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Lovestories » Detail

Die Berghütte(3)

von nunca00


Ankommen

„Wenn Alex noch einmal „Schifahren“ singt, hau ich sie!“, warnte Niki als sie aus dem weißen Kombi stieg. Sie waren an ihrem Zielort angekommen. Micha streckte sich, während sich Niki das rechte Knie rieb.Alex war in einem Haus nicht weit von der Skiliftanlage verschwunden.
„Ja, die ersten sechs Mal wars noch ganz lustig, danach hat’s mich auch ziemlich genervt! Naja, jetzt sind wir ja da...und das wären wir ohne sie nicht!“, versuchte Micha zu vermitteln.
„Ich mag Alex ja auch ganz gern, aber manchmal macht sie es einem das schon schwer!“, beschwerte sich Niki weiterhin.
„So ist sie halt, aber im Grunde ist sie ja ein feiner Kerl wie wir wissen!“
„Jaja, ich weiß!“, lenkte Niki ein.
„Niki,“ rief Alex von Weitem, „Du kannst hier parken!“ Alex zeigte in Richtung Hinterhaus.
Niki stieg wieder ins Auto und parkte es anschließend auf dem ihr zugewiesenen Platz.
„Der Seppi kommt gleich und fährt uns hoch!“, tat Alex kund.
Kurz darauf erschien ein älterer Herr mit roter Mütze und dicker grellblauer Winterjacke auf einem großem Snowmobil mit Anhänger. Er hielt hinter Nikis Auto.
„Ihr könnt euer Zeug da hinten rein werfen!“, wies Alex an. Sie warf ihr Gepäck in den Hänger. Die anderen Beiden taten ihr es gleich.
„ So, und jetzt mal flott rein gesprungen und ab geht die Post!“, meinte Alex forsch.
Sie hatten einige Mühe in den Hänger zu klettern.
„Ich war auch schon mal sportlicher!“, stellte Micha fest und setzte sich mit dem Rücken zur Wand auf den Boden des Anhängers.
„Ihr könnt euch Welche von den Stuhlkissen für euren Rücken nehmen! Alex deutete auf einen Haufen bunten Stoffes. Für eure alten Pferdeärsche reichts wohl nicht mehr, da muß ich erst noch Andere besorgen!“, fügte sie frech hinzu.
„Kann’s losgeh'?“, wollte Seppi dann wissen.
„Ja, Fahr los!“, rief Alex nach vorne und gab ihm ein Zeichen. Seppi fuhr zügig los.
Nach circa 30 Minuten kamen sie an einer hübschen Skihütte weit ab von Piste und Trubel an.
„Wow, das ist echt zum Weinen schön!“, meinte Niki ergriffen und stapfte durch den Tiefschnee während sie über die tief-verschneite Landschaft blickte. Der strahlend blaue Himmel bildete einen wunderschönen Kontrast dazu.
„Dann wein doch!“ sagte Alex, warf ihr einen Schneeball ins Gesicht und rannte danach lachend in die Hütte.
Niki schüttelte sich und rannte ihr kurze Zeit später hinterher. Sie wollte sich gerade bei Alex beschweren als sie feststellte, dass diese mit irgend Jemandem telefonierte.
„O.k.,Ihr müsst dann rechts und danach noch ein Stück gerade aus. Wenn Ihr am Skilift ankommen seid fahrt am dritten Haus vorbei nach hinten. Dort auf dem Parkplatz seht ihr dann schon Nikis Auto, das kennst du doch Nina, da könnt ihr euch dann daneben stellen! Ja, wir holen euch dann ab. Also, bis später!“
„ So, Welche von euch beiden Süßen hat Lust auf Snow Mobil fahren?“, wandte sich Alex um.
Micha und Niki sahen sich fragend an.
„ Ach so ja, ich meine selber fahren!“, fügte Alex noch schnell hinzu.
,,Oh! Niki, mach du das lieber, das ist nicht so mein Ding! “
„O.k., dann komm mal mit!“ Alex packte Niki ungefragt am Jackenärmel und zog sie mit sich. Hinter der Hütte parkten zwei kleinere Snowmobile.
“Und traust du dich?“,fragte Alex. „Ist wie Roller fahren, das kannst du ja!“
„Wow geil!“, meinte Niki und setzte sich auf eines der beiden Gefährte.
„Ich probier es auf jeden Fall, macht bestimmt total Spaß!“
„ O. k., dann holen wir jetzt mal die anderen ab!“
„Was, ach so ,fährt dann noch jemand hinten drauf mit? Oh weh ,ich hoffe ich kann das?“
„Du packst das schon! Alex drehte den Schlüssel, der schon im Schloss steckte, um und fuhr ein kleines Stückchen, drehte sich dann zu Niki um und meinte nur cool:“Also dann fahr, mir nach!“
Niki ließ den Motor an und folgte ihr anschließend mit ein paar anfänglichen Schwierigkeiten. Danach war das Fahren im Tiefschnee die reinste Freude. Unten im Tal angekommen wurde Niki etwas nervöser und das lag nicht nur an den vielen Touristen, sondern auch an der bevorstehenden Begegnung mit Nina und Jessie. Sie hatte die Zwei seit dem Treffen in der Pizzeria nicht mehr gesehen.
Die Beiden standen schon wartend zwischen Nikis und Ninas Auto. Nina winkte Ihnen aufgeregt zu.
Beim Anblick von Jessie klopfte Nikis Herz schneller. Jessie sah total süß aus in ihrem blau-weißem Skianzug und mit der dunkelblauen Mütze auf dem Kopf. Sie war braungebrannt. Eine paar hellblonde Haarsträhnchen hatten sich aus der Mütze verirrt.
„Hallo, ihr Nachzügler, da seid ihr ja!“, begrüßte Alex sie fröhlich.
Alex stieg vom Snowmobil und schnappte sich erst Jessie um sie ungestüm zu umarmen:
„Hallo, schön dich zu sehen! Bist, du braun! Warst du in Afrika, oder was?“ und herzte dann Nina.
„Australien!“, sagte Jessie.
Niki verspürte einen kleinen Stich in der Magengegend. Sie war bestimmt bei ihrer Freundin, dachte Niki und war zu ihrer eigenen Verwunderung ein klein wenig eifersüchtig.
Schnell umarmte sie Nina und fragte: „Na, wie war die Fahrt?“
„Ja war o.k. und wie war’s bei euch?“
„Frage nicht!“, lachte Niki, „Alex hat bestimmt 1000 mal „Schifahren“ von Wolfgang Ambrose( Lied und Interpret läßt sich hier nicht hochladen!) gesungen!“
„Ach!“, lachte nun auch Nina, „Das macht sie immer!“ Nina war sehr gut mit Alex befreundet und hatte sie schon öfter einmal für ein paar Tage auf der Skihütte besucht.
„Gott, wie hältst du das nur aus?“, unkte Niki.
„Ach weißt du, ich hatte ne ganz kleine nervige Schwester!“ Sie zwinkerte Jessie zu.
„Hey!“,motzte Jessie und gab ihr einen Stups mit der Hüfte.
„Hallo Niki!“, sie reichte Niki die Hand. Schön dich wieder zu sehen!“ Jessie strahlte übers ganze Gesicht. Diesmal bemerkte Niki ein paar kecke Sommersprossen auf ihrer Nase.
„Hallo Jessi!“ , sie schüttelte Jessie’s braun gebrannte Hand.
„Schön, dass du auch mitgekommen bist!“ Wieder reagierte Nikis Körper auf die Berührung mit Jessie auf eine Art wie seit Nadja bei keinem anderen Menschen mehr! Sie konnte es gar nicht in Worte fassen...als wenn....ja...fast als wäre ihr Körper aus einem Dornröschenschlaf erwacht! Wie gerne hätte sie Jessie jetzt auch umarmt! Doch Niki brachte nur ein schüchternes Lächeln zusammen. Jessie sah sie schon wieder so seltsam an.
„Also, packen wir’s!“, schlug Alex vor.
„Ich nehme an das ist euer Gepäck?“, Alex deutete auf einen riesigen grauen Trekking- Rucksack und einen nahezu winzigen weißen Rucksack, die an Ninas Auto lehnten. Es sah aus wie ein Wal, der ein kleines Kind bekommen hatte.
Alex deutete auf den großen grauen Rucksack.“Ist das deiner, Nina?“ Nina nickte.
„Hast du Godzilla da drin oder was?“, motzte Alex. „Ich hab doch gesagt so wenig Gepäck wie möglich. Du weißt doch dass der Seppi nicht mehr so gut kann wie früher!“ Nina guckte schuldbewusst und meinte nur :“Du kennst mich doch!“
„Ok, sorry Jessie, wir müssen dein Snowboard leider erst mal hierlassen. Das können wir jetzt nicht mitnehmen, das wird jetzt Alles viel zu schwer, aber ich hole es morgen früh gleich ab versprochen!
„Ist doch überhaupt kein Problem!“, meinte Jessi versöhnlich.
„Und du Nina, packst am Besten auch was aus und läßt es bis Morgen im Auto!“, ordnete Alex an.
„Ach ne, das geht doch so!“, meinte Nina beflissen.
O.k.,wenn du meinst.Gut alles klar! Dann steig mal hinten auf!“, forderte sie Jessie, die unweit von ihr stand, auf und klopfte hinter sich auf den Sattel des Snowmobils.
Nina schnallte sich ihren Monsterrucksack auf den Rücken und setzte sich hinter Niki auf deren Snowmobil. Niki war darüber fast schon erleichtert, da sie mit Jessie als Sozia bestimmt vor lauter Aufregung einen Unfall gebaut hätte! Alex fuhr wie vorhin wieder vor und Niki folgte ihr wieder. An einer kleinen Steigung mussten sie etwas mehr Gas geben. Dabei verlor Nina durch die Schwere ihres Rucksacks das Übergewicht und fiel nach hinten in den Schnee. Niki erschrak. Doch als sie sich umdrehte, bemerkte sie, dass Nina laut lachte. Niki stoppte den Motor, stand auf und half Nina wieder auf die Beine. Alex hatte mittlerweile umgedreht und rief:
„Siehst du, und dann passiert sowas! Das kann ganz schnell ins Auge gehen. So weiter jetzt, es dauert nicht mehr lange bis es dunkel wird. Haltet euch jetzt richtig gut fest!“
Um ihren Worten mehr Ausdruck zu verleihen, packte sie Jessies Hände und schlang sie um ihren eigenen Körper. „Halt dich am Besten an mir fest!“ rief sie nach hinten zu Jessie. Nicki hatte das Gefühl, dass es Alex hierbei aber nicht nur um Jessies Gesundheit ging!












Instruktionen

Oben an der Hütte angekommen, wurden sie schon ungeduldig von Micha erwartet.
In der Hütte machte Alex dann folgende Anweisungen:
„Also passt mal auf Leute, es gibt hier nur zwei Schlafzimmer! Einmal sozusagen das Eltern- Zimmer mit Doppelbett und dann gibt’s noch ein anderes Zimmer mit zwei Stockbetten. Ich würde vorschlagen, dass wir das alte Ehepaar!“, sie sah Niki und Micha an, „ins Erwachsenen Zimmer stecken und wir drei Hübschen ins andere Zimmer gehen!“
Nun war Niki klar, dass Alex Jessie um sich haben wollte. Einerseits war sie froh nur mit Micha in einem Zimmer zu sein, auf der anderen Seite spürte sie aber wieder dieses dumpfe Ziehen in der Magengegend.
Da ihr niemand widersprach, packte Alex Ninas Rucksack und schleifte ihn hinter sich her in das so genannte Kinderzimmer. Von dort rief sie Nina und Jessie zu: „Mir nach!“
Niki und Micha standen erst ein bisschen blöd herum und erkundeten die Berghütte dann auf eigene Faust. Sie wurden schnell fündig. Das Erwachsenen-Zimmer war ein wunderhübsches großzügig geschnittenes Zimmer mit einer Vertäfelung aus hellem Kiefernholz. In der Mitte stand ein großes Bett und an der Seite ein schön bemalter Bauernschrank, natürlich alles ebenfalls aus Holz.
„ Ist das hübsch hier!“, meinte Micha entzückt. Das geht doch schon mal sehr gut los oder nicht?“ Sie sah Niki erwartungsvoll an.
Niki war ein bisschen überwältigt von Allem. Der längeren Fahrt, das laute Singen von Alex und vor allem, das Wiedersehen mit Jessie. Müde ließ sie sich aufs Bett fallen. Sie verschwand fast vollständig in der weichen Daunenbettdecke. Micha musste lachen und ließ sich kurz darauf ebenfalls ins Bett plumpsen.
Doch schon kurz darauf vernahmen sie lautstark Alex‘ Stimme, die rief:
„Micha und Niki kommt ihr auch in die Küche?“
Sie rafften sich auf und kamen Alexˋs Bitte nach.
Auch die Küche war nett eingerichtet, ebenfalls mit viel Holz und bunten Bauernmalereien. Auf der großen Essecke hatten sich Jessie und Nina bereits niedergelassen. Alex verteilte gerade kleine Schnapsgläser auf dem Tisch. Micha und Niki setzten sich auf die noch freien Plätze.
„So, jetzt gibt’s erst mal den traditionellen Willkommens Trunk!“, sagte Alex feierlich.
Nachdem sie reihum alle Gläser gefüllt hatte, hob sie ihr Glas mit den Worten:
„Auf Euch, und auf eine gute Zeit!“ Sie stießen alle miteinander an.
„Bäh, was ist das denn?“ Micha schüttelte sich.
“Das ist Enzian, ein sehr edles Kraut, du Kulturbanause!“, schimpfte Alex sie.
„Der ist ja noch schlimmer als der Kräuterschnaps von meinem Opa damals!“, hielt Micha dagegen.
„Der ist sehr gesund! Aber vor allem wird er uns jetzt erst einmal richtig einheizen! Sorry, dass es hier noch so kalt ist, ich muss dann erst mal den Kamin klar machen damit wir schüren können! Vorher mach ich uns aber schnell noch ne Gulasch Suppe! Ihr habt bestimmt auch Hunger! Ist das o.k, Nina? Oder Jessie?“, fragte sie in die Runde.
„Ich kann mal ne Ausnahme machen, und Jessie ißt ja jetzt wieder Fleisch!“, antwortete Nina.
„ Wir müssen morgen sowieso runter ins Dorf um Lebensmittel einzukaufen, vor allem frische Sachen. Dann können wir ja gucken was wir so Leckeres vegetarisches kochen können!“ vermittelte Alex.
Alex packte einen großen Topf und klapperte in der Küche herum.
“ Ich helf dir!“, bot sich Niki an und stand auf. Sie hatte trotz ihrer Müdigkeit, das Verlangen irgendwas zu tun. Sie wusste noch nicht wie sie mit den aufkeimenden Gefühlen für Jessie umgehen sollte? Mittlerweile hatte sie sich eingestanden, dass sie sich wirklich für Jessie interessierte. Sie wusste nicht, in welche Richtung das gehen sollte, aber auf jeden Fall wollte sie sie besser kennen lernen.
„Du könntest den Toast hier!“, wies Alex sie an und hielt Niki ein Päckchen Toastbrot vor die Nase, „ ein wenig anrösten, damit er nicht so labbrig ist und nach etwas schmeckt!“
„Mach ich! Und soll ich ihn in Dreiecke schneiden damit er ein bisschen schöner aussieht?“
Alex hatte ihr allerdings nicht zugehört, weil sie mit Suppe kochen und Tischdecken beschäftigt war und bekam daher keine Antwort.
„So, war doch lecker, oder nicht? Und? Wer von euch Luschen will noch mal einen Enzian?“, fragte Alex.
Niki und Jessie antworteten fast gleichzeitig: „Ich!“
Sie sahen sich beide verdutzt an und mussten grinsen.
„So ist’s brav Mädels!“, lobte Alex.
Micha meinte nur: „Hast du Nix anderes?“
„Ich muss mal drüben in der Bar kucken! Aber wenn’s o.k. ist , würde ich erst mal vorschlagen, dass wir uns alle umziehen und uns dann in der guten Stube treffen. Ich heiz dann dort mal ein! Ach ja, noch was, warm duschen ist heut leider nicht, da müsst ihr euch einschränken, aber ich nehme an, ihr habt heute Alle schon geduscht und wir haben ja keinen Hochsommer hier!

Holzhacken



Niki hatte keine Lust gehabt sich umzuziehen und war als Erste in der guten Stube. D.h. Alex war schon da und telefonierte- dem Gespräch nach- wohl mit ihrem Vater.
„Ja, mach ich! Das hab ich schon gesehen ja, vielen Dank! Das hättest du aber nicht machen müssen! Nein Papa, da brauchst du keine Angst haben! Wo seid ihr eigentlich gerade?Und kommt ihr zurecht? Ja o.k.! Und sag Mama noch einen schönen Gruß! Und wie gesagt, noch mal vielen Dank fürs Holz hacken! Alex klang wie eine Elfjährige. So hatte Niki sie noch nie erlebt! Doch kurz darauf beendete Alex das Telefongespräch und nahm dann ihren etwas schrofferen Alltagston wieder an:
„Na, alte Schabracke, bist ja nicht weit gekommen!“
Doch ehe Niki auch nur irgendetwas darauf erwidern konnte, betrat Jessie den Raum.
„Hallo ihr Zwei!“, sagte sie fröhlich.
Niki verschlug es fast den Atem. Jessie hatte eine hautenge hellblaue Jeans und einen weißen ebenso enganliegenden Hoodie angezogen, der ihre vollen Brüste sehr betonte.
Wow, die habe ich vorher noch gar nicht bemerkt, dachte Niki. Sie hatte sich in der vergangenen Zeit aber auch nicht mehr sonderlich für solche Dinge interessiert. Ja, sie hatte vor Langem schon kurzzeitige Beziehungen gehabt. Sogar einen One Night Stand! Nach einer Therapie, auf die Micha bestanden hatte, hatte sie sich sozusagen auf Raten der Psychotante wieder mit Frauen getroffen. Doch im Grunde war Alles eine Farce gewesen. Sie hatte sich auf Keine richtig eingelassen und war sich dabei immer wie ein Schwein vorgekommen, da manch Eine tiefere Gefühle für Sie gehegt hatte.
Alex riss sie aus ihren Gedanken:
„He, Träumerle, reich mir mal bitte den Schürhaken, der dort an der Wand hängt!“
Alex kniete vor dem Kamin in dem gerade ein Feuer entfachte.
Jessie beobachtete die Beiden während sie sich mit den Händen die Arme warm rubbelte.
„Wird gleich warm, Süße!“, meinte Alex vertraulich zu Jessie. Diese wurde verlegen und fragte: „Kann ich irgendwas helfen?“
„Ehrlich gesagt ja, du könntest die Anderen fragen ob sie heißen Tee oder Kakao mit oder ohne Rum wollen? Äh, und den dann vielleicht mit Nina machen, die kennt sich in der Küche aus!“, fügte sie verschmitzt hinzu.
„Klar, gerne kein Problem!“ Dann verließ sie den Raum.
„Du Alex, wir können doch demnächst bestimmt noch mehr Holz gebrauchen, oder? Kann ich nicht Welches hacken gehen, ich muss mich irgendwie bewegen! Bin heute so steif von der Autofahrt!“, fragte Niki. Das war gelogen, aber Niki war ironischerweise heiß und sie mußte mal vor die Tür.
„Klar, warte noch fünf Minuten bis ich hier fertig bin, dann zeig ich dir Alles!“
„Ich hol eh noch schnell meine Jacke! Ich warte dann Draußen. Bis gleich!“
Als Niki deswegen schnell ins Eltern-Schlafzimmer schlüpfte, erschreckte sie dabei Micha, die irgendetwas Raschelndes in ihrer Jackentasche verschwinden ließ.
„Gott, du kannst mich doch nicht so erschrecken und die Tür einfach so aufreißen! Ich hätte nackt sein können!“, schimpfte Micha.
„Oh tut mir leid! Naja, hätte schlimmer sein können!“, scherzte Niki.
„Wie siehst du denn aus? Du hast ja einen knallroten Kopf!“, stellte Micha fest.
„Ja, mir ist irgendwie warm!“
„Was? Mir ist eiskalt hier drin!“, entrüstete sich Micha. Sie sah Niki musternd an.
„Komm mal her! Lass dich mal drücken!“, meinte Micha aufmunternd.Niki ging einen Schritt auf Micha zu.
„Du musst mal ein bisschen mehr entspannen, du bist ja total verkrampft!“, stellte Micha fest.
Niki vernahm Michas Atem, der nach Schokolade roch. Sie lies das jedoch unkommentiert.
„Ja, ich weiß. Deswegen bin ich auch schnell rein um meine Jacke zu holen. Alex will mir draußen zeigen wie man Holz hackt!“
„Ah, super Idee! Ok, dann bis später!“
„Jau, bis denn!“

Sie trat aus der Hütte und bewunderte abermals die bezaubernde Landschaft. Helles Mondlicht wurde glitzernd von der üppigen Schneedecke reflektiert und ließ Alles puderzuckerweiß erscheinen.
Alex platzte aus der Hüttentür.
„Also, dann komm mal mit! Hast du schon mal Holz gehackt?“
„Ja, ist aber ewig her!“
Alex zeigte Niki wie sie die Axt zu halten hatte und wie man das Holz richtig auf dem Hackklotz drapierte.
„Dann zeig mal was du kannst!“ Sie hielt Niki die Axt hin.
Während Niki etwas umständlich versuchte Holz zu hacken, zündete sich Alex eine Zigarette an.
„Rauchst du etwa wieder?“
„Nur Nachts!“, witzelte Alex. „Ach, ich hab wegen so einer blöden Tussi wieder angefangen und dann hat die dumme Kuh mich auch noch nach drei Wochen wegen ihrer Ex wieder verlassen!“
„Ach nee, so ein shit! Aber warum musstest du denn wieder rauchen, nur weil die geraucht hat? Sorry, aber verstehe ich irgendwie nicht?“
„Naja, Niki, weil du keine Ahnung mehr hast, von Frauen und so!“, frotzelte Alex.
Niki lachte laut.
„Da könntest du Recht haben. Da kann ich dir leider nicht widersprechen! Macht für mich aber trotzdem keinen Sinn!“
„Apropos Frauen! Was hälst du eigentlich von Jessie?“ wollte Alex wissen.
Niki ließ vor lauter Schreck die Axt fast fallen.
„Scheint ganz nett zu sein!“, versuchte Niki so normal wie möglich zu sagen.
„Nett?“, fragte Alex im spöttischen Tonfall. „Hast du dir mal genauer angesehen? Die ist der Hammer! Wenn sie nicht Ninas kleine Schwester wäre, würde ich echt mal mein Glück versuchen!“
Niki sagte erst mal Nichts und hackte noch schneller Holz.
Um jedoch nicht verdächtig zu erscheinen, antwortete sie schließlich doch.
„Wäre die dir dann nicht doch trotzdem zu jung?“ Sie war auf Alex´ Antwort sehr gespannt!
„Nö, wieso?“
Naja, weil die ist ja nicht jetzt nur mal so fünf, acht oder zehn Jahre jünger, sondern…Wie alt bist du jetzt noch mal?“
„Ich bin 45 Lenze jung!“
„O.k., dann bist du 16 Jahre jünger als Sie!“
„Und? Wen juckts? Ich hatte schon was mit noch Jüngeren aber auch mit wesentlich Älteren! Ist doch alles nicht so wild! Und ich muss ja nicht Jede gleich heiraten wollen!“
„Stört dich das echt nicht?“
„Hey, es muß ja nicht immer die große Liebe sein! Manchmal gehts einfach nur ums Schnackeln, verstehste?“ Alex drückte ihren Zigarettenstummel in den Schnee.
Niki mußte plötzlich lachen. Mehr über das Wort „schnackeln“ als über das andere Gesagte! Außerdem tat der Alkohol sein Übriges.
Davon animiert, legte Alex erst richtig los.
„Naja, wie gesagt, wenn’s nicht Ninas Schwester wäre! Ich mein, hast du dir mal Ihre Möpse angesehen? Die hat ganz schön Holz vor der Hütte! Da hätten wir Lange was zu schüren, da bräuchtest du jetzt nicht wie eine Wilde Holz hacken!“
Niki bekam einen Lachanfall und hatte Mühe die Axt zu halten.
„Also, da wüsste ich schon was ich mit der anfangen würde, da wäre mir nicht so schnell kalt!“, flachste Alex
Niki konnte nicht mehr vor lauter Lachen und ließ sich in den weichen Tiefschnee fallen. Alex stimmte in ihr Gelächter ein.
„Was macht Ihr denn?Was ist denn so lustig?“, fragte auf einmal eine Stimme aus dem Dunkeln. Dann trat Jessie aus dem Schatten der Hütte hervor.
„Keine Ahnung, mußt du Niki fragen, die lacht schon seit 5 Minuten wie eine Irre!“, sagte Alex nur feige.
Niki hoffte inständig dass Jessie nichts von dem Gespräch mitbekommen hatte!
„Ach, ich hab mich nur so blöd angestellt beim Holz hacken!“, log sie und mußte immer noch kichern obwohl sie das Alles gar nicht so lustig fand.
„Oh schade, da hab ich wohl was verpasst!“, meinte Jessie belustigt.
„Ja, ein Bild für Götter!“, Alex ging auf Nikis Schwindelei ein.
„Ach, ich Dummie! Hier Niki, das soll ich dir im Auftrag von Micha bringen!“ Jessie bückte sich zu Niki hinunter, die immer noch im Schnee lag und reichte ihr eine dampfende Tasse.
„Oh, danke, dass ist aber lieb von dir, dass du mir die extra bringst!“, brachte Niki so halbwegs vernünftig zustande.
„Alex, dir hätte ich auch was mitgebracht, aber keiner wußte ob du lieber Tee oder Kakao wolltest? Sorry, ich hoffe du bist mir nicht böse!“, meinte Jessie vermittelnd.
„Wer kann dir schon böse sein, Süße?“ Alex konnte es nicht lassen.
Jessie ging nicht darauf ein und fragte Niki stattdessen: „Und, schmeckts?“
„Ich glaub, Micha hat mehr Rum als Kakao reingetan, aber egal!“
„Echt? Mein Tee steht noch drinnen, der war zu heiß! Darf ich mal probieren? Oh God, jetzt frag ich dich das schon wieder!“, fiel ihr peinlich berührt ein.
„Gerne doch!“, erwiderte Niki und lachte leise auf. Auch diesmal hatte sie keine bessere Antwort parat! Jessie kniete sich neben ihr nieder und nahm die Tasse in Empfang, die ihr Niki hinhielt und machte einen kleinen Schluck. Niki war ganz aufgeregt, weil Jessie so nah bei ihr war. Wir haben beide von der gleichen Tasse getrunken!, dachte sie und freute sich wie ein schwärmender Teenie darüber.
„Oh ja, der haut ganz schön rein!“, bestätigte Jessie.
Sie lachte Niki dabei an. Niki wurde ein wenig schwindelig. Ob vom Alkohol oder vor Freude, sie konnte es nicht ganz sicher sagen.
„So, ihr Turteltauben, genug jetzt! Rein mit euch, sonst erkältet sich noch Einer! Jessie nächstes Mal bitte mit Jacke raus, man unterschätzt die Temperatur hier schnell und du Niki, raus mit deiner dünnen Hose aus dem Schnee!“, meinte Alex im mütterlichen Befehlston.
Niki rollte sich, noch im Schnee liegend, auf den Bauch und versuchte aufzustehen, was ihr aber mehrmals misslang.
„Na komm ich helf dir!“, meinte Jessie amüsiert und stellte die Tasse auf den Hackklotz. Sie packte Jessie sanft aber beherzt am Oberarm und am Handgelenk und zog sie hoch.Jessie hatte viel mehr Kraft als Niki ihr zugemutet hätte.
„Na, du bist aber schon ganz schön bedudelt!“, kicherte sie als sie merkte, dass Niki unsicher stand.
„Ach, das bringt mich auf die Idee! Ist noch was da von dem Kakao?“, fragte Niki nach.
„Oh sorry, ich Schussel, klar ja, hier deine Tasse!“, stammelte Jessie. Niki nahm die Tasse entgegen und trank den Inhalt, der mittlerweile schon fast kalt war, vollständig aus.
„Ich hab nur einen ganz kleinen Schwips!“ gluckste Nicki und wackelte hinter Alex und Jessie zurück in die Hütte.
Der Abend verlief noch relativ ruhig und alle gingen ziemlich früh zu Bett.








copyright © by nunca00. Die Autorin gab mit der Veröffentlichung auf lesarion kund, dass dieses Werk Ihre eigene Kreation ist.



Kommentare


Die Berghütte...Teil 1
Sorry...Lesarion hat Teil 1 nicht freigeschaltet...warum auch immer?!Ausserdem dauert die Freischaltung wohl generell mehrere Wochen....Macht dann so wenig Sinn und noch weniger Spass! Das nur zur Info-für Diejenigen die Dies eventuell nicht wussten und überhaupt interresiert!
nunca00 - 17.03.2020 11:30

Schneckerle1974: Wo hast du dich versteckt ?ich suche dich ich bitte dich finde mich ;-)      +++     ButterweichXY: Spende an Kai für die Freischaltung des Politikforums und Verbesserungen an Lesarion mach mit sei dabei!! Regenbogen Grüße von ButterweichXY      +++     >>> Laufband-Message ab nur 5,95 € für 3 Tage! <<<