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dicke frauen Teil 2

blackfire
HiddenNickname
offline
27.07.2011 09:35
0
Ich habe vor ein paar Jahren auf einer Intensivstation gearbeitet. Da kam eine extrem dicke Patientin, die durch Sauerstoffmangel bewusstlos geworden war. Sie bekam eine Atemmaske, die das ganze Gesicht einschließt (CPAP), die aber nicht richtig auf ihrem fetten Gesicht hielt. Ich musste nun diese Maske mindestens eine halbe Stunde lang ziemlich fest auf ihr Gesicht drücken. Um das Ganze mit möglichst wenig Rückenschmerzen zu überstehen, kletterte ich, wie mir empfohlen wurde, durch allerlei Kabel und Schläuche in den schmalen Raum zwischen dem hochgestellten Kopfende der Matratze und dem Bettgitter und presste das Ding auf die Massen. Alle halbe Minute musste ich mich umdrehen um den Sauerstoffwert auf der Anzeige kontrollieren zu können.

In dieser halben Stunde war ich mit meinen Gedanken alleine.. "Toll, da hast du dich dein ganzes Leben lang fettgefressen und jetzt liegst du hier und brauchst deinen eigenen Zivi der dir bloß die Maske hält.. und was soll eigentlich dieses Tattoo da auf deinem Unterarm?.. das kann heute doch kein Mensch mehr lesen.. irgendein Datum vielleicht? Geburtsdatum deiner ersten Liebe?...." und so weiter.. wie gesagt, mindestens eine halbe Stunde.

Als ich schließlich von meiner Aufgabe endlich befreit war und endlich aus dem Bettgestell krabbeln und meinen schmerzenden Glieder ausgiebig dehnen und strecken konnte, interessierte mich natürlich doch etwas die Geschichte dieser Frau.. wegen welcher Krankheit war sie eigentlich hier?

An der Wand pinnte Ihre Krankheitsgeschichte, unter "Diagnosen" las ich:
Zustand nach KZ-Aufenthalt in Auschwitz..

Ich war bestürzt.. richtig betroffen..
Zu dieser Zeit ging es mir selbst richtig mies, es war sogar die schwerste Zeit meines jungen Lebens, eine Zeit die sicher auch Einfluss auf meine Gedanken hatte.. aber dennoch habe ICH sie völlig zu unrecht verurteilt.
Ein paar Tage später, arbeitete ich in einer anderen Box, war nicht mehr für sie zuständig. Im Vorbeilaufen sah ich sie aufrecht und bewusstseinsklar in ihrem Bett sitzen. Sie hatte ein richtig freundliches, sympathisches Lächeln auf dem Gesicht, das mir meine eigene Leere oder Kälte einmal mehr bewusst machte.

Zum Hintergrund: Die Dame war zum Zeitpunkt ihres Aufenthaltes im KZ natürlich noch ein richtig junges Mädchen, von vielleicht 4 Jahren gewesen.. keine Ahnung ob sie sich noch daran erinnerte, ist auch egal. Erfährt ein Mensch einmal eine dauerhafte Periode von echter Hungersnot, so kann der Körperstoffwechsel und auch die Psyche in ein Notprogramm umschalten.. es werden weniger Kalorien verbrannt und fast alles an Energie gespeichert, was der Körper mit der Nahrung aufnehmen kann. Ich schätze diese Frau musste ein Leben lang unter diesem Umstand leiden. Bei besuchen von Auschwitz und einem anderen Arbeitslager sagte man mir, dass ehemalige Häftlinge sich oft lebenslang ein Stück Brot neben dem Nachttisch bereithielten weil sie nachts oft in Panik aus dem Schlaf hochschreckten und den Angst und den Hunger von damals spürten. Das Tattoo auf ihrem Unterarm war ihre Häftlingsnummer, die die Nazis ihr eingestochen hatten.

Heute geht es mir seit langem wieder gut, ich bin ziemlich zufrieden mit mir. Aber ich habe diese Geschichte und meine Gedanken von damals nicht vergessen und möchte dass sie mich und vielleicht euch daran erinnert, dass solche abfälligen Gedanken unfair sind und die schnelle Ursachenbenennung warum jemand so dick ist, gründlichst daneben liegen kann.

Dieser Grund von Fettleibigkeit ist sicher nicht der Häufigste. Der Häufigste ist tatsächlich mangelnde Bewegung und Fehlernährung, aber auch diese hat oft ihre eigenen Hintergründe. Egal warum jemand zu dick geworden ist, fiese Beleidigungen und Gedanken sind einfach nicht angebracht und man sollte sich mal selbst fragen warum man das jetzt gerade gesagt/gemacht hat.
Mir persönlich liegt an einem allgemeinen, gesellschaftlichen Gesundheitsbewusstsein viel am Herzen. Ich wünsche jedem Übergewichtigen, dass er es schafft gesundheitsbewusst zu leben, seine Ernährung umzustellen und einen Sport zu finden, der ihm gut tut. Fettleibigkeit ist nicht bloß ein Schönheitsmakel, sondern schlecht für die Gesundheit. Ich finde wir sollten es tolerieren, wenn jemand gar nicht abnehmen will und es unterstützen wenn jemand sich so ein Ziel gesteckt hat. Aber nicht jemanden mit fiesen blicken kränken, das macht einen selbst irgendwie hässlich.

(Edit: hab noch die Sache mit dem Brot auf dem Nachttisch hinzugefügt)
Sumiko
HiddenNickname
offline
11.08.2011 20:11
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kaIa
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offline
11.08.2011 19:57
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fische_frau
HiddenNickname
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11.08.2011 19:45
0
ZitntAedetetaetrdeed sodrieb no 11.08.2011 ao 19:29:

ZitntAedetetaetrdeed sodrieb no 11.08.2011 ao 19:20:

Aesdnlb gnr niodt oedr dns Adeon nnsodneiden? Aitei...An gabe es dnnn so oiele Aereiode, die oa sedr oorgegragt sind...Air Aeatsoden tan ans nar sodoer, dnraber oit tanstlerisoder Areideit oa oerfagen. Adilosogdisod dnt eine oatige Aaseinnndersetoang oit deo Aoloonast o. A. fnst nar io Aaslnnd stnttgefanden.

Aber dnoa noodonl, iod oarde es no Annde natoen and die Aointe in der Aigar der tangen Arna saoden.


Adorno ist Aaslnnd.. nd tn.

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es dnt in oeinen Aagen etons oit Aesgett oa tan,
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die die Arisnno des eigenen Aertes erdadt,
oa oissbrnaoden.

Ait tanstlerisoder Areideit oerfagen..

Aber solode Adeoen oird niodt frei oerfagt,
and oonr oareodt,
ebenso oie es gesetoesoidrig ist,
den Aoloonast oa leagnen.


Aod glnabe dn sodiebst Aa oiod gernde in eine Aodablnde, oenn Aa oon &gaot;nassodlnodten&gaot; sgriodst. Aat, iod oernß Adorno. Arotodeo ist es in Aeatsodlnnd sedr dannes Ais, naf deo onn siod bei deo Adeon beoegt. As ist sodoer, iod frei and trentio dentend oa oerdnlten. Aod dnodte dnbei nn Aqotnrds Ansnto.

Aie Aanst sollte tedes Adeon natoen! Aefinitio! Ans Arisnnte oa natoen ist Aafgnbe der Aanst. Ast tedenfnlls oeine Aeinang. Aie Aanst ist dnoa dn, Arenoen oa abersodreiten. Anodtoerdaltnisse in Arnge oa stellen. And iod sgrnod, nls iod oon oeiner Adee einer liternrisoden Aosetoang sgrnod, niodt oon einer billigen Adngtion dioerser Alisodees!
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