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neue Test-Kits


02.03.2004 15:21
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Die Nachricht in der aktuellen Ausgabe des britischen Medizinjournals "The Lancet" wirkt auf erstem Blick wie eine Ankündigung von vielen. Ein neuer Bluttest, schreiben Wissenschaftler der Universität Basel, könnte den unnötigen Einsatz von Antibiotika in Zukunft reduzieren. Der Test helfe dem Arzt, zwischen einer Infektion durch Bakterien und anderen Infektionen zu unterscheiden. Der Trick: Die Messung der Konzentration des Proteins Procalcitonin im Blut erlaubt eine sichere Diagnose - nur während bakterieller Infektionen ist der Wert dieses Eiweißes wesentlich erhöht, nicht aber bei Virusinfektionen. (The Lancet Bd. 363, S. 600).


Jenseits der Realität?

Grundlagenforschung, universitäre Experimentierfreude jenseits der Realität? Weit gefehlt. Nahezu unmerklich haben molekulare Diagnose- und Früherkennungssysteme den medizinischen Alltag erobert. Während in der Vergangenheit lediglich Universitätskliniken und eine Handvoll Patienten - meist im Rahmen klinischer Studien - von den Vorteilen der biochemischen Warnsysteme profitierten, erlauben die inzwischen marktreifen Systeme den Heim- oder Hausarztgebrauch.

So können beispielsweise Diabetiker mit einem in Apotheken erhältlichen Schnelltest "beginnende Nierenschäden zu Hause erkennen und somit rechtzeitig ihren Arzt konsultieren", wie die Schweizer Herstellerfirma Vitest AG verkündet. Der knapp 20 Euro teure Urintest weist selbst geringe Mengen des Eiweißes Albumin nach, das als Frühindikator für Nierenerkrankungen gilt - und ist Vitest zufolge derzeit der einzige zugelassene Test seiner Art, der zu Hause ausgewertet werden kann. (Vitest Microalbumin)

Für den Do-it-yourself - Patienten scheint der Nutzen erkennbar. Bei jedem dritten Diabetiker nämlich kommt es zu schwerwiegenden Nierenschäden, wie die sogenannte PROSIT-Studie des Universitätsklinikums München belegt. Was die Studie auch offenbart: Nur eine Minderheit der diabetischen Patienten lässt den Albuminwert standardmäßig beim Arzt überprüfen, obwohl sie das könnte.


Schnell und zuverlässig

Die Genauigkeit der Schnelltests kann den anerkannten Labormethoden mehr als nur Paroli bieten. Wer beispielsweise bisher auf herkömmliche Stuhlproben-Untersuchungen zur Früherkennung von Dickdarmkrebs setzte ist gut beraten, den Check in Zukunft selbst durchzuführen. Ein seit Juli 2003 in Apotheken erwerbbares System nämlich verspricht 85-Prozentige Sicherheit bei der Diagnose - bislang konnten mit herkömmlichen Verfahren lediglich 30 Prozent der Dickdarmkrebsfälle rechtzeitig erkannt werden.

Kernstück des neuen Früherkennungs-Kits ist die Bestimmung des tumorspezifischen Enzyms Tumor M2-PK in der Stuhlprobe des Patienten. Das Protein ist ein entscheidendes Schlüsselenzym für die Regulation des Tumorstoffwechsels im menschlichen Körper. Der Schnelltest spürt das verräterische Enzym auf - selbst Vorstufen von Darmkrebs, sogenannte Adenome, können ab einer bestimmten Größe erfasst werden. (ScheBo ®) Tumor M2-PK(TM) Stuhltest).

Auch die Großen der Pharmabranche haben das Potenzial der Schnelldiagnose-Systeme erkannt. Bayer HealthCare beispielsweise entwickelte den sogenannten BNP-Test. Mit seiner Hilfe kann der Arzt Hinweise auf eine Herzschwäche schon dann erhalten, "wenn der Patient noch nichts merkt", wie der Leverkusener Konzern in seinem Forschungsmagazin "research" schreibt. "Wir weisen mit dem neuen Test ein spezifisches Eiweiß im Blut nach, das fast ausschließlich von Herzmuskeln produziert wird und das die Herzbelastung sehr gut wiedergibt", erklärt Dr. Rainer Neumann von Bayer HealthCare Division in Leverkusen das Prinzip. Nach ähnlichem Muster funktionieren weitere Schnellwarnsysteme: das Vorhandensein der Proteine Homocystein oder CRP etwa verrät ein hohes Atherioskleroserisiko - lange, bevor erste körperliche Beschwerden eintreten.

Quelle: DocCheck


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04.03.2004 11:58

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