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Frauenfilmfestival (Info)

Jeannette
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offline
17.10.2006 10:30
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Frauenfilmfestival in Köln
ERSTELLT 16.10.06, 13:10h

Köln - Einen "Einblick in fremde Welten und Lebensformen" hatte das Internationale Frauenfilmfestival für seine erste Ausgabe in Köln versprochen, die am Sonntag mit der Preisverleihung zu Ende ging. 120 Filme aus 32 Ländern sorgten in der Tat für einen Überblick über die weibliche Weltfilmproduktion. In der Auswahl spiegelte sich auch der hohe Anspruch des Festivals, das erst im Mai aus der Fusion der Frauenfilmfestivals "femme totale" in Dortmund und Feminale in Köln hervorgegangen ist und nun zu den größten Frauenfilmfestivals der Welt gehört. Global ausgerichtet war auch der "Horizonte"-Wettbewe rb mit acht Debütfilmen aus Indien, Vietnam, Australien, Peru, Iran, Chile, Japan und Deutschland.
Der Preis für den besten Debüt-Langspielfilm, der erstmalig mit 10 000 Euro dotiert war, ging an die peruanische Regisseurin Claudia Llosa für "Madeinusa", die metaphernreiche Geschichte eines Mädchens aus den peruanischen Anden. Die internationale Jury lobte den Film für "die komplexe Charakterisierung, die Erzählstruktur und die hohe technische Qualität." Den mit 1.000 Euro dotierten Publikumspreis bekam die australische Produktion "Look Both Ways" von Sarah Watt, deren Liebesgeschichte sensibel und mit kunstvoll eingewobenen Animationsszenen und Fotocollagen die eigene Sterblichkeit thematisiert.

Leer ging dagegen die chilenische Produktion "Play" von Alicia Scherson aus, die sehr phantasievoll und poetisch die fragile Annäherung zwischen einem verunsicherten Architekten und einer fürsorglichen Altenpflegerin in Santiago erzählt. Dafür kommt die wunderbar entspannt erzählte Großstadtballade im Januar in die deutschen Kinos. Kinochancen kann sich auch das erstaunlich stilsichere US-Drama "Loving Annabelle" von Katherine Brooks, eine moderne Variante des deutschen Filmklassikers "Mädchen in Uniform" von 1931, ausrechnen. Getragen wird die Geschichte einer aufkeimenden Liebesbeziehung zwischen einer Lehrerin und einer neuen Schülerin in einem katholischen Internat von den exzellenten Hauptdastellerinnen Erin Kelly und Diane Gaidry.

"Loving Annabelle" lief in der Sektion "Quer Blick", die Filmen mit Lesben- und Transgenderthemen vorbehalten ist. Sie erwies sich wieder als Publikumsmagnet. "Köln ist nun mal eine schwul-lesbische Hochburg, außerdem reisen viele Stammgäste zu dieser Reihe auch aus größeren Entfernungen an," berichtet Festivalleiterin Beate Preisler. Teilweise ausverkaufte Vorführungen gab es auch in den Länderprogrammen zu Iran und Indien. Hier habe sich unter anderem der Fakt niedergeschlagen, dass in Nordrhein-Westfalen 17 000 Iraner leben, von denen viele gern einmal einen Film in ihrer Sprache im Kino sehen.

Mit "strahlenden Gesichtern" registrierten die Kölner Filmfrauen, dass die Publikumsresonanz von etwa 6500 Besuchern bei der Feminale 2004 auf rund 9000 in diesem Jahr kletterte. Auch finanziell steht das Festival nun wieder auf stabilen Beinen. Mussten die Organisatorinnen vor zwei Jahren unter geradezu selbstausbeuterischen Verhältnissen mit 280 000 Euro auskommen, so betrug das Budget diesmal 460 000 Euro.

Nachdem eine Serie von Etatkürzungen und die von der Landesregierung nahegelegte Fusion mit dem Dortmunder Festival die alle zwei Jahre abgehaltene Filmschau in den vergangenen Jahren ins Trudeln gebracht hat, scheint sie sich nun wieder gefangen zu haben. Zumal auch wichtige Lokalpolitiker sich hinter das Festival gestellt haben. Als sehr positiv bewertet es Preisler, "dass der Kölner Kulturdezernent Georg Quander sich für uns eingesetzt hat". "Etwas erschöpft, aber optimistisch" sehen Preisler und ihre Mitstreiterinnen nun der Festivalausgabe in Dortmund entgegen, die im April 2007 das Thema Musik beleuchten wird. Ab 2008 wird das einzige internationale Frauenfilmfestival Deutschlands dann jährlich im Frühjahr abwechselnd in Köln und Dortmund über die Bühne gehen. (ddp)

Quelle: ksta.de