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Von der Notwendigkeit des Feminismus

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24.01.2017 18:48
von:
Arminda
Status: offline  

Die Reaktion einer Frau auf den Women's March, der am 21.01.2017 in verschiedenen Teilen der Welt stattfand, erregt im Internet zur Zeit großes Aufsehen. Ihre Beschwerde leitet sie ein mit den Worten: "Ich bin keine Schande für Frauen, weil ich den Women's March nicht unterstütze. Ich fühle mich nicht wie eine Bürgerin zweiter Klasse, weil ich eine Frau bin."

Im Folgenden findet ihr den Link zum wunderbaren Antwort-Post auf diese Reaktion. Er zeigt, dass Feminismus längst nicht überholt und überflüssig ist, sondern, dass wir unser Gefühl der Gleichstellung durch Frauen gewonnen haben, die in der Vergangenheit mutig für ihre Rechte eingetreten sind und für sie gekämpft haben. Er zeigt aber auch, dass es an manchen Stellen immer noch nötig ist, für Gleichberechtigung zu kämpfen, weil sie dort noch nicht erreicht ist. Lest den Artikel, grübelt darüber und teilt ihn. Er ist es wert!

https://medium.com/@dinac [...] your-poe m-1f26a7585a6f#.pagbcvog7

editiert am 24.01.2017 18:50 Beitrag melden Zitatantwort
24.01.2017 18:56
von:
Goschenhobel
Status: offline  

tinyurl, please?

Weil: Error 404.

Danke im Voraus!

24.01.2017 19:09
von:
PinkSkull
Status: offline  

Und dennoch hat auch diese Frau das Recht sich da raus zu nehmen. Nur weil man etwas nicht unterstützt, heißt es nicht zwangläufig, dass man dagegen ist Das nennt man schlicht Meinungsfreiheit und wenn ich sehe und höre und lese, wer Feminismus wie durchsetzen will, könnte ich kotzen! "Feminismus oder Schlägerei!", prangte am Wagen der Linken zum CSD 2016 in Dresden - danke für Nichts! Kein Wunder, dass es Frauen gibt, die sich da rausnehmen..

28.01.2017 13:27
von:
Arminda
Status: offline  

Mit einiger Verspätung hier ein neuer Versuch, was den Link betrifft. Hoffentlich könnt ihr ihn diesmal ohne Probleme öffnen

https://medium.com/bigger [...] etdtvcqw

28.01.2017 13:37
von:
Ninnife
Status: offline  

danke

28.01.2017 14:00
von:
Goschenhobel
Status: offline  

Der Artikel hat's sehr gut auf den Punkt gebracht.

Ist ja schön, wenn es Frauen gibt, die sich nicht diskriminiert fühlen. Aber die sind leider noch in der krassen Minderheit. Und dann aus der subjektiv glücklichen, da angemessenen Einzelposition heraus gegen die argumentieren, die es erst ermöglicht haben, daß eine Frau heutzutage eine solche Lebenssituation (wie es allen Frauen eben zusteht) hat.

Natürlich muss man nicht auf dem women's march mitlaufen um die Frauenrechte zu stärken. Aber als Frau sollte man heutzutage logischerweise nicht gegen die Bewegung kämpfen, der man seine glückliche Einzelposition zu verdanken hat (so nach dem Motto: habt euch mal nicht so, Geschlechtsgenossinnen, wir sollten dankbar sein, denn schlimmer geht's immer).
Das ist doch dieselbe Logik, mit der AfDlerinnen und rechtskonservative Weibsbilder gegen die Gleichberechtigung der Frau argumentieren.

Solche Antifeministinnen argumentieren sozusagen für die Abschaffung der eigenen Grundrechte. Krank find ich das.

Aber es ist, wie es ist: Frausein schützt vor Frauenfeindlichkeit nicht. Und Menschsein schützt bekanntlich vor Menschenfeindlichkeit nicht.
Es gab doch mal diesen niederländischen oder belgischen, rechtskonservativen Politiker, der gegen die Grundrechte von LSBT*-Menschen gekämpft hat, obwohl er selber schwul war. Genauso selbstfeindlich finde ich diese Antifeministinnen. Selbstfeindlich und daher ungesund.

Klar hat diese Frau das Recht, ihre Meinung zu äußern. Auch wenn sie sich argumentativ auf die Seite derer schlägt, die dieses Recht Frauen wohl eher entziehen würde. Und das ist der Grund, warum der Feminismus erst recht seine Existenzberechtigung hat. Denn solche Frauen sind ein Symptom des fehlenden Feminismus. Sozusagen verinnerlichte Feindlichkeit gegen das eigene Geschlecht.

Ich hab schon persönlich Erfahrungen mit dieser Spezies Geschlechtsgeossinnen gehabt und ich halte sie mir mittlerweile einfach nur vom Leib.

28.01.2017 14:07
von:
Arminda
Status: offline  

ZitatGoschenhobel schrieb am 28.01.2017 um 14:00:

Der Artikel hat's sehr gut auf den Punkt gebracht.

Ist ja schön, wenn es Frauen gibt, die sich nicht diskriminiert fühlen. Aber die sind leider noch in der krassen Minderheit. Und dann aus der subjektiv glücklichen, da angemessenen Einzelposition heraus gegen die argumentieren, die es erst ermöglicht haben, daß eine Frau heutzutage eine solche Lebenssituation (wie es allen Frauen eben zusteht) hat.

Natürlich muss man nicht auf dem women's march mitlaufen um die Frauenrechte zu stärken. Aber als Frau sollte man heutzutage logischerweise nicht gegen die Bewegung kämpfen, der man seine glückliche Einzelposition zu verdanken hat (so nach dem Motto: habt euch mal nicht so, Geschlechtsgenossinnen, wir sollten dankbar sein, denn schlimmer geht's immer).
Das ist doch dieselbe Logik, mit der AfDlerinnen und rechtskonservative Weibsbilder gegen die Gleichberechtigung der Frau argumentieren.

Solche Antifeministinnen argumentieren sozusagen für die Abschaffung der eigenen Grundrechte. Krank find ich das.

Aber es ist, wie es ist: Frausein schützt vor Frauenfeindlichkeit nicht. Und Menschsein schützt bekanntlich vor Menschenfeindlichkeit nicht.
Es gab doch mal diesen niederländischen oder belgischen, rechtskonservativen Politiker, der gegen die Grundrechte von LSBT*-Menschen gekämpft hat, obwohl er selber schwul war. Genauso selbstfeindlich finde ich diese Antifeministinnen. Selbstfeindlich und daher ungesund.

Klar hat diese Frau das Recht, ihre Meinung zu äußern. Auch wenn sie sich argumentativ auf die Seite derer schlägt, die dieses Recht Frauen wohl eher entziehen würde. Und das ist der Grund, warum der Feminismus erst recht seine Existenzberechtigung hat. Denn solche Frauen sind ein Symptom des fehlenden Feminismus. Sozusagen verinnerlichte Feindlichkeit gegen das eigene Geschlecht.

Ich hab schon persönlich Erfahrungen mit dieser Spezies Geschlechtsgeossinnen gehabt und ich halte sie mir mittlerweile einfach nur vom Leib.


Besser hätte ichs nicht ausdrücken können. Danke dafür! Und mir geht es ebenso, dieser Spezies von Geschlechtsgenossinnen gehe auch ich aus dem Weg

28.01.2017 14:25
von:
Ninnife
Status: offline  

Wohlgemerkt, es geht dabei nicht um Privilegien, sondern um Gleichstellung.

Daher finde ich den Bogen mehr als berechtigt. Ich möchte nicht zusätzlich mit meiner Aufmerksamkeit solche "meist durch Ehe-Status erworbenen" Privilegien auch noch verstärken.

- Damit es keine Mißverständnisse gibt: Nur falls sich eine als Antifeministin bezeichnet .... nicht gegen dazu geneigte Ehefrauen -

editiert am 28.01.2017 14:29 Beitrag melden Zitatantwort
28.01.2017 14:33
von:
Goschenhobel
Status: offline  

Ganz genau, es ist kein Privileg, für das man dann bitteschön auch dankbar sei sollte, sondern eine Forderung nach Gleichberechtigung, welche überfällig ist.

Stolz auf Errungenschaften und Dankbarkeit für die, die die große Vorarbeit geleistet haben wäre hier angemessen. Und diesem Dank und diesen Errungenschaften wird man am ehesten gerecht, indem man den Prozess weiterleben lässt und versucht, zumindest für sich selbst diese Grundrechte wie selbstverständlich einzufordern.

28.01.2017 14:55
von:
Ninnife
Status: offline  

Wobei ich sehr gut verstehen kann, dass eine von Storch und KonsortInnen keneswegs von ihren Privilegien abrücken wollen und anderen nicht mal das Schwarze unter den Fingernägeln gönnen

28.01.2017 15:54
von:
Minerva_
 

Ganz vielen lieben Dank für den Link!

28.01.2017 16:21
von:
Arminda
Status: offline  

Bitte, gerne!

28.01.2017 20:37
von:
Weirdo2013
Status: offline  

Danke Arminda für den Artikel! Hatte Gänsehaut beim Lesen.

02.02.2017 11:05
von:
Weirdo2013
Status: offline  

Lohngleichheit - Reporterin verliert gegen ZDF - das Problem bleibt

http://www.sueddeutsche.d [...] .3359109
oder
http://tinyurl.com/gpc8jcr

Mutige Frau. Ich bin gespannt, wie es mit ihr und der Klage weiter gehen wird. Anmerkung: Das ZDF wird aus öffentlichen Geldern finanziert. Alteingesessene Festangestellte geniessen hohe Privilegien. Es herrscht meist Einstellungsstopp, so dass ein verdeckter "Sklavenmarkt" an freien Mitarbeitern (welche dann doch nicht frei sind..) entstanden ist.
Noch ein langer Weg zur "Gleichberechtigung" und dieser Satz des Richters spornt an ;-)
"Auf die Frage, wie er sich die höhere Entlohnung zum Teil jüngerer Kollegen erkläre, zitiert "Spiegel Online" den Vorsitzenden Richter mit den lapidaren Worten: "Weil die Kollegen besser verhandelt haben. Das nennt man Kapitalismus."

02.02.2017 11:12
von:
Ninnife
Status: offline  

Falsch, Eure Ehre ... das nennt man Chauvinismus

ich würde damit vor den europäischen Gerichtshof gehen .....

editiert am 02.02.2017 11:22 Beitrag melden Zitatantwort
02.02.2017 11:31
von:
Weirdo2013
Status: offline  

ZitatNinnife schrieb am 02.02.2017 um 11:12:

Falsch, Eure Ehre ... das nennt man Chauvinismus

ich würde damit vor dem europäischen Gerichtshof gehen .....


Ich befürchte, dass sie auch hier wenig Chancen haben wird. Dennoch könnte es eine Signalwirkung haben. Es wird Frau nichts geschenkt ;-) Deshalb nicht glauben, dass alles in trockenen Tüchern ist mit der Gleichberechtigung. Transparenz ist Mangelware und dass man "vera...." wird, merkt man meist erst hinterher.

Was mich sehr irritiert, ist diese "Doppelmoral". Die Reporterin arbeitet für Frontal 21 - Eine Sendung, welche gesellschaftliche Missstände aufdeckt. Und das ZDF handelt entgegen "ethischer" Prinzipien, auf die man bei einem öffentlich-rechtlichen Sender eigentlich Vertrauen sollte.

02.02.2017 11:43
von:
maruru
Status: offline  

Hej,

dich irritiert die Doppelmoral dieses Senders/der Macher dieser Sendung . . .

Dieses irritiert mich nun aber, gehe ich doch davon aus, dass Mensch davon ausgehen kann, dass auch ein Sender, wenn es um Gleichstellung und Gleichberechtigung geht, da eine Doppelmoral hat und sich selbst am nächsten ist.

Herzlichst.

w.



02.02.2017 11:43
von:
amiga60
Status: offline  

ZitatWeirdo2013 schrieb am 02.02.2017 um 11:05:

Lohngleichheit - Reporterin verliert gegen ZDF - das Problem bleibt

http://www.sueddeutsche.d [...] ohnungle ichheit-reporterin-verliert-gegen-zdf-das-pro blem-bleibt-1.3359109
oder
http://tinyurl.com/gpc8jcr

Mutige Frau. Ich bin gespannt, wie es mit ihr und der Klage weiter gehen wird. Anmerkung: Das ZDF wird aus öffentlichen Geldern finanziert. Alteingesessene Festangestellte geniessen hohe Privilegien. Es herrscht meist Einstellungsstopp, so dass ein verdeckter "Sklavenmarkt" an freien Mitarbeitern (welche dann doch nicht frei sind..) entstanden ist.
Noch ein langer Weg zur "Gleichberechtigung" und dieser Satz des Richters spornt an ;-)
"Auf die Frage, wie er sich die höhere Entlohnung zum Teil jüngerer Kollegen erkläre, zitiert "Spiegel Online" den Vorsitzenden Richter mit den lapidaren Worten: "Weil die Kollegen besser verhandelt haben. Das nennt man Kapitalismus."


Der Richter sagt damit eigentlich nur, dass der Kapitalismus sexistisch ist und umgekehrt. Der Kapitalismus war mit dem Sexismus von Beginn an eng verwoben. Sie stabilisieren sich gegenseitig. Am besten ist das m.E. aus der Geschichte heraus zu verstehen. Die Veränderung der Geschlechterrollen / Ideologie mit aufkommendem Kapitalismus ist genau an die Bedürfnisse desselben angepasst und auch sein Abbild.
Lesetipps (wie immer an dieser Stelle )
Ute Gerhard, Verhältnisse und Verhinderungen
und
Karin Hausen, Die Polarisierung der Geschlechtscharaktere. Eine Spiegelung der Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben.

(um mal einem an dieser Stelle üblichen Reflex vorzubeugen:
Ja, das Patriarchat ist älter als der Kapitalismus. Unbenommen. Was ich sagen will ist, dass der Kapitalismus das hierarchische Geschlechterverhältnis, das er vorgefunden hat, in seiner konkreten Ausprägung verändert hat. Die Rollen /Identitäten sind qualitativ andere, und sie sind genau an die Bedürfnisse des Kapitalismus angepasst.)

02.02.2017 11:45
von:
Ninnife
Status: offline  

Diese Praxis ist so üblich geworden, dass auch die Öffentliche Hand darauf greift.

So haben wir hier unter Tarif bezahlte Mini-Jobberinnen, die im Landstag putzen und studierte Pädagoginnen, die für 14 € die Stunde fürs Sozialamt in den Schulen arbeiten, weil die Verträge über eine GmbH laufen, die 2/3 des Gehaltes für sich kassiert.

Alles OK, wer sich beschwert fliegt raus .... und verliert seine Existenz. Seltsam, dass es am meisten Frauen trifft?

Das wäre ein tolles Thema für einen Dokumentarfilm



editiert am 02.02.2017 11:50 Beitrag melden Zitatantwort
02.02.2017 12:29
von:
Weirdo2013
Status: offline  

ZitatNinnife schrieb am 02.02.2017 um 11:45:

Diese Praxis ist so üblich geworden, dass auch die Öffentliche Hand darauf greift.

So haben wir hier unter Tarif bezahlte Mini-Jobberinnen, die im Landstag putzen und studierte Pädagoginnen, die für 14 € die Stunde fürs Sozialamt in den Schulen arbeiten, weil die Verträge über eine GmbH laufen, die 2/3 des Gehaltes für sich kassiert.

Alles OK, wer sich beschwert fliegt raus .... und verliert seine Existenz. Seltsam, dass es am meisten Frauen trifft?

Das wäre ein tolles Thema für einen Dokumentarfilm



Ich könnte ein Exposé beim ZDF einreichen


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