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Forum » News, Politik & Wissenschaft » ThreadBei sexueller Erregung droht Abschiebung
09.12.2010 19:42
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0 das ist doch pervers... http://www.tagesschau.de/ [...] 100.html Die Europäische Agentur für Grundrechte hat Prag scharf kritisiert: Tschechien, so der Vorwurf, wende noch immer eine erniedrigende Methode an, um zu überprüfen, ob ein Asylbewerber wirklich homosexuell sei, den sogenannten "phallometrischen Test". Von Christina Janssen, ARD-Hörfunkstudio Prag Bei dem Test werden homosexuelle Asylbewerber an ein Gerät angeschlossen, das ihre Erregung misst, während sie sich heterosexuelle Pornos ansehen. So wollen die Einwanderungsbehörden herausfinden, ob die Asylsuchenden wirklich homosexuell sind oder das nur behaupten. Der Hintergrund: In einigen Ländern werden Schwule verfolgt. Deshalb argwöhnen Asylbehörden, dass manche Flüchtlinge vorgeben homosexuell zu sein, um leichter Asyl zu bekommen. Wenn sie dann beim Test Zeichen von Erregung zeigen, werden die Asylbewerber möglicherweise abgelehnt. Tschechische Menschenrechtsaktivisten sind empört. Martin Rozumek von der Flüchtlingshilfsorganisation OPU erzählt: "Wir wissen, dass diese phallometrische Untersuchung hier in Tschechien sogar in Fällen gemacht wurde, wo die Leute mit Dokumenten nachweisen konnten, dass sie zum Beispiel im Iran wegen sogenannter unmoralischer Aktivitäten belangt werden sollten. Und trotzdem wurde diese Untersuchung gemacht." Methode verletzt Intimsphäre Die EU-Grundrechteagentur mit Sitz in Wien kritisiert nun, Tschechien sei das einzige Land in Europa, wo der umstrittene Sex-Test noch eingesetzt werde. Mit dieser Methode erreiche man keine eindeutigen Ergebnisse. Außerdem verletzte dieser Eingriff in die Intimsphäre die Menschenrechte. Das tschechische Innenministerium reagierte auf die Vorwürfe verärgert. "Nach unseren Erkenntnissen ist dieser Test weniger als zehnmal angewendet worden – und zwar zwischen 2008 und 2009", erklärt Tomas Haismann. Er ist im tschechischen Innenministerium für Asyl- und Migrationsfragen zuständig, "in dem Moment, als wir erstmals von der UNO dafür kritisiert worden sind, haben wir diese Methode gestoppt. Aber wir werden den Bericht der Grundrechte-Agentur genau studieren und gegebenenfalls Konsequenzen ziehen." Innenministerium: Asylbewerber drängten auf Test Die Betroffenen hätten immer schriftlich eingewilligt, heißt es im Ministerium weiter. Sie hätten, so Innenminister Radek John, den Test sogar unbedingt machen wollen. Sie hätten um jeden Preis bewiesen, dass sie wirklich homosexuell sind. Zu seiner Zeit als Innenminister seit Juli 2010 seien die Tests nicht angewandt worden. Herausgekommen ist die Sache ursprünglich in Deutschland. Ein iranischer Asylsuchender war von Tschechien nach Deutschland geflüchtet, nachdem er den Test machen musste und hatte sich dort an ein Gericht gewandt.
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