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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadZahlen bis der Arzt kommt
12.11.2010 15:15
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0 Geschafft. Die (a)soziale Bundesregierung hat heute die Dreiklassenmedizin eingeführt. Nicht nur die Beiträge zur Krankenversicherung steigen (wieder) auf 15,5% (7,3% AG, 8,2% AN), sondern der AG Anteil wird eingefroren. Eine Verabschiedung des Solidaritätsprinzips. Künftige Beitragssteigerungen werden in unbekannter Höhe zu Lasten der Versicherten gehen. Von der zuvor mal angedachten 1% Regelung max vom Bruttogehalt ist nicht mehr die Rede. Eine Zustimmung durch den Bundesrat bedarf es nicht. Aber was noch viel schlimmer ist: Die Versicherten sollen verstärkt zur Vorkasse gedrängt werden. Angeblich erhöht dies die Transparent der Abrechnungen mit dem Arzt. Dieser rechnet aber mit Privathonoraren nach einem anderen Tarif ab, so dass die Versicherten - wie bei der TK zukünftig nur noch 36-40% der Honorarrechnung erstattet bekommen werden. Die Konsequenz bei einer Verweigerung: Ärzte werden noch weniger Patienten Termine anbieten, wo sie direkt mit der KK abrechnen müssen. Eine Dreiklassemedizin droht. ------- Die Privatpatienten --------Die in Vorkasse tretenden Patienten, die einen Teil nicht von ihrer gesetzlichen KK erstattet bekommen und... --------der dämliche Rest. Derweil können viele niedergelassene Ärzte die Ausweitung der Kostenerstattung kaum erwarten. In ihrem Internetforum facharzt.de debattieren sie seit Wochen ebenso munter wie ungehalten. Um Zugang zu den Diskussionsforen zu haben, benötigt man einen Code, den nur Fachärzte bekommen. In dieser vermeintlichen Sphäre der Sicherheit vor lästigen Patienten wird schon mal die Häme deutlich, mit der mancher Arzt auf seine Klientel blickt. So schreibt eine Ärztin: "Patient kann nicht leisten? Honorar, da muss er sich versichern. Kann die Rechnung nicht beurteilen? Tja, ich kann meine Autorechnungen auch nicht wirklich beurteilen, da muss ich vertrauen oder eben fragen!" Darauf ein anderer Arzt: "Es wird doch im System beschissen, dass es nur so kracht." Ziffern würden eingegeben, die nicht in der Realität am Patienten erbracht wurden, Untersuchungen gemacht, nur um die Ziffern abzurechnen. Der Arzt: "Ganz ehrlich: Ich rechne mit - initial weniger - Geld nach Einführung der Kostenerstattung. Ich rechne mit mehr Diskussionen mit dem Patienten. Aber ich werde mit einem besseren Gefühl mein Geld verdienen als bisher." Die Kostenerstattung ist eine Zeitbombe, die durch die zukünftige Honorarreform der ärztlichen Vergütung erst ihre Sprengkraft entfalten wird", urteilt Achim Kolanoski, Vorstandsvorsitzender der Krankenkasse Deutsche BKK. Er fürchtet, dass die zukünftige Vertragsverhandlung mit Ärzten und Krankenhäusern immer schwieriger werden wird. Gratulation, Herr Bundesminister Rösler.
editiert am 12.11.2010 15:18
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