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30.01.2020 16:23
HiddenNickname

Seit einiger Zeit gibt es eine Frau in meinem Umfeld, die Interesse an mir zeigt. Es gibt bislang aber keinen privaten Kontakt. Ich frage mich, wie ich reagieren soll, wenn sie z.B. fragt, ob wir uns mal treffen sollen.
Ich lebe in einer festen Beziehung, die ich niemals gefähren würde. Treue ist mir wichtig. Allerdings bin ich erschrocken, wie sehr meine Gedanken immer wieder zu dieser Frau wandern. Ich spüre dieses Kribbeln... die Versuchung. Sogar wenn ich im Bett liege denke ich daran, wie es wohl wäre mit ihr..
Denkt ihr, das ist normal? Geht es euch machmal ähnlich? Wie bleibe ich standhaft?


30.01.2020 17:20
HiddenNickname

Ich denke schon, dass solche Gedanken normal sind, gerade in langjährigen Beziehungen.
... und die Frage wie man standhaft bleibt, sollte sich von selbst beantworten ... indem man liebt was man hat, indem man eine gefestigte Partnerschaft nicht für ein Abenteuer auf's Spiel setzt ... indem man Prioritäten setzt und herausfindet, was einem im Leben wichtig ist ... Beständigkeit und gemeinsame Entwicklung als Paar oder Unverbindlichkeit und alleinige Entwicklung.

Vielleicht fehlt dir auch etwas in deiner Beziehung, was dein Unterbewusstsein im Außen sucht. Da wäre es aus meiner Sicht angebracht sich mit der Partnerin zu beschäftigen und zurückzuholen was fehlt. Beziehungsarbeit -die kontinuierlich notwendig ist- heißt das Zauberwort. Das kann mitunter unbequem sein und die Flucht in Abenteuer ist weitaus leichter ... Nicht umsonst trennen sich viele, sobald es turbulent wird, weil neue Schmetterlinge locken. Die Frage ist, ob man so sein Leben verbringen will.
Was von beidem sich mehr lohnt, darüber hat jeder eine andere Meinung.
Ich persönlich würde ein liebevoll eingerichtetes Haus nicht verlassen, um in einem Zelt zu leben. Um es mal mit einer Metapher zu sagen.

Also: Solche Gefühle sind normal. Entscheidend ist, wie man sie interpretiert und was man daraus macht. Gute Beziehungen werden durch sowas stärker. Offene, liebevolle Kommunikation ist wichtig.
Die fremde Person hat damit eigentlich überhaupt nichts zu tun.

30.01.2020 18:42
HiddenNickname

Liebe TE,

da es bisher keinen privaten Kontakt zwischen euch gab, gehe ich davon aus, dass du nur ihr Äußeres kennst. Das Innere zeigt sich ja erst im Laufe von Begegnungen. Und dieses ist für dich auch nur dann erkennbar, wenn du es bereits in dir entdeckt hast.
Insofern geht es beim Thema "Treue" wohl eher um die Treue zu dir selbst.
Treue birgt vor allem auch Vertrauen in sich und die eigenen Gefühle... auch die, deiner Partnerin gegenüber.

Wenn ich mir selbst nicht vertrauen kann, dass eine Begegnung nicht meine ganze Beziehung auf den Kopf stellt, würde ich diese Begegnung nicht zulassen und stattdessen in mich horchen, was genau mein Selbst-Misstrauen auslöst. Manchmal fehlt da etwas Glitzer in einem, den man sich dann selbst und unabhängig von anderen Menschen streuen kann.

Trau dich!

31.01.2020 08:22
HiddenNickname

... mehr kann man dazu echt nicht sagen.

D.h. nicht auf die Verlockung(en) sehen und sich fragen ob man dem nachgeht, sondern die Verlockung als Tool sehen - zu schauen, was diese Verlockung ausmacht, um das Bestehende - in dem kleinen Teilbereich nicht optimale - zu verbessern. Schnöde Beziehungsarbeit eben.

Zumal, wer weiß welche (anderen) (großen) Mängel man sich mit/bei der Verlockung einkauft.

.
Hanna


editiert am 31.01.2020 11:17 Beitrag melden Zitatantwort
31.01.2020 18:39
HiddenNickname

Ich danke euch sehr für eure Anregungen, Gedanken und Tipps! Natürlich habt ihr recht: ich sollte gegen die Verlockung angehen. Vernunft gegen Hormone;-) Zwar leichter gesagt als umgesetzt aber ich nehme die Herausforderung an.
Es passiert ja wahrscheinlich den meisten Menschen in einer langen Partnerschaft, dass man irgendwann im Leben jemanden trifft den/die man anziehend findet (und umgekehrt). Könnte man doch die Gefühle der ersten Verliebtheitsphase mit der Partnerin hin und wieder mal reaktivieren! Diese Anziehungskraft über Jahre zu erhalten ist wirklich eine Herausforderung. Ich gebe zu: eigentlich geht es mir nur um die körperliche Ebene. Das Verlangen, die Hingabe, die Lust, das Entdecken gegenseitiger Vorlieben. All das geht im Lauf der Zeit nunmal etwas verloren.

31.01.2020 19:28
HiddenNickname

Soll kein Ratschlag sein, nur eine Überlegung:
Wie wäre es, die Verlockung in die Partnerinnenschaft zu tragen, darüber zu sprechen, die Aufregung mitzuteilen.
Vielleicht würde das die Partnerinnenschaft schon erfrischen?
Vielleicht geht es Deiner Partnerin ähnlich? Vielleicht lernt Ihr was Neues voneinander kennen? Vielleicht macht esEuch an?
Vielleiht wollt Ihr gar solche Verlockungen gemeisam leben und neue Möglichkeiten öffnen sich?
(hier mache ich stopp, sonst geht die Phantasie mit mir durch )

31.01.2020 19:39
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 31.01.2020 um 18:39:

Könnte man doch die Gefühle der ersten Verliebtheitsphase mit der Partnerin hin und wieder mal reaktivieren!


Wo steht denn in Stein gemeißelt, dass man das nicht kann?
Ich behaupte sogar es ist für jede Beziehung wichtig, füreinander spannend zu bleiben und sich dieses Gefühl durch (neue) Unternehmnungen, neue gemeinsame Entdeckungen zu erhalten ... und auch das Sexleben lebendig zu halten. Darunter verstehe ich allerdings nicht auf Biegen und Brechen immer wieder Neues zu probieren (wenn das Bedürfnis nicht da ist), sondern vor allem den Sex bewusst zu erleben (nicht als gewohnheitsmäßige Turnübung) mit allen Sinnen. Ich denke, allein dieser Punkt macht schon viel aus. Man braucht keine Beziehungsabenteuer oder sonstiges, wenn überhaupt erstmal die Tiefe und Erotik aufrecht erhalten wird ... oder wieder belebt wird.

... und das aufregende Kribbeln des Anfangs hat ja nichts mit Liebe zu tun. Ich fand es darum noch nie allzu aufregend, sondern das Danach -die Tiefe- weitaus schöner und auch spannender, aber ich weiß auch, dass das bei den meisten umgekehrt ist, auch wenn ich es nicht verstehe.

editiert am 31.01.2020 19:42 Beitrag melden Zitatantwort
06.02.2020 12:36
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{ ich finde ja, daß Monogamie und Treue zwei ziemlich verschiedene Dinge sind und der letztere Begriff als ersteres gemeint total verbogen und mißbraucht wird. }

06.02.2020 13:10
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 06.02.2020 um 12:36:
{ ich finde ja, daß Monogamie und Treue zwei ziemlich verschiedene Dinge sind und der letztere Begriff als ersteres gemeint total verbogen und mißbraucht wird. }


... ein als "Swinger" bekannter, sich selbst als gebunden und heterosexuell-orientierter Mann bezeichnender, Arbeitskollege von mir, der bei Swinger-Treffen den Aussagen nach körperliches Interesse an allen Geschlechtern zeigt, teilt diese Auffassung.

Andererseits gibt es ganz sicher auch "treue" Menschen, die polyamor leben - nicht einem, sondern zwei, drei, vier, ... Menschen (körperlich) "treu" sind, sich untereinander in einer "(Klein-)Gruppe" treu sind.
... zumindest wäre ein solches (letztgenanntes) Modell das, was ich unter Polyamorie - als quasi Gegensatz zur Monogamie - verstehen würde. Absolut nicht meins - eben eines im Spektrum von möglichen Lebensmodellen.

.
Hanna


editiert am 06.02.2020 21:03 Beitrag melden Zitatantwort
11.02.2020 18:55
HiddenNickname

50% aller Partnerschaften trennen sich nach Seitensprung/Affäre ... das dazu.

Kommt mir nu nicht mit Polydingenskirchen.

:

Si.. Also nochmal, wie trifft frau also Entscheidungen?

11.02.2020 20:30
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 11.02.2020 um 18:55:

50% aller Partnerschaften trennen sich nach Seitensprung/Affäre ... das dazu.

Kommt mir nu nicht mit Polydingenskirchen.

:

Si.. Also nochmal, wie trifft frau also Entscheidungen?


.

Einstimmung !!! ... me, myself & I ...

.
Hanna


12.02.2020 15:06
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 31.01.2020 um 18:39:

Ich danke euch sehr für eure Anregungen, Gedanken und Tipps! Natürlich habt ihr recht: ich sollte gegen die Verlockung angehen. Vernunft gegen Hormone;-) Zwar leichter gesagt als umgesetzt aber ich nehme die Herausforderung an.
Es passiert ja wahrscheinlich den meisten Menschen in einer langen Partnerschaft, dass man irgendwann im Leben jemanden trifft den/die man anziehend findet (und umgekehrt). Könnte man doch die Gefühle der ersten Verliebtheitsphase mit der Partnerin hin und wieder mal reaktivieren! Diese Anziehungskraft über Jahre zu erhalten ist wirklich eine Herausforderung. Ich gebe zu: eigentlich geht es mir nur um die körperliche Ebene. Das Verlangen, die Hingabe, die Lust, das Entdecken gegenseitiger Vorlieben. All das geht im Lauf der Zeit nunmal etwas verloren.


na, wenn das deine herausforderung ist scheint das kind schon halb in den brunnen gefallen.

vielleicht geht es ja eigentlich um etwas, was in deinem eingangspost steht: ... eine Frau in meinem Umfeld, die Interesse an mir zeigt.

womöglich lohnt die frage, wessen interesse an dir fehlt dir eigentlich?

13.02.2020 13:03
HiddenNickname

@ Gent: In den Brunnen gefallen ist zum Glück gar nichts ;-)

Tatsächlich hilft mir der ein oder andere Gedanke hier weiter. Ich mache mir natürlich auch Gedanken, ob mit meiner Partnerschaft alles in Ordnung ist und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich mit meinem Leben glücklich bin OBWOHL ich gerade Lust verspüre mit einer anderen Frau zu schlafen. Und ich denke, dass sich Triebe wahrscheinlich nur mit Vernunft in den Griff kriegen lassen. Ein schwacher Moment kann das ganze Leben negativ beeinflussen - und gleich das von mehreren Menschen.
Wieviele langjährige Beziehungen gibt es denn, wo es sexuell noch richtig rund läuft? Die Frage lässt sich hier wohl nicht repräsentativ klären, da viele nicht so wie ich anonym unterwegs sind, aber die meisten Beziehungen scheitern doch genau daran.

13.02.2020 13:34
HiddenNickname


Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 31.01.2020 um 19:39:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 31.01.2020 um 18:39:

Könnte man doch die Gefühle der ersten Verliebtheitsphase mit der Partnerin hin und wieder mal reaktivieren!


Wo steht denn in Stein gemeißelt, dass man das nicht kann?
Ich behaupte sogar es ist für jede Beziehung wichtig, füreinander spannend zu bleiben und sich dieses Gefühl durch (neue) Unternehmnungen, neue gemeinsame Entdeckungen zu erhalten ... und auch das Sexleben lebendig zu halten. Darunter verstehe ich allerdings nicht auf Biegen und Brechen immer wieder Neues zu probieren (wenn das Bedürfnis nicht da ist), sondern vor allem den Sex bewusst zu erleben (nicht als gewohnheitsmäßige Turnübung) mit allen Sinnen. Ich denke, allein dieser Punkt macht schon viel aus. Man braucht keine Beziehungsabenteuer oder sonstiges, wenn überhaupt erstmal die Tiefe und Erotik aufrecht erhalten wird ... oder wieder belebt wird.

... und das aufregende Kribbeln des Anfangs hat ja nichts mit Liebe zu tun. Ich fand es darum noch nie allzu aufregend, sondern das Danach -die Tiefe- weitaus schöner und auch spannender, aber ich weiß auch, dass das bei den meisten umgekehrt ist, auch wenn ich es nicht verstehe.






22.03.2020 18:45
HiddenNickname

Untreue ist für mich ein absoluter Gefühlekiller. Da kämen bei mir keine Gefühle auf, weil für mich ein Mensch mit solch einer moralischen Einstellung keine Option für mich ist.

Ich bin immer hiermit gut gefahren:

- Misch dich nicht in bestehende Beziehungen ein.

- Steck deinen Füller nicht in Firmentinte.



22.03.2020 22:47
HiddenNickname

Dies wäre der Moment wo ich mit meiner Partnerin sprechen würde. Ich würde versuchen zu kommunizieren dass sich etwas verändert. Und zwar nicht im Sinne von "Ich will mich trennen", sondern viel mehr ein Gespräch darüber was sich verändert hat. Passt euer Beziehungskonzept noch? Monogamie ist nicht das Synonym für "Liebe". Es ist durchaus möglich jemanden zu lieben und dennoch zusätzliche Bedürfnisse zu entwickeln. Genau so wie es natürlich möglich ist mehrere Menschen zeitgleich zu lieben. Polyamorie /-gamie ist nicht "sorry ich hab Bock rumzuv*geln". Es ist ein Beziehungskonzept. Vielleicht aber geht es dir gar nicht um etwas derart grundsätzliches. Vielleicht geht es darum, dass sich etwas in eurer Dynamik verändert hat und dein Fokus deshalb aktuell woanders liegt. Vielleicht könnte man da ansetzen. Oder aber es geht einfach darum zu "schwärmen". Für jemanden zu schwärmen ist erstmal völlig unabhängig von einer Beziehung. Zu schwärmen bedeutet nicht automatisch zu lieben. Ich würde versuchen, gemeinsam mit dem Menschen mit dem ich eine Beziehung führe, herauszufinden was genau es ist. Und was genau das in Konsequenz bedeutet. Was ich nicht tun würde: warten und hoffen dass es aufhört. Damit nimmst du weder dich, deine Beziehung noch die dritte Person ernst.

23.03.2020 07:12
HiddenNickname

Ich wollte was schreiben... Aber die Antwort der Dame direkt über mir ist so gut gelungen, dass ich es lasse, ein like setze und ein "Drauf-zeig-Schild" in meinem Post platziere.

24.03.2020 20:21
HiddenNickname

Wenn ich mich ernsthaft fragen muss, wie ich standhaft bleiben kann, würde ich mich doch erst mal fragen ob es nur die körperlich Anziehungskraft ist oder nicht doch mehr? Ist wirklich alles okay in der Partnerschaft und bist du so glücklich? Fehlt dir vielleicht irgendwas? Es gibt ja nur zwei Optionen. Entweder Finger weg oder baue erst was freundschaftliches auf wenn du dir unklar bist, was du eigentlich möchtest. Ihr müsst euch ja nicht treffen. Das man sich nach einer langen Beziehung mal zu einer anderen Frau hingezogen fühlt, kann passieren. Aber eben dieses, wie kann ich standhaft bleiben ist ja schon eine Aussage für sich. Es scheint dir ja wirklich schwer zu fallen. Und Gedanken machst du dir anscheinend ja auch eine Menge. Horche tief in dich hinein und überlege dir genau was du möchtest. Freundschaftlicher Kontakt ist ja kein Treuebruch. Und vielleicht merkst du ja auch, das es nur eine kurze Schwärmerei war und es erledigt sich dann ganz von alleine.



24.03.2020 22:09
HiddenNickname

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 30.01.2020 um 18:42:

... Das Innere zeigt sich ja erst im Laufe von Begegnungen. Und dieses ist für dich auch nur dann erkennbar, wenn du es bereits in dir entdeckt hast.



Liebe TE, ich hoffe es ist ok, wenn ich hier einmal kurz nachhake. Denn seit ich es vorhin gelesen habe, geistert mir dieser Satz im Kopf herum.

Wie meinst du das genau, tout_est_en_moi? Also, dass ich nur etwas in meinem Gegenüber entdecke, was ich auch an mir selber schon gesehen/bemerkt habt? Kann ich Unterschiede nicht wahrnehmen? Oder habe ich die dann in mir noch nicht wahr genommen?

@TE: Ich hoffe, dass sich bei dir einiges geklärt hat.

26.03.2020 13:17
HiddenNickname

Liebe sternenreisende,

ich versuche mal, das einigermaßen in Worte zu fassen... nicht ganz einfach... frag sonst gerne nochmal nach.

Die Grundlage:

Jeder Mensch landet auf diesem Planeten zunächst mit nichts weiter als seiner Wahrnehmung (fühlen, tasten, schmecken, sehen, riechen, hören) und Gefühlen (Freude, Angst, Trauer, Wut...) Einige davon entwickeln sich zwar erst in den ersten Lebensmonaten, aber das ginge hier zu weit....

Für Säuglinge und Kleinkinder gibt es zunächst weder Bezeichnungen, noch Bewertungen von Erlebtem ... das Erlebte ist einfach da und löst entweder positive oder negative Gefühle aus. Man nennt es Instinkt. (Positive sind die, in denen man sich behaglich fühlt, negative die, in denen man sich unbehaglich fühlt.)

So kommt einem Kleinkind eine Situation oder ein Gegenüber maximal unbehaglich oder angenehm vor... es kann dies aber zunächst weder einsortieren, noch bewerten und schon gar nicht benennen. Ihm fehlt noch die kognitive Fähigkeit bzw. die Anwendung selbiger.

Im Laufe unseres Lebens sammeln wir nun diverse Tools, die genau dieses instinktive Erleben zu einen bewussten Erleben machen. Wir beGreifen im wahrsten Sinne des Wortes unsere Umwelt.
Ein runder Gegenstand z.B. kann nur dadurch als rund begriffen werden, indem man tatsächlich mal eine Kugel gefühlt hat. Deshalb ist die orale Phase im Leben eines jeden Menschen auch so wichtig, denn in diesem Alter wird diese 3Dimension mit dem Mund und der Zunge erfahren.

Meine These "Das Innere zeigt sich ja erst im Laufe von Begegnungen. Und dieses ist für dich auch nur dann erkennbar, wenn du es bereits in dir entdeckt hast." soll heißen:

Wenn wir die gegenständliche Welt um uns nun also nur durch das Wahrnehmen (tasten, schmecken, riechen, sehen, hören... je nachdem) entdecken können... wie verhält sich das dann mit Gefühlen? Diese können wir nicht schmecken, riechen, sehen, tasten, hören... wir können sie nur fühlen. Und dieses Fühlen kann nur in einem jeden selbst stattfinden.

Wenn ich all diese Gefühle nun also in mir entdeckt und wahrgenommen habe, kann ich sie auch im Gegenüber erkennen. Wenn nicht, habe ich keine wahrhaftige Vorstellung davon, was da ist. Da kann ich zur Überbrückung nur auf die Spiegelneuronen vertrauen, die mir in dieser "Nichterkennungsphase" über die Situation helfen.

***btw... Ich finde es extrem wichtig, diese Gefühle in einem auch anzunehmen und nicht zu bekämpfen. Das erfordert nämlich nicht nur extrem viel Kraft, sondern produziert auch eine Art Selbstzerstörung (ich kämpfe dann ja gegen mich selbst). Sehr viele Menschen entdecken dann diese Gefühle, die sie in sich selbst bekämpfen, im Gegenüber... was passiert, ist oftmals eine Auslagerung des eigenen inneren Kampfes auf das Gegenüber... purer Eigenschutz quasi, da die Selbstzerstörung damit ins Außen verlagert wird und man das Gefühl von Kontrolle erlangt....***

Du fragst, ob du Unterschiede im Gegenüber nicht wahrnehmen kannst...

Ich denke, dass man Unterschiede nur dann wahrnehmen kann, wenn man das, was in einem SELBST ist, entdeckt hat.
Unterschiede zu erkennen setzt ja voraus, dass man mindestens zwei Größen miteinander vergleicht. Die eine ist dein Gegenüber... die andere bist du selbst. Nur, was du selbst in dir gefunden hast, kannst du tatsächlich mit einem anderen vergleichen... ohne Bewertung...

und das wiederum ist dann ganz einfach und führt nicht zwangsläufig zur Selbstzerstörung. Es ist der Beginn davon, voneinander zu lernen, sich selbst zu überprüfen und vielleicht auch das ein oder andere weitere Tool in sich zu integrieren... ohne Kampf...

Ich persönlich halte das Entdecken von Liebe in einem selbst für den Schlüssel zu all dem. Wenn man dieses Gefühl einmal in sich entdeckt hat, kann man alle anderen inneren Kämpfe mit diesem Gefühl im Schlepptau nach und nach entdecken... wahrnehmen... begreifen... und schließlich annehmen, um sie bewusst zu erleben... 🌻

editiert am 26.03.2020 13:43 Beitrag melden Zitatantwort

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