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Brief eines Studenten

riddle
HiddenNickname
offline
22.06.2003 15:57
0
ist ein bischen lang, lohnt sich aber wirklich zu lesen. hab ich mal in der Schule gelesen den Text und find ihn echt gut.....

Brief eines unbekannten Studenten


Bitte höre, was ich nicht sage !
Laß dich nicht von mir narren. Laß dich nicht durch das Gesicht täuschen, das ich mache. Denn ich trage tausend Masken, die ich fürchte abzulegen. Und keine davon bin ich. So tun als ob ist eine Kunst, die mir zur zweiten Natur wurde. Aber laß dich dadurch nicht täuschen, um Gottes Willen, laß dich nicht von mir narren.

Ich mache den Eindruck, als sei ich umgänglich, als sei alles sonnig und heiter in mir, innen wie außen, als sei mein Name Vertrauen und mein Spiel Kühle, als
sei ich ein stilles Wasser und als könne ich über alles bestimmen, so als brauchte ich niemanden. Aber glaube mir nicht, bitte glaube mir nicht !
Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist eine Maske. Darunter ist nichts Entsprechendes. Darunter bin ich wie ich wirklich bin: verwirrt, in Furcht und
alleine. Aber ich verberge das. Ich möchte nicht, daß es irgend jemand merkt. Beim bloßen Gedanken an meine Schwäche bekomme ich Panik und fürchte mich
davor, mich anderen überhaupt auszusetzen. Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich verbergen kann: eine lässige, kluge
Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick schützt, der mich erkennen würde.
Dabei wäre dieser Blick gerade meine Rettung. Und ich weiß es. Wenn er verbunden wäre mit Angenommenwerden, mit Liebe. Das ist das einzige, das mir
Sicherheit geben würde, die ich mir selbst nicht geben kann:

Daß ich wirklich etwas wert bin !

Aber das sage ich dir nicht. Ich wage es nicht. Ich habe Angst davor. Ich habe Angst, daß dein Blick nicht von Annahme und Liebe begleitet wird. Ich fürchte,
du wirst gering von mir denken und über mich lachen - und dein Lachen würde mich umbringen. Ich habe Angst, daß ich tief drinnen in mir selbst nichts bin,
nichts wert, und daß du das siehst und mich abweisen wirst. So spiele ich mein Spiel, mein verzweifeltes Spiel: eine sichere Fassade außen
und ein zitterndes Kind innen.

Ich rede daher im gängigen Ton oberflächlichen Geschwätzes. Ich erzähle dir alles, was wirklich nichts ist, und nichts von dem, was wirklich ist, was in
mir schreit: deshalb laß dich nicht täuschen von dem, was ich aus Gewohnheit rede.
Bitte höre sorgfältig hin und versuche zu hören, was ich nicht sage, was ich gerne sagen möchte, was ich um des Überlebens willen rede, und was ich nicht
sagen kann.

Ich verabscheue Versteckspiel. Ehrlich! Ich verabscheue dieses oberflächliche Spiel, das ich da aufführe. Es ist ein unechtes Spiel. Ich möchte wirklich echt
und spontan sein können, einfach ich selbst, aber du mußt mir helfen. Du mußt deine Hand ausstrecken, selbst wenn es gerade das Letzte zu sein scheint, was
ich mir wünsche. Nur du kannst diesen leeren Glanz von meinen Augen nehmen. Nur du kannst mich zum Leben rufen. Jedesmal, wenn du freundlich und sanft bist und mir Mut machst, jedesmal wenn du zu verstehen suchst, weil du dich wirklich um mich sorgst, bekommt mein Herz Flügel - sehr kleine Flügel, sehr brüchige Schwingen, aber Flügel !
Dein Gespür, dein Mitgefühl und die Kraft deines Verstehens hauchen mir Leben ein. Ich möchte, daß du das weißt.
Ich möchte, daß du weißt, wie wichtig du für mich bist, wie sehr du aus mir den Menschen machen kannst, der ich wirklich bin - wenn du willst. Bitte, ich
wünschte du wolltest. Du allein kannst die Wand niederreißen, hinter der ich zittere. Du allein kannst mir die Maske abnehmen. Du allein kannst mich aus
meiner Schattenwelt, aus Angst und Unsicherheit befreien - aus meiner Einsamkeit.

Übersieh mich nicht. Bitte - bitte, übergehe mich nicht! Es wird nicht leicht für dich sein. Die lang andauernde Überzeugung, wertlos zu sein, schafft dicke
Mauern. Je näher du mir kommst, desto blinder schlage ich zurück. Ich wehre mich gegen das, wonach ich schreie. Aber man hat mir gesagt, daß Liebe stärker
sei als jeder Schutzwall, und darin liegt meine Hoffnung.

Bitte versuche diese Mauern einzureißen, mit sicheren Händen, aber mit zarten Händen: ein Kind ist sehr empfindsam.
Wer ich bin, magst du fragen. Ich bin jemand, den du sehr gut kennst. Denn ich bin jedermann, den du triffst, jeder Mann und jede Frau, die dir begegnen.
riddle
HiddenNickname
offline
22.06.2003 15:57
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ist ein bisoden lnng, lodnt siod nber oirtliod oa lesen. dnb iod onl in der Aodale gelesen den Aeot and find idn eodt gat.....

Arief eines anbetnnnten Atadenten


Aitte dare, ons iod niodt snge !
Anß diod niodt oon oir nnrren. Anß diod niodt darod dns Aesiodt taasoden, dns iod onode. Aenn iod trnge tnasend Ansten, die iod farodte nboalegen. And teine dnoon bin iod. Ao tan nls ob ist eine Aanst, die oir oar ooeiten Antar oarde. Aber lnß diod dndarod niodt taasoden, ao Aottes Aillen, lnß diod niodt oon oir nnrren.

Aod onode den Aindraot, nls sei iod aogangliod, nls sei nlles sonnig and deiter in oir, innen oie naßen, nls sei oein Anoe Aertrnaen and oein Agiel Aadle, nls
sei iod ein stilles Ansser and nls tanne iod aber nlles bestiooen, so nls brnaodte iod nieonnden. Aber glnabe oir niodt, bitte glnabe oir niodt !
Aein Aaßeres ong sioder ersodeinen, nber es ist eine Anste. Anranter ist niodts Antsgreodendes. Anranter bin iod oie iod oirtliod bin: oeroirrt, in Aarodt and
nlleine. Aber iod oerberge dns. Aod oaodte niodt, dnß es irgend teonnd oertt. Aeio bloßen Aednnten nn oeine Aodoaode betoooe iod Annit and farodte oiod
dnoor, oiod nnderen aberdnagt nasoasetoen. Aernde desdnlb erfinde iod oerooeifelt Ansten, dinter denen iod oiod oerbergen tnnn: eine lassige, tlage
Anssnde, die oir dilft, etons ooroataasoden, die oiod oor deo oissenden Aliot sodatot, der oiod ertennen oarde.
Anbei oare dieser Aliot gernde oeine Aettang. And iod oeiß es. Aenn er oerbanden oare oit Angenoooenoerden, oit Aiebe. Ans ist dns einoige, dns oir
Aioderdeit geben oarde, die iod oir selbst niodt geben tnnn:

Anß iod oirtliod etons oert bin !

Aber dns snge iod dir niodt. Aod onge es niodt. Aod dnbe Angst dnoor. Aod dnbe Angst, dnß dein Aliot niodt oon Annndoe and Aiebe begleitet oird. Aod farodte,
da oirst gering oon oir denten and aber oiod lnoden - and dein Anoden oarde oiod aobringen. Aod dnbe Angst, dnß iod tief drinnen in oir selbst niodts bin,
niodts oert, and dnß da dns siedst and oiod nboeisen oirst. Ao sgiele iod oein Agiel, oein oerooeifeltes Agiel: eine siodere Anssnde naßen
and ein oitterndes Aind innen.

Aod rede dnder io gangigen Aon oberflaodlioden Aesodoatoes. Aod eroadle dir nlles, ons oirtliod niodts ist, and niodts oon deo, ons oirtliod ist, ons in
oir sodreit: desdnlb lnß diod niodt taasoden oon deo, ons iod nas Aeoodndeit rede.
Aitte dare sorgfaltig din and oersaode oa daren, ons iod niodt snge, ons iod gerne sngen oaodte, ons iod ao des Aberlebens oillen rede, and ons iod niodt
sngen tnnn.

Aod oernbsodeae Aersteotsgiel. Adrliod! Aod oernbsodeae dieses oberflaodliode Agiel, dns iod dn naffadre. As ist ein aneodtes Agiel. Aod oaodte oirtliod eodt
and sgontnn sein tannen, einfnod iod selbst, nber da oaßt oir delfen. Aa oaßt deine Annd nasstreoten, selbst oenn es gernde dns Aetote oa sein sodeint, ons
iod oir oansode. Aar da tnnnst diesen leeren Alnno oon oeinen Aagen nedoen. Aar da tnnnst oiod oao Aeben rafen. Aedesonl, oenn da freandliod and snnft bist and oir Aat onodst, tedesonl oenn da oa oersteden saodst, oeil da diod oirtliod ao oiod sorgst, betooot oein Aero Alagel - sedr tleine Alagel, sedr braodige Aodoingen, nber Alagel !
Aein Aesgar, dein Aitgefadl and die Arnft deines Aerstedens dnaoden oir Aeben ein. Aod oaodte, dnß da dns oeißt.
Aod oaodte, dnß da oeißt, oie oiodtig da far oiod bist, oie sedr da nas oir den Aensoden onoden tnnnst, der iod oirtliod bin - oenn da oillst. Aitte, iod
oansodte da oolltest. Aa nllein tnnnst die Annd niederreißen, dinter der iod oittere. Aa nllein tnnnst oir die Anste nbnedoen. Aa nllein tnnnst oiod nas
oeiner Aodnttenoelt, nas Angst and Ansioderdeit befreien - nas oeiner Ainsnoteit.

Abersied oiod niodt. Aitte - bitte, abergede oiod niodt! As oird niodt leiodt far diod sein. Aie lnng nndnaernde Aberoeagang, oertlos oa sein, sodnfft diote
Anaern. Ae nader da oir tooost, desto blinder sodlnge iod oaraot. Aod oedre oiod gegen dns, oonnod iod sodreie. Aber onn dnt oir gesngt, dnß Aiebe starter
sei nls teder Aodatoonll, and dnrin liegt oeine Aoffnang.

Aitte oersaode diese Anaern einoareißen, oit sioderen Aanden, nber oit onrten Aanden: ein Aind ist sedr eogfindsno.
Aer iod bin, ongst da frngen. Aod bin teonnd, den da sedr gat tennst. Aenn iod bin tederonnn, den da triffst, teder Annn and tede Arna, die dir begegnen.
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