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Forum » Die Lounge » ThreadWie werde ich Gothic (Satire)
02.01.2012 20:42
HiddenNickname
0 Wie werde ich Gothic? Nach einigen Erlebnissen in diversen Chaträumen, Gesprächen und Ereignissen, wurde mir immer öfter EINE Frage gestellt. “Wie werde ich Gothic?” Nun, ich habe darüber nach gedacht und da es offensichtlich viele junge Menschen gibt, die sich mit dieser Frage herum quälen, beschloß ich einige Gedanken zu dem Thema aufzuschreiben. Ich fühle mich einfach berufen, den vielen Jugendlichen (aber auch Älteren die sich mit diesem Problem beschäftigen!) zu helfen, damit sie nicht orientierungslos durchs Leben gehen und womöglich in ihr Verderben rennen. Denn, DIE GEFAHR IST GROß!!! Es gibt genügend Propheten, die einen auf den falschen Weg führen wollen! HIER ALSO DER ULTIMATIVE WIE-WERDE-ICH-GOTH-GUIDE!!!! Wie werde ich Gothic? Wichtig ist zunächst einmal das Äußere! Auf jeden Fall immer schwarze Sachen tragen! Nur in Ausnahmen ist weiß (als Rüschenhemd) oder blutrot (z.B. als Innenfutter des Umhangs) gestattet. Das Outfit an sich, sollte entweder Lack-Leder, Mittelalter, Vampirähnlich oder sonstwie alt und verstaubt wirken. Bei Männern bevorzugt Ledermäntel, Umhänge, geschnürte Hosen. Die Frauen in engen Korsagen, aufreizenden Kleidern. Netzteile, ebensolche, oder einfach nur zerrissene Strumpfhosen sind auch nicht schlecht. Silberschmuck ist absolut erforderlich. Umgedrehte Kreuze, Pentagramme, Ketten, Totenköpfe, Ringe etc. Am Besten Schmuck der irgendwie nach SM aussieht. Halsbänder, Piercingringe und ähnliches. Schuhe müssen entweder spitz mit Schnallen übersät, oder metallbeschlagene Schnürstiefel sein. Bei Frauen sind hochhackige Dominastiefel oder bis zur Taille reichende Schnürschuhe notwendig. Die Hautfarbe muß immer Leichenblass sein. Notfalls mit Make up nachhelfen. Augen schwarz umrandet, kunstvolle Verzierungen die den Piercingschmuck einbeziehen und so den Gesamtgesichtseindruck verstärken, können nie schaden. Es gilt also absolutes Sonnenverbot!! Haare: Am besten lang, oder richtig kurz! Immer schwarz! Nur in Ausnahmen ist rot oder weißblond erlaubt. Dann aber bitte auch nur als vereinzelte Strähnen! Ausrasierte Partien sind durchaus genehm. Wichtig für das Äußere ist natürlich auch Mimik und Gestik. Beim Laufen sollte man sich also einen schlurfenden Gang angewöhnen, mit hängenden Schultern und einem von unten nach oben gleitenden Blick. Dieser sollte Normalbürgern gegenüber immer sehr böse sein. Unter Gleichgesinnten ist eine Ich-trage-das-gesamte-Leid-der -Welt Mine angebracht. Dies ist durchaus der schwierigste Teil. Zum Üben empfehle ich die Jesusdarstellungen in katholischen Kirchen. (Aber nur die Szenen wo er am Kreuz hängt!!!!) und intensives Studium des Films The Crow. Brandon Lee trägt als Hauptdarsteller eigentlich die perfekten Gesichtszüge. Zum Auftreten gehört auch das absolute LACHVERBOT!!!! Getanzt wird in den einschlägigen Clubs IMMER im Kreis. Der Tanz ist langsam und ähnelt den Laufbewegungen. Zwei Schritte vor und einen zurück. Das ganze mit hängenden Armen und gesenktem Kopf. Immer schön schleppend. Ansonsten arrogant gucken, sein Umfeld mustern, nie laut werden und nicht soviel reden!!!! Wichtig ist auch, dass man dieses Erscheinungsbild immer hat!! Auch wenn man so vielleicht erhebliche Schwierigkeiten im normalen Leben bekommt. (Man fliegt bei den Eltern raus, wird vom Chef gekündigt, in der Tram von Skinheads zusammen geschlagen... Solche Erfahrungen sind vielleicht schmerzvoll, helfen aber auch den richtigen Blick zu bekommen!!!) Und noch eins! Gothics sind nie dick!! Es geht ihnen nicht gut. Sie essen nicht viel, sie leben nicht in Saus und Braus. Bei einer durchschnittlichen Körpergröße von 170cm sollte man NICHT mehr als 50 Kilo wiegen!!! Dies ist in unserer Wohlstandsgesellschaft sicherlich eine schwierige Angelegenheit. Aber es lohnt sich! Immer Aussehen wie ein AIDS-Kranker kurz vorm Sterben. (Oder eben wie Jesus am Kreuz!) Die Wohnung Falls man in die Szene integriert ist, kann es durchaus passieren, dass man einige Leute zu Hause empfangen muß. Auch hier ist zunächst einmal auf die Kleiderordnung zu achten. Aber auch die Wohnung muss entsprechend sein. Die Wände schwarz bemalen, eben solche Vorhänge, immer abgedunkelt. Alles wird mit Kerzenleuchtern ausgeleuchtet. Es darf aber nicht zu hell werden. Die Kerzenhalter, Aschenbecher und sonstige Gebrauchsgegenstände sollten die form von Schädeln, Drachen, Monstern, Zombies haben und aus Silber sein. Dinge die nicht aus Metall sind, immer in Schwarz halten. In Ausnahmen ist die Farbe vermoderter Knochen erlaubt. (Plastiktotenkopfaschenbecher) Nicht zu viele komfortable Sitzgelegenheiten schaffen. Am sinnvollsten sind ein paar Kissen, niedrige Tische und Thronähnliche Sessel, die absolut unbequem sein müssen und nicht zum Sitzen einladen. Über allem sollte mehr als nur ein Hauch von Patchouli schweben. (Was sich übrigens auch als Parfüm von selbst versteht!!) Konsequenterweise, besorge dir einen Sarg um darin zu Schlafen. Am wichtigsten ist ein Altar. Dies kann einfach nur ein Platz auf einer Kommode oder ein Gebilde an der Wand sein. Ein zentrales Bild sollte die Mitte bilden. Ist man selber schon ein Star, nimmt man sein eigenes, (oder einen kaputten Spiegel) ansonsten Tilo Wolff. Um das ganze herum werden Kerzen, Steine, Ketten, Taubenskelette und Fotos von sich und allen möglichen Leuten, mit denen man sich irgendwo mal fotografieren lassen hat; drapiert. Originalautogramme und Widmungen sind auch sehr schön. Eintrittskarten von Clubs und Konzerten sammeln. Man muß ständig nachweisen können dass man dabei war! Die Musik Es ist bei der heutigen Vielfalt leider unmöglich sich genau zu definieren. Auf jeden Fall sollte die Musik immer düster, traurig, mystisch und schwer sein. The Cure sind nie falsch. Lacrimosa (aber nur die alten Sachen, bevor sie so heavy geworden sind). Illuminate auf jeden Fall. Die Texte sollten immer vom Tod, dem Leiden, quälendem Sex und Ähnlichem handeln. Auf so viele Konzerte wie möglich gehen! Dort aber nie ausrasten. Möglichst kleine unbekannte Bands suchen, und diese sobald sie bekannter werden, als Verräter abstempeln und verteufeln. Autogramme sammeln und zum Vorzeigen parat haben. Immer behaupten man würde Tilo Wolff kennen, auch wenn man nur mal drei Meter von ihm an irgendeiner Bar gestanden hat. Gern gesehen ist auch die gegenteilige Variante, das man absoluter Lacrimosa-Hasser ist. Die Interessen Natürlich beschäftigst Du Dich mit schwarzer Magie. Gott ist sowieso tot, und Satan lebt. Du glaubst an Horoskope der finstersten Art, Mondzeichen, und kennst die Satanische Bibel von Anton Szandor LaVey auswendig. Auch das sechste und siebte Buch Mose und natürlich das Nekronomicon. Versuche so viel wie möglich über schwarze Messen in Erfahrung zu bringen. Nutze die Chance und halte selber welche ab. Du bist ein Magier, eine Hexe, oder dunkle Prinzessin, ein Vampir. Bluttrinken solltest du dir genauso angewöhnen, wie das nächtliche Umdrehen von Grabkreuzen Äußere permanente Selbstmordabsichten, und formuliere diese in Kettenbriefe und Mails. Diese aber immer mit ein paar düsteren Gedichten und mindestens einer eindeutigen Schuldzuweisung. Wenn du dabei nicht auf die Gesellschaft, Politik oder deine Eltern zurückgreifen willst, nimm einfach Micha. Irgendeinen Micha gibt es immer. Und der ist Schuld. Trage dich in jeder Gothicseite im Web ein. Benutze Nicknamen wie Anna666, Vampyre oder Belial. Grüße immer mit stay dark, Heil Satan, carpe noctem und ähnlichem. Beschimpfe andere Gothics als Freizeitgrufties Das alles natürlich anonym!! Immer mit Nicknamen. Denn welcher Gothic heißt schon Mathias oder Karin? Nun kommt der schwierige Teil! Der eigentliche Anschluß an die Szene ...zu der Du nach eigener Aussage aber sowieso nicht gehörst, da sie nicht mehr so wie früher ist, wo man noch Sisters of Mercy gehört hat. Merke! Früher war sowieso alles immer besser, besonders im Osten! Hänge in allen möglichen Clubs rum, damit du gesehen wirst, aber spreche nie jemanden an! Habe immer ein paar Leute dabei, die du kennst, oder grüße einfach mal ab und zu jemanden. Du mußt einfach dazu gehören. Gib nie zu wenn du neu bist. Starre andere Gothics, die vielleicht perfekter gestylt sind als du, nicht an. Fotografiere sie nicht!!! Fahre jedes Jahr zum WGT nach Leipzig, aber hüte dich da vor solchen Spaßvögeln, die lachen, sich amüsieren, Witze erzählen und vielleicht sogar auf dich zukommen um freundlich mit dir zu reden. Dies sind die falschen Propheten!!! Ein böser Blick in ihre Richtung reicht meist, und sie verpissen sich! Das Berufsleben Auch ein Goth kann sich meist nicht den Widrigkeiten der Realität vollständig entziehen, da auch er Geld verdienen muß um seinen Kühlschrank zu füllen. In Anbetracht des erstrebten Idealgewichtes müßte dafür eigentlich ein gelegentlicher Gang zum Sozialamt reichen.... Aber er braucht viel, viel mehr Geld, für das perfekte Ausstaffieren seines Outfits, die vielen und langen Anfahrten zu Konzerten und Clubveranstaltungen... Er muß also arbeiten!!!! Nur wenige Gothics haben es wirklich geschafft, als Friedhofswärter, Journalist, Dichter oder gar Musiker zu arbeiten und damit Geld zu verdienen. Als Goth davon zu träumen, auf einem städtischen Friedhof als Gärtner oder gar Steinmetz angestellt zu werden, ist leider genauso unrealistisch wie für ehrliche, idealistische Normalbürger Bundeskanzler zu werden. Deshalb müssen wir nach Alternativen suchen. Ein Hauptbetätigungsfeld könnten Gothics in Archiven aller Art finden. Hier ist es meist ruhig und kühl, oft auch staubig Da meist kein anderer Lust auf diese Tätigkeit hat, ist man auch nicht genötigt nervende Kommunikation mit Arbeitskollegen zu führen. Leider haben Kirchen immer noch ein Problem mit Leuten, die sich als Gothics zu erkennen geben. Wenn ein Goth doch an die Öffentlichkeit möchte, also in der sogenannten Dienstleistungsbranche arbeiten will, dann gibt es Klamottenläden Seine in Clubs erworbenen Fähigkeit des arrogant und desinteressiert Guckens ist hier ebenso angebracht wie das ständige Präsentieren von Originalautogrammen. Die Kreativen unter Euch, sollten versuchen als Friseure, Tattoo- und Piercingkünstler zu arbeiten, Hinter der Bar eines Gothicclubs zu arbeiten ist fast genauso cool wie ein Star zu sein. Nichts ist schlimmer als z.B. als Regalauffüller in einem Supermarkt zu arbeiten, mit einem blauen Kittel und blödem Namensschild, und dann von Szenebekanntschaften entdeckt zu werden. Meist bleibt nur die Alternative als Produktionshelfer in irgendeinem großen Konzern am Fließband zu stehen. Wo man auf Grund des hohen Ausländeranteils auch keine Kommunikation betreiben muß. Aber Achtung vor jungen türkischen Männern!! Die halten einen meist für schwul, und das sind wir doch nicht!!!! GOTHICS lachen nicht!!! Partnersuche Bei der Suche nach einem geeigneten Partner ist natürlich keine Energie an Freizeitgruftis zu verschwenden! Beobachtet eure Auserwählte oder euren Auserwählten sorgfältig und über einen längeren Zeitraum, damit ihr sicher gehen könnt, dass sie/er fest in der Szene etabliert ist. Dabei ist erste Priorität, dass ihr nicht als um ihre/seine Gunst werbend erkannt werdet. verhaltet euch dieser Person gegenüber mit gesteigerter Arroganz! Kontaktaufnahme erfolgt weder durch interessierte Blicke noch durch freundliche Gesten, geschweige einer Einladung zu einem Drink. Stellt euch einfach abseits und desinteressiert in eine Ecke, die bevorzugt mit Kerzen ausgeleuchtet ist. Das romantisiert eure todessehnsüchtigen Gesichtszüge und erweckt selbst in dieser selbstmitleidigen Szene Interesse. Wichtig ist in dieser Phase, dass ihr euren leichenblassen Hals entblößt, damit er/sie früher oder später anbeißen kann. Wenn Ihr das Gespräch doch eröffnet, dann immer mit einem: Du siehst aber schlecht aus! Geht es dir nicht gut? Hierzu kann man auch mit Hilfe von Theaterschminke Selbstmordnarben an den Handgelenken vortäuschen und diese geschickt aufblitzen lassen. Familiengründung Grundsätzlich gründen Gothpaare keine Familie, da alles sowieso keine Zukunft hat. Sie wollen keine Kinder in die Welt setzten, um sie nicht dem Grauen dieser Wirklichkeit auszusetzen. Widere Umstände (z.b. das latex-kondom hat nicht gehalten was es versprach) zeigen jedoch, dass vereinzelt doch Nachwuchs gezeugt wird. In solchen doch zutiefst unglücklichen Situationen heißt es RUHE bewahren. Die 40 kg-schwerwiegende, werdende Goth-Mutter kann ihre Umstände unter schönen Samtkleidern lange verheimlichen. Ist der kleine Nachwuchsgoth dann doch geschlüpft, gibt es nur eine Möglichkeit, sich weiter in der Szene zu bewegen: der/die kleine Vampirbrut muß sofort die passende schwarze Erziehung genießen und sich ins Gesamtbild fügen. das heißt: Der Kleine muß stets an die Leine (bzw. Kette!) genommen werden und darf auf keinem Fall laute Schreie inmitten einer schwarzen Messe loslassen (schwarzes Isolierband kann da Wunder wirken). Der kleine Goth sollte niemals in weißen Pampers gesehen werden (Ersatz bietet hier always black, man muss zwar öfter wechseln, aber das soll es mal wert sein!). Dem Kleinen sollte niemals ein Lächeln entgegengebracht werden, um so leichter hat er es, wenn er sich später selbst in der Szene beweisen muss. Auch sollte der kleine Goth auf keinem Fall Besitzer eines weltlichen Namens sein. Die Namensfindung ist denkbar einfach: man hänge an einen in der Szene anerkannten Namen nur jr. an, dann kann nichts schiefgehen. Der kleine Goth beschäftigt sich niemals mit herkömmlichem Spielzeug. Doktorspielchenersatz bietet der neuartige Bondage-Koffer von Beate Uhse speziell für kleine Fesselspielchen. Außer einer Voodoopuppe besitzt der kleine Goth keine Puppen. Von einer Goth-Barbie ist abzuraten, da diese nicht den abgemagerten Idealen der Gothics entspricht. Was noch wichtig ist: wenn der kleine Goth Zähne bekommt - niemals mit gewöhnlichen Beißringen arbeiten. Nachbildungen gibt es jetzt auch in Latex! Oder Gummifledermäuse verwenden. Das vermittelt ihm schon früh ein gesundes Verhältnis zu fetischähnlichen Aktivitäten.
editiert am 02.01.2012 20:54
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