Um LESARION optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern verwenden wir zur Auswertung Cookies. Mehr Informationen über Cookies findest du in unseren Datenschutzbestimmungen. Wenn du LESARION nutzst erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
Messages werden geladen
Postfach öffnen

"Aufzeichnungen aus einem Totenhause"

Hiisi
HiddenNickname
offline
07.09.2007 15:37
0
Das Buch mit diesem Titel hat Fjodor M. Dostojewskij geschrieben.
Er war zum Tod verurteilt worden, im letzten Moment dann begnadigt zu einigen Jahren Haft. Er beschreibt in seinem Buch nichts Anderes als seine Situation im Gefängnis. Das klingt nicht spannend. Es ist aber spannend. Daran erkennt man einen schöpferischen Menschen. Er findet selbst im Banalsten etwas Besonderes, er kann es mit Leben füllen, er erlebt intensiv.
Der Leser wird vertraut mit der Situation in diesem überfüllten Gefängnis, in dem jeder Insasse drei Holzlatten als Schlafplatz auf der großen Pritsche zur Verfügung hat. Rechts und links von ihm kleben die anderen Gefangenen an ihm auf genauso wenig Platz. Es stinkt. Tagsüber wird hart gearbeitet. Irgendwie schaffen es Viele, sich illegal Geld zu beschaffen und damit Branntwein, mit mehr oder weniger Wasser verdünnt, ebenso gutes Essen. Der Koch wird bestochen und kocht dem betreffenden Gefangenen ein eigenes Essen nach Wahl des Gefangenen. Geld ist wichtig im Gefängnis. Es entsteht gewissermaßen ein selbstständiger Staat innerhalb des Gebäudekomplexes. Auch Befehlshaber sind zu einem Teil involviert. Sogar Frauen kann man mit Geld einschleusen lassen.
An dem Buch kann man lernen zu überleben in einer menschenunwürdigen Umgebung. Abgeschwächt gilt das sicher für die meisten Menschen, weil sich die wenigsten ihr Leben genauso aussuchen können, wie sie es gern hätten. Selbst die Erfüllung mancher Träume bringt auf die Dauer keine Erfüllung, weil man sich die Träume anders vorgestellt hatte, weil die Dinge ihr Eigenleben führen, weil die Zeit die eigene Einstellung verändert ...