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Forum » News, Politik & Wissenschaft » Threadprominente lesben - in politik & wirtschaft?
09.02.2007 15:53
HiddenNickname
0 dann nehme ich doch yva01 im thread zu anne will mal beim wort und greife den faden "outen oder nicht outen als promi" auf... es macht hierzulande einen echten unterschied, in welcher welt frau unterwegs ist: die künstlerwelt ist bunt und divers, dort ist outing ohne stigmatisierung und karriereknick zumindest möglich (siehe folkerts, von sinnen, kroymann). das ändert sich bereits, wenn man auf die medien schaut - in deutschlands anstalten gibt's gerade mal 1 intendantin >> ab april: 2! - und dort auf die bereiche, die eng mit politik und wirtschaft verzahnt sind: nachrichten, polit-talks, magazine. mir jedenfalls fällt auch nach längerem überlegen hier niemand ein. ist auch nicht verwunderlich. sowohl politik als auch wirtschaft sind in deutschland nach wie vor fest in der nad der "old boys", wie man unschwer erkennen kann (1 frau bei knapp 200 DAX-vorständen, nicht mal 10% frauen in führungspostitionen - und da sind die heten mitgerechnet). die eigenschaft "frau" ist auf der karriereleiter augenscheinlich per se ein handicap - von "lesbe sein" mal ganz abgesehen. das ist kein lamento, sondern eine tatsache. dass dem so ist, kann man auch daran sehen, dass in den change-prozessen, die viele unternehmen gerade durchlaufen, im zweifelsfall die frauen auch bei gleicher (oder besserer) qualifikation über die klinge springen. zwar haben wir seit monaten ein AGG, aber papier ist bekanntlich geduldig. andere länder haben uns da einiges voraus - die schweden zum beispiel. die haben nicht nur ein gesetz gegen sexuelle diskriminierung, sondern außerdem einen staatlich beauftragten ombudsman (siehe auch http://www.homo.se/o.o.i.s/1210), sondern auch ein eu-gefördertes programm namens "fritt fram" (http://www.frittfram.se/defau lt.asp?lid=1), das homo-thema@work fördert. ziemlich cool und vor allem: von allen möglichen berufsverbänden unterstützt, beim volk bekannt und ziemlich effektiv, nach allem, was ich gehört habe. ich bin überzeugt davon, dass der deutsche staat sehr viel mehr machen könnte, aber das muss man auch wollen. und wir müssen es einfordern, d.h. unsere lobbyarbeit müsste stärker werden: es bringt wenig, diese fakten ein ums andere mal festzustellen. engagement heißt die devise. wir alle sind teil dieser zusammenhänge, und die ändern sich nur, wenn wir dazu beitragen. doch solange der geist in unserem land ein anderer ist und man davon ausgehen muss, dass outing karrieretechnisch gesehen keinen vorteil bietet, ist es durchaus verständlich, warum lesbische prominente in politik und wirtschaft so gut wie unsichtbar sind. oder?
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09.02.2007 18:01
09.02.2007 16:14
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