Wenn Wege sich immer weiter teilen
Wir waren gemeinsam auf einem spirituellen Weg. Wir haben einander inspiriert, herausgefordert und uns vielleicht auch deshalb so nahe gefühlt, weil keine von uns genauso sein musste wie die andere. Unser Weg führte uns bis nach Indien, bis in die Gegenwart von Amma. Eine Zeit lang schien es, als würde das, was uns verband, immer weiter in dieselbe Richtung weisen.
Vielleicht ist das eine der stillen Merkwürdigkeiten gemeinsamer Wege: Man kann lange nebeneinander gehen und erst spät bemerken, dass man inzwischen allein unterwegs ist.
Ich habe manchmal das Gefühl, sie an Bhakti verloren zu haben.
Nicht, weil ich glaube, dass sie etwas Falsches gefunden hätte. Im Gegenteil. Ich sehe, dass sie dort etwas gefunden hat, das ihr Heimat, Sinn und Erfüllung gibt. Einen Ort, an dem etwas für sie lebendig geworden ist.
Und trotzdem hat das, was einmal zwischen uns lebendig war, dort keinen gemeinsamen Ort mehr gefunden.
Sie hat ein Zuhause gefunden – in der Hingabe an die große Liebe, in der Gemeinschaft des Open Sky House in Spanien, in einem Leben, das sich offenbar auf eine andere Mitte ausrichtet.
Ich habe ihr nichts vorzuwerfen. Und ich vermisse sie trotzdem.
Meine eigene Spiritualität ist leiser geworden. Introvertierter. Sie sucht nicht mehr so sehr die große Geste der Hingabe, sondern eher die Stille im Eigenen und das Aushalten dessen, was in mir noch offen und unbeantwortet ist.
Vielleicht ist das Heilige groß genug für beides: für die Ekstase der Hingabe ebenso wie für die stille, manchmal zweifelnde Suche nach innen.
Und vielleicht liegt genau darin die Ironie: Wir haben uns beide auf die Suche gemacht – und sind an unterschiedlichen Orten angekommen.
Ich glaube nicht, dass wir uns einfach verloren haben. Vielleicht haben wir nur aufgehört, dieselbe Geschichte über unsere Verbindung zu erzählen.
In mir bleibt trotzdem diese leise, unbequeme Traurigkeit über die Erkenntnis, dass die Freiheit des einen manchmal die Einsamkeit des anderen bedeuten kann.
Vielleicht musste ich die Vorstellung loslassen, dass eine tiefe Verbindung zwangsläufig bedeutet, dass zwei Menschen am Ende am selben Ort ankommen.
Und trotzdem bleibt dieser eine Gedanke, der sich nicht ganz auflösen lässt:
Alles ist gut.
Auch wenn ich mich nicht mehr als Teil dieses Weges spüren kann.
Namaste
P.S. Ich merke, dass ich ihr Leben interpretiere, weil ich nicht weiß, welchen Platz ich darin noch habe.
Noch etwas:
Ich muss mein Pseudonym jetzt löschen – es könnte ja sein, dass mich jemand identifiziert. Danke für euer Verständnis.
Vielleicht führt mich dieser Abschied nicht nur weg von etwas, sondern auch hin zu einem Weg, den ich noch nicht kenne.
Vielleicht ist das eine der stillen Merkwürdigkeiten gemeinsamer Wege: Man kann lange nebeneinander gehen und erst spät bemerken, dass man inzwischen allein unterwegs ist.
Ich habe manchmal das Gefühl, sie an Bhakti verloren zu haben.
Nicht, weil ich glaube, dass sie etwas Falsches gefunden hätte. Im Gegenteil. Ich sehe, dass sie dort etwas gefunden hat, das ihr Heimat, Sinn und Erfüllung gibt. Einen Ort, an dem etwas für sie lebendig geworden ist.
Und trotzdem hat das, was einmal zwischen uns lebendig war, dort keinen gemeinsamen Ort mehr gefunden.
Sie hat ein Zuhause gefunden – in der Hingabe an die große Liebe, in der Gemeinschaft des Open Sky House in Spanien, in einem Leben, das sich offenbar auf eine andere Mitte ausrichtet.
Ich habe ihr nichts vorzuwerfen. Und ich vermisse sie trotzdem.
Meine eigene Spiritualität ist leiser geworden. Introvertierter. Sie sucht nicht mehr so sehr die große Geste der Hingabe, sondern eher die Stille im Eigenen und das Aushalten dessen, was in mir noch offen und unbeantwortet ist.
Vielleicht ist das Heilige groß genug für beides: für die Ekstase der Hingabe ebenso wie für die stille, manchmal zweifelnde Suche nach innen.
Und vielleicht liegt genau darin die Ironie: Wir haben uns beide auf die Suche gemacht – und sind an unterschiedlichen Orten angekommen.
Ich glaube nicht, dass wir uns einfach verloren haben. Vielleicht haben wir nur aufgehört, dieselbe Geschichte über unsere Verbindung zu erzählen.
In mir bleibt trotzdem diese leise, unbequeme Traurigkeit über die Erkenntnis, dass die Freiheit des einen manchmal die Einsamkeit des anderen bedeuten kann.
Vielleicht musste ich die Vorstellung loslassen, dass eine tiefe Verbindung zwangsläufig bedeutet, dass zwei Menschen am Ende am selben Ort ankommen.
Und trotzdem bleibt dieser eine Gedanke, der sich nicht ganz auflösen lässt:
Alles ist gut.
Auch wenn ich mich nicht mehr als Teil dieses Weges spüren kann.
Namaste
P.S. Ich merke, dass ich ihr Leben interpretiere, weil ich nicht weiß, welchen Platz ich darin noch habe.
Noch etwas:
Ich muss mein Pseudonym jetzt löschen – es könnte ja sein, dass mich jemand identifiziert. Danke für euer Verständnis.
Vielleicht führt mich dieser Abschied nicht nur weg von etwas, sondern auch hin zu einem Weg, den ich noch nicht kenne.