Bin ich eigentlich total behämmert?
Hallo,
ich frage mich seit einigen Tagen, ob ich nicht vielleicht einen Vollschatten habe. Am Besten erkläre ich mal, was los ist:
Ich bin Mitte 40, meine Frau ist Mitte 50. Wir sind seit 17 Jahren zusammen, seit knapp drei Jahren verpartnert. Da wir gottseidank - mittlerweile - offen über Sex reden können, hat meine Frau mir vor einiger Zeit offenbart, dass sie gern mal einen 3er probieren würde.
So weit, so gut. Als das Thema dann verg. Sommer wieder zur Sprache kam, habe ich eine Anzeige geschaltet. Aber.... ich habe ein großes Problem: Ich bin zwar lesbisch, habe aber Angst vor Berührungen durch Frauen. Außer vor Berührungen meiner eigenen Frau. Das klingt komplex und kompliziert - isses auch. Ich bin u.A. deswegen auch schon sehr lange in psycholog. Behandlung, zum Einen, um diese Angst zu verlieren, zum Anderen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen.
Jedenfalls wusste ich insgeheim beim Schalten der Anzeige schon, dass ich evtl. diesen Schritt zum 3er nicht mitgehen kann. Habe aber davon nichts gesagt. Es kamen zig Zuschriften, der größte Teil davon Müll. Dann kam die Mail einer Frau Ende 40, genau innerhalb unseres Suchradius, hetero-verheiratet, Frauen-erfahren. Nach einigen mails hin und her und Telefonaten war klar - das passt. Und ich bekam kalte Füße. Wir hatten einen ersten Termin für ein persönliches Kennenlernen bei ihr daheim klar (ihr Mann auf Geschäftsreise), und ich wusste - ich kriegs nicht hin, anfassen lassen geht nicht. Da meine Frau sich aber riesig gefreut hat und ich ihr die Freude nicht vermasseln wollte, habe ich mich mit dieser anderen Frau erstmal allein auf einen Kaffee getroffen bei ihr daheim. Und wir sind im Bett gelandet. Aber - ich konnte sie berühren, sie mich jedoch nicht. Sobald sie mir unters Shirt greifen wollte, bekam ich Panik. Also haben wir den Erstversuch erfolglos abgebrochen und sie hat mir signalisiert, dass ich mir Zeit nehmen soll und sie mich zu nichts drängen wird.
Einige Tage später ist dann meine Frau allein zu ihr hingefahren - mit größerem Erfolg. Und das hat mich riesig gefreut. Stand der Dinge heute: Meine Frau hat jetzt eine Geliebte, die Beiden haben viel Spaß miteinander. Mittlerweile hat sich zwischen der Frau und ihrem Mann und meiner Frau und mir eine Freundschaft entwickelt. Er weiß allerdings nicht, wie nahe seine Frau uns steht und dass sie mit Frauen schläft.
So.... im Laufe der Zeit war zwischen dieser Frau und mir auch immer die körperliche Nähe Thema in Gesprächen. Um die zulassen zu können, muss ich ihr vertrauen können. Oberflächlichen Sex ohne Gefühl kann ich nicht. Also habe ich mich ihr emotional geöffnet. Sie hat mich mental durch eine achtwöchige stationäre Therapie begleitet in einer psychosom. Klinik. Sie weiß alles von mir, öffnet sich mir gegenüber auch. Erzählt, wenn sie was belastet, wir sind uns emotional sehr nahe. Nein - ich bin nicht verliebt. Aber ich liebe sie - als Mensch, als Freund. Sie tut meiner Frau gut (der Sex mit ihr), sie tut mir gut (als Seelenverwandte). In drei Wochen wird sie mit meiner Gattin für vier Tage nach Dresden fahren...
Immer wieder kamen aber von dieser Frau ambivalente Signale bei mir an. Mal sagte sie, sie könne sich auch körperliche Nähe mit mir vorstellen, ich solle mir die Zeit geben, die ich brauche. Und was sie für mich tun könne, fragte sie. Dann wieder sagte sie, sie hätte Angst, meine Freundschaft zu verlieren, wenn wir uns auch sexuell näher kommen. Und das wolle sie nicht - also kein Sex. Ich war hin und her gerissen. Die Nähe, die wir zueinander aufgebaut hatten, wäre wichtig für mich, um ihre Berührungen zulassen zu können. Für sie ist genau diese Nähe der Grund, keine Berührungen zu zulassen, um die Freundschaft nicht zu verlieren.
So ging das eine Weile hin und her. Vorgestern saßen wir dann beim Kaffee. Wir haben uns unterhalten über genau die oben beschriebene Ambivalenz und ich habe mich nochmal erklärt. Sie hat sich nochmal erklärt. Eigentlich war damit klar: Freundschaft und platonische Liebe zu mir, Sex und Freundschaft zu meiner Frau. Eine Std. später im Aufzug streichelt sie mir kurz zärtlich mit den Finger durchs Gesicht. Eine weitere Stunde später nimmt sie mich in den Arm, fragt mich, wie das für mich ist. Ich sage: "Alles ok." Sie flüstert mir ins Ohr: "Und wenn ich jetzt unter Dein Shirt greife?" Ich: "Weiß ich nicht. Aber hier (im Baumarkt) vielleicht besser nicht." Und wieder signalisiert sie: Lass Dir Zeit. Wir kriegen das schon hin.
Heute morgen dann die ganz klare Ansage von ihr: Körperlich wird nichts laufen, ich solle das bitte akzeptieren.
Und jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich meine Gefühle (die für mich so wichtig sind, um körperliche Nähe zuzulassen) reduzieren muss. Was verdammt weh tut. Ich ziehe mich jetzt zurück. Meine Frau und ich sind morgen bei ihr und ihrem Mann eingeladen, ich werde nicht mit hinfahren. Frei nach Hannibal Lecter: "Wir begehren, was wir sehen!" Also besser erstmal nicht sehen und mich wieder einnorden.
Also ist die ursprüngliche Idee - der 3er - vom Tisch. Meine Frau hat jetzt eine Geliebte, ich toleriere das, wünsche mir körperlich auch aber auch Nähe zu dieser Frau und sitze jetzt hier mit hängenden Ohren.
Bin ich eigentlich total behämmert?
Micha
ich frage mich seit einigen Tagen, ob ich nicht vielleicht einen Vollschatten habe. Am Besten erkläre ich mal, was los ist:
Ich bin Mitte 40, meine Frau ist Mitte 50. Wir sind seit 17 Jahren zusammen, seit knapp drei Jahren verpartnert. Da wir gottseidank - mittlerweile - offen über Sex reden können, hat meine Frau mir vor einiger Zeit offenbart, dass sie gern mal einen 3er probieren würde.
So weit, so gut. Als das Thema dann verg. Sommer wieder zur Sprache kam, habe ich eine Anzeige geschaltet. Aber.... ich habe ein großes Problem: Ich bin zwar lesbisch, habe aber Angst vor Berührungen durch Frauen. Außer vor Berührungen meiner eigenen Frau. Das klingt komplex und kompliziert - isses auch. Ich bin u.A. deswegen auch schon sehr lange in psycholog. Behandlung, zum Einen, um diese Angst zu verlieren, zum Anderen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen.
Jedenfalls wusste ich insgeheim beim Schalten der Anzeige schon, dass ich evtl. diesen Schritt zum 3er nicht mitgehen kann. Habe aber davon nichts gesagt. Es kamen zig Zuschriften, der größte Teil davon Müll. Dann kam die Mail einer Frau Ende 40, genau innerhalb unseres Suchradius, hetero-verheiratet, Frauen-erfahren. Nach einigen mails hin und her und Telefonaten war klar - das passt. Und ich bekam kalte Füße. Wir hatten einen ersten Termin für ein persönliches Kennenlernen bei ihr daheim klar (ihr Mann auf Geschäftsreise), und ich wusste - ich kriegs nicht hin, anfassen lassen geht nicht. Da meine Frau sich aber riesig gefreut hat und ich ihr die Freude nicht vermasseln wollte, habe ich mich mit dieser anderen Frau erstmal allein auf einen Kaffee getroffen bei ihr daheim. Und wir sind im Bett gelandet. Aber - ich konnte sie berühren, sie mich jedoch nicht. Sobald sie mir unters Shirt greifen wollte, bekam ich Panik. Also haben wir den Erstversuch erfolglos abgebrochen und sie hat mir signalisiert, dass ich mir Zeit nehmen soll und sie mich zu nichts drängen wird.
Einige Tage später ist dann meine Frau allein zu ihr hingefahren - mit größerem Erfolg. Und das hat mich riesig gefreut. Stand der Dinge heute: Meine Frau hat jetzt eine Geliebte, die Beiden haben viel Spaß miteinander. Mittlerweile hat sich zwischen der Frau und ihrem Mann und meiner Frau und mir eine Freundschaft entwickelt. Er weiß allerdings nicht, wie nahe seine Frau uns steht und dass sie mit Frauen schläft.
So.... im Laufe der Zeit war zwischen dieser Frau und mir auch immer die körperliche Nähe Thema in Gesprächen. Um die zulassen zu können, muss ich ihr vertrauen können. Oberflächlichen Sex ohne Gefühl kann ich nicht. Also habe ich mich ihr emotional geöffnet. Sie hat mich mental durch eine achtwöchige stationäre Therapie begleitet in einer psychosom. Klinik. Sie weiß alles von mir, öffnet sich mir gegenüber auch. Erzählt, wenn sie was belastet, wir sind uns emotional sehr nahe. Nein - ich bin nicht verliebt. Aber ich liebe sie - als Mensch, als Freund. Sie tut meiner Frau gut (der Sex mit ihr), sie tut mir gut (als Seelenverwandte). In drei Wochen wird sie mit meiner Gattin für vier Tage nach Dresden fahren...
Immer wieder kamen aber von dieser Frau ambivalente Signale bei mir an. Mal sagte sie, sie könne sich auch körperliche Nähe mit mir vorstellen, ich solle mir die Zeit geben, die ich brauche. Und was sie für mich tun könne, fragte sie. Dann wieder sagte sie, sie hätte Angst, meine Freundschaft zu verlieren, wenn wir uns auch sexuell näher kommen. Und das wolle sie nicht - also kein Sex. Ich war hin und her gerissen. Die Nähe, die wir zueinander aufgebaut hatten, wäre wichtig für mich, um ihre Berührungen zulassen zu können. Für sie ist genau diese Nähe der Grund, keine Berührungen zu zulassen, um die Freundschaft nicht zu verlieren.
So ging das eine Weile hin und her. Vorgestern saßen wir dann beim Kaffee. Wir haben uns unterhalten über genau die oben beschriebene Ambivalenz und ich habe mich nochmal erklärt. Sie hat sich nochmal erklärt. Eigentlich war damit klar: Freundschaft und platonische Liebe zu mir, Sex und Freundschaft zu meiner Frau. Eine Std. später im Aufzug streichelt sie mir kurz zärtlich mit den Finger durchs Gesicht. Eine weitere Stunde später nimmt sie mich in den Arm, fragt mich, wie das für mich ist. Ich sage: "Alles ok." Sie flüstert mir ins Ohr: "Und wenn ich jetzt unter Dein Shirt greife?" Ich: "Weiß ich nicht. Aber hier (im Baumarkt) vielleicht besser nicht." Und wieder signalisiert sie: Lass Dir Zeit. Wir kriegen das schon hin.
Heute morgen dann die ganz klare Ansage von ihr: Körperlich wird nichts laufen, ich solle das bitte akzeptieren.
Und jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich meine Gefühle (die für mich so wichtig sind, um körperliche Nähe zuzulassen) reduzieren muss. Was verdammt weh tut. Ich ziehe mich jetzt zurück. Meine Frau und ich sind morgen bei ihr und ihrem Mann eingeladen, ich werde nicht mit hinfahren. Frei nach Hannibal Lecter: "Wir begehren, was wir sehen!" Also besser erstmal nicht sehen und mich wieder einnorden.
Also ist die ursprüngliche Idee - der 3er - vom Tisch. Meine Frau hat jetzt eine Geliebte, ich toleriere das, wünsche mir körperlich auch aber auch Nähe zu dieser Frau und sitze jetzt hier mit hängenden Ohren.
Bin ich eigentlich total behämmert?
Micha