Daphne
Daphne und wie sie sehen lernte (9)
Ihr Telefon klingelt
und sie schrickt über ihren Büchern auf.
Wann hat sie jemand das letzte Mal angerufen?
Kurzes Brainstorming nach möglichen Verflossenen,
die sich,
sehnsüchtig und leidenschaftlich
ihrer unterwerfen...?
Dann abnehmen und ein vorsichtiges "Hallo?".
Herzklopfen.
"Wen hab ich denn jetzt angerufen?",empört und alles andere
als innbrünstig an der anderen seite der Leitung.
"Wollt mich selbst anrufen.0172 560 810 82?"
"Nein, 81,82", sprechen ihre Lippen noch in den Hörer,
dann legt sie langsam den Hörer auf die Gabel.
Und sich aufs Bett.
Und ihre Träume ins Kopfkissen,
Vorsicht,Schattenmädchen,
sie sind nicht sehr stabil,
das weißt Du doch.
Jeden Abend die anklagende "0"
die von der Haustür im gelben Neonlicht
des Anrufbeantwortes
das Erste ist,
das sie willkommen heißt.
Oft schwört sie sich,
nicht hinzusehen,
wozu auch die Qual.
"Geh an ihr vorbei,der 0,
die Dir ein Spiegel Deines Wertes sein will,
ignorier sie.Geh in die Küche, mach Dir Deine geliebten
Rosmarinnudeln
dem Kater frisches Futter
und vergiß nicht hinter Dir sauber zu machen."
Doch es geht nicht.
Nein,es geht einfach nicht.
Die Hoffnung,
morgens wenn sie den Briefträger müde und schweren Schrittes die Holztreppen aufsteigen hört,
hört,
wie ihr Briefschlitz geöffnet wird,
hört wie etwas leicht auf dem Boden einmal hin und her wischt,
dann liegenbleibt.
Jedes Mal wenn sie sich einredet,
es sei nicht bloß Reklame...
Jeden Abend, den sie nach Hause kommt,
jede Nacht,
die sie wachliegt und Menschen,
lachend,
im schönen Licht der Laternen auf der Strasse vorbeischlendern sieht,
sich wünscht,
sie mögen klingeln,
anklopfen
oder auch bloß ihren Namen rufen,
rufen:
"Daphne,Liebes,los, komm runter,mit Dir macht alles noch mehr Freude!"...
bloß...
ihren Namen rufen.
Diese Hoffnung...
"Nein,
es geht nicht.
Die Hoffnung,
und möge die ganze Welt auf sie mit Desinteresse einschlagen",
denkt Daphne,
mit ihren Träumen im Kopfkissen,
"die wird mich nochmal
überleben."
ctapioka
Ihr Telefon klingelt
und sie schrickt über ihren Büchern auf.
Wann hat sie jemand das letzte Mal angerufen?
Kurzes Brainstorming nach möglichen Verflossenen,
die sich,
sehnsüchtig und leidenschaftlich
ihrer unterwerfen...?
Dann abnehmen und ein vorsichtiges "Hallo?".
Herzklopfen.
"Wen hab ich denn jetzt angerufen?",empört und alles andere
als innbrünstig an der anderen seite der Leitung.
"Wollt mich selbst anrufen.0172 560 810 82?"
"Nein, 81,82", sprechen ihre Lippen noch in den Hörer,
dann legt sie langsam den Hörer auf die Gabel.
Und sich aufs Bett.
Und ihre Träume ins Kopfkissen,
Vorsicht,Schattenmädchen,
sie sind nicht sehr stabil,
das weißt Du doch.
Jeden Abend die anklagende "0"
die von der Haustür im gelben Neonlicht
des Anrufbeantwortes
das Erste ist,
das sie willkommen heißt.
Oft schwört sie sich,
nicht hinzusehen,
wozu auch die Qual.
"Geh an ihr vorbei,der 0,
die Dir ein Spiegel Deines Wertes sein will,
ignorier sie.Geh in die Küche, mach Dir Deine geliebten
Rosmarinnudeln
dem Kater frisches Futter
und vergiß nicht hinter Dir sauber zu machen."
Doch es geht nicht.
Nein,es geht einfach nicht.
Die Hoffnung,
morgens wenn sie den Briefträger müde und schweren Schrittes die Holztreppen aufsteigen hört,
hört,
wie ihr Briefschlitz geöffnet wird,
hört wie etwas leicht auf dem Boden einmal hin und her wischt,
dann liegenbleibt.
Jedes Mal wenn sie sich einredet,
es sei nicht bloß Reklame...
Jeden Abend, den sie nach Hause kommt,
jede Nacht,
die sie wachliegt und Menschen,
lachend,
im schönen Licht der Laternen auf der Strasse vorbeischlendern sieht,
sich wünscht,
sie mögen klingeln,
anklopfen
oder auch bloß ihren Namen rufen,
rufen:
"Daphne,Liebes,los, komm runter,mit Dir macht alles noch mehr Freude!"...
bloß...
ihren Namen rufen.
Diese Hoffnung...
"Nein,
es geht nicht.
Die Hoffnung,
und möge die ganze Welt auf sie mit Desinteresse einschlagen",
denkt Daphne,
mit ihren Träumen im Kopfkissen,
"die wird mich nochmal
überleben."
ctapioka