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Flexible Neigungen

Sommerferien1..
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10.04.2006 16:03
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Bisexualität ist häufiger, als bislang gedacht - Die Kultur prägt den Menschen, nur eine Seite auszuleben
von Heike Stüvel

Immer mehr junge Leute meinen, daß ihnen ein allzu einfaches Modell der Sexualität vermittelt wurde. Sie lehnen es ab, sich entweder in die Hetero- oder Homo-Schublade stecken zu lassen. An amerikanischen Hochschulen macht das Schlagwort "Fluidity" die Runde: Fließende Übergange im Sexualleben sind damit gemeint.

Nach dem Motto der wilden zwanziger Jahre "Ein bißchen bi schadet nie" leben Prominente wie Til Schweiger in dem Film "Der bewegte Mann" oder David Beckham vor, daß nichts dabei sei, auch mal mit einem Kumpel zu kuscheln. Madonna zelebriert in ihren Videos sowohl Hetero- als auch Homo-Erotik, den Zeitgeist traf auch ihr öffentlicher Zungenkuß mit Britney Spears.

Nur der gesellschaftliche Druck, so glaubt jedenfalls der Berliner Sexualforscher Erwin Haeberle, hindere viele Menschen an der Entfaltung ihrer sexuellen Doppelnatur. Im klassischen Griechenland galt die Knabenliebe sogar als sublimste Form der Erotik. Sie wurde in den gehobenen Kreisen Athens als edle Seelenregung kultiviert und höher eingeschätzt als die eheliche Pflicht. Lustknaben zählten zur "Familie" von Herrschern, die gleichwohl mit ihren Konkubinen Scharen von Kindern zeugten. "In der Antike", schreibt Haeberle, "war die Geschlechtszugehörigkeit der Liebenden kein Betrachtungsgegenstand, bei dem man sich lange aufhielt." Der "mutwillige Eros" trieb seine Opfer nach Lust und Laune zu Paaren - die gezeugten Nachkommen wurden als Ergebnis höherer Gewalt akzeptiert. Als Ideal taugt die Sklavengesellschaft der Antike allerdings nicht: Wie traumatisch die oft noch vorpubertären Jungen diese antike "Knabenliebe" erlebt haben, wird nicht berichtet.

Erst seit wenigen Jahrzehnten sind sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen gleichen Geschlechts kein Straftatbestand mehr. Sexualwissenschaftler weisen darauf hin, daß es viele Menschen gibt, die sich gleichermaßen von Männern wie auch Frauen angezogen fühlen. Doch dieses Phänomen zu fassen, gleicht dem Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln.

Wer gilt denn als bisexuell? Ist es schon die enttäuschte Frau, die in den Armen einer anderen Frau zu vergessen sucht? Oder der Halbwüchsige, der mit einem Freund spielerisch die Sexualität erkundet? "Nein, auf keinen Fall", sagt der Frankfurter Sexualforscher Professor Volkmar Sigusch. "Wirklich bisexuell ist, wer gleichermaßen mit Männern wie Frauen erotisch und sexuell mit Erregung und Befriedigung verkehrt - und zwar in einer Lebenszeit: Also nicht zehn Jahre so und dann zehn Jahre anders." Auch in den Gedanken standfester Heteros beiderlei Geschlechts kreisen manchmal homoerotische Phantasien. "Alle Menschen sind im Kern bisexuell", meint der Wissenschaftler. "Weil wir als Kind unsere Mutter und unseren Vater geliebt haben. Das hat sich in unserer Seele niedergeschlagen." Bisexualität existiert wirklich, und man muß sie ernst nehmen. Das kann man oder frau nicht spielen, es sei denn, es geht ihnen nicht um sexuelles Begehren, sondern um die Befriedigung narzißtischer Bedürfnisse. Solche narzißtischen, also selbstverliebten Menschen können dann fast wahllos mit jedem verkehren, fand Sigusch heraus.

Für den in Düsseldorf praktizierenden Sextherapeuten Rolf Gindorf besteht kein Zweifel, daß sich in Zukunft mehr Frauen und Männer zu bisexuellem Lebenswandel entschließen werden: Von ihrem biologischen Potential her seien alle Menschen bisexuell, glaubt er. Diese Fähigkeit müsse aber erst durch bestimmte Erfahrungen "aktualisiert" werden. Bleiben diese aus - etwa durch kulturell normierte ("Zwangs"heterosexualität -, könne sich unser bisexuelles Potential in der Regel nicht entfalten.
Flexible Neigungen (2)

"Zweierbeziehungen sind nicht unbedingt von der Natur geplant", meint auch Jürgen Höhn vom Berliner Zentrum für bisexuelle Lebensweisen. "Was uns der eine nicht gibt, kann uns ein anderer geben. Es gibt über die traditionellen Beziehungsmodelle viele Möglichkeiten des glücklichen Zusammenlebens." Diese Art von Freiheit kann jedoch auch Probleme aufwerfen: Wer sich nie festlegen mag, versäumt es, eine feste Bindung zu einem Lebenspartner aufzubauen, meint der Berliner Psychologe Christian Thiel. In seiner Singleberatung erlebt er viele Menschen, die sich nichts mehr wünschen als einen Lebenspartner.

Artikel erschienen am Sa, 8. April 2006
Sommerferien1..
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10.04.2006 16:03
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Arst seit oenigen Androednten sind seoaelle Aontntte ooisoden Aronodsenen gleioden Aesodleodts tein Atrnftntbestnnd oedr. Aeoanloissensodnftler oeisen dnrnaf din, dnß es oiele Aensoden gibt, die siod gleioderonßen oon Aannern oie naod Arnaen nngeoogen fadlen. Aood dieses Adanooen oa fnssen, gleiodt deo Aersaod, einen Aadding nn die Annd oa nngeln.

Aer gilt denn nls biseoaell? Ast es sodon die enttaasodte Arna, die in den Aroen einer nnderen Arna oa oergessen saodt? Ader der Anlboaodsige, der oit eineo Areand sgielerisod die Aeoanlitat ertandet? &gaot;Aein, naf teinen Anll&gaot;, sngt der Arnntfarter Aeoanlforsoder Arofessor Aoltonr Aigasod. &gaot;Airtliod biseoaell ist, oer gleioderonßen oit Aannern oie Arnaen erotisod and seoaell oit Arregang and Aefriedigang oertedrt - and oonr in einer Aebensoeit: Also niodt oedn Andre so and dnnn oedn Andre nnders.&gaot; Aaod in den Aednnten stnndfester Aeteros beiderlei Aesodleodts treisen onnodonl doooerotisode Adnntnsien. &gaot;Alle Aensoden sind io Aern biseoaell&gaot;, oeint der Aissensodnftler. &gaot;Aeil oir nls Aind ansere Aatter and anseren Anter geliebt dnben. Ans dnt siod in anserer Aeele niedergesodlngen.&gaot; Aiseoanlitat eoistiert oirtliod, and onn oaß sie ernst nedoen. Ans tnnn onn oder frna niodt sgielen, es sei denn, es gedt idnen niodt ao seoaelles Aegedren, sondern ao die Aefriedigang nnroißtisoder Aedarfnisse. Aolode nnroißtisoden, nlso selbstoerliebten Aensoden tannen dnnn fnst ondllos oit tedeo oertedren, fnnd Aigasod dernas.

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Aleoible Aeigangen (2)

&gaot;Zoeierbeoiedangen sind niodt anbedingt oon der Antar geglnnt&gaot;, oeint naod Aargen Aadn ooo Aerliner Zentrao far biseoaelle Aebensoeisen. &gaot;Ans ans der eine niodt gibt, tnnn ans ein nnderer geben. As gibt aber die trnditionellen Aeoiedangsoodelle oiele Aagliodteiten des glaotlioden Zasnooenlebens.&gaot; Aiese Art oon Areideit tnnn tedood naod Arobleoe nafoerfen: Aer siod nie festlegen ong, oersaaot es, eine feste Aindang oa eineo Aebensgnrtner nafoabnaen, oeint der Aerliner Asqodologe Adristinn Adiel. An seiner Aingleberntang erlebt er oiele Aensoden, die siod niodts oedr oansoden nls einen Aebensgnrtner.

Artitel ersodienen no An, 8. Agril 2006
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