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Der Umzug (17)

von silly1967


Sie waren eine Weile schweigend nebeneinander her gelaufen, jede in Gedanken vertieft. Die Hände in den Jackentaschen vergraben. Jetzt gingen sie auf eine Parkbank zu, die nahe am See stand. „Wollen wir uns setzten"? Christina fand die Sprache als erste wieder. 'Jetzt oder nie', war sie sicher, setzte sich, ohne eine Antwort von Stephanie erhalten zu haben. 'Die Stunde der Wahrheit', dachte in dem Augenblick auch Stephanie. Setzte sich nicht neben Christina, sondern hob ein paar Steine auf, die am Ufer lagen und ließ sie über das Wasser springen, das hatte sie lange nicht mehr gemacht, doch sie war noch immer gut darin.

Ohne sich zu Christina umzudrehen, fing sie zu sprechen an. „Christina, ich weiß, was Du mir sagen willst. Ich war leider nicht vorsichtig genug, um meine Gefühle für Dich zu verbergen. Ja, ich bin lesbisch, dazu noch über beide Ohren in Dich verliebt und habe verdammt Angst, dass ich Dich jetzt als gute Freundin verliere, aber ich denke, es ist besser, wenn Du es von mir erfährst, als wenn Du es irgendwo aufschnappst und Dich von mir zurück ziehst, nur weil ich nicht ehrlich zu Dir gewesen bin. Du kannst nichts dafür, ich will auch nicht in Deine Beziehung einbrechen, das ist nicht meine Art. Ich wollte nur, dass Du es weißt".
Christina, die die letzten Tage und Nächte damit verbracht hatte, nach Worten und Wege zu suchen, Stephanie ihre Liebe zu gestehen, saß beinahe ungläubig auf der Bank und hörte, was Stephanie ihr mitzuteilen hatte. Sie schüttelte den Kopf, hatte die Hinweise, die Stephanie ihr gesendet hatte, nicht sehen wollen, doch konnte sie sich an jeden einzelnen erinnern und das Puzzle in ihrem Kopf fügte sich jetzt zu einem Bild zusammen, das Bild von ihr und Stephanie.

Die Stille, die Stephanie´s Beichte ausgelöst hatte, war unerträglich. „Chris, sag bitte irgendwas", Stephanie drehte sich zu Christina um und sah sie hilflos an. „Warum glaubst Du, dass ich mich von dir zurück ziehe, nur weil Du mir sagst, dass Du lesbisch bist"? begann Christina nach einiger Zeit zu sprechen an, eine Zeit, die Stephanie wie eine Ewigkeit vorkam. Christina hielt Stephanie´s Blick stand, die sie mit ihren Augen gefangen hielt. „Obwohl Du sagst, dass Du mich liebst, traust Du mir das zu"? Es klang mehr nach einer Feststellung als einer Frage. Stephanie rang mit sich, suchte nach einer Antwort. „Nun ja, das klingt nicht unbedingt logisch, gebe ich zu. Doch so etwas ist mir noch nie passiert, dass ich mich in eine Frau verliebe, die Hetero ist. Pech für mich, kann man halt nichts machen".

„Aha", meinte Christina bloß. Ihr schwirrte der Kopf, am liebsten wäre sie aufgesprungen. Hätte Stephanie geschüttelt und ihr ihre eigenen Gefühle entgegen geschleudert. Doch sie blieb still. „Tja, jetzt ist es raus", bemerkte Stephanie knapp. Sie stand noch immer mit etwas Abstand von Christina am See und befühlte beinahe gedankenverloren einen Stein in ihrer Hand. „Ich würde schon ganz gern wissen, seit wann Du es weißt und womit ich mich letztendlich verraten habe", sagte sie jetzt.

„Ich habe es nicht gewusst", sagte Christina kaum hörbar. „Was"? reagierte Stephanie beinahe geschockt und sah Christina jetzt betroffen an. „Nicht gewusst", sprach Christina wieder, machte eine kurze Pause, bevor sie weiter sprach. „Aber innerlich doch gehofft", dabei lächelte sie leicht. Stephanie schüttelte den Kopf, schien über das, was Christina eben gesagt hatte, nachzudenken. „Jetzt versteh ich überhaupt nichts mehr". „Würdest Du es besser verstehen, wenn ich sagen würde...", Christina schien nach den richtigen Worten zu suchen, den Worten, die schon seit einiger Zeit in ihrem Kopf herum spukten. „Ich liebe Dich"?, bei dieser Frage schaute sie Stephanie direkt an, diese schien sie mit ihren Augen zu durchbohren, so ungläubig sah sie sie sie an. „Also ich habe jetzt verstanden, Du liebst mich, doch so ganz verstehe ich es trotzdem nicht. Sorry, stehe irgendwie auf dem Schlauch".

Christina hielt es nun nicht mehr auf der Bank und kam Stephanie entgegen, stand jetzt nur ein paar Zentimeter von ihr entfernt. „Was ist so schwer daran zu verstehen, dass ich Dir gerade gesagt habe, dass ich Dich liebe"? Christina nahm Stephanie`s Hand in die ihre und lächelte. „Okay, verstanden habe ich das schon, aber wie kann das sein, dass eine Hetero Frau wie Du sich in mich verliebt? Christina, ich habe überhaupt keine Erfahrungen damit. Und ich kann das auch nicht", bemerkte sie nun beinahe trotzig. „Ich kann nicht in eine Beziehung einbrechen und einem Mann die Frau weg nehmen".
„Hast Du schon mal mit irgend jemandem über mich gesprochen, was Dich annehmen lässt, dass ich auf Männer stehe"? „Nein, aber...". „Nichts aber", unterbrach Christina sie, „ich bin genauso wenig hetero wie Du und das wird auch so bleiben". Es blieb kurze Zeit still. „Dann heißt das ja…", begann Stephanie beinahe zu stottern, „oh mein Gott Christina, das kann nicht sein. Wie konnte ich nur so dumm sein"?





copyright © by silly1967. Die Autorin gab mit der Veröffentlichung auf lesarion kund, dass dieses Werk Ihre eigene Kreation ist.





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