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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadTürkeibeitritt in die EU?
11.05.2004 20:15
HiddenNickname
0 Liebe Lesarion community, ich habe gerade den Beitrag zur EU-Erweiterung gelesen. Da würde mich doch glatt interessieren, ob ihr auch für den Beitritt der Türkei seid? Die zweite Frage wäre, ob euch auch auffällt, dass die Gegner meistens Vorurteile und Klischees in ihrer Argumentation verwenden. Vor allem merke ich, dass Konservative Politker, sprich CDU/CSU, sogar richtig dagegen Stimmung machen und auf Kosten unserer Türkischen Mitbürger auf Stimmenfang geht und die mangelnde Kenntniss geschichtlicher Tatsachen in der Bevölkerung ausnutzt? Einige Klischeeargumente: 1. Die Türkei ist kein "christliches" Land! 2. Keine Reformation! 3. Keine Renaissance! 4. Keine Demokratie 5. Zuwanderungswelle steht bevor, so in der Art, wollt ihr denn noch mehr solcher schrecklichen Ausländer! 6. Daraus folgende Konsequenz: Die nehmen euch die Arbeitsplätze weg! 7. Die werden die sozialen Leistungen des Wohlfahrtsstaates ausbeuten. Das waren nur einige Punkte. Der Kontrast wird auch sehr kurz. Die Interessierten können es ja gerne nachlesen (z.B. bei Udo Steinbach). Antwort: 1. Die Grenzen von Europa waren noch nie richtig definiert. Die Geschichte des Christentums zeigt, es hat nicht ihren Ursprung im heutigen Europa. Sondern ca. 300 Jahre nach Christus in Armenien (die instituionelle Form). Kann man überall lesen. Europa definiert sich über die griechisch-römische Epoche, wobei das erstere, diese hochgelobte Zivilisation, neben Pädophilie (Gruß an Stoiber und Beckstein) Kindermord als legale Praxis sah, um von zu vielen Kindern loszuwerden. Die wurden halt einfach über die Klippen geschmiessen. Und diese ästhetische Darstellung von Männern z.B. wurde sogar von Hitler bewundert. Und ist die Kunst der NS Zeit im Nachhinein nicht als ordinär anerkannt worden? Das nur zu dem Europischen Überlegenheitsgefühl, dass niemals hätte enstehen können, wenn die Araber die griechischen Schriften nicht entdeckt hätten (und "Europa" wieder zurückgegeben hätten), während Europa sich vor den Seuchen, die wegen mangelnder Hygene, nicht retten konnte. 2./3. Die Türkei war früher das "Osmanische Reich". Aber es war nicht eine Art Kolonialismus, wie es die Engländer, Franzosen, Deutschen, Amerikaner, usw. betrieben haben. Also Ausbeitung, Mord, Vergewaltigung. Eigentlich das, worauf unsere ganze REichtum gründet (man hat ausgerechnete, wenn man eine Zwangsentschädigung auch für Farbige einführen würde, würde das die ganzen Schulden Afrikas an uns reiche Staaten 1000 Mal überbieten) Überall steht geschrieben, dass religiöse Toleranz und Autonomie im Osmanischen Reich staatlich gewährleistet wurde. Während Frauen verbrannt wurden und Juden schon so verfolgt wurden, wie es später zu "Gesetzt" im Nationalsozialismus wurde, hatten Juden leitende Postionen im Osmanischen Reich. 4. Schlussfolgerung auf 3.4. Das Volk wurde nicht so von ihren Tyrannen unterdrückt, dass es die Paläste hätte stürmen brauchen, weil es hungert. In den Büchern spricht man daher von "vordemokratischen Strukturen". 5. Anfang der 80er wurde das auch von Spanien und Italien behauptet. Was ist passiert? 6. Hast du viele Spanier und Italiener um dich? Okay, mehr Türken. Weil ja von 80 Millionen Menschen ca. 8 Millionen Ausländer sind und den größten TEil mit 2,5 Millionen die Türken darstellen. 7. Wirschaftsinstitute haben berechnet, dass diese böse türkische Bevölkerung (wie sie von CDU/CSU präsentiert wird um ein paar Nazistimmen zu fangen), dass sie durch ihre Arbeit 100 Milliarden in die Sozialkassen zahlen und nur 70 in Anspruch nehmen. Kann das mal jemand ausrechnen? Selbst die REntenbeiträge liegen bei 7,5% und es werden nur ca. 3,5 in Anspruch genommen? Und wer rechnet mir das aus? (Habe das im i-net gelesen. IWF glaube ich. Kann man aber auch woanders lesen= Hefte für politsche Bildung) Die Kriminalstatistik sagt, das im Osten der BRD ca. 20 % der Straftaten an Ausländern begangen wird. Im Westen ca. 3%. (Die Zahl ist ca. 2-3 Jahre alt). Also dort wo weniger Ausländer leben, sind die Aggressionen weitverbreiteter. Das verstehe ich nicht! Ich habe doch im Spiegelartikel gelesen (Tittel: "Wie aus dem Aufbau Ost, der Untergang West wurde). Dass eine Renterin, die noch nie einen Cent in die Sozialkassen beigetragen hat im Durchschnitt 300 euro mehr bekommt? Dagegen habe ich nichts. Aber wenn man schon diese Klischee benutzt sollte man sehen, dass diese Menschen 40 Jahre lang FÜR Deutschland gearbeitet haben. Warum haben sich denn diese Menschen nicht integriert?????????? Man spricht von einer "sozio-ökomomischen" Integration in der Fachliteratur! Wirtschaftlich würde ich schon sagen, dass es gelungen ist. Aber wenn es Statistken gibt, die dokumentieren, dass ein Kind aus einer Türkischen Familie auf die Hauptschule geschickt wird während ein anderes mit den selben Leistungen, nur mit schönen weißen deutschen arischen Eltern, auf das Gymnasium kommt, frage ich mich: Was wollt ihr von diesen MENSCHEN!?! Setzt erst einmal die richtigen Rahmenbedingungen bevor ihr euch ein Urteil über soziale bzw. gesellschaftliche Integration bildet. Mit den Juden kann man es nicht mehr machen, bei den wenigen SChwarzen wäre es zu offentsichtlich. GENAU. Nehmen wir doch die Türken als ein funkionales Äquivalenz zum Antisemitismus. Sorry, wie waren bei DEMOKTRATIE stehen geblieben. Wie kann sich ein Volk anmaßen, was erst 1949 ein demokratische Verfassung hatte, darüber zu urteilen, wer Demokratiefähig, sprich wer in der Lange ist Demokratie zu "lernen" und wer nicht, ist. Ihr redet schließlich über das Land, was schon seit 1921 eine Republik ist, mit euch im ersten Weltkrieg gekämpft hat, Intellektuelle aus Deutschland nach 1933 aufgenahmen hat (was ich gelesen habe ist, dass diese Menschen dankbar sind für diese "humane" Behandlung die dort erfahren haben), über das Land, welches selbst bei der Gründung gezielt gedacht hat: Wir nennen uns "Republik der Türkei" und nicht Türkische Republik, um sich von dem "europäischen" Nationalismus zu unterscheiden. Es sollte sogar "Bewohner der Türkei" heißen, anstatt "Türken" um um Vielvölkerstaat alle Ethnien anzusprechen. Also dumme gibt es immer. Aber wenn ihr ein paar türkische Hauptschüler mit einem Türkei T-shirt sieht, es ist nicht der Nationalismus, denn wir Deutsche kenne. Also arrogant sein bzw. deine Überlegeneit durch "Überheblichkeit" übe den Anderen kennzueichnen! Idioten gibt es überall. Aber in deren gastfreundlicher, herzlichen Art geht es um WÜRDE und natürlichen STOLZ. Schließlich haben sich hunderte von Jahren dagegen gewehrt, konvertiert zu werden und haben den Kreuzfahren die Stirn gezeigt. Der Stolz liegt in der Natur dieser Menschen, aber es kein zerstörischer, überheblicher, sondern in der Wahrung seiner Wurzeln! Na ja, das hatte natürlich den Effekt, dass während die Türken ihre Geschichte als Annährung und Bewegung an den Westen bezeichnen, die Europär eher "Angst" haben. Dazu habe ich eine Artikel gelesen, wie Türken in der europäischen Literatur dargestellt. Voltaire z.B. konnte die Größe diese Volkes anerkenne, während andere sie verfluchten, weil sie nicht "Christlich" sein. Woher nur der Drang zu homgenisierung? Selbst rennen die Missionare auf einer unverschämten Weise in der Welt rum und ködern die Menschen. Natürlich! Den ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es viele Gründe gibt, sie zu hassen. Jedenfalls finde ich es lächerlich, wenn Schwarze sich als Christen bezeichnen. Wenn sie nicht ihre Sklavennamen aus praktischen Gründen ablegen können, sollten sie sich doch bitte als "neutral" definieren! Bevor ich hierfür angegriffen werde: Ich rede hier gerade sehr frei und politisch inkorret, aber eine schwarze Freundin von mir, stimmt mir vollkommen zu. Aber trotzdem war das zum Teil bissel krass, aber ich denke das nun mal so als Ateisten. Oh, Demokratie war unter 4. Wir sind schon bei 5! Aber Nummer 6. und 7. hat sich ja jetzt auch geklärt! SCHLUSSWORT: Da könnte man doch meinen: Die Türken hätten eigentlich genug Gründe auf die Europär hinunterzuschauen und sie hätte das nicht nötig! Ja, vielleicht. Aber ein Beitritt in die EU wäre ein Garant dafür, dass fundamentalistische Kräfte keine Chance in diesem Lande hätten. Das land neigt nicht dazu! Aber wie wir in Afghanistan und Irak gesehen haben, waren dies vor 20 /30 Jahre wirklich zivilisierte Kulturen und all das wurde durch äußeren Einfluss zerstört. Ich will jetzt nicht den schwarzen Peter den Amerikanern zu schieben. Ist ein anderes Thema! Aber nur das: Fast alle Diktatoren nach dem 2. Weltkrieg sind mit Hilfe der U.S. Politik entstanden. Habe jetzt keine Lust das zu erklären, schaut einfach mal, was in Mittelamerika los war! FRAGE: Aus welchen GRÜNDEN seid ihr gegen einen BEitritt? Letzten Punkte 1) Wollt ihr diese Land der Gefahr aussetzten, dass es so untergeht wie Irak. Man stelle sich vor!!! Noch zu Anfang Hussains "installation" habe die Leute Marx gelesen!! Da könnte ich jetzt so viel zu sagen! 2) Hinzu kommt, dieses Versprechen an die Türkei steht schon seit 40 Jahren aus?! 3) Ich fragen mich, ob es für Grundschullehrerinnen so ein Seminar gibt, wie: "Methodik der sozialen Selektion". Was lernen denn dann bitte Journalisten, wenn sie nicht mal eine WENN-DANN-Konstruktion auf die Reihe kriegen?! Der Kanzler hat gesagt: WENN die Türkei die Bedingungen erfüllt, DANN müssen wir uns an unsere Versprechen halten. Und NICHT: Die Türkei kommt in die EU rein. Ist das denn so schwer?????????? P.S. Habe jetzt keine Lust das ganze nochmal zu lesen. Das kam grad aus dem Bauch heraus, angeregt durch den anderen EU Artikel. Also entschuldigt die paar Rechtschreibfehler.
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