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An Jeanette: Borderline... und DIS

Hanna1968
HiddenNickname
offline
30.07.2006 14:30
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Schade Jeanette, dass du so abfällig über die Bemühungen anderer redest, die doch nur versuchen das Unbegreifliche zu begreifen. Wenn da schon Psychologen überfordert sind, wie sollte ein Laie DIS verstehen?

Durch Zufall. auch angeregt durch deine provokanten Worte , bin ich bei der Recherche auf einen Artikel gestoßen, der mir geholfen hat dem Ding, das mich mein Leben lang begleitete, einen Namen zu geben: Posttraumatische Belastungsstörung mit Dissoziativer Identitätsstörung. Bei mir hat sich eine Täteridente Teilpersönlichkeit abgespalten, die in Triggersituationen zum Vorschein kommt und die Misshandlungen an mir fortsetzt, denen ich als Kind ausgesetzt war. Mein Leben lang habe ich mir dafür geschämt und niemandem davon erzählt, auch meinen Psychologen nicht. Ich hatte Angst entmündigt und eingesperrt zu werden.

Jetzt habe ich eine Ahnung davon, was mit mir los ist und ich habe wieder Angst. Angst davor, dass man mich zwingen könnte als Mann weiterzuleben. Letztendlich ist Borderline ein Ausschlusskriterium. Zwar ist Borderline nur eine Untergruppe innerhalb der posttraumatischen Belastungsstörungen, aber wer weis, ob sich der Ausschluss nicht auf den gesamten Komplex bezieht.

So werde ich vielleicht zweimal misshandelt, in meiner Kindheit und jetzt, in dem man mich vielleicht zwingt die verhasste männliche Rolle weiter zu leben. Ich weis, wenn es so weit kommen sollte, werde ich damit nicht leben können. Ich hasse meinen männlichen Körper, mein männliches Gesicht, es ist schon jetzt schwer genug. Wenn ich mich meinen Psychologen offenbare, droht mir vielleicht die Vernichtung meiner (weiblichen) Identität.

Jeanette, das ist nichts worüber man lachen sollte. Auch wenn sich Außenstehende manchmal nicht in der gewünschten Tiefe damit auseinandersetzen und mit Laiendiagnosen nerven, immerhin zeigen sie den Wunsch zu verstehen. Mein Leben war von Unverständnis und Schuldgefühlen geprägt...