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Forum » Coming Out » Threadein coming out der anderen art
25.05.2004 11:15
HiddenNickname
0 hallo zusammen, ich bin die neue hier als ich mich eingeloggt habe, saß ich einige zeit vor dem fragebogen, weil es eine art von unbekanntem fragemuster für mich ist. und dort habe ich mich auch gefragt wie war das eigentlich für mich? ------ Warnung, artikel mit überlänge ------- nun ich gehörte zu den "trannies"(ich habe dieses wort in der übergangszeit für mich so gestaltet und angenommen, weil ich diese umschreibung einfach nur süß finde). bin also im falschen körper großgeworden. aber frauen haben mich zeitlebens fasziniert. obwohl ich vieles erst verstanden habe, seitdem ich sicher weiß wer ich bin. ich habe früh geheiratet und blieb ihr auch treu. ein outing war nicht notwendig, denn es war ja "gesellschaftskonform&quo t; (auch wenn ich nicht gesellschaftsüblich bin und hoffentlich nie sein werde). durch meine unsicherheit und die stärke meiner ex habe ich keine kraft gehabt, aus der beziehung auszubrechen. aber auch weil ich dies meinen kindern ersparen wollte. ich habe all die jahre nur versucht eine rolle zu spielen, eine rolle die unsere gesellschaft/erziehung uns vorgibt. aber ruf der identität ist so stark und kommt immer wieder. in immer kürzeren abständen und mit zunehmender heftigkeit wird die betroffene daran erinnert sich auf die suche zu begeben. auch ich habe immer wieder gesucht, ohne jedoch zu wissen, was mich glücklich macht. ich habe für mich mal einen vergleich geschaffen. wer von euch schon lange im ausland gelebt hat und dort den ruf der heimat schmerzlich gespürt hat ohne diesem ruf jedoch folgen zu können, der hat eine ganz kleine ahnung, was in uns betroffenen vorgeht. nur ist die überwindung der gesellschaftlichen "normen" würg... mit großen ängsten und dem verlust von allem wichtigen verbunden. in meinem fall, war es ende 2001 so weit, daß ich alles riskiert habe. meine berufliche selbstständigkeit, meine kinder zu verlieren, meine freunde zu verlieren, meine partnerin zu verlieren, meine eltern zu verlieren und nicht zuletzt, daran zuu grunde zu gehen. alleine dies zeigt ansatzweise, welcher zweikampf in uns brodelt. nun ich hatte glück. meinen beruf kann ich weiter ausüben und meine kunden sind mir treu geblieben, meine kinder und ich haben unsere beziehung um ein vielfaches vertieft und ich ziehe sie groß(das hat mich dafür entschädigt, selbst nie "eigene" kinder haben zu können), meine ex ist zwar gegangen aber auch zu meiner besten freundin geworden, die wenigen freunde die ich hatte, haben sich als wirkliche freunde (freunde in der not) herausgestellt. nur meine eltern (beide über 60) haben ein riesenproblem damit und der kontakt ist am auslaufen. es ist schon erschreckend, wenn die stellung/der ruf im ort wichtiger ist als das eigene kind...... aber auch in ihren statements haben meine eltern die schlimmsten sprüche abgelassen. schlimmer als viele fremde/kunden!! am schönsten war mein comingout bei meiner damals 14 jährigen tochter, sie findet es einfach nur cool und hatte es sogar mal in der schülerzeitung thematisiert (auch wenn die bilder mir nicht grade geschmeichelt haben, denn etwas eitel bin ich auch und mein passing war nicht das beste zu jener zeit). aber frau kann nicht alles haben. nun ich habe mich verändert und versucht mir in kurzer zeit etwas von dem beizubringen, was ihr in vielen jahren lernt. eben das rollenverhalten im alltag. denn nicht die operationen sind es in erster linie, die uns ausmachen, sondern die veränderung im geistigen sinne. denn es gilt ja alle verhaßten strukturen des männlichen denkens und handels auszumerzen. aber auch schon von anfang an macht man sich über seine sexuelle orientierung gedanken. so war ich ein halbes jahr im neuen sozialen rollenverhalten als andrea unterwegs, als ich mich kritisch hinterfragte. was ist los mit mir? ich schaue schönen frauen hinterher, bin ich noch immer ein mann? schreckliche vorstellung :shock: nun so hat sich ein denken etabliert, es wird wohl doch ein mann sein, den ich als partner für mich zu finden habe. aber bis ich mich überhaupt wieder an menschen rangetraut habe verging noch viel zeit. erst als ich meine Op hinter mir hatte, habe ich gespürt, jetzt wird es zeit. ich habe mich in den letzten jahren immer wieder auf mein bauchgefühl verlassen. auch bei so wichtigen entscheidungen. nur wenn ich selbst als stimmig für mich empfinde, kann ich es glaubhaft umsetzen. also habe ich mich auf die suche nach einem mann gemacht. und bin dabei ganz schön auf die schnauze gefallen. in vielfacher hinsicht. ich denke das muß ich hier nicht vertiefen. na und eher zufällig bin ich bei einem paar gelandet. und der frau dort habe ich es zu verdanken, daß ich jetzt begriffen habe, ich bin lesbisch (und war es ja auch schon immer) und das ist auch gut so (ich weiß, alter spruch, aber er paßt immer wieder). so wie es ein komiker zur volksbelustigung mal abgelassen hat, traf es auf mich in ernüchternder weise zu. ich bin eine lesbe, die in einem männerkörper zur welt kam. nachdem ich ja schon vor einigen jahren mich wegen meiner beginnenden körperlichen veränderung geoutet habe, so ist dieses outing ein kleiner fisch für mich gewesen. bislang habe ich mich eigentlich nur von mensch zu mensch geoutet, aber hier so ein allgemeines gruppenouting ist wieder mal was neues. mal sehen, ob ich damit richtig lag und mein bauchgefühl noch immer stimmt. was? ihr habt wirklich bis zum ende gelesen? respekt, das hätte ich nicht erwartet. ich wünsch euch noch was
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HiddenNickname
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