Engellieder
Ich ließ meinen engel lange nicht los
und er verarmte in meinen Armen
und wurde klein und ich wurde groß
und plötzlich war ich das Erbarmen
und er eine zitternde Bitte bloß
da hab ich ihm seine Himmel gegeben
er ließ mir das Nahe- daraus er entschwand
ich lernte das Leben, er lernte das Schweben
und wir haben langsam einander erkannt.
Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht
kann er frei seine Flügel entfalten
und die Stille der Sterne durchspalten
denn er muß meinen einsamen Nächten
nicht mehr die ängstlichen Hände halten.
(Rilke: Engellieder)
Ich hoffe, daß mein Engel dort oben glücklich ist...
und er verarmte in meinen Armen
und wurde klein und ich wurde groß
und plötzlich war ich das Erbarmen
und er eine zitternde Bitte bloß
da hab ich ihm seine Himmel gegeben
er ließ mir das Nahe- daraus er entschwand
ich lernte das Leben, er lernte das Schweben
und wir haben langsam einander erkannt.
Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht
kann er frei seine Flügel entfalten
und die Stille der Sterne durchspalten
denn er muß meinen einsamen Nächten
nicht mehr die ängstlichen Hände halten.
(Rilke: Engellieder)
Ich hoffe, daß mein Engel dort oben glücklich ist...