Um LESARION optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern verwenden wir zur Auswertung Cookies. Mehr Informationen über Cookies findest du in unseren Datenschutzbestimmungen. Wenn du LESARION nutzst erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
Messages werden geladen
Postfach öffnen

Der Narr

zerzauste
HiddenNickname
offline
19.09.2005 15:28
0
Meine Mutter ist so tot wie auch mein Vater
so muss ich einsamm durch die Lande ziehn
zum geldverdienen spiele ich Theater
die Leute nennen mich den Harlekin

Ich verdiene mir an manchen Abend
ein Bier ein Brot und mal ein Stückchen Fleisch
und ofter meine kühne Worte wagend
von dicken Bauern einen Rutenstreich

Doch was ist das für eine Komödie
wenn ich so ganz alleine spiel und tanz
da werden selbst die Nächte zur Tragödie
das was hier fehlt ist eine Frau von Glanz

Ich traf in einem Dorf ein junges Waschweib
der hingen an dem Rock der Kinder vier
die fragen immer wo der Vater abbleibt
doch der sass wohl im Wirtshaus und beim Bier

Ich sah sie stand ganz fest auf ihren Beinen
die Füllung ihrer Bluse wunderbar
ich sah sie konnte lachen und auch weinen
und dass sie fürs Theater geboren war

Sie sieht mich an und spricht wie wärs mit mir
Du suchst doch eine Braut und einen Clown
und an dem rock hingen der Kinder vier
da bin ich umgedreht und abgehaun

So musst ich meine Liebe halt vergraben
und weiter gegen alle Winde ziehn
so lass ich halt mein müdes Pferdchen traben
bis hinter uns die Pflastersteine glühen

Ich kamzu einem Schloss auf einen Hügel
hat Zinnentürmchen und ein Brücklein fein
eine Prinzessin half mir aus dem Bügel
und lud mich eine Nacht zu bleiben ein

Ich setzte mich zu ihr ans weisse Tischtuch
und trank den Wein aus spanisch teurem Glas
wie ihre zarte Hand nach meiner Hand sucht
bleibt in der Kehle stecken mir der Spass

Prinzessin ach wie sollte ich euch lieben
die Landstrasse wird kein Himmelbett sein
bevor Du sagst wärst lieber hier geblieben
schliess ich Dich hier in Deinem schönen Schloss ein

So musst ich meine Liebe halt vergraben...

Ich kam zu einen guten Bauernhaus
die Scheune wohlgefüllt und auch der Stall
die Witwe die da lebte zog ich aus
und brachte sie wohl fünfzenmal zu Fall

Am Morgen brachte sie mir Butterbrot
Eier Speck und dampfenden Kaffe
und da war meine Frechheit schon halbtot
und vor dem Hause lag ein tiefer See

Und als die Witwe trug ein weisses Kleid
und als die Kutsche vor dem Hause stand
da dachte ich bei Gott nun isses Zeit
nahm meine Narrenkappe und bin fordgerannt

So musst ich meine Liebe halt vergraben..