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Assoziationen

arlonia1
HiddenNickname
offline
24.09.2005 18:34
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Jeden Tag laufe ich durch die Straßen und sinniere, welche Verbindungen mir das Leben heute vor die Füße werfen wird. Egal ob ich morgens in der U-bahn stehe und die Stationen mitzähle oder ob ich mittags nach einer Tasse Kaffee wieder an meinen Schreibtisch sitze um die Zeilen zu zählen, die ich hinterlassen werde, überall verbinden sich Taten mit Zahlen, die mich wiederum an Orte, Menschen oder Begebenheiten erinnern. Während ich mehrmals täglich darauf achten muss nicht in diesem Schaumbad der Assoziationen zu versinken, übt das Leben weiter dieses kleine faux pas aus, dass es immer wieder schafft mich aus meiner eigentlichen Tätigkeit zu reißen.

Da gibt es dann oft Momente in denen ich es nicht fassen kann, von so einem Wort wie „Kaffeetasse“ auf den Begriff „weltbewegend“ zu kommen und in denen ich mich frage ob Gott sich mit mir einfach einen verträumten Scherz geleistet hat. doch angeblich scherzt Gott ja nie ...

Was ist es, das meine Gedanken so dauerhaft auf Trab hält und mir immer wieder in meine Pläne fällt oder Gespräche wie das zu schnelle Auto meiner Chefin an mir vorbeirauschen lässt? Uns Frauen wird ja oft vorgeworfen, wir seien zu gefühlvoll, man werde nicht schlau aus unseren Gedanken und dass eben dieses geheimnisvolle auch das starke Geschlecht oft um den Verstand bringt. Wie einer meiner Bekannten letztens feststellte, dass es sinnlos ist zu versuchen mich oder andere Frauen zu verstehen, so stelle ich jeden Tag fest, dass es genauso sinnlos ist mich selbst verstehen zu wollen. Obwohl ich denke, mich recht gut zu kennen und auch daran glaube mein eigener Chef zu sein, erwische ich mich immer wieder bei dem Gefühl des glücklich seins darüber, noch so viel träumen zu können. Liegt es wirklich daran, dass ich eine Frau bin oder vielmehr daran, dass es einfach ein wunderschöner Moment ist in dem ich auch grade jetzt wieder eintauche, den ich mit niemandem teilen möchte, der mich mehr als alles andere fasziniert und wäre ich nicht arm ohne diese Momente, diese Vielfalt verschiedener Farben meines Lebens, das Bild ohne Anfang und Ende, welches jeden Tag seinen Charakter und seine Bestimmung ändert.

So endet jeder Abschnitt des Lebens ohne wirklichen Abschluss, denn spätestens morgen wird mich mein Wecker wieder daran erinnern ...
St3rnch3n
HiddenNickname
offline
24.09.2005 18:40
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