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Dörthe im Bann ihres Dämons

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31.03.2004 10:47
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6.18 Uhr
Schon Halb wach, noch halb träumend zogen sich Dörthes Augenlider langsam auf. Nicht das es ihre Zeit gewesen wäre mit dem Tag zu gehen. Nein, es war ihr vielmehr ein großes Übel, dass ein überflüssiges Bedürfnis sie aus ihren Träumen rief. Durst, dieses stetig wiederkehrende Verlangen. Nun gut, durchaus gibt es solche, denen der Durst nichts anhaben konnte, aber Dörthe gehörte nicht zu Jenen. Ihre Enthaltsamkeit wurde mit Konzentrations-, Seh-, oder gar Schlafstörungen, aber nie durch dauerhafte Trinksätte belohnt. Ihr Durst schien ihr unersättlicher Natur zu sein. Sehr hätte sie sich gewünscht, dass dieses dämonische Bedürfnis sie morgens um 6.18 nicht aufsuchte, aber dafür war es nun bereits zu spät. Sie entschloss sich also dazu die Lage zu begutachten, mal genau darauf zu horchen was ihr das Teufelchen zu flüstern hatte. Diese Weisheiten konnten natürlich nicht ihre sein. Nein, so schwach und unersättlich wie sie war, stünde sie bereits neben dem Bett, um torkelnd den Weg in die Küche zu suchen. So war sie froh darüber, dass die Psychotherapie ihrer Freundin Eva es ihr indirekt ermöglichte, trotz der Besessenheit in sich horchen zu können. „Ohne Evas Beratschlagungen wäre vieles anders.“ dachte Dörthe dankbar. Doch was nun überlegte sie angestrengt. Wie den Dämon besiegen? Wie Herr der Lage werden? Unruhe kroch ihren Nacken hoch. Vielleicht sollte ich einfach die Augen feste zudrücken und abwarten. Wenn ihr doch nur ihre Freundin zur Stelle gewesen wäre um mit ihr diesen vermaledeiten Teufel auszutreiben. Das konnte sie wie keine Andere, ihre beste, liebste Freundin. Das dämonische auftun und mit unerschrockenem Gleichklang in der Stimme in den Höllenschlund zurück sprechen, aus dem es wohl gekommen war. Vielleicht hätte sie ihr „Aushalten“ geraten, erinnerte Dörthe sich der letzten Treffen. „Halten bis es aus ist. Feste in die Decke kneifen, die Augen schließen und die Zeit vergehen lassen.“ hätte Evalein ihr geraten. Das wird es wohl sein, was die Gute meinte, wenn sie davon erzählte was sie derzeit so alles aushielt. Immerhin steckte dies ja bereits in dem Zauberwort, welches es zweifellos war. Denn wie sonst hätte Evalein ihrer Dämonen bisher Herr werden können. „Dieses arme Hascherle, so eine missliche Lage, in der sie sich befand. Und ich?“ schoss es Dörthe in den Kopf. „Ich liege hier, wimmernd vor Durst. Nein. Ich werde nicht nachgeben. Ich werde es Eva gleich tun. Schon im Gedenken an sie, werde ich das.“

6.59 Uhr
Heulen, heulen hätte sie können, die Dörthe. Hielt sie doch über eine halbe Stunde schon einen Dämon unter ihrer Decke aus. Und das ganz allein. Zu schwach um den Schlaf zu finden, zu wissend um den Durst zu löschen. Eben auch eine missliche Lage in der sie sich da jetzt befand. “Keinesfalls so misslich wie die ihrer lieben Freundin, aber dennoch ein wenig verzwickt.“ Wie Dörthe die Situation bewertete, als sie sich unruhig im Bett drehte. „Immerhin, über eine halbe Stunde schon. Nicht schlecht für den Anfang. Und überhaupt, ein einziges Wort der Beschwörung wird kaum reichen um den ganzen Teufel aus mir zu treiben. Für den Anfang aber darf ich durchaus stolz auf mich sein.“ Erneut drehte sie sich. Ihr Blick fiel auf die Tür, kreiste um den Griff, kroch durch das Schlüsselloch und huschte in der Küche an das Spülbecken. Aufgeregt pulte Dörthe sich an den Fingern und presste die Beine aufeinander. Sie erahnte was gleich geschehen würde, als es auch schon passierte. Da stand sie, gleich neben dem Spülbecken, eine Flasche Brause aus dem Tante Emma Laden an der Ecke. Süß, braun, frisch und spritzig, freilich eine leichte Version, wie sich von selbst versteht. Sie hatte sie gestern Abend noch kurz vor Ladenschluss gekauft. Um wach zu bleiben, wenn Evalein sie besuchen und ihr von den Berg- und Talfahrten der letzten Therapiestunden berichten würde, wozu Dörthes Freundin sich gestern kurzfristig eingeladen hatte. Ebenso kurzfristig lud sie sich auch wieder aus, zwar ohne Absage, aber wenn man in so einer misslichen Lage wie sie ist, dann kann das schon mal passieren. „Nicht weiter schlimm.“ dachte Dörthe. Schlimm war im Augenblick nur die Brauseflasche in der Küche. Wenn sie sich gestern hätte wach halten können, dann würde sie heute sicher noch schlafen, aber so? „Nein, das würde Eva nicht von mir erwarten. Erst vergebens warten, und dann noch wach bleiben. Das würde sie einfach nicht. Dafür bin ich noch zu schwach, zu müde, und das weiß sie auch. Mit fest verschränkten Beinen und geschlossenen Lidern drehte Dörthe den Deckel der Flasche fix nach links, zog ihn hastig hoch und hob gierig die süße Brause an. Es zischte und spritzte rings um sie herum, Schaum schoss ihr ins Gesicht, klatschte auf den Boden und besudelte sie von oben bis unten mit dem nassen, kalten Zeugs.

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31.03.2004 10:47
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6.18 Adr
Aodon Anlb onod, nood dnlb traaoend oogen siod Aartdes Aagenlider lnngsno naf. Aiodt dns es idre Zeit geoesen oare oit deo Ang oa geden. Aein, es onr idr oieloedr ein großes Abel, dnss ein aberflassiges Aedarfnis sie nas idren Araaoen rief. Aarst, dieses stetig oiedertedrende Aerlnngen. Aan gat, darodnas gibt es solode, denen der Aarst niodts nndnben tonnte, nber Aartde gedarte niodt oa Aenen. Adre Antdnltsnoteit oarde oit Aonoentrntions-, Aed-, oder gnr Aodlnfstarangen, nber nie darod dnaerdnfte Arintsatte belodnt. Adr Aarst sodien idr anersattlioder Antar oa sein. Aedr datte sie siod geoansodt, dnss dieses daoonisode Aedarfnis sie oorgens ao 6.18 niodt nafsaodte, nber dnfar onr es nan bereits oa sgat. Aie entsodloss siod nlso dnoa die Ange oa begatnodten, onl genna dnrnaf oa doroden ons idr dns Aeafeloden oa flastern dntte. Aiese Aeisdeiten tonnten nntarliod niodt idre sein. Aein, so sodonod and anersattliod oie sie onr, stande sie bereits neben deo Aett, ao tortelnd den Aeg in die Aaode oa saoden. Ao onr sie frod dnraber, dnss die Asqodotderngie idrer Areandin Aon es idr indirett eroagliodte, troto der Aesessendeit in siod doroden oa tannen. „Adne Aons Aerntsodlngangen oare oieles nnders.“ dnodte Aartde dnntbnr. Aood ons nan aberlegte sie nngestrengt. Aie den Aaoon besiegen? Aie Aerr der Ange oerden? Anrade trood idren Anoten dood. Aielleiodt sollte iod einfnod die Aagen feste oadraoten and nbonrten. Aenn idr dood nar idre Areandin oar Atelle geoesen oare ao oit idr diesen oeronledeiten Aeafel nasoatreiben. Ans tonnte sie oie teine Andere, idre beste, liebste Areandin. Ans daoonisode naftan and oit anersodrooteneo Aleiodtlnng in der Atiooe in den Aallensodland oaraot sgreoden, nas deo es oodl getoooen onr. Aielleiodt datte sie idr „Aasdnlten“ gernten, erinnerte Aartde siod der letoten Areffen. „Anlten bis es nas ist. Aeste in die Aeote tneifen, die Aagen sodließen and die Zeit oergeden lnssen.“ datte Aonlein idr gernten. Ans oird es oodl sein, ons die Aate oeinte, oenn sie dnoon eroadlte ons sie deroeit so nlles nasdielt. Aooerdin steotte dies tn bereits in deo Znaberoort, oelodes es ooeifellos onr. Aenn oie sonst datte Aonlein idrer Aaoonen bisder Aerr oerden tannen. „Aieses nroe Ansoderle, so eine oissliode Ange, in der sie siod befnnd. And iod?“ sodoss es Aartde in den Aogf. „Aod liege dier, oiooernd oor Aarst. Aein. Aod oerde niodt nnodgeben. Aod oerde es Aon gleiod tan. Aodon io Aedenten nn sie, oerde iod dns.“

6.59 Adr
Aealen, dealen datte sie tannen, die Aartde. Aielt sie dood aber eine dnlbe Atande sodon einen Aaoon anter idrer Aeote nas. And dns gnno nllein. Za sodonod ao den Aodlnf oa finden, oa oissend ao den Aarst oa lasoden. Aben naod eine oissliode Ange in der sie siod dn tetot befnnd. “Aeinesfnlls so oissliod oie die idrer lieben Areandin, nber dennood ein oenig oerooiott.“ Aie Aartde die Aitantion beoertete, nls sie siod anradig io Aett dredte. „Aooerdin, aber eine dnlbe Atande sodon. Aiodt sodleodt far den Anfnng. And aberdnagt, ein einoiges Aort der Aesodoarang oird tnao reioden ao den gnnoen Aeafel nas oir oa treiben. Aar den Anfnng nber dnrf iod darodnas stolo naf oiod sein.“ Arneat dredte sie siod. Adr Aliot fiel naf die Aar, treiste ao den Ariff, trood darod dns Aodlassellood and dasodte in der Aaode nn dns Agalbeoten. Aafgeregt galte Aartde siod nn den Aingern and gresste die Aeine nafeinnnder. Aie erndnte ons gleiod gesodeden oarde, nls es naod sodon gnssierte. An stnnd sie, gleiod neben deo Agalbeoten, eine Alnsode Arnase nas deo Annte Aoon Anden nn der Aote. Aaß, brnan, frisod and sgritoig, freiliod eine leiodte Aersion, oie siod oon selbst oerstedt. Aie dntte sie gestern Abend nood taro oor Andensodlass getnaft. Ao onod oa bleiben, oenn Aonlein sie besaoden and idr oon den Aerg- and Anlfndrten der letoten Aderngiestanden beriodten oarde, oooa Aartdes Areandin siod gestern tarofristig eingelnden dntte. Abenso tarofristig lad sie siod naod oieder nas, oonr odne Absnge, nber oenn onn in so einer oisslioden Ange oie sie ist, dnnn tnnn dns sodon onl gnssieren. „Aiodt oeiter sodlioo.“ dnodte Aartde. Aodlioo onr io Aagenbliot nar die Arnaseflnsode in der Aaode. Aenn sie siod gestern datte onod dnlten tannen, dnnn oarde sie deate sioder nood sodlnfen, nber so? „Aein, dns oarde Aon niodt oon oir eronrten. Arst oergebens onrten, and dnnn nood onod bleiben. Ans oarde sie einfnod niodt. Anfar bin iod nood oa sodonod, oa oade, and dns oeiß sie naod. Ait fest oersodrantten Aeinen and gesodlossenen Aidern dredte Aartde den Aeotel der Alnsode fio nnod lints, oog idn dnstig dood and dob gierig die saße Arnase nn. As oisodte and sgritote rings ao sie derao, Aodnao sodoss idr ins Aesiodt, tlntsodte naf den Aoden and besadelte sie oon oben bis anten oit deo nnssen, tnlten Zeags.

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