Angst
Ich stand erstarrt. Wie weiter? Eben noch durch den Tunnel gehetzt, jetzt Stille. Ich war an einer Kreuzung. Vier Richtungen, vier Wege. Vier Wege ins Dunkel. Das Licht meiner Lampe wurde matter. Ich löschte es ganz, wollte in irgendeiner Richtung das Licht am Ende sehen. Nichts! – Doch! Ein Geräusch. Links von mir. Das konnten nur SIE sein. Sie waren hinter mir her, wollten mich finden, ans Licht bringen, zur Schau stellen. Sie würden mich nicht finden. In embryonaler Stellung kauerte ich mich hinter einen Felsbrocken, bedeckte den Kopf mit den Armen. Hoffte, wenn ich sie nicht sah, würden auch sie mich nicht erblicken. Sie liefen vorbei, unterhielten sich rüde über die „Jagd“. Ihr Licht verflackerte irgendwo rechts von mir.
Mein Weg war klar. Von links waren sie gekommen, nach rechts waren sie gelaufen. Von hinten war ich gekommen. Es blieb nur ein Weg – nach vorn. Immer nach vorn.
Minuten? Stunden? Tage? Es gab keine Zeit mehr. Alles ging ineinander über. Die Gedanken hatten sich festgefressen....Als ich den matten Lichtschimmer sah, hätte ich weinen können. Blind stolperte ich ins Freie, unbedacht wie ein Welpe, der nichts vom Bösen in der Welt ahnt. Ich hätte es besser wissen sollen. Rechts und links packten mich kräftige Hände, zogen mich hoch, voran zum Feuer, wo schon die anderen warteten, vermummt, unerkennbar. Vor dem Feuer ließen sie mich los. Ich fiel auf die Knie. Ein zitterndes Häufchen Angst. Da war nichts mehr von Stärke, Coolness und provokanten Tönen. Sie schlossen den Kreis enger um mich. Ich wusste, was jetzt kam. Sie würden mich wählen lassen, wählen lassen die Art des Todes: Verbrennen, Erfrieren oder Ertrinken. Verbrennen in ihren Vorurteilen, Erfrieren in ihrem Abscheu oder Ertrinken in ihren Schmähungen.
Eine Gestalt trat vor, berührte mich. Ich sah hoch. Braune Augen, irgendwie bekannt. Eine Frauenstimme: „Steh auf. Alles ist gut. Du bist zu Hause.“
Mein Weg war klar. Von links waren sie gekommen, nach rechts waren sie gelaufen. Von hinten war ich gekommen. Es blieb nur ein Weg – nach vorn. Immer nach vorn.
Minuten? Stunden? Tage? Es gab keine Zeit mehr. Alles ging ineinander über. Die Gedanken hatten sich festgefressen....Als ich den matten Lichtschimmer sah, hätte ich weinen können. Blind stolperte ich ins Freie, unbedacht wie ein Welpe, der nichts vom Bösen in der Welt ahnt. Ich hätte es besser wissen sollen. Rechts und links packten mich kräftige Hände, zogen mich hoch, voran zum Feuer, wo schon die anderen warteten, vermummt, unerkennbar. Vor dem Feuer ließen sie mich los. Ich fiel auf die Knie. Ein zitterndes Häufchen Angst. Da war nichts mehr von Stärke, Coolness und provokanten Tönen. Sie schlossen den Kreis enger um mich. Ich wusste, was jetzt kam. Sie würden mich wählen lassen, wählen lassen die Art des Todes: Verbrennen, Erfrieren oder Ertrinken. Verbrennen in ihren Vorurteilen, Erfrieren in ihrem Abscheu oder Ertrinken in ihren Schmähungen.
Eine Gestalt trat vor, berührte mich. Ich sah hoch. Braune Augen, irgendwie bekannt. Eine Frauenstimme: „Steh auf. Alles ist gut. Du bist zu Hause.“