Um LESARION optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern verwenden wir zur Auswertung Cookies. Mehr Informationen über Cookies findest du in unseren Datenschutzbestimmungen. Wenn du LESARION nutzst erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.




Forum » News, Politik & Wissenschaft » Thread

"irreversibel homosexuell"


25.07.2005 13:19
HiddenNickname
0

http://www.fr-aktuell.de/ [...] t=702866
:shock:
ZitatAndre Aragoli flieht im Jahr 2002 nach Deutschland. Weil er in Iran als Homosexueller verfolgt wird, erzählt er. Sicherheitskräfte hätten Schwulenclubs in Teheran ausgespäht und Freunde verhaftet. Einmal sei er von Spitzeln angegriffen worden und habe Verletzungen erlitten. Zunächst sei er untergetaucht, dann geflohen. In Iran drohe ihm die Todesstrafe.

Andre Aragolis Asylantrag wird vom Verwaltungsgericht Kassel 2004 endgültig abgelehnt. Zwar sei Aragoli "irreversibel homosexuell" und in Iran seien homosexuelle Handlungen "mit der Todesstrafe bedroht", formulierte das Gericht spitzfindig. Doch eine Gefahr bestehe für Aragoli nur dann, "wenn er seiner homosexuellen Neigung nachgebend sexuelle Handlungen mit Männern pflegen würde". Lebensgefahr könne man jedenfalls nicht erkennen.

In Frankfurt lernt Aragoli währenddessen den Griechen Sevastos Sampsounis kennen. Sie werden ein Paar und wollen ihre Lebenspartnerschaft am 9. März dieses Jahres beim Frankfurter Standesamt eintragen. Statt der Hochzeit bahnt sich aber etwas anderes an: Die Standesbeamtin behält den Pass von Aragoli ein und leitet ihn an die Ausländerbehörde weiter. Der nächste Termin für die Vorbereitung der Trauung sei der 11. April, heißt es. Ende März müsse Aragoli Deutschland verlassen, schreibt prompt die Ausländerbehörde. Aragoli versteckt sich.

Als Aragoli und Sampsounis am 11. April zum Standesamt gehen, verlässt die Beamtin den Raum. 45 Minuten vergehen, dann flüchtet Aragoli. Kaum ist er weg, stürzen drei Polizisten in den Raum. Sie sollten ihn festnehmen. Für Sampsounis, der in Darmstadt geboren wurde und seitdem in Deutschland lebt, unbegreiflich: "Ich wollte nur heiraten!" Er ist wütend auf die Behörden und sieht seine Rechte als EU-Bürger verletzt.

"Wir haben den Pass eingezogen, weil wir von der Ausländerbehörde gebeten wurden", sagt Peter Dommermuth, Leiter des Standesamts. Zur "Amtshilfe" sei man verpflichtet. Bei "Zweifeln am Aufenthaltsstatus" informiere das Standesamt die Ausländerbehörde und diese rufe die Polizei. "Das ist eine ganz fiese Geschichte", sagt Aragolis Anwalt Reinhard Marx. "Standesamt und Ausländerbehörde haben meinen Mandanten ausgetrickst." Zwar sei eine Lebenspartnerschaft rechtlich keine Ehe, dennoch verstoße diese Praxis gegen die Eheschließungsfreiheit.

Als Aragoli sich am vergangenen Montag bei der Ausländerbehörde meldet, wird er verhaftet und in ein Kasseler Gefängnis gebracht. Jetzt hoffen die beiden Männer auf eine Petition, die beim Hessischen Landtag anhängig ist. Wird sie abgelehnt, droht Aragoli die Abschiebung nach Iran, von wo die Presseagentur Isna am 20. Juli berichtet: "Das Urteil, zwei Männer hinzurichten, die gleichgeschlechtliche Liebe praktizierten, wurde in Mashad, im Osten Irans, vollstreckt. (...) Die Hinrichtung durch Erhängung fand öffentlich und im Beisein einer Vielzahl von Zuschauern statt."



0


25.07.2005 16:50
HiddenNickname
0
25.07.2005 16:49

0









>>> Laufband-Message ab nur 5,95 € für 3 Tage! <<<