Der Brief
11. Februar
Das ist der Brief der nicht für dich bestimmt ist und sollte er doch auf irgendeine Art und Weise bei dir eintreffen, so ist es nicht mir anzulasten, sondern den unglücklichen Verkettungen, die uns einander kennen lernen ließen.
Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig, aber gewollt. Das Drehbuch zu dieser unseligen Geschichte hat ein anderer geschrieben, und mir ist irrtümlich eine Hauptrolle zugesteckt worden, obwohl ich immer nur eine Komparsin war, die sich einbildete sie könne zum Gelingen der Geschiche beitragen. Eifrig und aufrichtig habe ich versucht zu lernen, aber meine Naivität war grenzenlos, trotzdem der Regisseur gelegentlich ein Erbarmen hat und mich hinter die Bühne blicken lässt.
Der Schlaf ist die einzige Zuflucht und selbst dort verfolgen mich die Anweisungen der Regie:
"Das darfst du nicht tun, du musst das alles akzeptieren, vergiss es doch, tu, was ich dir sage, wir können nun mal nichts daran ändern".
Und ich HASSE es mich nicht zur Wehr setzen zu können. Das verstehst du doch oder? Aber wie gesagt, es ist eine zufällige Geschichte, die niemand so geplant hat. Wenn ich wahnsinnig wäre, dann könnte ich wahrscheinlich glücklicher sein, denn dann dürfte ich Amok laufen und man könnte mich nicht einmal Verantwortlich dafür machen, was ich anrichte, aber meine Rolle schreibt mir vor, dass ich kerngesund bin, und über eine Größe verfügen muss, die kaum noch erträglich ist. Nur auf Papier kann ich Amok laufen und dabei hoffen, dass niemand mehr Schaden nimmt.
Alpträume lauern in meinem Kopfkissen und wenn sie sich sicher sind, dass ich schlafe, kriechen sie heraus und dringen in meine ungeschützte Seele ein.
Noch habe ich genug Kraft um standzuhalten, aber wenn es erst Mal wärmer wird, dann kann es sein, dass ich auf Wanderschaft gehe, dass ich meiner Sehnsucht hinterher laufe und kämpfe. Vielleicht wird es ein Kampf gegen Schatten, weil mein Gegner noch mehr Angst hat als ich und er wahrscheinlich nur in der Dunkelheit zu Vorschein kommt.
Leider, leider ist das Leben kein Schauspiel- oder vielleicht doch? Es gibt keine Zufälle sagt man, aber selbst wenn es sie gibt, sie sind heimtückisch und hinterhältig. Wenn man ihnen auf den Leim geht, nimmt das Verderben seinen Lauf.
Ich sagte dir: "Das Schöne ist des Schrecklichen Anfang". Unser Lachen war bitter. Mit Haut und Haaren haben wir einander erwischt....du vervollständigtest meinen Satz, dass man im Leben nichts erwarten soll, dann bliebe einem die Enttäuschung erspart. Und wieder waren wir bitter wie eine Grapefruit. Wir sind zwei lächerliche Figuren, du genauso wie ich. Wir haben unsere Neurosen kultiviert wie zwei Besessene und keine wollte den ersten Schritt tun, denn die Verantwortung zu tragen, dazu war keine mutig genug. Wir erschufen unser labiles Hologramm, um dort unter paradiesischen Bedingungen unseren geheimen Garten Eden zu finden. Diese Insel im Meer, die real existiert und auf die du mich gelockt hast, wovon nichts und niemand mich hätte abbringen können. Ich hätte wahrhaftig gemordet um dorthin zu gelangen, wenn man versuchte sich uns in den Weg zu stellen, und das Dumme ist , dass ich immer noch lüstern bin, mich diesen Qualen auszuliefern.
Es ist der Schmerz der uns treibt und von dem wir glauben er könnte unser Herz vor dem Verfaulen bewahren, aber einmal infiziert frisst er immer weiter, bis wir daran sterben.
Nein, ich weiß, wir glaubten fest daran, dass Teile von uns zusammengehören, auf Gedeih und Verderb. Teile die kein Dritter je zu sehen bekommen wird, weil niemand sonst in der Lage ist, sie zu würdigen. Niemand sonst außer uns beiden hat das Recht dazu, sich in die empfindsamen Teile unserer Herzen einzuladen und wehe dem der es wagt uns gute Ratschläge zu geben.
Die Regie hat ausgedient. Wir spielen ab sofort aus dem Stegreif und das Publikum hat nichts mehr im Zuschauerraum verloren, denn sie lenken ab von unserem Mensch Sein. Denn wir sind Menschen und keine Schauspieler mehr, die ihren krankhaften Drang ihre eigenen Gefühle zu verdrängen nachgeben und dadurch immer ferner von sich selbst leben.
Diese Ferne erzeugt ein schales Lebensgefühl, das immer höher getrieben werden muss um an unsere Nerven zu rühren.Die letzte Kraft versiegt, und übrig bleibt nicht einmal eine Marionette, nein, der klägliche Rest gleicht einem Untoten, der blutleer umherzieht und sein Grab nicht finden kann.
Diesen Teil habe ich noch nie zuvor an mir gesehen, aber die Dinge haben sich jezt geändert denn bisher war ich zu unversehrt um es zu sehen. Jetzt bin ich es nicht mehr.
Es waren keine schönen Scherze die getrieben wurden, und die beinahe auch noch tödlich hätten enden können, was leider nicht mehr zum Schauspiel gehörte.
Aus Liebe und Angst zu Handeln, brachte mir und den Anderen kein Glück, unsere Insel wurde versenkt und wer weiß, ob sie jemals wieder auftaucht. Besser wäre die ewige Versenkung um nicht wieder in Versuchung zu geraten.
Die Obsessionen haben bereits angefangen zu wuchern...
Lass uns doch die übriggebliebenen Knospen hegen, ein intakter Wurzelstrang genügt, um neues unversehrtes Leben hervorzulocken. Seien wir doch achtsam mit dem Rest, er ist alles was wir noch haben. Je geringer unsere Aussichten, desto wertvoller sollten uns die Erfolge sein.
Ich schaue in den Spiegel und kann nur mich selbst sehen, das Echo meiner eigenen Worte verfolgt mich. Es gibt keine Gegenüber, das spontan auf mich reagiert. Nein, es wird mir durch Dritte übermittelt, dass du mich unendlich liebst. Hältst mich gefangen und schnürst mir die Luft ab. Ich kann nichts darauf erwidern, und wenn ich es tu, dann ist das Einzige was ich vernehme mein eigenes Rufen dessen Widerhall mich langsam taub werden lässt.
Du musstest von mir gefunden werden, egal in welche Richtung man mich auch geschickt hätte, mein Gefühl gab mir die Richtung vor, machtlos dem Zufall ausgeliefert. Vergiß es , vergiß es wirklich, du kannst nichts kontrollieren. Nichts.Gib auf. Je bewußter du versuchst,desto weniger Kraft wird in dir verbleiben um mit den Folgen deines Kontrollzwanges umzugehen. Du hast gesagt:
"Wenn du läufst dann läufst du!"
Ja, ich laufe und kontrollierte nichts, denn es interessiert mich nicht mehr wann die nächste Welle sich bricht. Wenn ich beginne zu kontrollieren, dann gerät der Fluss ins Stocken. Wir haben keine Macht. Du hast es doch gelernt, auf der Bühne die dein Zuhause war und immer noch ist. Kannst du es nur dort zulassen, in dem sicheren Wissen, dass irgendwann der letzte Vorhang fällt? Es geht auf Kosten deiner Essenz. Und unsere Essenz ist es, die wir am anderen lieben. Es wird keinen Wachstum mehr geben, wenn wir uns vor der Sonne verstecken, und die wir brauchen um zu gedeihen. Warte nicht bis der Vorrat aufgebraucht ist und du zu schwach bist um in die Helligkeit zu kriechen.
War unsere Freude aneinander so wenig wert, als dass sie uns jetzt die Herzen zerschneidet? War der Boden des Vertrauens so verfault und unbrauchbar, dass der Gestank uns vergiftet?
Es war das Geringste des Geringen, was wir einander gegeben haben, aber die Essenz ist die reinste, die ein Mensch einem anderen geben kann.
"....als ich fortging war die Straße steil, kehr wieder um..."
Das ist der Brief der nicht für dich bestimmt ist und sollte er doch auf irgendeine Art und Weise bei dir eintreffen, so ist es nicht mir anzulasten, sondern den unglücklichen Verkettungen, die uns einander kennen lernen ließen.
Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig, aber gewollt. Das Drehbuch zu dieser unseligen Geschichte hat ein anderer geschrieben, und mir ist irrtümlich eine Hauptrolle zugesteckt worden, obwohl ich immer nur eine Komparsin war, die sich einbildete sie könne zum Gelingen der Geschiche beitragen. Eifrig und aufrichtig habe ich versucht zu lernen, aber meine Naivität war grenzenlos, trotzdem der Regisseur gelegentlich ein Erbarmen hat und mich hinter die Bühne blicken lässt.
Der Schlaf ist die einzige Zuflucht und selbst dort verfolgen mich die Anweisungen der Regie:
"Das darfst du nicht tun, du musst das alles akzeptieren, vergiss es doch, tu, was ich dir sage, wir können nun mal nichts daran ändern".
Und ich HASSE es mich nicht zur Wehr setzen zu können. Das verstehst du doch oder? Aber wie gesagt, es ist eine zufällige Geschichte, die niemand so geplant hat. Wenn ich wahnsinnig wäre, dann könnte ich wahrscheinlich glücklicher sein, denn dann dürfte ich Amok laufen und man könnte mich nicht einmal Verantwortlich dafür machen, was ich anrichte, aber meine Rolle schreibt mir vor, dass ich kerngesund bin, und über eine Größe verfügen muss, die kaum noch erträglich ist. Nur auf Papier kann ich Amok laufen und dabei hoffen, dass niemand mehr Schaden nimmt.
Alpträume lauern in meinem Kopfkissen und wenn sie sich sicher sind, dass ich schlafe, kriechen sie heraus und dringen in meine ungeschützte Seele ein.
Noch habe ich genug Kraft um standzuhalten, aber wenn es erst Mal wärmer wird, dann kann es sein, dass ich auf Wanderschaft gehe, dass ich meiner Sehnsucht hinterher laufe und kämpfe. Vielleicht wird es ein Kampf gegen Schatten, weil mein Gegner noch mehr Angst hat als ich und er wahrscheinlich nur in der Dunkelheit zu Vorschein kommt.
Leider, leider ist das Leben kein Schauspiel- oder vielleicht doch? Es gibt keine Zufälle sagt man, aber selbst wenn es sie gibt, sie sind heimtückisch und hinterhältig. Wenn man ihnen auf den Leim geht, nimmt das Verderben seinen Lauf.
Ich sagte dir: "Das Schöne ist des Schrecklichen Anfang". Unser Lachen war bitter. Mit Haut und Haaren haben wir einander erwischt....du vervollständigtest meinen Satz, dass man im Leben nichts erwarten soll, dann bliebe einem die Enttäuschung erspart. Und wieder waren wir bitter wie eine Grapefruit. Wir sind zwei lächerliche Figuren, du genauso wie ich. Wir haben unsere Neurosen kultiviert wie zwei Besessene und keine wollte den ersten Schritt tun, denn die Verantwortung zu tragen, dazu war keine mutig genug. Wir erschufen unser labiles Hologramm, um dort unter paradiesischen Bedingungen unseren geheimen Garten Eden zu finden. Diese Insel im Meer, die real existiert und auf die du mich gelockt hast, wovon nichts und niemand mich hätte abbringen können. Ich hätte wahrhaftig gemordet um dorthin zu gelangen, wenn man versuchte sich uns in den Weg zu stellen, und das Dumme ist , dass ich immer noch lüstern bin, mich diesen Qualen auszuliefern.
Es ist der Schmerz der uns treibt und von dem wir glauben er könnte unser Herz vor dem Verfaulen bewahren, aber einmal infiziert frisst er immer weiter, bis wir daran sterben.
Nein, ich weiß, wir glaubten fest daran, dass Teile von uns zusammengehören, auf Gedeih und Verderb. Teile die kein Dritter je zu sehen bekommen wird, weil niemand sonst in der Lage ist, sie zu würdigen. Niemand sonst außer uns beiden hat das Recht dazu, sich in die empfindsamen Teile unserer Herzen einzuladen und wehe dem der es wagt uns gute Ratschläge zu geben.
Die Regie hat ausgedient. Wir spielen ab sofort aus dem Stegreif und das Publikum hat nichts mehr im Zuschauerraum verloren, denn sie lenken ab von unserem Mensch Sein. Denn wir sind Menschen und keine Schauspieler mehr, die ihren krankhaften Drang ihre eigenen Gefühle zu verdrängen nachgeben und dadurch immer ferner von sich selbst leben.
Diese Ferne erzeugt ein schales Lebensgefühl, das immer höher getrieben werden muss um an unsere Nerven zu rühren.Die letzte Kraft versiegt, und übrig bleibt nicht einmal eine Marionette, nein, der klägliche Rest gleicht einem Untoten, der blutleer umherzieht und sein Grab nicht finden kann.
Diesen Teil habe ich noch nie zuvor an mir gesehen, aber die Dinge haben sich jezt geändert denn bisher war ich zu unversehrt um es zu sehen. Jetzt bin ich es nicht mehr.
Es waren keine schönen Scherze die getrieben wurden, und die beinahe auch noch tödlich hätten enden können, was leider nicht mehr zum Schauspiel gehörte.
Aus Liebe und Angst zu Handeln, brachte mir und den Anderen kein Glück, unsere Insel wurde versenkt und wer weiß, ob sie jemals wieder auftaucht. Besser wäre die ewige Versenkung um nicht wieder in Versuchung zu geraten.
Die Obsessionen haben bereits angefangen zu wuchern...
Lass uns doch die übriggebliebenen Knospen hegen, ein intakter Wurzelstrang genügt, um neues unversehrtes Leben hervorzulocken. Seien wir doch achtsam mit dem Rest, er ist alles was wir noch haben. Je geringer unsere Aussichten, desto wertvoller sollten uns die Erfolge sein.
Ich schaue in den Spiegel und kann nur mich selbst sehen, das Echo meiner eigenen Worte verfolgt mich. Es gibt keine Gegenüber, das spontan auf mich reagiert. Nein, es wird mir durch Dritte übermittelt, dass du mich unendlich liebst. Hältst mich gefangen und schnürst mir die Luft ab. Ich kann nichts darauf erwidern, und wenn ich es tu, dann ist das Einzige was ich vernehme mein eigenes Rufen dessen Widerhall mich langsam taub werden lässt.
Du musstest von mir gefunden werden, egal in welche Richtung man mich auch geschickt hätte, mein Gefühl gab mir die Richtung vor, machtlos dem Zufall ausgeliefert. Vergiß es , vergiß es wirklich, du kannst nichts kontrollieren. Nichts.Gib auf. Je bewußter du versuchst,desto weniger Kraft wird in dir verbleiben um mit den Folgen deines Kontrollzwanges umzugehen. Du hast gesagt:
"Wenn du läufst dann läufst du!"
Ja, ich laufe und kontrollierte nichts, denn es interessiert mich nicht mehr wann die nächste Welle sich bricht. Wenn ich beginne zu kontrollieren, dann gerät der Fluss ins Stocken. Wir haben keine Macht. Du hast es doch gelernt, auf der Bühne die dein Zuhause war und immer noch ist. Kannst du es nur dort zulassen, in dem sicheren Wissen, dass irgendwann der letzte Vorhang fällt? Es geht auf Kosten deiner Essenz. Und unsere Essenz ist es, die wir am anderen lieben. Es wird keinen Wachstum mehr geben, wenn wir uns vor der Sonne verstecken, und die wir brauchen um zu gedeihen. Warte nicht bis der Vorrat aufgebraucht ist und du zu schwach bist um in die Helligkeit zu kriechen.
War unsere Freude aneinander so wenig wert, als dass sie uns jetzt die Herzen zerschneidet? War der Boden des Vertrauens so verfault und unbrauchbar, dass der Gestank uns vergiftet?
Es war das Geringste des Geringen, was wir einander gegeben haben, aber die Essenz ist die reinste, die ein Mensch einem anderen geben kann.
"....als ich fortging war die Straße steil, kehr wieder um..."