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Der Umzug (7)

von silly1967


Christina war froh, als es soweit war, das Geschäft ab zu schließen. Fegte den Laden aus und half ihrem Vater noch ein wenig in der Gärtnerei. Der einzige Mann, den sie je geliebt hatte und immer lieben würde. Manchmal tat es ihr weh, ihren Eltern nicht das geben zu können, was sie sich von ihr wünschten- eine Familie. Diesen Wunsch konnte sie ihnen nicht erfüllen.

„Hallo Britta, da bin ich. Alles klar soweit"? Stephanie bekam kaum die Tür auf, Britta hatte tatsächlich schon den ganzen Flur abgeklebt. Sie war halt von der schnellen Truppe. Wenn das so weiter ginge, war sie schneller in ihrer neuen Wohnung, als sie dachte. „Schön, das Du kommst, können wir ja gleich mit der Bordüre anfangen". Britta stand mit einer Tasse Kaffee am Fenster in der Küche. „Alles okay, warst Du auf dem Friedhof"? „Ja, klar, musste mich doch mal wieder sehen lassen". „Möchtest Du auch einen Kaffee"? „Nein danke, ich brauch erst mal was kaltes", Stephanie öffnete die Kühlschranktür, nahm die Wasserflasche und trank den Rest des gestrigen Tages in einem Zug aus. „Was macht Christina, kommt sie nachher auch noch vorbei"? bei der Frage schaute Britta Stephanie direkt in die Augen. „Wir haben vorhin nichts ausgemacht, glaube nicht". Britta lächelte sie an. ‚Was hab ich denn jetzt gesagt'? „Aha, vorhin also. Darf ich Dir eine Frage stellen?“

„Kommt drauf an, wie sie lautet", antwortete Stephanie. Sie konnte es sich denken. „Du hast Dich nicht wirklich in sie verliebt, oder"? Stephanie wusste es, Britta kannte sie sehr gut, war sehr einfühlsam. „Was willst Du jetzt von mir hören"? Stephanie versuchte Zeit zu schinden, doch es gab kein Entrinnen. „Wie wäre es mit der Wahrheit"?

„Tja, die Wahrheit ist, dass ich nach nur ein paar Tagen, die wir uns grad mal kennen, anfange, Gefühle für sie zu empfinden", 'wahrscheinlich schon am Abend in der Kneipe' sie wusste es nicht mehr genau, so sehr hatte Christina sie aus dem Konzept gebracht. „Und was denkst Du"? „Was ich denke", unterbrach Stephanie Britta, „das es wohl besser ist, sie als guten Kumpel zu sehen, wenn ich sie nicht verlieren will".
„Warum, meinst Du sie hat eine Freundin"? „Eine Freundin? Sie hat einen Freund, das weiß ich" 'weiß ich das wirklich'? fiel ihr plötzlich ein, „und allein wohnt sie auch nicht. „Na denn", meinte Britta und ging an ihr vorbei hinaus auf den Flur. Glaubte Stephanie wirklich, was sie da von sich gab? Sie hakte jedoch nicht weiter nach, „wie sieht es aus wollen wir los legen"?

Christina war unentschlossen. Nachdem sie bei ihren Eltern noch zu Mittag gegessen hatte, machte sie sich auf den Weg. Sie stand jetzt auf ihrem Balkon, eine Zigarette in der Hand, es war angenehm warm. Sollte sie auch mal ihr Bike aus dem Keller holen, joggen oder gleich ins Studio fahren? Dort konnte sie auch einen Saunagang einlegen. 'Genau das werde ich tun', entschied sie.

„Wo willst Du denn die Bordüre hin haben, hier oben, kurz über dem Spiegel"? Britta stand auf der Leiter im Bad, Stephanie hinter ihr am Wachbecken. „Ja, genau da, meinst, das sieht gut aus"? „Na klar, wirst sehen, das peppt noch richtig auf, lass mich nur machen". Stephanie war fest davon überzeugt, dass Britta wusste was sie tat, sie vertraute ihr voll und ganz. „So, wenn Du willst, kannst Du schon was anderes machen, vielleicht das Wohnzimmer mit Folie auslegen, ich schaff das schon allein, klebe mir die Schablone jetzt mit Klebeband fest, das hält bombig. Mit den Farben waren wir uns ja einig".
Stephanie hatte schon die Hälfte des Wohnzimmers abgeklebt, als sie ein Rumpeln mit anschließendem Fluch vernahm. Es kam eindeutig aus dem Bad. „Alles okay bei Dir Britta"? „Na ja, wie man es nimmt. Kannst Du mal kommen"? Stephanie war schon auf dem Weg. Britta hockte auf dem Wannenrand und hielt sich den rechten Arm, die Leiter lag auf dem Boden. „Was ist passiert? Mensch Britta, Du bist ja ganz blass". „Ich bin fast die Leiter runter gefallen, und wollte mich noch am Waschbecken fest halten, dabei bin ich noch mal weg gerutscht. Scheiße, tut das weh". Britta biss sich auf die Lippe. „Wo tut es denn weh?", fragte Stephanie. „Mir tut so ziemlich alles weh, vor allem hier". Mit hier meinte sie eine Stelle knapp über dem Ellenbogen. "Oh je Britta, meinst Du es ist was gebrochen?" „So wie das weh tut, denke ich schon. Kannst Du mir mal aus dem Overall helfen?" Wenig später bemerkte Stephanie knapp „tja, das war´s dann wohl, wir sollten besser mal ins Krankenhaus fahren", Stephanie half Britta in die Sachen.

Warum führte sie ihr Auto ausgerechnet hier her? Christina konnte es nicht glauben, doch sie stand tatsächlich vor Stephanie´s Wohnung. Wie fern gesteuert war sie gefahren. Sie hatte mehr als zwei Stunden trainiert, aber für einen Saunagang hatte sie keine Lust mehr. Jetzt lehnte sie hier gegen ihren Wagen, sog den Rauch der Zigarette ein, schaute wieder nach oben. 'Komisch, eben brannte noch Licht', oder hatte sie es sich nur ein gebildet? 'Na ja, dann werde ich mal wieder', wie lange hatte sie hier gestanden? Zehn Minuten oder halbe Stunde, sie wusste es nicht einmal. Warum war sie nicht hoch gegangen, so wie sie es vor gehabt hatte, was hielt sie davon ab?
Sie saß schon wieder im Wagen, als sie Stephanie und Britta kommen sah. Es sah so aus, als ob Britta Schmerzen hätte. Ohne zu überlegen sprang sie nun aus dem Wagen, lief auf die beiden zu. „Hallo ihr beiden, dachte mir ich fahr mal vorbei und schau, ob ich was helfen kann. Britta, was ist, Du bist ja ganz blass". „Hallo Christina", presste Britta zwischen den zusammen gebissenen Zähnen hervor, „klassischer Fall von Leiter herab stürzen". „Wir sind auf dem Weg ins Krankenhaus", meldete sich jetzt auch Stephanie zu Wort. „Ist es schlimm"? „Na ja, es könnte sein, dass der Oberarm gebrochen ist. Sorry Christina, wir müssen los, wir fahren ins Krankenhaus, das muss erst mal geklärt werden. Kann ich Dich nachher irgendwo erreichen?" „Ja klar, meine Nummer hast Du ja, probier es einfach, bin zu Hause".

„Oh, mein armer Schatz", Monika öffnete die Tür, ist es sehr schlimm"? Stephanie hatte aus dem Krankenhaus bei Monika angerufen, ihr mitgeteilt, was passiert war, und sie hatte Recht behalten. Britta hatte sich einen Oberarmbruch zugezogen. Nichts kompliziertes, doch Schmerzen hatte sie genug. Sie war geröntgt worden, danach wurde sie eingegipst. Das hieß für die nächsten Wochen absolutes Renovierungsverbot. Und ins Büro konnte sie natürlich auch nicht. Ihren Chef hatte Britta schon verständigt, musste jemand anderer ihre Zeichnungen fertig machen, sie hatten genug Aufträge in letzter Zeit rein bekommen. „Verdammter Mist", fluchte sie, „ausgerechnet jetzt, und dann auch noch Deine Renovierung Steph". „Mensch, mach Dir um die Wohnung keinen Kopf, das ist doch jetzt wirklich nebensächlich". Sie saßen im Wohnzimmer. Stephanie sah auf ihre Uhr. 'Halb neun, kann ich ja noch schnell bei Christina anrufen'. Sie ging auf den Flur.




copyright © by silly1967. Die Autorin gab mit der Veröffentlichung auf lesarion kund, dass dieses Werk Ihre eigene Kreation ist.





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