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02.09.2004 12:39
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„Homokunde“ in die Schulen?

Die Tagespost vom 02.09.2004
Von Christa Meves

Warum der Vorschlag, „Homokunde“ in den Schulen einzuführen, mehr ist als ein fette Boulevard-Schlagzeile im Sommerloch. Wann man darüber nachdenken könnte und warum man unbedingt die Finger davonlassen muss.

„Politiker wollen Homokunde an den Schulen“, war eine der großen Sommerschlagzeilen der Bild-Zeitung. Eilfertig schob man Bekundungen von einzelnen Vertretern aller Großparteien nach. Einhellig scheint die Meinung zu sein: Es muss dergestalt im Unterricht über Homosexualität gesprochen werden, dass es denen, die Gleichgeschlechtliches auch mal als erotisch ansprechend erlebt haben, möglich wird, sich dazu zu bekennen, damit ihre eigentliche Bestimmung nicht etwa latent bleibe, sondern zu der ihr gemäßen Selbstverwirklichung käme.

Ein solcher Kampf um die Beeinflussung von Jugendlichen an staatlichen Schulen ist nun allerdings gewiss keine Neuheit. Am Anfang der siebziger Jahre zum Beispiel ist dergleichen bereits erfolgreich durchgefochten worden. Damals ging es um den Sexualkundeunterricht. Es leuchtete denn auch damals allen ein, dass es sinnvoll sein könne, den Pubertierenden nüchtern Aufklärung über Fortpflanzungsvorgänge zu vermitteln. Damals gab es noch manche unglückliche Muss-Ehe auf dem Boden von Unwissenheit und es waren verstörende Ammenmärchen auf diesem Sektor in Umlauf. Warum nicht sachlich und naturwissenschaftlich das den Jugendlichen rät-selhafte Dunkle erhellen als Vorbereitung zu verantwortungsbewusster Entscheidung, so ließ sich argumentieren.

Aber was ist in nicht wenigen Fällen daraus geworden? Eine Anleitung zum Jugendsex, blumiger Rat zur Hinführung auf „das erste Mal“, schmackhaft Gemachtes vom 2. Schuljahr ab. Und trotz der verheerenden Resultate in Form von Ehe- und Kinderlosigkeit, von Abtreibungen bereits bei 10-, 14-Jährigen, von Krankheiten und Seelenelend, tut dieses Pflichtfach weiterhin zäh seine ideologische Pflicht.

Wahrheit, Mehrheit und der Feldzug irriger Behauptungen

Homokunde wäre ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg. Allerdings braucht hier gar nicht erst scheinheilig mit sachlichen Argumenten Plausibilität in der Bevölkerung erreicht zu werden. Jedermann meint zu wissen – obgleich niemand das beweisen kann –, dass Homosexualität eine angeborene, mit Heterosexualität gleichwertige Variante menschlicher Geschlechtlichkeit ist. Schließlich ist diese Behauptung weltweit verbreitet – und wird sie nicht vielleicht doch dadurch wahr, dass die Mehrheit das glaubt?

Jedenfalls bot sich das behauptete Angeborensein der Homosexualität als das erfolgversprechendste Zugpferd in der Strategie des internationalen Feldzuges zur Homosexualisierung der Industrienationen an. Logisch, denn auf diese Weise war es mühelos, gegen die zahllosen anders lautenden wissenschaftlichen Arbeiten in den Universitäten über die Entstehung der Homosexualität einer ganzen Welt den Bären einer quasi natürlichen „Spielart“ der Sexualität aufzubinden. Fixierung und geringe Therapierbarkeit bei langfristiger Gewöhnung lassen sich darüber hinaus einleuchtend argumentativ verwenden (das gilt allerdings auch für Raucher, ohne dass diese behaupten, Rauchen sei angeboren).

Aber dergleichen Verteidigung von Erfahrungswissenschaft gilt längst schon nicht mehr: Nicht die Analyse typischer Lebensschicksale, nicht die Berichte von erfolgreich Therapierten, nicht das Wissen um Prophylaxe.

Wenn denn erst Homokunde in den Schulen erfolgreich „flächendeckend“ eingeführt ist, können wir damit rechnen, dass noch mehr Jungen und Mädchen unter der jetzt bereits zusammengeschmolzenen Schar der Jugendlichen in der normalen, entwicklungsbedingten homoerotischen Phase stecken bleiben und es manche auch in dieser „Spielart“ mit anderen freimütig geouteten Mitschülern proben werden, ja, womöglich dabeibleiben – auf jeden Fall aber, mit der Vorstellung im Kopf, „andersrum“ zu sein, es von vornherein aufgeben, weiterhin die Gründung von Familie im eigenen Lebensplan zu haben. Machen sich Politiker, die hier vorpreschen, klar, was sie da empfehlen? Haben sie nicht als Parlamentarier geschworen, sich für das Wohl des Ganzen einzusetzen?

Dabei wäre es im Grunde auch hier nicht einmal abwegig, in unserer Situation in den Abgangsklassen Homokunde im Lehrplan zu haben, wenn es Lehrer gäbe, die auch nur andeutungsweise über die Wahrheit informiert wären; denn gewiss besteht die als erstes darin, dass wir selbst das uns Fremde nicht ausgrenzen dürfen. Aber sie besteht auch im Wissen über die Gefahren, die mit homosexueller Lebensweise verbunden sind, über die vermehrte Ansteckungsmöglichkeit mit Aids und Hepatitis C, über den unzureichenden Schutz von Kondomen, über die so viel geringere Lebenserwartung von homosexuell lebenden Männern, über die innere Unruhe, die auch dann nicht weicht, wenn alle Menschen sie deshalb besonders anerkennenswert fänden, weil sie homosexuell sind.

Wer wird dann noch den Helden spielen?

Und wenn es den einen oder den anderen über die ganze Wahrheit voll informierten Lehrer dennoch gibt, wird es ihm in Zukunft in Deutschland wohl auch so gehen wie dem in dieser Weise aufklärenden Pädagogen im fortschrittlichen Kanada: Entlassung und Staatsanwalt waren im vergangenen Jahr sein Schicksal. Wer mag als Beamter im staatlichen Dienst dann wohl gar noch den Helden spielen?

Das muss klar sein: Die Öffentlichkeit ist bereits heute fest in ideologischer Hand – und erst die Enkel werden kopfschüttelnd abermals fragen: Warum habt Ihr nichts getan für die unschuldigen Kinder ohne Lebenserfahrung? Warum habt Ihr dem Unheil seinen Lauf gelassen – Ihr habt es doch gewusst? Denn um Sein oder Nicht-sein geht es letztlich auch bei diesem scheinbar so randständigen Problem.




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