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Gedicht

Sam37
HiddenNickname
offline
10.06.2006 21:31
0
just so...

Der Baum

Oben am Berg da sah man ihn stehen,
Ein riesiger Baum, knorrig und alt.
Manch Wanderer sah er schon kommen und gehen,
und viele machten dort ab und an Halt.

„Ich bin und ich werde noch ewig bestehen “,
So dachte der Baum sich und wiegte im Wind.
„Alles Lebende hier sah ich auch wieder vergehen,
Das Rad der Zeit, es dreht sich geschwind.“

Ich war der Anfang und ich bin noch da,
wenn alles andere schon lange verdorrt.
All die Wesen, die ich hier je sah,
sie weilen nun an einem anderen Ort.

Er reckte die Äste vor lauter Stolz,
denn er war sich seiner Stärke bewusst.
Heilig musste es sein dieses Holz,
aus dem er bestand, er hat es immer gewusst.

Da kam als bald ein Mensch gerannt,
der Baum beschaute sich kurz diesen Wurm.
Der hielt den Blick zum Himmel gebannt,
von Norden heran zog ein gewaltiger Sturm.

„Das Menschlein ist hilflos wie ein kleines Kind“,
dachte der Baum und schmunzelte fast.
Da erhob sich auch schon ein starker Wind,
dort fiel ein Blatt und es knackte ein Ast.

Es fiel dann der Regen, es kam ein Gewitter,
der Himmel war wie tiefschwarze Nacht,
da sah man ein Blitz und überall Splitter,
lodernde Flammen haben das Werk dann vollbracht.

Dort auf dem Berg, da stand mal ein Baum,
der dachte er könnt alles machen.
Da erwachte der Berg kurz aus seinem Traum
und man meint man hört ihn lachen.