Bi vs. lesbisch vs. ?
Hallo,
ich finde es furchtbar, dass ich mich nun mit dem Thema auseinander setze, weil ich eigentlich immer gegen dieses Kategoriendenken war, aber in mir ist gerade so viel wirr, dass ich dachte, ich schreibe.
Bislang bin ich immer davon ausgegangen, einfach bisexuell zu sein, mit der Einstellung, dass es eigentlich überhaupt keine Rolle spielt, da ich ja zu beiden Geschlechtern Anziehung verspüre. Ich hatte auch eineinhalb Jahre einen Freund und habe ihn wirklich geliebt. Zuvor war ich mit einem Mädchen zusammen (wobei sich das irgendwie zwischen Freundschaft und Beziehung bewegt hat). Ich habe also sowohl emotional wie auch sexuell Erfahrungen mit beiden Geschlechtern gemacht (wobei der sexuelle Anteil mit Männern auch einfach um einiges größer ist). Nach der Beziehung mit dem Mädchen (währenddessen dachte ich auch, dass ich bi sei) habe ich meine Sexualität mehr oder weniger ignoriert, war mit einem Jungen zusammen und auch danach eigentlich nur mit Jungen (wobei das mit meiner Schüchternheit zusammenhängt). Wenn ich darüber nachgedacht habe, sah/sehe ich mich immer mit einer Frau an meiner Seite, in der Zukunft. Und eigentlich reizt mich die Vorstellung von ausgelebter Sexualität mit Männern nicht, ich habe es eben einfach gemacht. Wenn ich aber an Frauen denke, dann ist es nicht vergleichbarer. Ich frage mich jetzt immer mehr, ob nicht mein 'Heteroanteil' anerzogen ist. Nach dem Motto: "Ist halt so. Und nein nein, ich bin nicht lesbisch.". Ich weiß es einfach nicht. Gestern bin ich auch einer Frau nahe gekommen (lange her) und es hat sich eben richtig angefühlt. Nicht mit ihr, sondern mit einer Frau. Ich weiß, dass es eigentlich keine Rolle spielt, ich sollte es einfach leben und nicht darüber nachdenken. Aber man möchte ja alles in Kategorien einordnen, damit man es versteht. Velleicht bin ich auch nur so durcheinander, weil sie mich noch fragte, nach einer meiner Aussagen, ob ich nicht eigentlich lesbisch sei.
Rational begreife ich, dass diese Kategorisierung keine Rolle spielt. Aber für mich ist es eben auch zu wissen, ob meine "Heterosexualität" nicht einfach da ist, weil 'man muss', sondern ob dort wirklich Verlangen steckt. Selbst wenn ich denken würde, "eigentlich stehe ich nicht auf Männer", dann könnte ich 'Ausnahmen' auch besser hinnehmen als jetzt dieses eigentlich Halbherzige.
Ich hoffe, das ganze ist nicht zu kompliziert.
ich finde es furchtbar, dass ich mich nun mit dem Thema auseinander setze, weil ich eigentlich immer gegen dieses Kategoriendenken war, aber in mir ist gerade so viel wirr, dass ich dachte, ich schreibe.
Bislang bin ich immer davon ausgegangen, einfach bisexuell zu sein, mit der Einstellung, dass es eigentlich überhaupt keine Rolle spielt, da ich ja zu beiden Geschlechtern Anziehung verspüre. Ich hatte auch eineinhalb Jahre einen Freund und habe ihn wirklich geliebt. Zuvor war ich mit einem Mädchen zusammen (wobei sich das irgendwie zwischen Freundschaft und Beziehung bewegt hat). Ich habe also sowohl emotional wie auch sexuell Erfahrungen mit beiden Geschlechtern gemacht (wobei der sexuelle Anteil mit Männern auch einfach um einiges größer ist). Nach der Beziehung mit dem Mädchen (währenddessen dachte ich auch, dass ich bi sei) habe ich meine Sexualität mehr oder weniger ignoriert, war mit einem Jungen zusammen und auch danach eigentlich nur mit Jungen (wobei das mit meiner Schüchternheit zusammenhängt). Wenn ich darüber nachgedacht habe, sah/sehe ich mich immer mit einer Frau an meiner Seite, in der Zukunft. Und eigentlich reizt mich die Vorstellung von ausgelebter Sexualität mit Männern nicht, ich habe es eben einfach gemacht. Wenn ich aber an Frauen denke, dann ist es nicht vergleichbarer. Ich frage mich jetzt immer mehr, ob nicht mein 'Heteroanteil' anerzogen ist. Nach dem Motto: "Ist halt so. Und nein nein, ich bin nicht lesbisch.". Ich weiß es einfach nicht. Gestern bin ich auch einer Frau nahe gekommen (lange her) und es hat sich eben richtig angefühlt. Nicht mit ihr, sondern mit einer Frau. Ich weiß, dass es eigentlich keine Rolle spielt, ich sollte es einfach leben und nicht darüber nachdenken. Aber man möchte ja alles in Kategorien einordnen, damit man es versteht. Velleicht bin ich auch nur so durcheinander, weil sie mich noch fragte, nach einer meiner Aussagen, ob ich nicht eigentlich lesbisch sei.
Rational begreife ich, dass diese Kategorisierung keine Rolle spielt. Aber für mich ist es eben auch zu wissen, ob meine "Heterosexualität" nicht einfach da ist, weil 'man muss', sondern ob dort wirklich Verlangen steckt. Selbst wenn ich denken würde, "eigentlich stehe ich nicht auf Männer", dann könnte ich 'Ausnahmen' auch besser hinnehmen als jetzt dieses eigentlich Halbherzige.
Ich hoffe, das ganze ist nicht zu kompliziert.