|
|
Forum » Literatur, Kunst & Philosophie » Threadgalileo´s tochter
30.07.2008 13:36
HiddenNickname
0 Galileos Tochter Eine Geschichte von der Wissenschaft, den Sternen und der Liebe Klappentext Galileo Galileis Tochter Celeste war nicht nur das geliebte Kind des großen Wissenschaftlers, Philosophen und Schriftstellers, sie war auch eine kluge Ratgeberin, eine Begleiterin seiner wissenschaftlichen Überlegungen und eine wunderbare Briefpartnerin. Galileo, der das christliche Dogma wie kein zweiter erschütterte, war ironischerweise ein tiefgläubiger Christ, der seine Tochter in ein Kloster gab. 104 Briefe der Tochter, leider nicht die des Vaters, sind erhalten, und aus ihnen spricht nicht nur die Liebe zwischen Tochter und Vater, sondern auch die Klugheit und der praktische Verstand Maria Celestes. Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999 Jürgen Kaube bespricht das Buch zusammen mit Mario Biagiolis "Galileo, der Höfling". 1) Dava Sobel: "Galileos Tochter" Galileo, so schreibt Kaube eingangs, sei das Leitbild eines Wissenschaftsmythos vom Naturwissenschaftler, der Licht in ein selbstverschuldetes Dunkel bringt. Einem solchen "Ursprungsheros" könne man sich heute nur noch auf zweierlei Weise nähern: "indem man dem Mythos entweder eine neue Wendung gibt, oder indem man ihn selber aufklärt". Mit Sobel ist Kaube in dieser Hinsicht nicht zufrieden, denn sie tut weder das eine noch das andere. Einerseits bekennt Kaube, ihr "flüssig vorgetragenes" Buch durchaus gerne und mit Gewinn gelesen zu haben, andererseits stimmt es ihn als eine Art Romanbiografie in der Tradition Stefan Zweigs eher skeptisch. Kaube stört, dass das Buch "menschelt". Dass Sobel die Briefe von Galileos Tochter auswertet, begrüßt Kaube wegen des kulturgeschichtlichen Hintergrunds, der sich so ergibt. Aber schwach wird das Buch seiner Meinung nach, wenn es Galileos Auseinandersetzungen mit Kirche schildert. Hier werde Galileo mal wieder als bloßes "Opfer seiner Zeit" dargestellt. 2) Mario Biagioli: "Galileo, der Höfling" (S. Fischer Verlag) Ein ganz anderes Niveau hat für Kaube das Buch des Wissenschaftshistorikers aus Harvard. Kaube zeichnet nach, wie Biagioli die Bedingungen darstellt, unter denen Galileo forschte. Er lebte in einer höfischen Welt, musste sich also "Patrone" - die Medici-Familie - suchen, die sich die Forscher wie andere Fürsten der Epoche auch als Zierde und Prestige des Hofs hielten - und als Entertainer für abendlichen Denksport. Als Galileo beim Papst Urban VIII. die kopernikanische Lehre rehabilitieren will, täuscht er sich unter anderem auch im höfischen Spiel. Biagioli, so Kaube, gelinge "das Beste, was sich von einer historischen Darstellung sagen lässt: Er lässt den Zeitabstand ermessen, der uns von jenen Anfängen neuzeitlicher Forschung trennt."
0
![]()
0
![]() |
|