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05.02.2004 08:08
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0 Historiker erforscht Schicksal von Schwulen zur NS-Zeit Schwerin (epd) Zu den „vergessenen Opfern“ des Nationalsozialismus gehören für den Berliner Historiker Jan-Henrik Peters die homosexuellen Männer. „Gedenktafeln sind rar“, sagt der 38-Jährige. Auf Anhieb fallen ihm zwei ein: Im Konzentrationslager Buchenwald sei solch eine Tafel nur gegen „äußerste Widerstände“ durchgesetzt worden. Und am Nollendorfplatz in Berlin gebe es eine kleine Erinnerungstafel, „weil es der schwule Kiez ist“. Drei Jahre erforschte der Historiker in einem Projekt des Landesverbandes der Lesben und Schwulen „Gaymeinsam“ die Geschichte Homosexueller in M-V. Die Ergebnisse werden in der Schriftenreihe des Landeshauptarchivs Schwerin veröffentlicht. Insgesamt seien 10 000 schwule Männer während der NS-Zeit in Konzentrationslagern interniert worden, schätzt Peters. Etwa 9000 seien namentlich bekannt. Dieses dunkle Kapitel werde erst seit zehn Jahren auf Initiative von Interessenverbänden erforscht. Peters untersuchte nicht nur die Verfolgung Homosexueller im „Dritten Reich“. Zwar bilde die NS-Zeit wegen der Schwere der Verbrechen den Schwerpunkt. Auch davor und danach habe es Diskriminierungen von Schwulen gegeben. Unter etwa 300 Fällen von Verfolgung wegen homosexueller Handlungen, die der Historiker in den Archiven ausfindig machen konnte, sind nur etwa zehn Fälle, die nicht in die Zeit zwischen 1933 und 1945 gehören.
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