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Verlangen (17)

von Any1217


Ich will nicht sagen, dass der Dreier eine schlechte Erfahrung war, aber es war definitiv eine einmalige Sache. Dessen war ich mir jetzt sicher. Es fühlte sich falsch an, was ich mir jedoch nicht anmerken ließ. Ich gab vor, sehr müde zu sein und begab mich nach einer erneuten Dusche ins Bett. Ich hatte erst heiß, dann kalt geduscht, was mich wieder klarer denken ließ.


Ich fühlte mich furchtbar. Warum hatte ich nicht einfach abgelehnt. Es hatte mir gefallen Corinna zu berühren und von ihr berührt zu werden. Aber es war einfach nicht richtig. Zudem hatte ich keinerlei Gefühle für sie. Anders als zu Marie, das wusste ich nach meiner kurzen Verwirrtheit jetzt ganz bestimmt.

Spät in der Nacht kam auch Thomas ins Bett. „Schläfst du schon?", flüsterte er leise. „Hmm", brummte ich. „Corinna ist vor einer halben Stunde gegangen. Sie hat nochmal beteuert, wie schön sie es fand, uns kennen zu lernen und hat angeboten, dass wir das Ganze gerne wiederholen können. Ich habe gesagt, dass ich erst mal mit dir spreche und mich bei ihr melde. Wie fandest du es? Ich muss sagen, mir hat es sehr viel Spaß gemacht. Corinna ist echt nett".

„Hmm, ja. Ist sie. Aber ich glaube ich möchte nicht nochmal. Es war eine Erfahrung wert, mehr nicht", erwiderte ich. „Ok, schade eigentlich. Ich hoffe aber, dass es dir jetzt Ruhe lässt und du wieder besser drauf bist", sagte Thomas und küsste mich auf die Stirn. Ich wünschte, es wäre so. Doch ich wusste, dass es nicht so kommen wird. Denn jetzt wuchs mein Verlangen nach Marie nur umso mehr. Ich drehte mich um und versuchte zu schlafen.

Mir ging es mittlerweile sogar noch schlechter, als vor der ganzen Sache. Zum einen hatte ich ein schlechtes Gewissen gegenüber Marie, zum anderen wurde mir immer bewusster, wie wichtig sie für mich war und wie sehr ich mit ihr zusammen sein wollte. Zwar wusste ich, dass ich kein Einverständnis von Marie brauchte – sie selbst hatte ja auch ihren Spaß – aber es fühlte sich dennoch so an, als hätte ich sie hintergangen. Krampfhaft versuchte ich gute Laune vorzutäuschen. Vor allem wenn Thomas in der Nähe war.

Einige Tage nach unserem Date kam Thomas Abends zur Tür herein und schnaubte. „Ich hatte gerade die Gelegenheit mich bei Marie zu bedanken. Aber irgendwie war sie komisch. Ich dachte ich könnte einfach mal etwas mit ihr drüber plaudern, aber sie scheint wohl doch etwas zugeknöpft zu sein", lachte er. „Wie meinst du das?", fragte ich leicht panisch. „Naja, ich hab sie zufällig im Garten gesehen, als ich heim kam. Bin dann kurz zum ‚Hallo' sagen zu ihr und wir haben uns ein bisschen unterhalten. Sie fragte mich, wer denn Samstag bei uns zu Besuch war, weil sie das Auto gar nicht kannte. Ich habe ihr von Corinna erzählt. Weil sie noch weiter nachgefragt hat, sind wir dann irgendwie drauf gekommen".

Mir fiel die Kinnlade runter, hatte er Marie tatsächlich von unserem Dreier mit Corinna erzählt? Dann sprach er weiter: „Naja, jedenfalls habe ich mich sozusagen bedankt, dass sie dich überhaupt erst auf den Trichter gebracht hat. Daraufhin hat sie ganz irritiert geschaut und ist ins Haus gegangen. Keine Ahnung was sie hatte, vielleicht war ich ihr zu offen. Stell dir das mal vor, wir – das vermeintlich spißige Ehepaar – sind nicht so prüde wie die Lesbe von gegenüber!", lachte er.

Ich wusste, dass es nicht wegen Maries vermeintlicher Verklemmtheit war. Von wegen Gefühlsausrutscher, vielleicht lag Marie doch mehr an mir. Was dachte sie jetzt von mir? Das ich ein Flittchen bin, der es nur um das Eine ging? Die Vorstellung war beängstigend. Noch beängstigender war nur die Tatsache, dass Thomas mir sehr wahrscheinlich meine aller letzte Chance genommen hat, mich Marie wieder zu nähern.

Ich versuchte mich zu beherrschen und presste ein kurzes Lachen hervor. Dann wandte ich mich wieder dem Fernseher zu und tat als wäre ich völlig vertieft in die Sendung, die gerade lief. In Wahrheit bekam ich davon aber gar nichts mit. Meine Gedanken drehten sich um Marie und ich hatte ihren entsetzten Blick, als Thomas ihr von unserem Date erzählte, sehr genau vor Augen. Verdammter Mist.

Nur wenige Tage nach diesem Fauxpas – es war ein Montag Vormittag, Mia war im Kindergarten und Thomas in der Arbeit –  klingelte es stürmisch an der Tür. Zuerst dachte ich, es wäre vielleicht Thomas, der wichtige Unterlagen, samt seiner Haustürschlüssel vergessen hätte. Das wäre zumindest nicht das Erste mal. Doch als ich die Tür öffnete, stand Marie mit geröteten Augen vor mir. Sie funkelte mich böse an.

„Ma.. Marie..", stotterte ich völlig überrumpelt. „Kann ich rein kommen?", zischte sie. „Ähm.. ja.. also..", zu mehr kam ich nicht. Schon stand Marie mit mir im Hausflur und knallte die Tür hinter sich zu. „Was zum Teufel ist los mit dir, Lena?", schrie sie mich an und es stiegen ihr Tränen in die Augen. Ihr Gesicht glühte. „Du machst mir Vorwürfe, dass ich mich mit einer anderen treffe. Wohl gemerkt einer früheren Bekannten. Und du fickst in der Gegend rum, als wäre nie etwas zwischen uns gewesen?". Tränen liefen ihr übers Gesicht und sie war unglaublich wütend. Sie stand ganz dicht vor mir und tippte mir mit dem Zeigefinger auf die Brust. So sehr, dass es weh tat.

„Marie.. ich.. du hast doch gesagt, ich wäre ein Ausrutscher.. und außerdem, warum solltest nur du deinen Spaß haben dürfen?", sagte ich, wobei meine Stimme von Wort zu Wort wütender und vorwurfsvoller klang. Dabei wollte ich das gar nicht. Doch ich fühlte mich angegriffen und musste mich irgendwie verteidigen, mich rechtfertigen. Ich fragte gerade heraus: „Liebst du sie?". Marie trat einen Schritt zurück und senkte den Kopf. Sie klang merklich ruhiger als sie sagte: „Nein". Ihre Stimme brach und noch immer liefen ihr Tränen über ihr wunderschöne Gesicht.

Wie hatte ich ihre Nähe vermisst. Jetzt stand ich hier, nur wenige Schritte von ihr entfernt und sah sie aufmerksam an. Auch Marie musterte mich. Wir beide waren verletzt und wütend. Dennoch spürte ich wieder ein Gefühl der tiefen Zuneigung aufflammen. „Wir haben nicht mal eine feste Beziehung. Ich.. ich denke ich wollte mich von dir ablenken. Aber wie es aussieht hat das nicht funktioniert", sagte Marie sehr leise. „Es hat verdammt weh getan, dich mit Chrissi zu sehen". „Und ich war völlig von der Rolle, als Thomas mir von dem Dreier erzählte", entgegnete Marie.

Sie sah so hübsch aus, trotz ihrer geröteten Augen. Ich hätte sie so gern in den Arm genommen und nie wieder los gelassen. Wir standen nur wenige Zentimeter voneinander entfernt und ich spürte ganz leicht ihren Atem. Aber nach allem was vorgefallen war, wusste ich nicht, wie ich mich verhalten sollte. Auch mir kullerten jetzt Tränen der Verzweiflung und Reue die Wangen hinab. Dann ging ich einen Schritt auf Marie zu und nahm sie ohne lange zu überlegen in den Arm. Sie stand steif da, ohne meine Umarmung zu erwidern.

„Es tut mir alles so leid", flüsterte ich ihr ins Ohr. Dann lockerte sie sich und drückte mich an sich. Es fühlte sich so unglaublich gut an. Als würde ich nach einem sehr langen, harten Arbeitstag endlich nach Hause kommen. Alle Angst, meine Verzweiflung und die Benommenheit der letzten Wochen fielen von mir ab. Ich schmiegte meinen Kopf an ihre Schulter und atmete tief ihren Duft ein. Es war unglaublich schön, ihr wieder so nah sein zu dürfen. „Mir auch Lena", wisperte sie in mein Ohr und küsste es dann zärtlich.

Mich durchzuckte ein Blitz der Erregung und mein Herz fing an, gegen meinen Brustkorb zu wummern. Ich strich Marie über den Rücken, über ihre Hüfte nach unten und ließ meine Hände auf ihrem Po liegen. Ich drückte sie an mich, was sie zum seufzen brachte. Jetzt konnte mich nichts mehr zurück halten. Ein Glücksgefühl machte sich breit, dass ich so zuvor nie gespürt hatte. Marie küsste meinen Hals und wanderte zu meinem Mund. Kurz hielt sie inne, doch als ich den Kuss leidenschaftlich erwiderte, lies auch sie sich ganz darauf ein.

Unsere Zungen tanzten wild miteinander und ich schob Marie die Jacke von den Schultern. Taumelnd bewegten wir uns Richtung Wohnzimmer. Ich atmete nur noch stoßweise, als Marie anfing sich an meiner Hose zu schaffen zu machen. Sie öffnete den Knopf und fuhr mit ihrer Hand in meine Hose. Meine Knie gaben nach und ich stöhnte laut auf. Ich spürte die Hitze und wie feucht ich wurde.

Langsam sank ich zu Boden, vor Erregung konnte ich mich nicht mehr auf den Beinen halten. Marie folgte mir, ohne damit aufzuhören, mich zwischen den Beinen zu streicheln. Ich schob ihr Shirt nach oben und sie hielt kurz inne mit ihren Berührungen, um es sich abzustreifen. Ich lag jetzt mit dem Rücken auf dem Teppich vor der Couch. Marie saß ohne Shirt auf mir und zog sich hastig ihren BH aus. Ihre wunderschönen, wohlgeformten Brüste ließen mich beinahe den Verstand verlieren. Sie nahm meine Hand und legte sie auf ihre nackte Brust. Ich fing an sie zu liebkosen, was Marie zum stöhnen brachte.

Dann zog mir Marie die Hose aus und küsste mich am Bauch. Zügig wanderte sie nach unten. Sie küsste mich über meinem Slip zwischen den Beinen. In mir zuckte es und es begann sich eine enorme Spannung zu bilden. Marie legte sich nun mit ihrem nackten Oberkörper auf mich, küsste mich wild und zog mir mein Oberteil aus. Ihre Haut fühlte sich so weich und zart an. Meine Wangen glühten und ich drückte Maries Po fest an mich. Sie rutschte mit einem Bein zwischen meine und fing an, sich auf und ab zu bewegen. Ich stöhnte in ihrem Rhythmus.

Schnell öffnete ich ihre Hose und zog sie zur Hälfte herunter. Jetzt spürte ich ihr nacktes Bein und es machte mich verrückt. Sie wurde immer schneller und fing wieder damit an, mich gleichzeitig mit ihrer Hand zu massieren. Diesmal in meinem Slip. Ich konnte nicht mehr an mich halten, presste sie fest an mich und stöhnte ein letztes Mal auf. Dann entlud sich diese enorme Anspannung in einer Explosion aus Leidenschaft und Befriedigung. Ich zitterte am ganzen Körper. Marie schob sich die Hand zwischen ihre Beine und wenige Sekunden später löste sich auch ihre Anspannung. Erschöpft sank sie auf mich und blieb heftig atmend auf mir liegen.

Es war unbeschreiblich. So unfassbar schön und gleichzeitig flößte es mir Gänsehaut ein. Ich lag unter Marie, meine Augen waren geschlossen. Ich spürte diesem warmen Gefühl nach, das mich erfasst hatte und mich unglaublich glücklich machte. War das gerade wirklich passiert? Ich grinste und strich Marie mit den Fingerspitzen über den Rücken. Sie bekam Gänsehaut und gab einen gurrenden Laut von sich. Ihren Kopf hatte sie auf meiner Brust abgelegt. Am liebsten wäre ich ewig so mit ihr liegen geblieben.

Diese Erfahrung war etwas sehr prägendes und ich wusste genau, dass es nichts einmaliges war. Durfte es nicht. Ich wollte es wieder erleben. So heftig wie ich diesen stürmischen, leidenschaftlichen Sex mit Marie erlebte, hatte ich noch nie etwas Vergleichbares erlebt. War es vielleicht tatsächlich so, dass mein Herz für Frauen schlug, besser gesagt für Marie?

Nach einer ganzen Weile – wie spät es mittlerweile war, konnte ich beim besten Willen nicht sagen – sagte Marie: „Du bist wunderschön, weißt du das? Ich bin froh, dass wir uns kennen gelernt haben." Ich öffnete die Augen und lächelte sie verliebt an. Sie küsste mich sehr zärtlich auf den Mund. Dann stand sie auf und zog sich wieder an. Auch ich streifte mir mein Oberteil über. Keiner von uns sagte etwas, wir waren beide verlegen und grinsten vor uns hin. „Ich geh dann mal, ist ja schon fast Mittag und ich hab heute noch Spätdienst", sagte Marie und nahm mich in den Arm. Ich drückte sie sehr fest an mich. „Meldest du dich? Ich denke wir müssen trotzdem noch einiges klar stellen". Mit diesen Worten verabschiedete sich Marie und ich hätte sie am liebsten gar nicht gehen lassen.



copyright © by Any1217. Die Autorin gab mit der Veröffentlichung auf lesarion kund, dass dieses Werk Ihre eigene Kreation ist.




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