Lovestories » Detail

Der Umzug (3)

von silly1967


Stephanie stand am Kofferraum von Britta´s Wagen, stapelte sich gerade ein paar Tapetenrollen auf den Arm, als ein Taxi vorbei fuhr. 'War das nicht Chris'? Britta und Monika bepackten sich mit den Farbeimern und Abklebe Folie. Oben an ihrer Wohnungstür angekommen, fand Stephanie eine Sonnenblume vor, die in einem Wasserglas steckte. An ihr baumelte eine kleine Karte. „Ist nicht war, was ist das denn Stephanie, noch nicht mal eingezogen und schon Blumen vor der Tür"? Britta staunte nicht schlecht. Stephanie schloss die Tür auf.

„Das war sie doch gerade“, sprach Christina zu sich selbst. „Wären wir uns ja fast in die Arme gelaufen“. Anhalten konnte sie nicht denn sie hatte eine neue Tour bekommen. Stephanie schien ja schon sehr beschäftigt zu sein mit ihrer neuen Wohnung. Christina hatte die Nacht kaum geschlafen, ihre Gedanken kreisten um Anke und Ben, aber auch, und sie fragte sich warum, um sie. Stephanie war eine interessante Frau, gerade mal zwei Jahre jünger als sie selbst, arbeitete in einer Anwaltskanzlei. Lebte mit zwei Freundinnen zusammen in einer WG.
Sie hätte sie gern gefragt, ob sie einen Freund hatte, aber doch, bestimmt. Nein, sie hatte Stephanie nicht gefragt, warum auch, so gut kannten sie sich auch nicht, und eine Beziehung wie ihre letzte, mit einer Hetero Frau. Nein, nie wieder. Zum Glück hatte sie am nächsten Tag frei, doch sie hatte Tom versprochen, abrufbereit zu sein, wenn etwas anliegen sollte.

Da er wusste, dass sie Geld immer gebrauchen konnte, hatte er sie auch angerufen. So war sie gestern fast den ganzen Tag unterwegs gewesen. Und samstags fuhr sie sowieso immer. Von Sonntags bis donnerstags arbeitete sie in der Gärtnerei und im Geschäft ihrer Eltern, sie war gelernte Floristin. Mit der Blume wollte sie sich bei Stephanie für den Kneipenabend am Mittwoch bedanken, sie hatte sie für ein paar Stunden auf andere Gedanken gebracht. *Danke* hatte sie nur auf die Karte geschrieben. Stephanie stellte das Glas mit der Sonnenblume, die übrigens ihre Lieblingsblume war, in die Küche. „Danke, C.", las sie. Es war Christina´s Handschrift. 'Danke? Wofür denn? Dafür, dass ich Dir die Wohnung vor der Nase weg geschnappt habe? Verrückte Nudel'. Sie hätte sie jetzt gern sofort angerufen, doch sie mussten erst das Auto entladen, wie sähe das denn aus, wenn sie Britta und Monika allein arbeiten ließe. Schon hörte sie die beiden hinter sich. Hey träumst Du? Was ist, packst Du noch mit an“?

Nachdem sie das Auto ausgeladen, Stephanie Britta und Monika ihre neue Wohnung von vorn bis hinten mit ganz bestimmten Vorstellungen gezeigt hatte, fingen sie auch schon an ein Zimmer, welches als erstes tapeziert werden sollte, abgeklebt hatten, fragte Britta: „Gibt´s hier eigentlich auch was zu trinken?" Daran hatte sie nicht gedacht. Stephanie schnappte sich den Autoschlüssel, Geld, klingelte beim Nachbarn, ein freundlicher, älterer Herr machte die Tür auf. Sie stellte sich erst einmal vor, entschuldigte sich vorab schon mal für eventuell laute Geräusche in der Wohnung und fragte nach dem nächsten Supermarkt.

Sie machte sich auf den Weg. 'Wirklich keine langen Wege' fand sie, einen Bäcker hatte sie auch gefunden, in dem sie Kuchen und Brötchen erstand. Wie lecker sie aus der Tüte dufteten. Den Supermarkt fand sie sofort. Als erstes musste Kaffee in den Einkaufswagen, Cola und Sprite, sechser Pack Bier, na lieber zwei, brauchte sie nicht gleich wieder los, Wasser war auch nicht schlecht. Kaufte gleich eine Kaffeemaschine, sie war eine Frau der schnellen Entschlüsse. Butter, Wurst, Käse, Süßkram, Sekt und nicht zuletzt etwas zu Rauchen. Sie selbst war Nichtraucherin, doch Monika und Britta rauchten gern mal eine. 'Dann aber auf dem Balkon, in meiner neuen Wohnung nicht' war sie schon jetzt sicher. Als sie durch die Kasse war, war sie um eine ganze Stange Geld erleichtert worden, aber nun, war halt so, wenn man eine neue Wohnung bezog. Sie sah kurz auf ihre Uhr, sie musste sich beeilen, wenn sie heute noch was Gescheites hinbekommen wollten. „Hey und ich habe gedacht, ich hätte bei Dir einen bleibenden Eindruck hinterlassen". Stephanie drehte sich um und sah in die Augen, die sie nicht so schnell vergessen würde.

„Oh Hallo Christina, entschuldige, ich war ganz in Gedanken. Hab Dich echt nicht gesehen. Schön Dich zu sehen, was machst Du hier"? Eigentlich eine überflüssige Frage, denn Christina stand in der Bäckerei, die zu dem Supermarkt gehörte. „Na ja", sie hielt die Tüte hoch, „von Luft und Liebe kann der Mensch allein nicht leben. Wie es aussieht, bist Du schon kräftig am Renovieren, nur ja keine Zeit verlieren". „Tja, man tut, was man kann. Danke übrigens für die Blume, hab mich wirklich sehr gefreut, ich hätte Dich auch noch angerufen, aber wie ich sehe", sie waren zum Parkplatz gegangen, wo auch Christina´s Taxi stand, „bist Du unterwegs, hab Dich vorhin auch ganz kurz nur gesehen".
„Ja, samstags fahr ich eigentlich immer, hätte auch angehalten, aber erstens hab ich Dich zu spät gesehen und zweitens gerade eine Tour rein bekommen". „Wie sieht es aus mit Deinem Angebot, ich könnte tatsächlich noch eine Hand gebrauchen", begann Stephanie. "Oder zwei"? Christina hielt ihre Hände hoch. „Klar, zwei", Stephanie musste lachen. Christina lächelte auch. 'Was für ein warmes, helles Lachen', fand sie. „Wie lange bist Du denn heute noch da? Ich muss noch zwei Stunden fahren, dann hätte ich Zeit". „Keine Ahnung, aber Du weißt ja, wo ich zu finden bin, komm ruhig vorbei, und meine Nummer hast Du ja auch, muss jetzt wirklich los, meine Leute fragen sich bestimmt schon, wo ich bleibe. Ich drück mich halt, wo ich kann". Jetzt lachten beide. „Okay, wenn es Dir nichts ausmacht, komm ich nachher vorbei".




copyright © by silly1967. Die Autorin gab mit der Veröffentlichung auf lesarion kund, dass dieses Werk Ihre eigene Kreation ist.


Kommentare


Weiter so
Bitte ganz schnell weiter schreiben😊😊
Lammy - 05.11.2018 21:08

>>> Laufband-Message ab nur 5,95 € für 3 Tage! <<<