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trans bei lesarion...

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05.12.2017 19:56
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Auch wieder einmal interessant hier hineinzulesen . . .

w.

14.01.2018 18:17
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Immer wieder lustig zu lesen wie viel Zeit manche Menschen im Leben haben. Wer sich den gesamten Thread durchliest, erahnt vielleicht, was ich meine.

25.05.2018 15:44
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Stimmt, ich hab alles durchgelesen Meine Ausrede ist, ich bin krank, drum hab ich soviel Zeit.
Ich bin gestern mal wieder auf eine Doku über transidente Kinder auf youTube gestoßen, da könnt ich echt heulen. Ich war immer ein kleiner Junge und hab jedem auf die Nase gebunden, dass ich mich "umoperieren" lasse, wenn ich groß bin. Das haben die Erwachsenen im besten Fall amüsant gefunden, wahrscheinlich war´s meinen Eltern peinlich. Da wär nie jemand auf die Idee gekommen mit mir ernsthaft darüber zu reden. Das war halt in den 80er Jahren im Innviertel, Oberösterreich. Die Pupertät zum Mädchen war natürlich dann die Hölle, wie jede der´s so ergangen ist (und auch im umgekehrten Fall) weiß. Doch die allgemeine Antwort darauf ist doch: für jeden ist die Pubertät die Hölle.
Dass ich mit 17 drauf gekommen bin, dass ich auf Frauen steh, war dann schon eine Erleichterung für mich, aber auch ein langer Prozess und meinen Eltern hab ich´s erst mit 23 gesagt.
Aber ich weiß, das ist einfach nicht die ganze Wahrheit. Ich hab mich immer wieder in verschiedenen Rollen ausprobiert, mal eher feminin mal eher maskulin. Ich komm auch nicht ganz klar damit mich als transsexuell zu sehen. Ich möchte keinen Penis haben, aber mit meinen Brüsten hadere ich schon mein ganzes Leben.
Nicht zuletzt desswegen, weil bei mir ein sogenanntes Amazonen Syndrom festgestellt wurde, also nur eine Brust gewachsen ist. Das war nochmal extra schwierig und ich hab mich dann mit 17 operieren lassen, weil ich das ganze Verstecken nicht mehr ausgehalten hab. Ich wollte aber keinesfalls ein Silikonimplantat im Körper haben, also habe ich mich dafür entschieden mir den Rückenmuskel einsetzten zu lassen, was natürlich ein immenser und irreversibler Eingriff war. Es war dann für mich leichter und ich kann froh sein dass ich keine Schmerzen und Probleme hab wie andere mit der gleichen OP berichten. Aber aus heutiger Sicht frag ich mich, warum mir damals von den Ärzten nicht auch die Verkleinerung der anderen Brust vorgeschlagen wurde. Und wenn ich mit meinen Eltern eine echte, ehrliche Beziehung gehabt hätte und sie mich als das was ich bin wahrgenommen und unterstütz hätten, wär ich vermutlich auch soweit gewesen selber zu sagen: hey, ich will e keine Brüste haben, also weg damit.
Ich denke, das wäre zumindest die zweitbeste Lösung gewesen und ich würde mich körperliche besser annehmen können. Nachdem der Rückenmuskel bei mir durch die OP geschädigt ist, tu ich mir schwer die Brüste abzunehmen und Testosteron zu nehmen, weil sonst wär das alles umsonst gewesen.
Am besten geht´s mir momentan damit, mich in meinem Frauenkörper so zu definieren wie ich es möchte.

Ich weiß, das war jetzt viel - sorry - aber wie gesagt, ich hab grad Zeit und das musste mal wieder raus Und das scheint mir hier der richtige Platz dafür zu sein... Danke!

25.05.2018 18:56
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Vielen Dank für Deine Mühe, das alles nieder zu schreiben.

Brust ist so ein Thema (wie ich finde auch bei nicht-trans Frauen).



25.08.2018 00:31
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Spannende Thematik gerade hier ... Als bekennende und auch intensiv so lebende queer femme hab ich mich oft gefragt wie und wo TM hingehen zum Kennenlernen ... Und dachte eher weniger an dieses forum.
Bin sehr gespannt darauf was sich für dich ergeben hat - vielleicht lässt du, wenn dir das nicht zu intim ist, uns dran teilhaben?

11.01.2019 02:00
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Vielleicht hilft mein kurzes Statement hier all denjeningen, die hier vom Griff des Schöpfers in die falsche Kiste ausgehen... Nun, ich denke mir oft genau sowas in der Art im Bezug auf mich selbst und meine eigenen Präferenzen. Denn einige Zeit meines Lebens die ich mit cis-Männern verbrachte, suchte ich unbewusst nach Spuren des Weiblichen, sozusagen... Als ich mich umorientierte und auf die andere Hälfte der Menschheit besonnen, ging meine Sehnsucht in Richtung maskuliner Frauen, welcher die quasi "die Hosen anhaben" und dies v.a. im Bereich der Sexualität deutlich zum Tragen kommt. Inzwischen habe ich mein "Beuteschema" und die Zielgruppe auf transident definiert, mit äußerlich definitiv maskulinen Schlüsselreizen, ebensolchem Habitus und naja... was man(n) so als männlich konnotiert wahrnimmt. Die Bedingung: keine Testo oder Transition. Nach einigen Jahren Erfahrung und mehrfachem Austausch fühle ich mich von FTMs, die sich entweder während der Transition befinden oder diese hinter sich haben, einfach nur vor den Kopf gestoßen. Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte hier keine-n beleidigen oder irgendwem zu nahetreten. Es sind meine eigenen, rein subjektiven Empfindungen und Erlebnisse, die mich zu dem Schluss haben kommen lassen, dass das Testo, welches in dieser ja doch relativ kurzen Zeitspanne und einer sonst unüblichen Dosis verabreicht wird, die Menschen sehr stark in ihrer Persönlichkeit und ihrem Verhalten beeinflusst; bedauerlicherweise wohl häufiger nicht gerade zum Positiven hin. Nun wird es also für mich richtig eng und manches Mal frage ich mich sebst, ob ich überhaupt noch alle Tassen im Schrank habe und warum ich ausgerechnet so einen ausgefallenen Geschack und Extrawürste... Ihr seht, es gibt nichts, das es nicht gibt...

11.01.2019 13:28
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 11.01.2019 um 02:00:

Es sind meine eigenen, rein subjektiven Empfindungen und Erlebnisse, die mich zu dem Schluss haben kommen lassen, dass das Testo, welches in dieser ja doch relativ kurzen Zeitspanne und einer sonst unüblichen Dosis verabreicht wird, die Menschen sehr stark in ihrer Persönlichkeit und ihrem Verhalten beeinflusst;


Tja, so eine Überraschung aber auch. Es geht aber auch umgekehrt, wenn es nämlich weg ist, so wie ich das die letzten zwölf Monate erlebt habe.


11.01.2019 14:43
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 11.01.2019 um 02:00:

Es sind meine eigenen, rein subjektiven Empfindungen und Erlebnisse, die mich zu dem Schluss haben kommen lassen, dass das Testo, welches in dieser ja doch relativ kurzen Zeitspanne und einer sonst unüblichen Dosis verabreicht wird, die Menschen sehr stark in ihrer Persönlichkeit und ihrem Verhalten beeinflusst;


Es wird keine unübliche Dosis verabreicht. Mein Testo-Spiegel ist so hoch, wie der von anderen Männern auch.

Ich finde es so albern, Dinge auf Hormone zurückzuführen. Das wäre so, als würde ich Dinge auf PMS von Freundinnen von mir zurückführen. Persönlichkeitsentwicklung ist so viel komplexer und wird von so vielen Faktoren bedingt. Und: Menschen ändern sich so oder so durch die Erlebnisse und Erfahrungen, die sich machen. Oder nicht machen.

Klar verändert Testo mich. Ich bin glücklich. Und lasse weniger Bullshit durchgehen ...

11.01.2019 16:24
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 11.01.2019 um 14:43:

Es wird keine unübliche Dosis verabreicht. Mein Testo-Spiegel ist so hoch, wie der von anderen Männern auch.

Ich finde es so albern, Dinge auf Hormone zurückzuführen. Das wäre so, als würde ich Dinge auf PMS von Freundinnen von mir zurückführen. Persönlichkeitsentwicklung ist so viel komplexer und wird von so vielen Faktoren bedingt. Und: Menschen ändern sich so oder so durch die Erlebnisse und Erfahrungen, die sich machen. Oder nicht machen.

Klar verändert Testo mich. Ich bin glücklich. Und lasse weniger Bullshit durchgehen ...


Aus meiner Sicht meint @NotMyCircus mit unüblicher Dosis bei FtM die Tatsache, dass sie in relativ kurzer Zeit den Testo-Spiegel eines cis-Mannes aufbauen, das schrieb sie jedenfalls deutlich. Der Anstieg ist also deutlich steiler als das bei anderen Männern der Fall ist.

Der Einfluss von Hormonen auf unser Verhalten ist unstrittig und keinesfalls albern. Nicht nur die von dir zitierte Userin schildert ihre Erfahrungen, sondern du selbst führst PMS an. Und ja, da spielen die Hormone verrückt, deshalb sind auch sehr viele Frauen in der Zeit anders als sonst, beispielsweise empfindsamer oder launiger.
Selbst glücklich zu sein und wenn es durch den Einfluss von Testo ist, ist doch wunderbar. Das bedeutet aber nicht, dass auch eine Partnerschaft/Beziehung glücklich verlaufen muss.
Das zeigt dein letzter Satz. Wer mag sich schon gern abwerten lassen.



11.01.2019 18:44
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Vermutlich habt ihr beide keine einzige Studie zu Auswirkungen von Testosteron gelesen, ich schon. Bspw. gibt es keinen Zusammenhang zur Aggression.

Persönlichkeitsentwicklung ist, wie gesagt, komplex. Man kann keine einfachen Kausalitäten herstellen, eigentlich gar keine Kausalitäten. Deshalb sind solche Studien auch sehr schwierig vorzunehmen.

Bei PMS "spielen" die Hormone nicht "verrückt". Die ausdrucksweise finde ich abwertend.

Auch ist es nicht so, dass ich von heute auf Morgen auf eine Dosis eingeschossen werde. Es dauert einige Monate, bis der Spiegel sich entsprechend eingependelt hat und man startet mit bestimmten Ausgangsdosen, die sich als bewährt herausgestellt haben.

Ich müsste jetzt recherchieren, wann bei cis-Jungs/Männern der Pegel entsprechend hoch geht - es geht ja um die Pubertät. Die verläuft auch unterschiedlich schnell oder langsam bei allen Menschen. Aber ihr habt bestimmt ganz viel subjektive Erfahrung dazu :-)

Ich habe mit meinem letzten Satz niemanden abgewertet - ich habe nur genug Mist gefressen, um jetzt schneller und besser zu wissen, wann und wie ich meine Grenzen setzen muss.

Mich kekst es einfach an, wenn über Hormone Gerüchte verbreitet werden von Menschen, die nicht eine wissenschaftliche Studie gelesen haben oder sich mehr damit beschäftigt haben. Das verstärkt nur weiter Vorurteile und Abwertungen.

Es gibt viele Gründe, warum Menschen in ihrer Transitionszeit andere vor den Kopf stoßen.

Wenn ich bspw. 5 Mal schlechte Erfahrungen mit blonden Frauen machen würde. würde ich dann sagen, das lag daran, dass sie blond waren? Dass sie zu viel Östrogen haben?

Man kann ja auch sagen "Meine subjektive Erfahrung mit (trans)Männern war negativ. (Aber ich weiß nicht, was die Ursache war.)"

11.01.2019 18:56
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@Rabbit66: es gibt nie eine Garantie, dass eine Beziehung glücklich verläuft. Ich weiß auch nicht, wie du meinen letzten Satz als Beweis anführen möchtest. Ich bin nicht nur glücklich, ich bin auch in glücklichen Beziehungen ... mit Menschen, die sich wiederum darüber freuen, dass ich glücklich bin ... Ach, ist schon so 'ne Sache mit dem Glück.

Übrigens stand in dem anderen Posting "und unübliche Dosis".



11.01.2019 19:11
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Mich stört auch, dass Transitionings immer als Beziehungskiller dargestellt werden.

Der Bias entsteht vermutlich dadurch, dass alle, bei denen es gut geht, keinen Grund haben, darüber zu jammern und tendenziell vielleicht weniger schreiben.

Als wäre eine Transition irgendwie ... "tödlich". Ja, es ist etwas einschneidendes und die Hauptbelastung kommt in meinen Augen dadurch, dass man vorübergehend sehr viele Kämpfe hat und vielleicht den Job verliert oder ähnliches, was die Beziehung belasten kann.

Aber meine Partnerin könnte auch einen Unfall haben, schwer krank werden oder es stirbt jemand bei ihr oder oder ... alles Dinge, die erst mal belastend auf eine Beziehung wirken können und während der Zeit ist halt nicht alles mega romantisch und toll ... aber das macht Beziehungen doch auch aus, dass man zusammen durch Dinge durchgeht. Und dass man manchmal Beziehungen neu justieren muss.

Ich bin seit 9 Jahren in Beziehung und in der Zeit gab es immer wieder und wieder Veränderungen, Höhen und Tiefen. Das nennt man Leben.

Ich denke nicht, dass man gleich das Handtuch werfen sollte, weil es mal schwierig wird - habe aber das Gefühl, dass immer mehr Menschen so ticken. Man kann ja Mal schnell tindern ... (nein, ich meine niemanden hier im Thread, kenne euch ja auch nicht.)



11.01.2019 19:28
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Außerdem: wenn man alles auf Hormone schiebt, spricht man Menschen von ihrer eigenen Verantwortung frei ... ich entscheide, was ich mache ... auch wenn mich Hormone beeinflussen. Genauso, wie mich mein Essen beeinflusst, meine Kindheit, meine Umwelt, meine Genetik, meine Erfahrungen, meine wirtschaftlichen Ressourcen ...

Und zum Testo-Spiegel: man stellt ja auch erst mal den Ausgangswert fest. Liegt ja bei manchen eh schon höher. Also nein, nicht zu schnell und nicht unüblich ...



11.01.2019 19:56
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 11.01.2019 um 18:44:

Vermutlich habt ihr beide keine einzige Studie zu Auswirkungen von Testosteron gelesen, ich schon. Bspw. gibt es keinen Zusammenhang zur Aggression.

Persönlichkeitsentwicklung ist, wie gesagt, komplex. Man kann keine einfachen Kausalitäten herstellen, eigentlich gar keine Kausalitäten. Deshalb sind solche Studien auch sehr schwierig vorzunehmen.

Bei PMS "spielen" die Hormone nicht "verrückt". Die ausdrucksweise finde ich abwertend.

Auch ist es nicht so, dass ich von heute auf Morgen auf eine Dosis eingeschossen werde. Es dauert einige Monate, bis der Spiegel sich entsprechend eingependelt hat und man startet mit bestimmten Ausgangsdosen, die sich als bewährt herausgestellt haben.

Ich müsste jetzt recherchieren, wann bei cis-Jungs/Männern der Pegel entsprechend hoch geht - es geht ja um die Pubertät. Die verläuft auch unterschiedlich schnell oder langsam bei allen Menschen. Aber ihr habt bestimmt ganz viel subjektive Erfahrung dazu :-)

Ich habe mit meinem letzten Satz niemanden abgewertet - ich habe nur genug Mist gefressen, um jetzt schneller und besser zu wissen, wann und wie ich meine Grenzen setzen muss.

Mich kekst es einfach an, wenn über Hormone Gerüchte verbreitet werden von Menschen, die nicht eine wissenschaftliche Studie gelesen haben oder sich mehr damit beschäftigt haben. Das verstärkt nur weiter Vorurteile und Abwertungen.

Es gibt viele Gründe, warum Menschen in ihrer Transitionszeit andere vor den Kopf stoßen.

Wenn ich bspw. 5 Mal schlechte Erfahrungen mit blonden Frauen machen würde. würde ich dann sagen, das lag daran, dass sie blond waren? Dass sie zu viel Östrogen haben?

Man kann ja auch sagen "Meine subjektive Erfahrung mit (trans)Männern war negativ. (Aber ich weiß nicht, was die Ursache war.)"


Weder @NotMyCircus noch ich haben etwas davon geschrieben, dass Testo im Zusammenhang mit Aggressionen steht. Es war von nicht positiven Verhaltensänderungen die Rede und um die bei Personen wahrzunehmen, mit denen man zusammen lebt, braucht es keine Studien.
Ich habe schon sehr viele Frauen erlebt, die ähnliches zu berichten wussten, natürlich auch welche, die damit umgehen konnten.

Ich kann durchaus verstehen, wenn dich was ankekst, nur das darf nicht dazu führen, dass du mir und anderen die eigenen gemachten Erfahrungen absprichst und stattdessen darauf beharrst Studien zu lesen.
Deshalb ist meine Formulierung "da spielen die Hormone verrückt" auch keine Abwertung, sondern das Äußern jahrzehntelanger eigener Erfahrung.

Aus meiner Sicht spielt es letztlich keine Rolle, ob beide Beziehungspartner den gleichen Grund für das Scheitern einer Beziehung ansehen. Was bleibt ist, dass häufig Verhaltens- oder Persönlichkeitsänderungen dazu führen, dass man mit dem Menschen nicht mehr in Beziehung stehen mag.


11.01.2019 20:02
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 11.01.2019 um 18:56:

@Rabbit66: es gibt nie eine Garantie, dass eine Beziehung glücklich verläuft. Ich weiß auch nicht, wie du meinen letzten Satz als Beweis anführen möchtest. Ich bin nicht nur glücklich, ich bin auch in glücklichen Beziehungen ... mit Menschen, die sich wiederum darüber freuen, dass ich glücklich bin ... Ach, ist schon so 'ne Sache mit dem Glück.

Übrigens stand in dem anderen Posting "und unübliche Dosis".



Ich ging von mir aus. Ich bin auch sehr glücklich. Zufrieden mit meinem Sein und daher auch ziemlich entspannt und gelassen, wenn es Menschen gibt, die mit Menschen meines Seins nicht gut auskommen und davon berichten.
Aufgrund dieser Gelassenheit würde ich solch eine Schilderung dann nicht als Bullshit bezeichnen, was ich im Zusammenhang mit deinen vorherigen Ausführungen abwertend gelesen habe.



11.01.2019 20:11
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 11.01.2019 um 19:28:

.

Und zum Testo-Spiegel: man stellt ja auch erst mal den Ausgangswert fest. Liegt ja bei manchen eh schon höher. Also nein, nicht zu schnell und nicht unüblich ...



Du kommst gegen eigene Empfindungen nicht mit Argumenten an. Jemandem, der friert zu sagen, es sind doch 20 Grad, das ist üblich zu dieser Zeit, ist dann immer noch kalt.


15.01.2019 09:40
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Und du kommst scheinbar gegen meine Argumente nicht an.

Also gut: welche Empfindungen löst Testo aus? Inwiefern verändert sich die Persönlichkeit negativ? Beispiele? Woher wisst ihr jeweils, dass es von Testo kommt und nicht von Stress mit der Umwelt oder sozial konstruierter Männlichkeit? Es gibt Transmänner, die meinen, sie müssten Stereotype besonders erfüllen. Das habe ich schon bei Leuten ohne Testo erlebt und fand es unangenehm.

Du hast überlesen, dass ich weiter oben geschrieben habe, dass sich Bullshit nicht auf NotMyCircus bezog.

Menschen können natürlich Empfindungen haben - aber Studien sind durchaus relevant. Ja, das mit Aggressionen habe ich interpretiert, weil das sonst das Hauptargument in Bezug auf Testo ist.

Es ist auch nicht so, dass ich mich abgelehnt gefühlt habe - ihr scheint nur nicht zu verstehen, was eure Aussagen teilweise mit Transmenschen macht bzw. wie Vorurteile bestärkt werden. Nur ein Bruchteil von Menschen ... müsste die Umfrage nochmal nachschlagen, etwa 3% oder so? Dated Transmänner. U.a. weil blöde Gerüchte verbreitet werden.

Warum ich das hier schreibe: letzten Endes muss ich euch von nichts überzeugen, aber es ist wichtig, dass die, die hier mitlesen, noch andere Perspektiven und Blickwinkel bekommen.

Weiß auch nicht, warum ihr im Transforum schreibt, ohne etwas positives beizutragen.

Und nochmal rein wissenschaftlich: Menstruation ist ein biologischer Vorgang, sowohl das Wort "verrückt" ist zum einen ableistisch und prinzipiell ablehnend, zum anderen haben Hormone an sich keinen Status, so dass sie selbst "verrückt" sein können und ja, es gibt Erkrankungen in denen Hormone nicht mehr ihre biologische Aufgabe erfüllen, etwas im System nicht stimmt, aber wenn man das auf etwas monatlich wiederkehrendes bezieht ...

Zur Außentemperatur und dem Vergleich zu Testo: was soll denn genau passieren? Bei Cis-Jungs steigt der Pegel mit Eintreten in die Pubertät. Das, was wir gemeinhin als pubertäres Verhalten bezeichnen, hängt stark damit zusammen, dass der Präfrontalkortex noch nicht ausgebildet ist (so wie viele andere Sachen im Gehirn). Bei den meisten Menschen mit zweiter Pubertät, die das Pech hatten, so lange warten zu müssen, sind die Strukturen aber schon ausgeprägt.
Als ich angefangen habe, Testo zu nehmen, hat mein Körper angefangen sich zu ändern, klar. Muskeln, vorübergehend gribbeln in Gliedmaßen, Füße sind schneller Mal gefühllos geworden - hat sich nach einer Weile gelegt. Das Blut verändert sich eben. Bartwuchs ... meine Dysphorie ging zurück, meine Depression und Ängste weg. Ja, klar, das ändert die Persönlichkeit, wenn jemand nicht mehr depressiv ist und auch die Beziehungsdynamik.

Und ich kann's auch verstehen, wenn Lesbe sagt "ich stehe nicht auf Männer".

Also nochmal: welche negativen Veränderungen stehen direkt mit Testo in Zusammenhang? Kausal?



editiert am 15.01.2019 09:42 Beitrag melden Zitatantwort
15.01.2019 09:59
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Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 11.01.2019 um 20:02:

Zitat
Tehejekuetrheed
schrieb am 11.01.2019 um 18:56:

@Rabbit66: es gibt nie eine Garantie, dass eine Beziehung glücklich verläuft. Ich weiß auch nicht, wie du meinen letzten Satz als Beweis anführen möchtest. Ich bin nicht nur glücklich, ich bin auch in glücklichen Beziehungen ... mit Menschen, die sich wiederum darüber freuen, dass ich glücklich bin ... Ach, ist schon so 'ne Sache mit dem Glück.

Übrigens stand in dem anderen Posting "und unübliche Dosis".



Ich ging von mir aus. Ich bin auch sehr glücklich. Zufrieden mit meinem Sein und daher auch ziemlich entspannt und gelassen, wenn es Menschen gibt, die mit Menschen meines Seins nicht gut auskommen und davon berichten.
Aufgrund dieser Gelassenheit würde ich solch eine Schilderung dann nicht als Bullshit bezeichnen, was ich im Zusammenhang mit deinen vorherigen Ausführungen abwertend gelesen habe.



Es macht einen Unterschied, ob mich jemand persönlich nicht mag oder es auf Hormone schiebt und Vorurteile weiter bestärkt, Dinge, in die Welt setzt, die fachlich falsch sind. Außerdem ist es entmündigend zu sagen, es wären "die Hormone".

Fällt mir noch was ein: bei den meisten Menschen, die herumlaufen, kennt man den Hormonspiegel ja gar nicht. Gibt genug Menschen, die einen erhöhten Testo Spiegel haben. Wenn Verhalten so kausal mit Testo zusammenhängt, müsste man Hormonspiegel am Verhalten ablesen können.



editiert am 15.01.2019 10:02 Beitrag melden Zitatantwort
03.05.2019 19:11
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Hormone sind schon ein echt komplexes Thema, beschäftige mich ja auch damit da ich Testoteron-Hintergrund habe. Sozusagen eine Östrogenmigrantin

Hormone <> Verhalten / Stimmung, sehr unterschiedlich. Es gibt Menschen, bei denen bleibt alles gleich. Bei mir hatte sich alles recht radikal verändert, seit dem ich einen weiblichen Hormonstatus habe. Das Ziel ist im Grunde, die Stimmigkeit der richtigen Hormone im Blut. Viele, so wie ich, blühen im Leben erst richtig auf.

BIAS ist in der Tat ein Problem, wenn man eine Beobachtung von wenigen auf alle schliesst, das ist bei der Trans-Thematik ein generelles Problem. Man kommt da nur über qualitative Forschungsmethoden ran (Case-Reports, Grounded-Theory usw.). Die Studienlage ist dabei m. E. noch recht dünn.

Die nächste Schwierigkeit ist ein allzu menschliches, nämlich das Geschlecht eines Menschen deuten zu wollen. Achtung und Respekt klappt, nur müssen wir einander zuhören - auch wenn manches fremd im Ohr klingen mag.


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