter führen könne. Sie habe sich verändert und es wäre vieles passiert was sie jeder Zeit wieder tun würde. Aber dass es ihr zu viel ist und sie jetzt Zeit für sich braucht um Ruhe und Frieden zu finden. Dass sie mich frei lässt damit ich mein Glück finden kann und sie mir das sehr wünscht und dass zu lieben heißt zu lernen loszulassen auch wenn es ihr unglaublich weh tut. Dass sie mich nicht glücklich machen kann und sie es selber auch nicht mehr ist.

Sie schrieb aber auch dass sie als Mensch immer an meiner Seite ist, wenn ich das auch möchte und dass sie als Mensch niemals weg ist. Aber Jetzt „erstmal“ sich zurückziehe um zu sich zu finden. Seit Sonntag hat sie alle SMS von mir ignoriert bis heute obwohl ich nette SMS schrieb. Ich finde dass das ein sehr abrupter Kontaktabbruch ist.

Ich frage mich jetzt ob sie wirklich noch als Mensch an meiner Seite sein wird wenn sie mich seit Tagen komplett ignoriert. Freunde von mir sagen dass es bestimmt nicht entgültig sei weil sie ja auch immer von „Brauche erstmal Zeit für mich“ schreibt und auch viele positive Dinge in den Brief schrieb und unter anderem „Du bedeutest mir die Welt und bist so eine tolle kluge Frau die das Herz am rechten Fleck hat“. Andere sagen dass sie irgendwo narzistisch veranlagt wäre, weil sie auch immer dieses hin und her mit mir gemacht hätte und dass sie mich sicher wieder kontaktieren wird um sich wieder in mein Leben zu rufen. Ich weiß nicht wie ich jetzt am Besten vorgehe da ich sie als Mensch nicht verlieren möchte und Angst habe dass wenn wir jetzt wochenlang Funkstille haben, gar kein Kontakt mehr besteht. Was meint ihr dazu? Was sollte ich jetzt am Besten machen und meint ihr dass sie es ernst meint dass sie als Mensch immer an meiner Seite sein wird?

Danke für Eure Meinungen!

LG,
Steffi

18.12.2019 13:40
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Hallo Steffi,

den wichtigsten Tipp, den ich dir geben möchte ist, achte auf dich und höre auf dein Bauchgefühl.
Ich kenne dieses "Komm her - Geh weg" aus meiner Vergangenheit auch nur zu gut, auch dieses sich-erstmal-zurückziehen-wollen seitens der (Ex)Partnerin.
Als die Zurückbleibende hat man dadurch Hoffnung. "Gib mir Zeit" impliziert ja schon, dass danach noch was kommt und man hofft natürlich, dass dies positiv sein wird. Also gibt man die Zeit und wird selbst fast wahnsinnig dabei. Ich für meinen Teil kann heute sagen, dass ich mich auf sowas nie wieder einlassen würde, denn in meinem Fall wurde diese Auszeit zur kompletten Abnabelung und Suche nach etwas Neuem verwendet, während ich als "Option" am langen Arm verhungert bin.
Man lernt daraus und zieht Konsequenzen.
Hätte ich damals auf mein Bauchgefühl gehört, wäre mir viel erspart geblieben. Darum rate ich das jedem.

Was bedeutet "als Mensch nicht verlieren" überhaupt? Wenn einer von beiden noch romantische Gefühle hat, kann sowas wie eine Freundschaft nicht ohne Quälerei funktionieren und wäre keinesfalls gesund. Das geht nur, wenn absolut keine Anziehung mehr im Spiel ist, weder auf romantischer noch auf sexueller Ebene. Ansonsten wird es keine Freundschaft, sondern eine Tragikomödie.
Manchmal ist es besser Menschen gehen zu lassen, wenn sie gehen wollen, und damit anderen Menschen die Chance zu geben zu einem zu finden, wenn es das Schicksal so vorgesehen hat.
Was bringt es dir, wenn jemand "noch an deiner Seite" ist, wenn dieser Mensch mit dem Herzen ganz woanders ist und du vielleicht insgeheim noch auf mehr hoffst?

Liebe ist niemals Kampf. Liebe braucht auch keine Auszeit. Wer liebt, möchte gemeinsam einen Weg finden und nicht getrennt voneinander.

Ich wünsche dir alles Gute.

18.12.2019 16:47
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Ich sehe da kein "Komm her - geh weg". Deine Ex braucht einfach viel Freiraum in einer Beziehung, viel eigene Freunde, alleinige Hobbies, alleine Kontakt zu Kollegen und Familie, ohne ihre Beziehungspartnerin.

Du dagegen willst in einer Beziehung viel Zeit gemeinsam verbringen und das gesamte Leben teilen.

Das paßt einfach nicht zusammen.
Sie hat das erkannt, und versucht jetzt , so freundlich wie möglich Schluß zu machen,
indem sie sowas schreibt wie "Laß uns Freunde bleiben".

Ich denke, Du solltest gar nichts tun. Kümmere Dich um Dich und Dein Leben, laß sie völlig in Ruhe, vielleicht könnt ihr dann in 2-5 Jahren wirklich platonische Freundinnen werden.
Halt die Ohren steif,
Gruß, trix

18.12.2019 17:55
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Vielen lieben Dank für eure Kommentare! Ich denke es ist ein Mix aus euer beiden Kommentare. Ja, sie möchte eher eine Beziehung mit viel Freiheiten, die ich ihr auch gegeben habe. Aber wenn du nur noch hörst in den letzten Monaten dass sie da und da verabredet ist und nur einen Tag die Woche Zeit findet, regt man sich irgendwann auf und zweifelt daran ob der andere das Interesse an einem verloren hat oder dies absichtlich macht um ich zu provozieren. Um dann wieder zu sagen "Hör auf zu diskutieren. Wie diskutieren nur noch...". Normalerweise treffe ich die Partnerin nicht nur einmal die Woche und habe doch auch das Bedürfnis sie zu sehen - und wenn man spät abends nur zum Schlafen kommt. Sie hat sich die letzten Monate immer wieder distanziert, dann wieder eine Woche voll Mühe gegeben und "Komm her-Geh weg" gespielt obwohl sie wusste dass sie mir damit weh tut. Schwierig.... ich denke irgendwie wusste sie in den letzten Monat nicht mehr was sie genau will was sie ja auch Sonntag sagte " Ich weiss es gerade nicht ob ich dich nur noch als Mensch oder Frau liebe". Das passt ja zu ihrem Verhalten. In dem Brief schrieb sie sie habe sich verändert und verloren durch unsere Diskussionen, die sie aber auch stark provoziert hat in meinen Augen. Und sie könne jetzt nicht mehr kämpfen. Ich hoffe dass sie als Mensch an meiner Seite bleiben wird und sich wieder bei mir meldet wenn sie etwas zur Ruhe gekommen ist. Ob das dann gut ist wenn ich noch Gefühle haben sollte und sie auch weiss ich auch nicht.....gerade kralle ich natürlich an jedem Strohhalm weil ich sie sehr vermisse.Ich werde ihr jetzt nicht mehr schreiben damit sie ihre Ruhe hat und respektiere das. Sollte ich ihr wirklich die Welt bedeuten wie sie schrieb, wird sie sich denke ich melden....mal schauen. Es tut mir halt sehr weh dass nicht mal eine SMS mehr kommt weil ich sie halt unendlich vermisse und frage mich wie sie das so einfach kann. Danke für Eure Kommentare! LG,Steffi

18.12.2019 18:10
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das mit dem "Provozieren" ist ein völliger (und für mich sehr erschreckender!) Fehlschluß von Dir.

Hör bitte auf das, was Trix sagt (schrieb).



18.12.2019 18:42
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Hallo Steffi,
es ist ganz natürlich, dass du jetzt, so kurz nach dem Beziehungsende, total durch den Wind bist und dich „an jeden Strohhalm“ klammerst, wie du schreibst.

Ich sehe das allerdings wie trix und Pflänzchen und kann kein „Komm her – geh weg“ erkennen. Ihr habt einfach unterschiedliche Vorstellungen von Beziehung, habt viel gekämpft und das ermüdet irgendwann. Da hilft alle Liebe nichts. Sie schreibt, dass sie dich „frei lässt, damit du dein Glück finden kannst“ und sehr wahrscheinlich wirst du auch mit einer anderen Frau, die eben dein Nähebedürfnis teilt, glücklicher werden als du es mit ihr warst.

Da hilft nur, was immer hilft: auf Abstand gehen (zumindest so lange, wie du noch romantische Gefühle hast), sich bei Freundinnen ausheulen, sich um sich selbst kümmern, schöne Dinge machen usw …



18.12.2019 20:40
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 18.12.2019 um 16:47:

(...)

Das paßt einfach nicht zusammen.
Sie hat das erkannt

(...)


Für das Erkennen, dass man selbst lieber eine Beziehung mit größtmöglichem Alleinsein führen möchte, 6 Jahre zu benötigen würde mir allerdings auch komisch vorkommen.
Nähe-Distanz-Bedürfnisse ändern sich normalerweise nicht soooo gravierend, dass das nicht schon am Anfang hätte spürbar sein können.

18.12.2019 20:46
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 18.12.2019 um 17:55:

Es tut mir halt sehr weh dass nicht mal eine SMS mehr kommt weil ich sie halt unendlich vermisse und frage mich wie sie das so einfach kann.


Speziell in diesem Satz erkenne ich mich selbst sehr wieder. Ich habe auf die Frage "Wie man das so einfach kann." nie eine Antwort gefunden, was aber vermutlich daran liegt, dass Menschen verschieden sind. Es gibt genug, die können diesen Schalter umlegen und andere können es nicht (ich persönlich will es auch gar nicht können).
Vielleicht tröstet dich die Gewissheit, dass nichts ohne Grund geschieht und Wunderbares auf dich wartet, wenn du einmal die Kraft gefunden hast, sie loszulassen. Reisende soll man nicht aufhalten.
Es wird auch für dich die Eine kommen, die bleibt, da bin ich mir ganz sicher.

18.12.2019 21:20
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Schliesse mich rosedawson06 an. Speziell der von ihr zitierte Satz, spricht mir aus der Seele. So ging es mir nach der Trennung auch. Ich habe bis heute keine Erklärung von ihr bekommen, wie man es einfach so kann. Manches kann man wohl nicht erklären. Ich habe diesen Schalter bei mir nicht gefunden und möchte es auch nicht.

Am besten ist es, dich auf sich selbst zu konzentrieren, sich selbst gutes zu tun und die Entscheidung des anderen anzunehmen. Keine SMS mehr, auf Distanz gehen. Das hat mir geholfen damit abzuschliessen. Reisende soll man nicht aufhalten. So ist es. Wenn sie nicht will, ihr Pech.erzwingen macht keinen Sinn.

19.12.2019 04:32
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hmm, liest sich, als hättest Du die undankbare Rolle der Begleiterin eines (versuchten) Outings zu sein. Nichts, was ich mir je wünschen würde ...
Ich glaub' ich würde mich nicht auf etwas anderes, als eine rein platonische Bekannt-/Freundschaft, mit einder ungeouteten Frau einlassen.

Eure Phase einer "Freundschaft plus" (F+) im Geheimen, weil als Partnerschaft habt Ihr's ja nicht gesehen (auch wenn vielleicht anderes (von Dir !!!) erwünscht war) oder gar gelebt, war lang. Aber es war eben auch "nur" eine F+. Das im Hinterkopf wirken viele geschilderte Dinge anders ...

.

Ich schließe mich der Denke der Anderen an.
"Rückzug um Zeit für sich zu haben - für sich zu schauen -" ist i.d.R. eine sanfte Formulierung für einen harten Rückzug.
Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Deinerseits erklärst, dass Du Schwierigkeiten mit der Situation hast, dieses Warten für Dich untragbar ist (was ja Fakt ist) und Dich von daher entgültig von Ihr trennst um frei für Neues zu sein.
Sie bittest das zu akzeptieren und frespektieren.

.
Hanna

19.12.2019 11:37
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Bis heute habe ich nicht verstanden, warum die Bitte um Rückzug (mit sich selbst) mit einem Ende der Beziehung assoziiert wird. Wenn ich die Beziehung als intakt empfinde, käme ich gar nicht auf die Idee, dass mir da mein Herzmensch was zwischen den Blumen verpacken will. Wenn ich aus diesem Rückzugswunsch also einen Trennungsversuch lese, dann hat das in erster Linie was mit MIR zu tun.

Die TE hat ihr diesen Rückzug gegeben... manche nennen sowas vielleicht naiv... für mich ist es die Grundlage einer Beziehung... Vertrauen.

In deinem Fall, liebe TE, wurde dein Vertrauen erschüttert und deine Zweifel begannen... Insofern kannst du dir deine Fragen am besten selbst beantworten.

Fühlst du, dass sie der Mensch ist, der immer an deiner Seite (nicht unbedingt physisch, aber mental) ist? Kannst du darauf vertrauen, oder ist dies an Bedingungen geknüpft?

Jemanden "als Menschen" nicht verlieren zu wollen, klingt theatralisch... trau dich, genau hinzuschauen, ob dieser Mensch dich als auch Mensch sichtbar macht... mit allem, wer und wie du sein möchtest... das setzt voraus, dass dieser Mensch dich sieht... kann sie das? Kannst du das Gleiche für sie?

19.12.2019 11:49
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 18.12.2019 um 20:46:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 18.12.2019 um 17:55:

Es tut mir halt sehr weh dass nicht mal eine SMS mehr kommt weil ich sie halt unendlich vermisse und frage mich wie sie das so einfach kann.


Speziell in diesem Satz erkenne ich mich selbst sehr wieder. Ich habe auf die Frage "Wie man das so einfach kann." nie eine Antwort gefunden, was aber vermutlich daran liegt, dass Menschen verschieden sind. Es gibt genug, die können diesen Schalter umlegen und andere können es nicht (ich persönlich will es auch gar nicht können).
...


Das hat nicht immer was mit der Fähigkeit, empathielos einen Schalter umlegen zu können, zu tun. Niemand weiß, wie leicht oder schwer es der anderen Seite fällt. Die Annahme, dass da ein Eisblock sitzt, macht es uns aber oft um einiges leichter zu akzeptieren, dass da kein Weg mehr hinführen wird.

In der späteren Reflexion der ganzen Trennung wünsche ich jede_r_m aber, dass sie/er aus der Opferrolle rauskommen kann und erkennt, dass jedes Ende ein Anfang sein kann... und nicht jede_r Ex ein empathieloses narzisstisches Monster ist

editiert am 19.12.2019 11:51 Beitrag melden Zitatantwort
19.12.2019 13:32
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@ WalkTheLine55

Es kommt immer auf die Gesamtumstände und den jeweiligen Charakter an, den man in einer Partnerschaft ja für gewöhnlich einschätzen kann.

Wenn in einer intakten, scheinbar harmonischen Beziehung plötzlich ein Rückzugswunsch geäußert wird, der sogar mit Kontaktsperre einher geht, ist das wohl immer ein Alarmzeichen. Alles andere ist in meinen Augen Schönrederei. Es geht ja nicht um ein harmloses "Ich möchte heute mal für mich sein."

... und was das Schalter umlegen betrifft, kann man als Partnerin mit entsprechender Kenntnis der anderen Person auch einschätzen, ob es schwer fällt oder welche Gefühle da im Hintergrund noch sind (oder eben auch nicht sind). Insbesondere wenn auch noch Vorwürfe oder gar Beschimpfungen eine Rolle spielen.

Ein Funke Menschenkenntnis und Erfahrung gehört natürlich auch dazu, aber wir reden ja nicht von Fremden, die einander nicht kennen, sondern von (ehemaligen) Beziehungspartnern.

Gerade in der heutigen Zeit gibt es leider viele Menschen, die Verdrängung in jeder Form für sich perfektioniert haben. Verdrängung ist ein sehr starker Mechanismus. Wenn man ihn angewandt von außen sieht, kann das nicht nur verwirrend, sondern auch massiv verletztend sein und führt ungweigerlich zur Frage "Wie kann man das so einfach?"
Meiner Meinung nach war Verdrängung (siehe auch Themen wie Ghosting beispielsweise) in privaten Beziehungen und deren Beendigung kaum je so verbreitet und toleriert wie heutzutage. Zusätzlich zum Phänomen der Wegwerfgesellschaft und Symptomen wie Bindungsangst.



19.12.2019 14:26
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@rosedawson06

Alles gut und schön... doch was haben diese Interpretationen/Projektionen mit der geschriebenen Situation der TE zu tun? Wenn ich das richtig gelesen habe, hatte die (Ex)Freundin von Anfang an ein anderes Bedürfnis nach Distanz als die TE. Der Wunsch nach eigenem kam nicht plötzlich. Die Frage ist also vielmehr, warum die TE diesem Bedürfnis zwar stattgegeben, sich danach aber beklagt hat... und das Ganze über einen so langen Zeitraum stattfand, dass niemand mehr nachvollziehen kann, wo das Problem entstanden ist... Zum Ende klagen beide... schade, aber nachvollziehbar.

Trix hat das ganz gut und sachlich zusammengefasst, finde auch ich.

****

Ich glaube inzwischen daran, dass selbst Vorwürfe und Beschimpfungen nicht unweigerlich ein Zeichen von Herzlosigkeit sind, sondern auch eine Form der Hilflosigkeit und Verletztheit sein können. Die Kunst ist dann, dennoch zu gehen, weil die Situation einem nicht mehr gut tut. Den anderen quasi liebevoll als Mensch in seiner Unzulänglichkeit erkennen und sich selbst dennoch in Sicherheit bringen....

editiert am 19.12.2019 14:27 Beitrag melden Zitatantwort
19.12.2019 14:32
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 19.12.2019 um 14:26:

@rosedawson06

Alles gut und schön... doch was haben diese Interpretationen/Projektionen mit der geschriebenen Situation der TE zu tun? (...)


Die fortlaufende Diskussion wurde insgesamt etwas allgemeiner das Gesamtthema betreffend, somit auch mein letzter Beitrag.

ZitatIch glaube inzwischen daran, dass selbst Vorwürfe und Beschimpfungen nicht unweigerlich ein Zeichen von Herzlosigkeit sind, sondern auch eine Form der Hilflosigkeit und Verletztheit sein können. (...)


Von Herzlosigkeit war, soweit ich es überblicke, auch nirgendwo die Rede.

editiert am 19.12.2019 14:33 Beitrag melden Zitatantwort
19.12.2019 16:04
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 18.12.2019 um 20:40:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 18.12.2019 um 16:47:

(...)

Das paßt einfach nicht zusammen.
Sie hat das erkannt

(...)


Für das Erkennen, dass man selbst lieber eine Beziehung mit größtmöglichem Alleinsein führen möchte, 6 Jahre zu benötigen würde mir allerdings auch komisch vorkommen.
Nähe-Distanz-Bedürfnisse ändern sich normalerweise nicht soooo gravierend, dass das nicht schon am Anfang hätte spürbar sein können.


Das sehe ich z.B. genauso. Es war ja nicht immer so krass wie sie es in den letzten Monaten praktiziert hat. Sie hat zwar schon immer nach paar Tagen die Distanz gesucht aber war dann zumindest so per Handy sehr präsent an den Tagen wo wir uns nicht sahen. Dann gab es z.b. auch in 2018 Zeiten wo sie total anhänglich war und 5 Tage die Woche regelmäßig bei mir war. Und in den letzten Monaten war es ein ständiges krasses Distanzieren und wieder Nähe suchen - wie einer der nicht weiß was er will. Und sie sagte ja auch Sonntag bevor ich ging auf meine Frage hin " Ich weiss es GERADE nicht ob ich dich nur noch als Mensch oder auch als Frau liebe". Und da hatte sie ja auch schon diesen Brief in die Tasche gelegt den ich dann Zuhause gelesen habe.

19.12.2019 16:55
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 19.12.2019 um 11:37:

Bis heute habe ich nicht verstanden, warum die Bitte um Rückzug (mit sich selbst) mit einem Ende der Beziehung assoziiert wird. Wenn ich die Beziehung als intakt empfinde, käme ich gar nicht auf die Idee, dass mir da mein Herzmensch was zwischen den Blumen verpacken will. Wenn ich aus diesem Rückzugswunsch also einen Trennungsversuch lese, dann hat das in erster Linie was mit MIR zu tun.

Die TE hat ihr diesen Rückzug gegeben... manche nennen sowas vielleicht naiv... für mich ist es die Grundlage einer Beziehung... Vertrauen.

In deinem Fall, liebe TE, wurde dein Vertrauen erschüttert und deine Zweifel begannen... Insofern kannst du dir deine Fragen am besten selbst beantworten.

Fühlst du, dass sie der Mensch ist, der immer an deiner Seite (nicht unbedingt physisch, aber mental) ist? Kannst du darauf vertrauen, oder ist dies an Bedingungen geknüpft?

Jemanden "als Menschen" nicht verlieren zu wollen, klingt theatralisch... trau dich, genau hinzuschauen, ob dieser Mensch dich als auch Mensch sichtbar macht... mit allem, wer und wie du sein möchtest... das setzt voraus, dass dieser Mensch dich sieht... kann sie das? Kannst du das Gleiche für sie?


Das Problem ist ja nicht dass sie sich "erstmal" zurückzieht, sondern dass sie ja auch noch geschrieben hat "Ich kann das so nicht mehr. Ich lasse dich frei und wünsche dir dass du dein Glück findest" und werde aber immer an deiner Seite sein als Mensch. Damit sagt sie ja quasi dass die Beziehung für sie beendet ist. Und wenn nur noch neutraler/freundscahftlicher Kontakt möglich ist …. aber auch da ist die Frage wann? Wann meint sie sich wieder melden zu wollen? Wie lange will sie sich zurückziehen? Bin ich nicht als Mensch auch trotzdem jetzt noch an der Seite und melde mich während des Trennungsprozesses? Das ist sie ja nicht. Seit Sonntag keine SMS mehr...man könnte ja auch eine neutrale SMS schreiben a la "Ich weiss dass es dir auch nicht so gut geht. Gib mir paar Wochen und dann versuchen wir es wieder auf freundschaftlicher Ebene als Menschen aufeinander zuzugehen.Wir bekommen das hin". Irgendwie sowas wenn man als Mensch doch an der Seite von dem anderen bleiben möchte. mIhr jetziges komplettes Ignorieren zeigt was anderes und nicht dass sie "als Mensch niemals weg" sein wird wie sie so schön schrieb.

19.12.2019 17:28
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Mein Gefühl sagt mir dass sie mich sehr liebt als Mensch und dass es stimmt dass ich ihr "die Welt bedeute". Ich frage mich nur was sie damit bezweckt jetzt so komplett in den Untergrund zu gehen. Ich frage mich auch schon seit Tagen ob ich ihr einfach eine neutrale SMS schicken soll. Denn Sonntag und Montag habe ich ihr halt noch auf Gefühlsebene geschrieben dass sie unsere Beziehung nicht aufgeben soll etc. und dass sie es nicht einfach wegwerfen soll etc. Dass sie darauf nicht antwortet ist ja klar weil sie keine Beziehung mehr will. Vielleicht sollte ich ihr klar machen dass ich in den letzten Tagen auch nachgedacht habe und dass ich es schön fände wenn wir zumindest als Menschen auf neutraler/freundschaftlicher Ebene zumindest per Handy erstmal Kontakt haben könnten. Sie fehlt mir halt auch einfach als Mensch. Ich dachte dass ich sowas in der Richtung schreibe:" Ich weiß dass es dir auch gerade nicht anders gehen wird wie mir und ich bin mir auch bewusst dass es dir nicht leicht fiel diesen Brief zu schreiben. Ich respektiere deine Entscheidung. Ich wünsche mir dass es eine Möglichkeit gibt dass wir uns als Menschen nicht verlieren und versuchen können normal miteinander umzugehen und zusammen einen Weg auf einer anderen Ebene miteinander finden. Ich wünsche mir dass wir zumindest nicht komplett kontaktlos und ignorant miteinander umgehen und einen sanften Weg finden mit dem wir beide umgehen können. Ich würde mir wünschen zumindest per Handy noch etwas von dir zu hören denn wir sind doch beide nicht gestorben und wollen uns als Mensch doch nicht verlieren. Was meinst du dazu?"

Irgendwie sowas in der Richtung... was meint ihr dazu? Soll ich ihr das schreiben?Anders formulieren?

19.12.2019 17:29
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Wenn die Liebe abhanden kommt wie ein alter Hut - und das ist immer für eine sehr bedauerlich -, dann ist es wegen diesem oder jenem oder auch solchem.

Dann kann unmittelbar dieses, jenes oder solches wieder auftauchen und wird immer der "Vorwand" sein in Distanz zu gehen.

Will sagen: wenn eine nicht mehr möchte, ist das meistens nicht aufhaltbar, (weil Veränderungsprozesse, "Neues" wird freudig erwartet oder whatsoeva) ... bruchlos den Kontakt fortzuführen tut mE weder der einen noch der anderen gut, alldieweil Einseitenentscheidungen nie schmerzfrei verlaufen.

Leider.

19.12.2019 18:10
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Du solltest ihr vorläufig gar nichts mehr schreiben.
Du hast ihr viele sms geschrieben und sie antwortet nicht. Das ist ein mehr als deutliches Signal.
Lass sie doch erstmal in Ruhe und kümmere dich um dich selbst.
Wenn du weiter versuchst, eine Reaktion von ihr zu erwirken führt das nur dazu, dass sie sich noch weiter zurück zieht. Und du machst dich selbst kaputt, weil du dich immer weiter in die Leidensspirale hineindrehst. Dein Sehnen nach einer Antwort/Reaktion wird immer drängender und verzweifelter werden. Das Warten auf eine Antwort -die wahrscheinlich nicht kommen wird- wird dich immer mehr zermürben.
Mach eine Pause. Besinne dich auf dich selbst.
Versuch Dinge zu tun, die dir gut tun, die dich stärken.

editiert am 19.12.2019 18:14 Beitrag melden Zitatantwort

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