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Forum » Literatur, Kunst & Philosophie » ThreadFrankfurt - Denkräume. Veranstaltungsreihe
01.02.2009 15:45
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0 DenkRäume Veranstaltungsreihe Februar – September 2009 DenkRÄUME ist eine neue Veranstaltungsreihe im EVAngelischen Frauenbegegnungszentrum. Frauen sind eingeladen, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu denken. Bekannte feministische Vordenkerinnen halten Referate und danach ist Gelegenheit zum regen Austausch. Zum Beispiel darüber: - wie die Zukunft des Feminismus aussieht, - ob Diversity ein sinnvolles Konzept ist, - welche Funktion Vorbilder haben, - wer gute Verbündete für lesbische Frauen sind oder sein könnten, - welche Auswirkung die zunehmende gesellschaftliche Individualisierung auf die Lesbenszene hat, - ob wir neue Feindbilder brauchen um uns zu resolidarisieren, - ob Lesbengeld nicht vielleicht doch vorzugsweise in Lesbenhände gehen sollte und vieles mehr. Es wurden Referentinnen aus der ganzen Republik eingeladen, die in zwei- bis drei-monatigen Abständen zu Themen wie "Lesben und Frauenfeindlichkeit", "Lesbenidentität" oder auch zu "Neuer Feminismus" und Affidamento referieren werden. Alle Frauen, unabhängig von ihrer Lebensform, sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltungsreihe wird gefördert durch das Frauenreferat der Stadt Frankfurt Freitag, 6.2.2009, 19–21.30 Uhr Sind Lesben frauenfeindlich? - Ein verdrängtes Phänomen - Dr. Christa Mulack Lesben sind Frauen, die Frauen lieben. So ist es allgemein zu hören - und Lesben scheinen das selbst zu glauben. Es mag ja auch für einige stimmen, aber für alle? Für eine Mehrheit? Zweifel sind ange-bracht. Lesbische Frauen leben sicherlich nicht auf einer Insel der Seligen inmitten einer frauen-feindlichen Umwelt. Der Vortrag befasst sich mit dem Phänomen der Mann-Identifizierung vieler Lesben und ihrer mehr oder weniger offen zur Schau getragenen Frauenverachtung, die ihre Wurzeln in der Selbstverachtung hat. Er fragt aber auch nach den Ursachen der lesbischen Orientierung, die ja nicht allen Frauen in die Wiege gelegt wurde. Dr. Christa Mulack ist, Erziehungswissenschaftlerin, Theologin, Autorin und Dozentin Kosten: 5 € Ort: EVAngelisches Frauenbegegnungszentrum, Saalgasse 15, 60311 Frankfurt Freitag, 15.5.2009, 19–21.30 Uhr Das Sexuelle und das Politische - ein Zusammenhang in Bewegung - Frigga Haug Zunächst wird die Politisierung des Sexuellen am Beispiel der Sexualisierung der weiblichen Körper und der Ariadne-Krimireihe mit einem starken Lesbensektor erläutert. Dies ist ein vergnügliches Kapitel. Danach geht es um die passive Revolution - also die Integration von Frauenbewegungsforderungen in den neoliberalen High-Tech-Kapitalismus. Berücksichtigt werden hierbei insbesondere der sexuelle Bereich und daran geknüpfte Befreiungshoffnungen. Dies ist ein eher düsteres Kapitel. Im dritten Teil wird Frigga Haugs Projekt „Vier-in-Einem-Perspektive“ vorgestellt. Dies ist ein hoffnungsfrohes Kapitel. Abschließend wird darüber diskutiert, ob und wie die Dimensionen, die Frauen wichtig sind und zusammenführen, darin einen Platz haben - oder wie das Projekt verändert werden muss. Frigga Hauck ist Autorin, Professorin für Soziologie und vielen bekannt als Herausgeberin der Ariadne Krimireihe. Kosten: 5 € Ort: EVAngelisches Frauenbegegnungszentrum, Saalgasse 15, 60311 Frankfurt Freitag, 19.6.2009 19 – 21.30 Uhr Lesbische Identität im Lebenslauf - Persönliche Erfahrungen und Konsequenzen - Dr. Lising Pagenstecher Vor dem Hintergrund ihrer eigenen Entwicklung setzt sich Lising Pagenstecher mit der Bewusst-werdung auseinander, Frauen zu lieben und dabei eine seelische, geistige und politische Orientierung zu finden und zu erwerben, die wir „Identität“ nennen. Dabei wird erläutert, wie sich der Wandel der Identität als lesbische Frau, z.B. von zentral bis beiläufig - aus einem Zusammenspiel sozialer Bedingungen und individueller Verhaltensweisen ergibt und welche Empfindungen mit diesem Wandel einhergehen. Abschließend stellt sich die Frage, ob wir heutzutage das Phänomen „lesbische Identität“ als überflüssig, als eine Art „Modernitätsrückstand" begreifen sollen oder als (über)lebensnotwendige Errungenschaft. Dr. Lising Pagenstecher, ist Historikerin und Soziologin in München Kosten: 5 € Ort: EVAngelisches Frauenbegegnungszentrum, Saalgasse 15, 60311 Frankfurt Freitag, 18.9.2009 19 – 21.30 Uhr Affidamento – eine politische Praxis, die sich in konkreten Beziehungen zeigt Dr. Antje Schrupp Dass die Freiheit der Frauen nicht durch die Rechte gewährleistet wird, die ihnen von Seiten des Staates oder der Männer gewährt werden, sondern auf den Beziehungen von Frauen untereinander gründen, war eine der Kernthesen des 1989 auf deutsch erschienenen Buches „Wie weibliche Freiheit entsteht“ des Mailänder Frauenbuchladens. Die grundlegende Kritik der Italienerinnen an einer feministischen Bewegung, die sich auf Gleich-heitsforderungen beschränkt, und ihr Vorschlag, stattdessen von dem Begehren der Frauen selbst auszugehen, hat unter dem Stichwort „Affidamento“ seither auch in die deutsche Frauenbewegung Eingang gefunden. „Affidamento“ heißt „sich anvertrauen“ und verweist auf eine politische Praxis, die sich in konkreten Beziehungen zeigt: Wenn sich Frauen mit ihrem Begehren der Autorität anderer Frauen „anvertrauen“, kann aus ihren Differenzen ein Hebel für Weltveränderung werden, die über die Integration der Frauen in eine männliche symbolische Ordnung hinausweist. Antje Schrupp stellt den Gedanken des Affidamento und seine Weiterentwicklung im deutsch-sprachigen Diskurs vor. Dabei wird es auch um die Frage gehen, inwiefern dieses Denken hilfreich sein kann, um die aktuellen Debatten um einen „neuen“ Feminismus in Deutschland kritisch zu analysieren. Dr. Antje Schrupp ist Politologin und Journalistin Kosten: 5 € Ort: EVAngelisches Frauenbegegnungszentrum, Saalgasse 15, 60311 Frankfurt
editiert am 01.02.2009 15:46
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