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Forum » Transgender/Intersexuell » ThreadDiagnoseraster
16.02.2003 13:55
HiddenNickname
0 Hi zusammen, es ist ja auch schon die Frage aufgekommen, wie Transsexualität erkannt werden kann. In der Medizin gibt es sogenannte "standards of care", die als ersten Schritt ein ich nenne es mal Diagnoseraster beinhalten, also eine Art Richtschnur. Ich versuceh das hier mal so darzustellen, dass es möglichst verständlich ist, verweise aber auch auf die hier in einem anderen Thread genannten Links. "Echte" Transsexualität: 1. eine tiefgreifende und dauerhafte gegengeschlechtliche Identifikation: Es bedeutet, dass man sich mit seinem biologischen Geschlcht nicht anfreunden kann, nicht einverstanden ist und sich mit allem identifiziert, was die Gesellschaft dem anderen Geschlecht zugewiesen hat und auch versucht, wie das andere Geschlecht sich zu verhalten und zu handeln. 2. ein anhaltendes Unbehagen hinsichtlich der biologischen Geschlechtszugehörigkeit bzw. ein Gefühl der Inadäquatheit in der entsprechenden Geschlechtsrolle: Jemand fühlt sich in seinem biologischen Geschlecht nicht wohl und vetritt auch nach außen die Meinung, dass sie nicht passend für ihn ist und dafür sorgt, dass er sich in seiner Haut nicht wohlfühlt. 3. ein klinisch relevanter Leidensdruck und/oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionen: Dadurch, dass jemand mit seinem bioologischen Geschlecht nicht leben kann oder will ergeben sich Probleme im Familienleben/Alltagsleben und dem Berufsleben. Transsexualität im eigentlichen Sinne liegt nicht vor bei: 1. Unbehagen, Schwierigkeiten oder Nicht-Konformität mit den gängigen Geschlechtsrollenerwartungen, ohne dass es dabei zu einer überdauernden und profunden Störung der geschlechtlichen Identität gekommen ist: Jemand möchte nicht so Frau sein, wie es die Gesellschaft wünscht. Um dies der Umwelt deutlich zu machen, nimmt jemand das Verhalten, Kleidung etc. des anderen Geschlechts an. Biologisch gesehen eine Frau zu sein, wird aber nicht abgelehnt. 2. partielle oder passagere Störungen der Geschlechtsidentität, etwa bei Adoleszenzkrisen: Transsexualität sozusagen als Phase, hauptsächlich passiert das in der Pubertät und kann sich fortsetzen, bis jemand Anfang 20 ist (verspätete Adoleszenz). Es ist also daran gebunden, wie lange bei einem der Prozess des Erwachsenwerdens geht. Es tritt oft bei Lesben auf, die sich früh geoutet haben und auf die Butch-Schiene geraten sind, weil sie sich von der Szene haben vereinnahmen lassen. Es passiert aber auch bei Leuten, die ab der Pubertät immer wieder Kritik von Eltern aushalten mussten usw. Der Wunsch, wer anders zu werden quasi als Flucht 3. Transvestitismus und fetischistischer Transvestitismus, bei denen es in krisenhaften Verfassungen oder zur Erlangung sexueller Befriedigung zu einem Geschlechtsumwandlungswunsch oder der Übernahme der anderen Geschlechtsrolle beim Sex kommen kann: Frauen werden nur gelegentlich zu Männern, genauer gesagt immer dann, wenn sie sich in oder in der Nähe einer Krisensituiation sehen. Oder die Gedanken an das nicht so schöne Alltagsleben als Frau, werden dadurch im Kopf beseitigt, dass man beim Sex/in der Beziehung zum Mann wird und als Mann wahrgenommen wird. Gleichzeitig entsteht dabei aber ein Lustgewinn, so wie eben auch bei SM- Anhängern. 4. Schwierigkeiten mit der geschlechtlichen Identität, die aus der Ablehnung einer homosexuellen Orientierung resultieren: Jemand will nicht akzeptieren, dass er/sie homosexuell ist, entweder von sich aus oder, weil es von der Umgebung nicht so akzeptiert wird, wie es von toleranten Leuten getan wird. Der Geschlechtswechsel und damit die Wiederherstellung einer Hetero-Beziehung wird als Wunschlösung gesehen. 5. eine psychotische Verkennung der geschlechtlichen Identität: jemand ist psychisch kran, bildet sich ein, das Geschlecht wechseln zu müssen. 6. schwere Persönlichkeitsstörungen mit Auswirkung auf die Geschlechtsidentität: jemand ist sozusagen chizo und die Folge ist, dass er sich als jemand vom anderen Geschlecht sieht. Ciao Leslie
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21.02.2003 18:57
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