|
|
Forum » Allgemeines » ThreadDas Erbe der Suffragetten
29.01.2016 15:44
HiddenNickname
0 Ab nächster Woche läuft der Film "Suffragette" in den Kinos an. https://www.youtube.com/w [...] fQ_ClFiU Über die Diskussion über den Film und die Suffragetten im Allgemeinen sind meine Freundin und ich zur heutigen Situation inklusive der Flüchtlingssituation gelangt. Wir helfen beide ehrenamtlich, wann immer es unsere Zeit zulässt, in den Flüchtlingsheimen in Berlin aus. Wie sicherlich jeder mitbekommt, lässt die Debatte darüber nicht nach. Die besorgten Bürger regen sich über die "Gutmenschen" auf und umgekehrt. Wir vertreten die Meinung, dass es nur menschlich ist, zu helfen, wenn Menschen, egal ob junge Männer oder Frauen und Kinder, aus Kriegsgebieten fliehen, wenn sie alles verloren haben, wenn sie krank sind und Verletzungen davon getragen haben. Man könnte jetzt noch die Diskussion darüber führen, dass in den nächsten Jahrzehnten Deutschland ohne Gastarbeiter oder Zuwachs der Arbeiterschicht gar nicht mehr auskommen würde, aber das soll hier nicht Thema sein. Es ist klar, dass mit den Flüchtlingsströmen auch Menschen mit schlechten Absichten kommen - die gibt es überall. Und es ist auch klar, dass auch Menschen aus Ländern, in denen aktuell kein Krieg ist, fliehen. Wir würden doch alle fliehen, wenn wir die Chance hätten, ein besseres Leben zu führen und unseren Kindern einmal eine Zukunft zu bieten, die nicht auf den Straßen stattfindet. Die Vorfälle in Köln und Co zu Silvester waren schäbig. Es wird jedoch angenommen, dass die "Flüchtlinge", die die Frauen sexuell belästigt haben, größtenteils Nordafrikaner waren, die sich den Flüchtlingsströmen angeschlossen haben. Sie sind auf der Straße aufgewachsen und haben keinen Respekt vor Frauen, bzw. legen dies anders aus, als es die deutschen Frauen gewohnt sind. Man kann jedoch davon ausgehen, dass gerade diese Männer es aber gewohnt sind, mehr Paroli von Frauen geboten zu bekommen. Eine der Frauen aus Köln hat gesagt, dass die Männer sie in Ruhe ließen, nachdem sie einem von ihnen eine Ohrfeige gab. Damit will ich nicht verteidigen, was die Männet "getan" haben. Aber auch wenn man es sich nicht gefallen lassen sollte, dass ein Mann einem an den Arsch grabscht, ist es letztlich irgendwie noch... typisch. Vor einigen hundert Jahren hat der Gast in der Schenke der Magd an den Rock gegrabtscht und heute grabscht der Bankdirektor seiner Sekretärin an den Hintern. ABER: Der Unterschied ist doch heute, dass sich gerade deutsche Frauen irgendwie nicht mehr wehren. Die meisten Frauen, die ich kenne, kichern, wenn sie erzählen, dass ihr Mann oder Freund einen Nagel in die Wand gehämmert hat, weil "das muss ja der Mann machen, ich bin ja die Frau." Und wenn ihnen ein Mann, zum Beispiel der Chef, an den Arsch grabscht, kichern sie auch, oder regen sich bei ihrem Mann oder Freund darüber auf, "damit der sich darum kümmert." Ich will nicht sagen, dass hetero Frauen schwächer sind. Frauen können viel, egal ob sie Männer oder Frauen lieben. Aber ich kenne keine Lesbe, die nicht selbst zum Hammer greift oder sich gegen freche Männer selbstbewusst wehrt, verbal oder zur Not auch weitergehend. Natürlich bestätigen Ausnahmen in beiden Fällen die Regel und das soll auch kein steifes Schubladendenken sein. Es ist in erster Linie eine Hypothese mit der Frage, die wir uns dazu stellen: Was wäre, wenn heute den Frauen in Deutschland das Wahlrecht wieder aberkannt werden würde? Sie würden sich aufregen, Männer ohne feministische Veranlagung würden darüber lachen und die Aufregung mit einem Schulterzucken abtun. Und ein, zwei Jahre später hätten sich die Hausfrauen daran gewöhnt und würden sich denken: "Ach, naja, er ist ja der Mann. Er kann für uns beide entscheiden." Was ich damit sagen will: Ich habe das Gefühl, dass die Frauen in Deutschland sich auf der vorangegangenen Arbeit und den Opfern der FrauenrechtskämpferInnen ausruhen. Sie geben sich zufrieden mit dem, was sie jetzt haben - sie dürfen wählen und auch mal in höheren Positionen arbeiten. Aber wo bleiben die, die sich wehren würden? Ist die Zahl wirklich so gering, wie es sich anfühlt? Würden lesbische Frauen wie wir zusammen halten, mit einigen wenigen anderen starken und selbstbewussten Frauen und feministischen Männern, weil sie nicht akzeptieren würden, dass in einer Vater-Mutter-Kind-Familie ein Elternteil die Interessen der Familie vertreten kann, aber in einer Mutter-Mutter-Kind-Familie keiner? Natürlich sind das gerade alles nur Hypothesen, aber es ist interessant, darüber nachzudenken. Was glaubt ihr: Haben die deutschen Frauen (unabhängig von gesellschaftlichem Stand, sexueller Orientierung und Berufsbild) noch die Courage der Suffragetten? Würden wir für unsere Rechte kämpfen? Oder einfach alles so hinnehmen? "Wir sind in jedem Haus. Wir sind die Hälfte der Menschheit. Sie können uns nicht aufhalten." Vielen Dank für das Lesen meiner Gedankenergüsse.
editiert am 29.01.2016 19:22
melden
0
![]()
Seite: 1 |
2
|
08.02.2016 21:37
05.02.2016 18:56
05.02.2016 18:54
05.02.2016 18:37
05.02.2016 16:03
05.02.2016 15:36
05.02.2016 14:54
HiddenNickname
0
05.02.2016 12:00
05.02.2016 03:07
05.02.2016 01:41
04.02.2016 23:17
04.02.2016 21:59
30.01.2016 22:21
30.01.2016 19:37
30.01.2016 17:31
30.01.2016 17:16
30.01.2016 16:31
30.01.2016 15:38
30.01.2016 15:29
0
![]()
Seite: 1 |
2
|
|
|