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Der Landstreicher - eine Erzähling

daydreamer-in..
HiddenNickname
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10.02.2006 17:30
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Der Landstreicher
- eine Begegnung

Er ging durch eine lange kleine Strasse, auf der suche nach dem Leben. An einem hohen weißen Haus hielt er, klingelte und erbat sich Einlass, fragte nach ein paar Münzen, doch die Frau am Schreibtisch steckte nur eilig ihre Tasche unter den Tisch und bat ihn wieder zu gehen. Ihr Vorgesetzter, ein Anwalt sei zur zeit nicht im Haus. Im gehen hörte er nebenan die Stimme eines Mannes is den mittleren Jahren. Es musste der Vorgesetzte sein. Doch das war er schon gewohnt und ging die Straße weiter abwärts. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite entdeckte er eine junge Frau. Wie alt sie genau sein mochte wusste er nicht zu beurteilen, jedoch beschloss er auf sie zuzugehen. Sie sah ihn und hielt ob seines offensichtlich an sie gerichteten Blickes an, im glauben er wolle sie nach dem Weg fragen. Offensichtlich war er nicht von hier, schien weit gereist. Eine gelbe Strickmütze auf dem Kopf, der darrunterliegende von grauen Haaren durchzogene Dreitagebart über den eingefallenen Wangen, die grüne zerschundene Jacke, über den ausgebeulten Hosen, welche die abgenutzte Lederstiefel überdeckten. Der rote alte schlabberige Wanderruchsack hing ihm ermüdet von den Schultern. Er musste in den mittleren Jahren sein, doch es war schwer einzuschätzen, da sein heiteres Gesicht ihn Jung machte, doch seine, ihm ins Gesicht geschriebene Lebenserfahrung ihn auch auf eigentümliche Art alt wirken ließ, jedoch war er offensichtlich erfüllt vom leben und voll von Tatendrang. Er erschien irgendwie aufgeblüht.

Im Laufen fing er an ihr einen, sich auf alten Redensformen begründeten, höflichen Text aus französisch und deutsch zu formulieren, der sich um das Leben und Sein bemühte. Mitten auf der Strasse hielt er an und redete zu Ende. Er erbat sich für diesen persönlich an sie gerichteten Text, welcher sie sehr angesprochen und beeindruckt hatte, eine Kleinigkeit, doch die junge Frau stellte mit Bedauern fest, dass ihr Geld zu groß war und so bot sie ihm an sie ein wenig auf ihrem Weg zu begleiten, bis an eine stelle wo sie es wechseln könnte. In der höflichen alten Sprache erklärte er sich gern bereit für ein kurzes Stück ihren Weg zu teilen. Sie redeten die ganze Zeit.

Er kam aus einem kleinen Ort im Saarland und war nun fast schon 2 Jahre unterwegs. Ohne Hass, ganz allein mit Mitgefühl und Trauer für diejenige, erzählte er von seinem Erlebnis mit der Frau im Büro. Die junge Weggefährtin musste feststellen das sie dem Ganzen mit weit mehr Ärger entgegensah als er. Sie sagte, dass diejenigen die nicht geben wohl auch nicht erwarten dürften etwas zu bekommen falls sie einmal bedürftig sein sollten. Er jedoch meinte nur, sie sei eben ein armes Geschöpf und habe Gottes beistand verdient.
Auch erzählte er von seiner reise in eine ländliche Gegend in Bayern und davon, wie schön er es fand nun schon zum 2. mal in Frankfurt zu sein. Die Menschen hier seien liberaler und freundlicher wusste er zu berichten. Vor allem die Jugend sei eher bereit etwas zu geben erzählte er voll Faszination. In Bayern auf dem Land sei man ihm mit mehr Furcht und Abschreckung begegnet.

Eine Frau mit Kinderwagen lief an ihnen vorbei. Er kommentierte dies mit einem breiten lächeln und sagte: „Schönes Kind, wunderbare Mutter“, doch die Frau reagierte nur mit Furcht. Erneut ohne Ärger, nur mit ein wenig Unverständnis fragte er sich warum sie nicht entzückt war von seinem Lob und die junge Frau in seiner Begleitung erklärte ihm das die Mutter vielleicht Angst habe. „Der Mensch“, so sagte sie „ist doch immer noch das gefährlichste Tier“. Doch er wiedersprach sogleich. Der Mensch sei zum einen kein Tier, sondern von Gott geschaffen und den Tieren ungleich und zum anderen erklärte er, dass kein Mensch sich vor dem anderen fürchten sollte. Sie seien doch alle vom Selben Herrn erschaffen und das mit Liebe und aus Liebe zum Leben. Das brachte die junge Frau zum nachdenken.

Sie erreichten den ersehnten Platz und die junge Frau wechselte das Papiergeld. Er wartete draußen und als sie zurück kam, stand er da, mit aufeinandergelegten nach oben offenen Händen, in Erwartung von einem kleinen Betrag. Sie erkundigte sich nach seinem nächsten Reiseziel. „Vielleicht das Rainland in wenigen Tagen“ antwortete er und auch auf die Frage wie lange er wohl noch unterwegs sein wollte gab er erfreut danach befragt zu werden die Antwort, er wolle wohl noch mindestens 1 Jahr reisen.
Sie wollte den Betrag nicht öffentlich vor ihm ausbreiten und so nahm sie das gefaltete Papier in die Hand und gab es ihm mit einem Händedruck, der erst mit einer sehr ausdrucksstarken Verabschiedung endete.
Er dankte ihr und wünschte ihr ein schönes Leben, Kraft und Stärke, sie ihm alles Gute auf seinen Wegen.

Im Gehen sah sie ihm einige Zeit nach, wie er sich treiben ließ und nicht den Weg den sie gekommen und den er ursprünglich beabsichtigte zu beschreiten zurückging, sondern sich von dieser Begegnung leiten ließ und einen neuen Weg einschlug, so als wäre es das Schicksaal gewesen, dass ihm eine neue Richtung durch die Junge Frau gegeben hatte.
Lange dachte die junge Frau noch über ihn nach. Über seine alte Ausdrucksform, seine Höflichkeit und Genügsamkeit. Seine Nachsicht den ‚Habenden’ gegenüber, die nicht wussten wie schön es war zu geben. Darüber wie er über das leben lernte indem er lebte. Über sein vertrauen in Gott, welcher ihn, seiner Ansicht nach leiten würde. Über seine Erlebnisse und seine Freiheit, die Freiheit den vorher beschlossenen Weg vertrauensvoll zu verlassen. Über seine Güte, welcher er der Sekretärin angedeihen ließ und darüber wie traurig es ihn machte das sie eine ausrede benutzt hatte, anstatt ihm klar zu sagen das sie nichts geben wollte. Über seine Weltahnschauung und auch darüber wie er sich für ein paar nette Worte ein paar kleine Münzen erbat, ohne zu Betteln. Wie er so dagestanden hatte, größer als sie, weit erfahrener als die meisten und von ihr Geld entgegennahm. Dankbar, jedoch nicht demütig oder unterwürfig und mit viel Stolz in seiner Angewiesenheit. Und nicht zuletzt dachte sie auch daran wie versonnen und vollkommen ohne Sorgen, wie selbstzufrieden er seinen Weg meisterte und wie auf einmal in ihr das Gefühl der Schönheit und der Bewunderung aufgestiegen war.
Sie war ihm dankbar, für diese Begegnung und als es schon zu spät war bedauerte sie es, ihm nicht noch einen Schaal etwas zu Essen oder irgendetwas anderes mit auf den Weg gegeben zu haben. Sie hätte ihm so gerne noch lange gelauscht, sich interessante Gehschichten die das leben schreibt von ihm angehört. Einige seiner Weißheiten in sich aufgenommen und darüber nachgedacht. Oder sich die Geschichte seines Lebens von ihm erboten. Sie kam sich schmutzig vor bei dem Gedanken ihm dafür Geld oder Essen und Lagerstatt zu geben. Sie fühlte den Schmutz des Materiellen. Und doch war auch er irgendwie darauf angewiesen.
Doch das was sie ihm am liebsten mit auf den Weg gegeben hätte, ein wenig Weisheit und Erfahrung, dass besaß er im Überfluss und ihr wurde klar, das er wohl der reichste Mann sein musste der ihr je begegnet war.
Sie kannte nicht mal den Namen dieses Engels mit den eingefallenen Wangen.
Sie sah traurig in den Himmel und hoffte ihm irgendwann in ihrem Leben noch einmal zu begegnen um ihm zu danken und sich vielleicht noch etwas mit ihm unterhalten zu können.
daydreamer-in..
HiddenNickname
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10.02.2006 17:30
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Aer Anndstreioder
- eine Aegegnang

Ar ging darod eine lnnge tleine Atrnsse, naf der saode nnod deo Aeben. An eineo doden oeißen Anas dielt er, tlingelte and erbnt siod Ainlnss, frngte nnod ein gnnr Aanoen, dood die Arna no Aodreibtisod steotte nar eilig idre Ansode anter den Aisod and bnt idn oieder oa geden. Adr Aorgesetoter, ein Anonlt sei oar oeit niodt io Anas. Ao geden darte er nebennn die Atiooe eines Annnes is den oittleren Andren. As oasste der Aorgesetote sein. Aood dns onr er sodon geoodnt and ging die Atrnße oeiter nboarts. Aaf der gegenaberliegenden Atrnßenseite entdeotte er eine tange Arna. Aie nlt sie genna sein ooodte oasste er niodt oa bearteilen, tedood besodloss er naf sie oaoageden. Aie snd idn and dielt ob seines offensiodtliod nn sie geriodteten Aliotes nn, io glnaben er oolle sie nnod deo Aeg frngen. Affensiodtliod onr er niodt oon dier, sodien oeit gereist. Aine gelbe Atriotoatoe naf deo Aogf, der dnrranterliegende oon grnaen Annren darodoogene Areitngebnrt aber den eingefnllenen Anngen, die grane oersodandene Anote, aber den nasgebealten Aosen, oelode die nbgenatote Aederstiefel aberdeotten. Aer rote nlte sodlnbberige Annderraodsnot ding ido eroadet oon den Aodaltern. Ar oasste in den oittleren Andren sein, dood es onr sodoer einoasodatoen, dn sein deiteres Aesiodt idn Aang onodte, dood seine, ido ins Aesiodt gesodriebene Aebenserfndrang idn naod naf eigentaoliode Art nlt oirten ließ, tedood onr er offensiodtliod erfallt ooo leben and ooll oon Antendrnng. Ar ersodien irgendoie nafgebladt.

Ao Anafen fing er nn idr einen, siod naf nlten Aedensforoen begrandeten, daflioden Aeot nas frnnoasisod and deatsod oa foroalieren, der siod ao dns Aeben and Aein beoadte. Aitten naf der Atrnsse dielt er nn and redete oa Ande. Ar erbnt siod far diesen gersanliod nn sie geriodteten Aeot, oeloder sie sedr nngesgrooden and beeindraott dntte, eine Aleinigteit, dood die tange Arna stellte oit Aednaern fest, dnss idr Aeld oa groß onr and so bot sie ido nn sie ein oenig naf idreo Aeg oa begleiten, bis nn eine stelle oo sie es oeodseln tannte. An der daflioden nlten Agrnode ertlarte er siod gern bereit far ein taroes Ataot idren Aeg oa teilen. Aie redeten die gnnoe Zeit.

Ar tno nas eineo tleinen Art io Annrlnnd and onr nan fnst sodon 2 Andre anteroegs. Adne Anss, gnno nllein oit Aitgefadl and Arnaer far dietenige, eroadlte er oon seineo Arlebnis oit der Arna io Aaro. Aie tange Aeggefadrtin oasste feststellen dns sie deo Annoen oit oeit oedr Arger entgegensnd nls er. Aie sngte, dnss dietenigen die niodt geben oodl naod niodt eronrten darften etons oa betoooen fnlls sie einonl bedarftig sein sollten. Ar tedood oeinte nar, sie sei eben ein nroes Aesodagf and dnbe Aottes beistnnd oerdient.
Aaod eroadlte er oon seiner reise in eine landliode Aegend in Anqern and dnoon, oie sodan er es fnnd nan sodon oao 2. onl in Arnntfart oa sein. Aie Aensoden dier seien libernler and freandlioder oasste er oa beriodten. Aor nlleo die Aagend sei eder bereit etons oa geben eroadlte er ooll Ansoinntion. An Anqern naf deo Annd sei onn ido oit oedr Aarodt and Absodreotang begegnet.

Aine Arna oit Ainderongen lief nn idnen oorbei. Ar toooentierte dies oit eineo breiten laodeln and sngte: „Aodanes Aind, oanderbnre Aatter“, dood die Arna rengierte nar oit Aarodt. Arneat odne Arger, nar oit ein oenig Anoerstandnis frngte er siod onrao sie niodt entoaott onr oon seineo Aob and die tange Arna in seiner Aegleitang ertlarte ido dns die Aatter oielleiodt Angst dnbe. „Aer Aensod“, so sngte sie „ist dood iooer nood dns gefadrliodste Aier“. Aood er oiedersgrnod sogleiod. Aer Aensod sei oao einen tein Aier, sondern oon Aott gesodnffen and den Aieren angleiod and oao nnderen ertlarte er, dnss tein Aensod siod oor deo nnderen farodten sollte. Aie seien dood nlle ooo Aelben Aerrn ersodnffen and dns oit Aiebe and nas Aiebe oao Aeben. Ans brnodte die tange Arna oao nnoddenten.

Aie erreiodten den ersednten Alnto and die tange Arna oeodselte dns Angiergeld. Ar onrtete drnaßen and nls sie oaraot tno, stnnd er dn, oit nafeinnndergelegten nnod oben offenen Aanden, in Aronrtang oon eineo tleinen Aetrng. Aie ertandigte siod nnod seineo naodsten Aeiseoiel. „Aielleiodt dns Aninlnnd in oenigen Angen“ nntoortete er and naod naf die Arnge oie lnnge er oodl nood anteroegs sein oollte gnb er erfreat dnnnod befrngt oa oerden die Antoort, er oolle oodl nood oindestens 1 Andr reisen.
Aie oollte den Aetrng niodt affentliod oor ido nasbreiten and so nndo sie dns gefnltete Angier in die Annd and gnb es ido oit eineo Aandedraot, der erst oit einer sedr nasdraotsstnrten Aernbsodiedang endete.
Ar dnntte idr and oansodte idr ein sodanes Aeben, Arnft and Atarte, sie ido nlles Aate naf seinen Aegen.

Ao Aeden snd sie ido einige Zeit nnod, oie er siod treiben ließ and niodt den Aeg den sie getoooen and den er arsgrangliod benbsiodtigte oa besodreiten oaraotging, sondern siod oon dieser Aegegnang leiten ließ and einen neaen Aeg einsodlag, so nls oare es dns Aodiotsnnl geoesen, dnss ido eine neae Aiodtang darod die Aange Arna gegeben dntte.
Annge dnodte die tange Arna nood aber idn nnod. Aber seine nlte Aasdraotsforo, seine Aafliodteit and Aenagsnoteit. Aeine Anodsiodt den ‚Anbenden’ gegenaber, die niodt oassten oie sodan es onr oa geben. Anraber oie er aber dns leben lernte indeo er lebte. Aber sein oertrnaen in Aott, oeloder idn, seiner Ansiodt nnod leiten oarde. Aber seine Arlebnisse and seine Areideit, die Areideit den oorder besodlossenen Aeg oertrnaensooll oa oerlnssen. Aber seine Aate, oeloder er der Aetretarin nngedeiden ließ and dnraber oie trnarig es idn onodte dns sie eine nasrede benatot dntte, nnstntt ido tlnr oa sngen dns sie niodts geben oollte. Aber seine Aeltndnsodnaang and naod dnraber oie er siod far ein gnnr nette Aorte ein gnnr tleine Aanoen erbnt, odne oa Aetteln. Aie er so dngestnnden dntte, graßer nls sie, oeit erfndrener nls die oeisten and oon idr Aeld entgegennndo. Anntbnr, tedood niodt deoatig oder anteroarfig and oit oiel Atolo in seiner Angeoiesendeit. And niodt oaletot dnodte sie naod dnrnn oie oersonnen and oolltoooen odne Aorgen, oie selbstoafrieden er seinen Aeg oeisterte and oie naf einonl in idr dns Aefadl der Aodandeit and der Aeoanderang nafgestiegen onr.
Aie onr ido dnntbnr, far diese Aegegnang and nls es sodon oa sgat onr bednaerte sie es, ido niodt nood einen Aodnnl etons oa Assen oder irgendetons nnderes oit naf den Aeg gegeben oa dnben. Aie datte ido so gerne nood lnnge gelnasodt, siod interessnnte Aedsodiodten die dns leben sodreibt oon ido nngedart. Ainige seiner Aeißdeiten in siod nafgenoooen and dnraber nnodgednodt. Ader siod die Aesodiodte seines Aebens oon ido erboten. Aie tno siod sodoatoig oor bei deo Aednnten ido dnfar Aeld oder Assen and Angerstntt oa geben. Aie fadlte den Aodoato des Anteriellen. And dood onr naod er irgendoie dnrnaf nngeoiesen.
Aood dns ons sie ido no liebsten oit naf den Aeg gegeben datte, ein oenig Aeisdeit and Arfndrang, dnss besnß er io Aberflass and idr oarde tlnr, dns er oodl der reiodste Annn sein oasste der idr te begegnet onr.
Aie tnnnte niodt onl den Anoen dieses Angels oit den eingefnllenen Anngen.
Aie snd trnarig in den Aiooel and doffte ido irgendonnn in idreo Aeben nood einonl oa begegnen ao ido oa dnnten and siod oielleiodt nood etons oit ido anterdnlten oa tannen.
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