Aushwitz Zeuginnen VA 5.3
Freitag, 5. März 2010, 19 Uhr, Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden, Murnausstr. 1 (ehemals Gartenfeldstr. 57)
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Per la vita – Für das Leben“
Esther Bejarano, 85, eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters
von Auschwitz, liest aus ihrer Biografie „Wir leben trotzdem“.
Esther Bejarano wurde 1924 in Saarlouis in einer jüdischen Gemeinde geboren.
Sie wurde 1943 nach Auschwitz deportiert und spielte dort Akkordeon im
Mädchenorchester.
„Die Funktion des Mädchenorchesters in Auschwitz-Birkenau war am Tor zu
stehen und zu spielen, morgens, wenn die Arbeitskolonnen ausmarschierten und
abends, wenn sie ins Lager zurück kamen. Wir alle hatten ein schlechtes
Gewissen, weil wir sozusagen halfen, dass die Gefangenen im Gleichschritt
marsch, marsch, nach unserer Musik marschieren mussten.
Aber es kam noch schlimmer. Die SS befahl uns, am Tor zu stehen und zu
spielen, wenn neue Transporte ankamen in Zügen, in denen unzählige jüdische
Menschen aus allen Teilen Europas saßen, die auf den Gleisen fuhren, die bis
zu
den Gaskammern verlegt wurden und die alle vergast wurden. Die Menschen
winkten uns zu, sie dachten sicher, wo die Musik spielt, kann es ja nicht so
schlimm sein.
Das war die Taktik der Nazis. Sie wollten, dass all die Menschen ohne Kampf
in
den Tod gehen. Wir aber wussten, wohin sie fuhren. Mit Tränen in den Augen
spielten wir. Wir hätten uns nicht dagegen wehren können, denn hinter uns
standen die SS-Schergen mit ihren Gewehren.“