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Verlangen (16)

von Any1217


Für heute Abend hatte ich mir fest vorgenommen mit Thomas zu sprechen. Zwar hatte ich das in den letzten Tagen schon mehrmals vor, aber meistens verließ mich der Mut bevor es zu Aussprache kam. Morgen hatte Thomas frei und ich wollte ihm Zeit geben, da ich ja nicht wusste, wie er darauf reagieren würde.


Der Tag verging ziemlich schnell und je näher der Abend rückte, desto nervöser wurde ich. Dann war es soweit. Mia lag im Bett, Thomas und ich saßen auf der Couch. Obwohl ich mir schon Gedanken darüber gemacht hatte, wie ich das Gespräch beginnen könnte, wollte mir jetzt nichts Sinnvolles einfallen. Alles, was ich mir zurecht gelegt hatte, wirkte auf einmal plump.

Es erschien mir unmöglich, ein vernünftiges Gespräch zu beginnen. Fieberhaft überlegte ich und geriet ins schwitzen. Bis plötzlich Thomas das Gespräch eröffnete: „Alles ok, Lena? Du bist auf einmal so unruhig. Du zitterst ja!", sagte er und blickte vom Fernseher auf. Er rückte näher zu mir und legte einen Arm um mich. Besorgt sah er mich an. „Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll", gab ich in einem erstickten Ton von mir. Den Kloß in meinem Hals versuchte ich vergeblich hinunter zu schlucken. Thomas erwiderte nichts und sah mich verständnisvoll an.

Hatte er schon eine Ahnung? „Ich... fühle mich zu Marie hingezogen", brachte ich nun endlich heraus, wurde rot und sah zu Boden. Zunächst sagte Thomas nichts. Dann fragte er: „Ist das der Grund, warum du in letzter Zeit so schlecht drauf bist und völlig neben dir stehst?". Ich nickte, sah aber weiterhin zu Boden. Ich traute mich nicht, Thomas ins Gesicht zu sehen, aus Angst darin seine Gefühle lesen zu können. Sein Tonfall klang zumindest ruhig und so wagte ich es doch, kurz hoch zu blicken.

Ich sah ihm in die Augen als er sagte: „Ich dachte mir schon, dass es etwas mit Marie zu tun hat. Mal seht ihr euch ständig, mal fast überhaupt nicht. Dann bist du auch immer so übellaunig. Sag mir bitte die Wahrheit, läuft da was zwischen euch?". Heftig schüttelte ich den Kopf. „Nein.. also nicht wirklich. Ich habe einfach dieses Verlangen nach ihr. Ich kann mir nicht erklären, wo das auf einmal her kam". Verzweifelt sah ich wieder zu Boden und konnte meine Tränen nicht mehr unterdrücken. Warm und feucht kullerten sie mir über die Wangen.

Thomas nahm seinen Arm von meiner Schulter. Ich konnte nicht abschätzen, was er davon hielt und hatte große Angst vor seiner Reaktion. „Was heißt nicht wirklich?", jetzt klang er gereizt. Sollte ich ihm sagen, dass wir uns geküsst hatten? Ich überlegte nicht lang, da jetzt eh alles auf den Tisch kam: „Ich.. ich habe Marie geküsst. Aber mehr war da nie!". Beim letzten Satz kiekste meine Stimme und brach. Mittlerweile weinte ich heftig. Thomas sagte eine ganze Weile nichts, bis ich zu ihm aufsah. „Liegt es daran, dass ich so oft weg war den Sommer über? Oder reiche ich dir nicht?", fragte er mit gepresster Stimme.

Ich sah Wut in ihm aufkeimen. „Nein, so ist es nicht. Ich weiß nicht, woran es lag. Ich kann es dir nicht erklären. Aber ich fühle mich innerlich zerrissen. Du bedeutest mir viel, Thomas. Unsere Familie ist mein ein und alles!". „Warum hast du mir nicht schon viel früher davon erzählt? Bevor du dich auf sie einlässt?", fragte er wütend. „Ich wusste selbst nicht, was dieses Verlangen genau ist. Eigentlich weiß ich es bis heute nicht. Ich habe mich nicht auf sie eingelassen, ich habe sie nur geküsst. Das war falsch und es tut mir sehr leid. Bitte verzeih mir!", sagte ich unter Tränen.

Ich sah wie Thomas seine Fäuste immer wieder ballte und entspannte. Seine Schläfen pochten. „Ich muss darüber nachdenken, Lena.", sagte er tonlos und verließ das Wohnzimmer. Dann schlug die Tür zum Arbeitszimmer zu. Ich vergrub mein Gesicht in einem Kissen und weinte hemmungslos.

Spät am Abend hörte ich, wie Thomas ins Schlafzimmer ging. Ich verbrachte die Nacht auf der Couch. Erholsamen Schlaf fand ich nicht, immer wieder döste ich weg, um gleich darauf wieder hoch zu schrecken. Am nächsten Morgen machte ich routiniert Mia fertig für den Kindergarten und versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Thomas schlief heute länger und ich traf nicht auf ihn, was mir ganz recht war. Als ich Mia am Kindergarten verabschiedete, fiel sie mir um den Hals und sagte: „Ich hab dich lieb Mami, sei nicht traurig!". Dann gab sie mir einen Kuss und winkte mir aufmunternd zu. Wieder konnte ich mir ein paar Tränen nicht verkneifen. Natürlich hatte Mia auch bemerkt, dass es mir in letzter Zeit nicht gut ging. Ich fragte mich, wie viel sie tatsächlich wusste oder erahnen konnte.

Zu Hause angekommen, saß Thomas am Esstisch. Er schien auf mich zu warten, er saß reglos da und starrte vor sich hin. Die Zeitung lag noch feinsäuberlich zusammengefaltet auf dem Tisch. „Setz dich bitte", sagte er. Ich tat wie mir geheißen und sah verlegen zu Boden. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte und wartete darauf, dass Thomas das Gespräch begann. „Ich habe nachgedacht", seine Stimme wirkte jetzt weicher und kaum noch wütend. „Ich glaube, dass es nach den vielen Jahren, die wir schon zusammen sind, einfach etwas abgeflaut ist. Unsere Liebe, unsere Zuneigung zueinander, der Sex. Vielleicht hast du dieses Verlangen, weil es etwas Neues ist. Etwas aufregendes. Ich meine du hattest ja vorher noch nie solche Gefühle für eine Frau oder?". Ich schüttelte nur den Kopf und sah ihn an.

„Ich denke, es hat einfach dein Interesse geweckt, dass gegenüber zwei Lesben eingezogen sind. Wahrscheinlich hat dir Marie ein bisschen den Kopf verdreht.", gab er nüchtern von sich, wobei der letzte Satz abwertend klang. Ich wusste, dass es nicht Maries Schuld war, dass ich mich zu ihr hingezogen fühlte, sagte aber nichts. Schließlich hatte ich schon genug verbockt. „Dann kommt dazu, dass ich sehr viel zu tun hatte und du hier die ganze Zeit mit Mia alleine rum gesessen hast. Marie als Beschäftigung für Mia, ihr seht euch oft und peng ist da plötzlich ein „Verlangen"", sagte Thomas und sprach „Verlangen" sehr sarkastisch aus. Ich wusste nicht, was ich darauf sagen sollte und hielt meinen Mund.

Insgeheim wusste ich, dass es mehr war. Nicht die von ihm genannte Einsamkeit oder Neugierde, die zu einem solchen Verlangen führte. Es waren Gefühle entstanden, nicht nur Begehren. Es war mehr. Eine Verliebtheit. Oder sogar Liebe? Genau wusste ich das selbst nicht. Aber ich wagte nicht, Thomas das zu verraten.

„Vielleicht verschwindet das Verlangen, wenn du ihm nachgehst", setzte Thomas fort. Mein Herz fing an zu klopfen. War Thomas gerade dabei, mir sein Einverständnis für einen Seitensprung mit Marie zu geben? Würde Marie überhaupt wollen? Ich fing an mir vorzustellen, wie es mit Marie wäre und errötete. Mein Puls beschleunigte sich. „Ich schätze es ist einfach die Neugierde und dann hast du dich da rein gesteigert. Glücklicherweise ist es ja nur eine Frau und keine ernst zu nehmende Konkurrenz. Vielleicht können wir beide dieser neuen Situation etwas abgewinnen", sagte Thomas.

Seine Stimme klang monoton, ich konnte nicht sehen, was er tatsächlich davon hielt, wie er sich fühlte. Ich wartete ab, bis er von sich aus weiter sprach. Doch das tat er nicht. Nach einer gefühlten Ewigkeit fasste ich mir ein Herz und fragte vorsichtig: „Und das heißt?", „Das heißt, dass ich mich heute Abend mal darum kümmere. Überlass das mal mir, ich weiß ja jetzt, was dein Typ ist. Allerdings möchte ich dabei sein, wenn meine Frau schon den Drang hat, ihre lesbische Phase auszuleben", sagte er mit einer kühl wirkenden Stimme.

Mir rutschte das Herz in die Hose. Was wollte er mir damit jetzt sagen? Er kümmert sich darum? Was mein Typ ist? Mein Typ ist Marie. Vor Entsetzen weiteten sich meine Augen. Ich begann zu verstehen. Wollte Thomas ein Date für mich klar machen, ein Sexdate? Mit einer fremden Frau? Und dann wollte er dabei sein? Zusehen? Mitmachen? Mir brummte der Schädel. Was sollte ich jetzt sagen. Ich wollte einfach nur Marie.

„Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist", gab ich leise zu bedenken. Thomas sah mich durchdringend an und ich hatte das Gefühl indirekt dazu genötigt zu werden, einzuwilligen. „Ich meine, eine völlig fremde Frau? Und.. stört dich das denn nicht, wenn ich.. also.. du weißt schon", stammelte ich. „Lena", sagte Thomas nun sanft und legte seine Hände auf meine. „So wie es in den letzten Wochen war, kann es nicht weiter gehen. Wir müssen etwas unternehmen. Wie es scheint hat sich dieses Verlangen in deinem Kopf fest gesetzt, ich habe mir lediglich überlegt, was wir dagegen tun können. Der Zauber des Neuen wird verschwinden, wenn du es einmal erlebt hast. Da bin ich mir sicher!"

Da war ich mir überhaupt nicht sicher, was wenn ich tatsächlich großen Gefallen daran fand? Wenn es mir zeigte, was ich eigentlich wollte und brauchte? Thomas setzte fort: „Außerdem bin ich ja dabei, da ist das wirklich kein Problem. Und um ehrlich zu sein, welcher Mann träumt nicht von einem Dreier?", jetzt grinste er verschmitzt und zugleich versöhnlich. Ich war völlig perplex und sprachlos. Damit war das Gespräch erst einmal zu Ende und er machte sich über die Gartenarbeit, als wäre nichts gewesen.

Was sollte ich tun? Mir war natürlich überhaupt nicht nach einem Dreier mit einer Fremden und Thomas. Andererseits hatte ich ihm gegenüber ein furchtbar schlechtes Gewissen und es fühlte sich an, als wäre ich ihm einen Gefallen schuldig. So wie er es formulierte, schien es genau das zu sein. Zunächst versuchte ich einfach nicht mehr darüber nach zu denken und hoffte, dass Thomas es nicht von sich aus nochmal zu Sprache brachte. Doch leider schien er ganz versessen darauf zu sein. Schon am Abend tippte er fleißig am Laptop, bis er schließlich eine kleine Auswahl an potenziellen Kandidatinnen präsentierte. Alle waren sie groß, schlank und dunkelhaarig. Auf ihre Art und Weiße glichen alle ein wenig Marie.

Ich schluckte und sah Thomas an, der auf den Bildschirm starrte. Ohne mich anzusehen sagte er: „Ich werde alle mal anschreiben. Einige wohnen nicht weit weg von hier. Mal sehen wer sich meldet. Interesse haben – laut den Profilen – zumindest alle an 'sexuellen Erfahrungen'". „Ich weiß nicht so recht. Sollen wir wirklich?", sagte ich leise. Thomas blickte mich nur kurz an, erwiderte aber nichts und wandte sich wieder dem Laptop zu. „Lena, ich glaube, dass es sehr wichtig ist. Einfach damit du wieder einen freien Kopf bekommst, besser drauf bist. Wenn du diese Erfahrung gemacht hast, wird es nicht mehr als Mysterium in deinem Kopf herum spucken und wir können uns wieder auf uns konzentrieren. Ich verspreche dir, dass ich versuchen werde, öfter für dich da zu sein. Es war nur letzten Sommer so extrem mit den Aufträgen." Und fügte schelmisch grinsend hinzu: „Außerdem bin ich auch ein wenig neugierig geworden, muss ich gestehen". Ich sagte nichts mehr.

Am nächsten Tag erklärte mir Thomas, dass eine der Damen an einem Treffen mit uns interessiert wäre und nach einem passenden Termin gefragt hatte. Mir war sehr unwohl bei der ganzen Sache, einen Rückzieher zu machen war jetzt allerdings sehr schwer geworden. Es hatte sich schon alles zu sehr verselbständigt. Ich wusste einfach nicht, wie ich Thomas von der Idee abbringen konnte, also sagte ich ihm, dass er einfach einen Tag aussuchen solle. Wichtig war mir nur, dass Mia dann bei ihren Großeltern übernachtet. Das ging meistens nur am Wochenende. Heute war Montag, also würde es frühestens in einer knappen Woche etwas werden. Aber vielleicht hatte die andere Frau ja gar keine Zeit oder Sprang doch noch ab – ich hoffte es. Doch zunächst machte es nicht den Anschein, denn Thomas und Corinna vereinbarten für Samstag Abend ein Date bei uns zu Hause.

Die gesamte Woche über machte ich mir Gedanken um dieses Date. War es vielleicht doch nicht so eine schlechte Idee von Thomas gewesen? Was, wenn ich mich tatsächlich in etwas hineingesteigert hatte, was eigentlich nicht mehr als bloßes körperliches Begehren war? Bildete ich mir diese Verliebtheit zu Marie nur ein? Vielleicht fand ich ja Antworten durch dieses Date. Eigentlich hatte ich schon längst damit abgeschlossen und mir eingestanden, in Marie verliebt zu sein. Aber nun war ich verunsicherter denn je. Dann kam der Samstag und das Date rückte immer näher.

Ich hatte Mia bereits gegen Mittag bei meinen Eltern im Nachbarort abgeliefert. Sie freute sich sehr, mal wieder bei Oma und Opa übernachten zu können. Ich versprach ihr, sie Sonntag erst gegen Abend ab zu holen und verabschiedete mich mit einem Kuss. Thomas war nicht mitgekommen, er hatte noch etwas im Büro zu erledigen. Er versprach mir, spätestens gegen 17 Uhr wieder da zu sein. Unser Date war für 20 Uhr geplant. Date. Wie seltsam das Klang. Dabei war ich doch eine verheiratete Frau und ein richtiges Date war es auch nicht. Klar, so ganz genau wusste man nicht, wohin uns der Abend führen würde. Aber die Richtung stand ja schon längst fest. Ich war aufgeregt und nervös.

Als ich zu Hause ankam, kramte ich nach dem Haustürschlüssel. Ich hatte ihn samt der Autoschlüssel gedankenverloren in meine Handtasche geworfen. Als ich ihn endlich in die Finger bekam, glitt er mir beim Herausholen aus den Fingern und fiel mit einem lauten Klappern zu Boden. Ich bückte mich danach, als ich von hinten eine vertraute Stimme wahr nahm.

„Na, zum Glück fallen die Sachen nicht nach oben – ein Hoch auf die Schwerkraft". Marie. Ich drehte mich um und fühlte mich ertappt. „Hey, wie gehts?", fragte ich leicht panisch. Ich hatte das Gefühl, dass man mir sofort ansah, was ich heute Abend mit meinem Mann und einer völlig fremden Frau vor hatte. „Gut, und dir?" Der typische Smalltalk. Obwohl Marie sicher meine Nervosität spürte, überging sie es einfach. Mir war das nur recht. „Auch gut. Wie gehts deiner Freundin?", sagte ich leicht gereizt. Ob nun vor Aufregung oder weil es mich unendlich eifersüchtig machte, die beiden miteinander zu sehen, wusste ich selbst nicht genau.

Marie zog eine Augenbraue nach oben und sah mich skeptisch an. „Was interessiert es dich?", fragte sie schnippisch. „Man wird ja wohl noch fragen dürfen", gab ich etwas wütender zurück, als ich eigentlich wollte. Maries Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen. „Dir kann das doch völlig egal sein. Ich bin es dir ja auch. Aber weißt du was? Ich bin ganz froh drum. Kein Theater mehr, endlich jemand der zu mir und seinen Gefühlen steht!". Dieser plötzliche, unerwartete neue Streit entfachte erneut meine Wut. Auf Marie, die Situation und ihre Art, wie sie mich gerade runter machte. Zumindest empfand ich es so und gab böse zurück: „Schön für dich, wenn du jetzt glücklich bist!". „Weißt du was, wahrscheinlich waren meine Gefühle dir gegenüber einfach ein Ausrutscher. Passiert. Bin ich froh, dass das jetzt wieder vorbei ist!", Marie hatte ihre Stimme erhoben, drehte sich um und rauschte nach ihren Worten davon, ohne eine Erwiderung meinerseits abzuwarten.

Ich stand mit halb offenem Mund da und konnte kaum glauben, was da gerade vorgefallen war. Warum war Marie so furchtbar zu mir? Es hatte mich zutiefst verletzt, was sie zu mir sagte. Mir stiegen Tränen der Wut, Verzweiflung und Frustration in die Augen. Wie konnte sie so gemein sein. Hatte sie das mit ihren Gefühlen ernst gemein? Ein „Gefühlsausrutscher"? Ich ging zurück ins Haus und drehte laut Musik auf. Dann machte ich mich über den Hausputz. Während ich putzte, wurde ich immer wütender auf Marie. Die kann mich mal. Ich werde heute Abend meinen Spaß haben, dachte ich und es fühlte sich gut an.

Thomas kam wie versprochen pünktlich nach Hause. Ich sprang noch unter die Dusche und dann war es auch schon bald 20 Uhr. Insgeheim hoffte ich immer noch, dass Corinna nicht auftauchen würde. Andererseits war ich immer noch so sauer auf Marie, dass ich es tatsächlich in Erwägung zog, heute meinen Spaß zu haben. Schließlich war ich ihr ja nichts schuldig. Sie hatte offenbar komplett mit mir abgeschlossen – mit mir, ihrem „Gefühlsausrutscher". Was soll's, dachte ich mir. Einen Versuch ist es allemal Wert, vielleicht sollte ich einfach nicht mehr so viel denken und einfach handeln. Entschlossen kehrte ich ins Wohnzimmer zurück. Dann klingelte es an der Tür.

„Hey, ich bin Corinna", sagte die fremde Frau, nachdem Thomas sie ins Wohnzimmer begleitet hatte. Thomas grinste und sah ihr auf den Hintern. Ich war jetzt wieder etwas eingeschüchtert, wenn auch entschlossen. „Hey, ich bin Lena. Setz dich doch. Möchtest du was trinken?", "Ja, gern" sagte sie. Sie war tatsächlich recht hübsch und ich fasste Mut und umarmte sie noch zur Begrüßung. Dabei strich mir Corinna über den Po. Es irritierte mich, machte mich verlegen und ich ging schnell in die Küche, um ein paar Gläser und die Flasche Wein zu holen.

Thomas und Corinna saßen auf der Couch, recht nah beieinander, als ich zurück kam. Ich setzte mich einfach dazu, sodass Corinna in unserer Mitte saß. Sie sah mir in die Augen, lächelte und legte ihre Hand auf meinen Oberschenkel. „Thomas hat mir gerade erzählt, dass es das erste Mal für euch beide ist?". Sanft strich sie mir mit der Hand meinen Oberschenkel entlang nach oben. Ich erschauderte. Vor Nervosität, Angst, Erregung. Es war ein sehr seltsames Gefühl, ganz anders als bei Marie. Maries Berührungen waren vertraut, es war durch und durch sehr angenehm. Momentan wusste ich gar nicht, welches Gefühl überhand hatte. Ich schätze die Nervosität.

Wir tranken viel Wein, mittlerweile hatten wir die dritte Flasche fast geleert. Ich fühlte mich jetzt etwas befreiter und lockerer. Wenngleich immer noch dieses ungute Gefühl mitschwang. Dann drehte sich Corinna plötzlich zu mir und sagte etwas. Ich konnte sie aber nicht verstehen, es klang wie durch einen dicken Vorhang und ich hörte ein Piepsen in den Ohren. Ich lächelte entschuldigend und zuckte mit den Schultern. Dann beugte sie sich zu mir und küsste mich. Ich war völlig überrumpelt, auch wenn dieser Abend ja eigentlich genau auf so etwas abzielte. Erst war ich ziemlich steif, dann begann ich mich zu entspannen und erwiderte den Kuss.

Es war ganz anders als mit Marie. Auch wenn ich eine gewisse Erregung nicht leugnen konnte, war es lange kein so explosives Gefühl, wie die Küsse mit Marie. Thomas sah mir und Corinna zu, wie wir uns küssten und strich mir über den Rücken. Corinna fuhr mit der Hand unter mein Shirt und strich über meine Brüste. Sanft begann sie, sie zu kneten. Thomas keuchte und drückte sich von hinten an Corinna. Ich atmete tief ein und aus und versuchte wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Wollte ich das alles wirklich? Es fühlte sich nicht so an. Aber der Wein vernebelte meine Sinne und so lies ich es geschehen.



copyright © by Any1217. Die Autorin gab mit der Veröffentlichung auf lesarion kund, dass dieses Werk Ihre eigene Kreation ist.




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