Der Kuß
Wir standen vor diesem Laden in der Schlange, ein Abend im Herbst. Es war ein schöner sonniger Tag gewesen, die ganze Zeit hatte ich mich darauf gefreut, dich wiederzusehen. Ich wußte noch nicht, ob ich mir etwas davon versprechen durfte. Du hast gesagt: Eigentlich wäre ich jetzt lieber am Meer. Und ich habe entgegnet: Du hast doch ein Auto. Laß uns fahren.
Nun sitzen wir nebeneinander im Auto, die Straßen sind leer, wir rauschen dahin, vorbei an Städten, in denen wir nie gewesen sind. Ich wühle im Handschuhfach und drücke eine Kassette rein, Leonard Cohen, deer mit seiner warmen Stimme von Männern und von Frauen singt, von Schönheit und welchen Preis man dafür zu zahlen bereit ist. ich zünde uns Zigaretten an und reiche dir eine rüber, wobei sich unsere Hände berühren. Während du nach vorne sehen mußt, streife ich die Schuhe ab, ziehe die Füße auf den Sitz, drehe mich zu dir, um dich anzuschauen. Immer wieder wende ich den Blick ab, damit du dich nicht belästigt fühlst.
Wir reden über das Meer, es ist warm im Auto, ich möchte gar nicht ankommmen, ich möchte am liebsten endlos mit dir durch diese Nacht fahren, die Kassetten wechseln und Zigaretten anzünden. Es ist, als wären wir die einzigen Menschen auf dieser Welt.
Wir erzählen uns Geschichten von anderen Fahrten, Geschichten, in denen Abenteuer, Romantik vorkommen. Manchmal glaube ich, du willst mit deinen Worten noch etwas anderes sagen, mir mit deinen kurzen Seitenblicken Zeichen geben, aber ich weiß nicht, ob ich das richtig deute.
Ich zünde noch zwei Zigaretten an, halte eine vor deinen Mund und spüre die zarte Haut deiner Lippen an meinen Fingern. Am liebsten würde ich dich küssen, aber wie soll das gehen?
Als die Schachtel leer ist, hältst du an einem Rastplatz, es ist noch eine Stunde bis zum Meer, vielleicht zwei bis zum Sonnenaufgang, den wir zusammen erleben werden. Das Licht in der Tankstelle ist viel zu hell, wir sehen zu, daß wir schnell die Zigaretten bezahlen und uns wieder ins Dunkel retten. Wir vermeiden es, uns bei der Neonbeleuchtung in die Augen zu sehen.
Du fragst: Fährst du ein Stück? Dein Atem verwandelt sich in Dampf. Naja, vielleicht küssen wir uns am Meer. Ich setze mich ans Steuer, und wir fahren weiter.
Du reißt die Packung auf, hältst inne, ich schaue dich kurz an. Es ist zu spät, um noch zu lügen, aber zu früh, um schon die Wahrheit zu sagen.
Ich sehe wieder nach vorne, du beugst dich zu mir rüber, und noch ehe ich verstehe, warum du dich so sehr streckst, berühren deine Lippen meine. Wir küssen uns, meine Hände sind am Steuer, mein Blick auf der Straße, es war noch nie so schön, wehrlos zu sein. Ein Kuß, wie das erste Zittern des Vorhangs vor einer unbekannten Welt, die wir erobern könnten.
Nun sitzen wir nebeneinander im Auto, die Straßen sind leer, wir rauschen dahin, vorbei an Städten, in denen wir nie gewesen sind. Ich wühle im Handschuhfach und drücke eine Kassette rein, Leonard Cohen, deer mit seiner warmen Stimme von Männern und von Frauen singt, von Schönheit und welchen Preis man dafür zu zahlen bereit ist. ich zünde uns Zigaretten an und reiche dir eine rüber, wobei sich unsere Hände berühren. Während du nach vorne sehen mußt, streife ich die Schuhe ab, ziehe die Füße auf den Sitz, drehe mich zu dir, um dich anzuschauen. Immer wieder wende ich den Blick ab, damit du dich nicht belästigt fühlst.
Wir reden über das Meer, es ist warm im Auto, ich möchte gar nicht ankommmen, ich möchte am liebsten endlos mit dir durch diese Nacht fahren, die Kassetten wechseln und Zigaretten anzünden. Es ist, als wären wir die einzigen Menschen auf dieser Welt.
Wir erzählen uns Geschichten von anderen Fahrten, Geschichten, in denen Abenteuer, Romantik vorkommen. Manchmal glaube ich, du willst mit deinen Worten noch etwas anderes sagen, mir mit deinen kurzen Seitenblicken Zeichen geben, aber ich weiß nicht, ob ich das richtig deute.
Ich zünde noch zwei Zigaretten an, halte eine vor deinen Mund und spüre die zarte Haut deiner Lippen an meinen Fingern. Am liebsten würde ich dich küssen, aber wie soll das gehen?
Als die Schachtel leer ist, hältst du an einem Rastplatz, es ist noch eine Stunde bis zum Meer, vielleicht zwei bis zum Sonnenaufgang, den wir zusammen erleben werden. Das Licht in der Tankstelle ist viel zu hell, wir sehen zu, daß wir schnell die Zigaretten bezahlen und uns wieder ins Dunkel retten. Wir vermeiden es, uns bei der Neonbeleuchtung in die Augen zu sehen.
Du fragst: Fährst du ein Stück? Dein Atem verwandelt sich in Dampf. Naja, vielleicht küssen wir uns am Meer. Ich setze mich ans Steuer, und wir fahren weiter.
Du reißt die Packung auf, hältst inne, ich schaue dich kurz an. Es ist zu spät, um noch zu lügen, aber zu früh, um schon die Wahrheit zu sagen.
Ich sehe wieder nach vorne, du beugst dich zu mir rüber, und noch ehe ich verstehe, warum du dich so sehr streckst, berühren deine Lippen meine. Wir küssen uns, meine Hände sind am Steuer, mein Blick auf der Straße, es war noch nie so schön, wehrlos zu sein. Ein Kuß, wie das erste Zittern des Vorhangs vor einer unbekannten Welt, die wir erobern könnten.